Lange lange hat es gedauert, aber nach unzähligen Verschiebungen, Problemen im Presswerk etc. hatte ich am Mittwoch endlich das gemeinsame Album von Prinz Porno und Separate mit dem Titel "1. Liga" im Briefkasten.... eines der Alben in 2004 auf die ich mich seeehr gefreut habe.
Als Solorapper natürlich schon länger bekannt und von mir geschätzt – Prinz Porno aus Berlin und Separate aus Mainz. Eine sehr klare Aussprache und ne Menge Talent bringen sie mit um sich jetzt als P&S gemeinsam auf einem Album zu vereinigen. Gleich vorneweg, für Fans von Seppo und/oder Pee natürlich ein Pflichtkauf - kommt man nicht dran vorbei.
52 Minuten Spielzeit sind das Ergebnis, das über Buchwheats Music released wurde. Mit einem Royalbunker Logo (ein berliner Rap-Label bei dem Separate und Porno ihre Soloalben released haben) hätte ich das Ganze noch lieber gekauft.
Eingeleitet wird die CD durch ein nettes kleines „Intro“. Sofort merkt man die beiden haben ihren unvergleichlichen Style behalten und man fühlt sich bei dem Beat sofort "zuhause".
Die Beats sind allgemein von hohem Niveau wie ich finde, nach einem Streicher/Klavier-Beat - kommt in Track 3 „Wie uns“ ein Kopfnicker-Bass-Brett. Das Ding reißt einen wirklich sofort mit und wenn der Hook kommt ist man dann doch etwas überrascht. Der nimmt nämlich etwas das Tempo heraus und scheint beim ersten Hören nicht wirklich herein zupassen, aber dennoch eine Runde Sache ... textlich ein netter Representer
“Deutschland hat noch nie etwas wie uns gehört, Prinz Porno / Separate nur die besten Verses ... wir übernehmen das Game mit dem besten Rap“
"Reiche Kinder / Arme Kinder" ist wie der Titel schon sagt ein deeperer Track. Sehr geil wie sich Prinz Porno in die Rolle eines "Reichen Kindes" wieder findet und Separate das krasse Gegenteil anspricht. Alleine der Beat schafft eine sehr schöne, entspannte Atmosphäre.
“Arme Kinder haben’s hart, arme Kinder werden stark weil die Kraft in ihnen steckt die ihnen die Armut gab“
Bei „P & S (Berlin bis nach Mainz)“ gibt es aggressive, Energiegeladene Raps. Die beiden blicken in die Vergangenheit und bringen einige Aspekte ihres Werdegangs. Dem aufmerksamen Zuhörer fällt sofort auf das sich ein paar Lines von Porno seinen Aussagen im Intro widersprechen (von wegen er hat Geld ohne Ende und jetzt ist der Kontostand wieder unten) aber wer will denn so kleinlich sein. Wieder ein fetter Beat! Die überzeugen mich außer ein, zwei Ausnahmen wirklich durchwegs.
Der Solotrack von Porno „Coops“ ist auch ein Rückblick dieses mal allerdings in seine Writervergangenheit und zeigt eine persönliche Seite von ihm. Viele Insidergeschichten welche wohl nur von den beteiligten Personen wirklich eingeordnet werden können. Ein Track den ich immer wieder gerne direkt anskippe ... besonders in Erinnerung blieb mir die metaphorische Line:
“Meine Hassmaske war schwarz, die U-Bahn war gelb“
Natürlich gibt es auch einige Features auf der CD hören, neben Jonarama gibt es Abroo und auch Kool Savas zu hören, der in „Zurück in die Kindheit“ neben einem nicen Hook auch seinen Part hat. Dieser ist guter Durchschnitt aber SAV kann es besser... aber dennoch ein richtig dicker Track. Eine unglaublich Runde Sache, die 3 MCs harmonieren perfekt!
“Alles vergessen“ ist ein weiterer deeper Track, der das Kiffen hart kritisiert. Porno und Separate teilen sich dabei wieder sehr gut das Thema und schaffen es verschiedene Perspektiven wiederzuspiegeln. Separate ist dabei der Kiffer, dessen Leben aus nichts anderem mehr besteht. Porno ist der kritisierende Part, das wird nach den ersten paar Lines sofort klar:
“Du hast nie deinen Traum gelebt und dein Leben geträumt ... du wolltest mal rappen und zwar als einer der besten, aber von deinem vielen Weed hast du das alles vergessen“
In "Separetta Vendetta" hat auch Separate einmal das Mic für sich alleine. Er macht einiges daraus, ein wirklich geiler Beat pumpt das Ding nach vorne. Da kann man sich direkt im Low-Rider durch das Ghetto cruisen sehen und die feindliche Gang mit der Uzi niederbangen DJ Sign sorgt für die Cuts, die einen echten Hook nicht notwendig werden lassen.
"In the Night" rundet die CD ab. Ein sehr schönes Sample und ein Liebestrack, der weiter zur Themenvielfalt des Albums beiträgt.
Tracklist:
1. Intro
2. Ja Ja
3. Wie uns
4. 333 Massaker feat. Jonarama
5. Anrufbeantworter 2 (skit)
6. Reiche Kinder / Arme Kinder
7. P & S (Berlin bis nach Mainz)
8. Coops
9. Zurück in die Kindheit feat. Kool Savas
10. Alles vergessen
11. Skit
12. Separetta Vendetta
13. Hängen und Bängen
14. Keiner hat gewusst feat. Abroo
15. In the Night
Fazit:
Das Warten hat sich wirklich gelohnt auch wenn "nur" 52 Minuten herausgekommen sind, schaffen es Porno und Separate ein abwechslungsreiches, rundes Album abzuliefern. Wie schon oben im Text erwähnt sind die Beats durchwegs gut bis sehr gut, was ich in dem Maße nicht erwartet hätte. Da ich die beiden schon als Solorapper sehr schätze gefällt mir natürlich auch ihr Album, der gaaanz große Wurf ist es zwar nicht geworden aber meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Lohnt sich!
25.08.2005 17:42
Kennst ja meinen Aufassung zu PP, aber ich werde heut mal bei seiner HOmepage vorbeischauen und da mal stöbern und TRacks runterladen um zu schauen, wies mir so gefällt ;-) MfG, Robert,
11.03.2005 02:02
Was Porno anfasst wird meist zu gold. Keiner schreibt so bewegende Texte im deutschen HipHop wie er. Der Track mit Savas ist auf dem Album mein absoluter Favorit.
16.02.2005 13:37
kenn ich auch net... :-( *schäm* aber ein guter bericht!