Eine geile Zeit ....
03.12.2004
Pro:
Wundervolle Songs, eine Band mit Potential
Kontra:
Das Cover könnte krativer sein
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 kentbrockmann
Über sich:
Ich bin so wild auf Deinen Erdbeermund, ich schrie mir schon die Lungen wund, nach Deinem weißen Lei...
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...scheint dieses Jahr für deutsche Bands zu sein. Es gab soviele Namen, dass selbst ich irgendwann einige deutsche Nachwuchsgruppen, vornehmlich mit weiblicher Stimme schnell in die Trittbrettfahrerecke abstellte und mich nicht weiter damit beschäftigte. Ein grosser Fehler, wie sich bei Juli kürzlich herausstellte. Die Band aus Gießen trat als Vorgruppe von Rosenstolz vor gut einer Woche auf und zog mich eigentlich mit dem ersten Akkord total in ihren Bann. Songs wie "perfekte Welle" und auch "geile Zeit" waren mir zwar geläufig, mehr aber auch nicht.
Grund genug, sich etwas näher mit der Band um Sängerin Eva Briegel, die von Jonas Pfetzing, Simon Triebel (Gitarre), Andreas Herde (Bass) und Marvel Römer (Drum), begleitet wird, zu befassen. Die Band kennt sich schon aus Jugendjahren, probierte sich unter dem Namen Sunnyblade mit englischen Texten und erreichte wenigstens regional schon einen gewissen Namen in der Musikszene.
"Es ist Juli" ist ihr erstes deutschsprachiges Album und schlug in den Charts mächtig ein, ein Grund, warum ich eigentlich nie wirklich auf die Band angesprungen bin. Das hat sich ja nun geändert und so habe ich die CD für die handelsüblichen 12,99 bei Media-Markt gekauft. Das Cover ************
...ist oben abgebildet. Zudem sind im Inlay noch die Songtexte, sowie einige Fotocollagen der Mitglieder abgedruckt. Nicht besonders aufregend und auch nichts Neues, aber auch kein Totalausfall. Auffällig hierbei sofort, dass Eva Briegel eine unheimlich attraktive Frau ist. Die CD ********
Wichtiger als die Aufzählung der einzelnen Songs ist mir persönlich eigentlich die Grundstimmung, die auf diesem Album herrscht. Ich empfinde es als Wechselspiel zwischen Fröhlichkeit und einer gewissen Melancholie. Alle Songs haben einen sehr ruhigen Rahmen. An manchem Stellen erinnert mich Juli sehr an the Cranberries. Eva's sehr seichte Stimme harmoniert ganz wundervoll mit der musikalischen Untermalung ihrer vier Jungs. Absolute Hinhörer sind die Refrains. Plätschern manche Songpassagen manchmal etwas dahin, so reissen diese doch immer wieder alles raus. Genau hier findet meiner Meinung nach auch das benannte Wechselspiel statt. Nach einer zumeißt sehr ruhigen Einleitung steigert sich die Power und somit auch die Stimmung in den meissten Refrains (besonders auffällig bei "geile Zeit, "perfekte Welle" oder auch "ich verschwinde".
Juli ist aber auch in der Lage die Gangart etwas hochzuschalten. Gleich die Opener "Warum" und "Sterne" lassen eigentlich eine andere Entwicklung des Albums erwarten, denn zu diesen Songs kann ich persönlich doch ansatzweise mein spärlich vorhandenes Haar ansatzweise schütteln. Typische Liebesballaden fehlen gänzlich auf diesem Album, hätten mich aber aufgrund der dafür prädestinierten Stimme Eva Briegel's sehr interessiert. Gerade bei sehr ruhigen Songpassagen läd sie doch geradezu zum Träumen und dahinsinnieren ein. Ansatzweise könnte man den Schlusssong "Wenn Du lachst" als Ballade interpretieren, diese wäre jedoch noch ausbaufähig.
Textlich erkennt Juli die Zeichen der Zeit und vor allem ihrer eigenen Genarartion der Twens und Mid-Twens. Teils wird das eigene Seelenleben hinterfragt "ich verschwinde", teils geht um Liebe und vor allem Liebeskummer "November", "Sterne", "warum" und natürlich geht es um die Sehnsucht nach Freiheit "Perfekte Welle". Fazit ******
Ich bin froh und glücklich, dass ich Juli live gesehen habe, denn sonst wäre mir wohl ein wirklich schönes und gelungenes Album gänzlich verborgen geblieben. Vergleiche mit anderen deutschen Bands wie "Wir sind Helden" oder gar "Silbermond" verbieten sich eigentlich, da die Musik doch extrem abweicht. Musikalische Wurzeln sehe ich eigentlich eher bei internationalen Künstlern, wie den Cranberries, Melissa Etheridge und bei einem Song erkenne ich sogar Ähnlichkeiten zu Oasis "Regen und Meer".
Das heißt definitv nicht, dass hier plump von Bands kopiert wurden, aber in Nuancen merke ich für mich persönlich, dass die Ursprünge doch aus dieser Richtung kommen könnten. Mit Sicherheit kein Nachteil, denn es gibt weitaus schlimmere Musikrichtungen, von denen man sich inspirieren lassen könnte. Daumen hoch für ein wirklich feines Album und Daumen nach unten für mich, der eine höchst talentierte Band völlig falsch eingeordnet hat. Mein nächster Konzerttermin für Juli in Berlin am 24.02.2005 in Berlin ist jedenfalls schon fest gebucht.
Näheres zur Band findet ihr unter www.juli-im-netz.de
Wünsch Euch eine geile Zeit Jens
Tracklist 1 Warum 2. Sterne 3. Geile Zeit 4. Tage wie dieser 5. Tränenschwer 6. Perfekte Welle 7. Regen und Meer 8. November 9. Anders 10. Kurz vor der Sonne 11. Ich verschwinde 12. Wenn Du lachst
Bilder von Es ist Juli - Juli
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19.05.2006 09:39
@Absolute Hinhörer sind die Refrains... mir gefällt von allem die "Stimmfarbe" der Sängerin !!!
08.01.2005 16:33
Beneide dich nicht nur darum, dass du die 5 live erleben durftest, sondern auch um das Talent, mit kurzen Worten verdammt viel auszusagen! Ich kann sowas ja nicht wirklich ;o) LG, Imke
03.01.2005 22:48
Hallo Jens na wenigstens hier haben wir den gleichen Musikgeschmack. Hab mir das Album auch gekauft und es ist wirklich klasse so wie dein ausführlicher Bericht. Gruß Over