This is not your mama's country...
26.07.2007
Pro:
Gelungene, vielschichtige Mischung aktueller Countrysongs weiblicher Interpreten . . .
Kontra:
Das Cover der CD passt nicht so wirklich . . .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 MauriceAC
Über sich:
t.b.a.
Mitglied seit:28.03.2002
Erfahrungsberichte:222
Vertrauende:28
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 39 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
>Intro "Even Cowgirls Get The Blues". Schöner Gus Van Sant Film, ach, als ob der Mann je unschöne Filme macht. Tut aber nichts zur Sache, hat nämlich mit dem gleichnamigen vorliegenden Sampler reichlich wenig zu tun, außer vielleicht ansatzweise das Thema feministische Countrymädels. Eben dieser Sampler versammelt nun 17 Songs von "some of the best kept secrets from the female "indie folk" sphere". Soll heißen: kennt man meistens nicht, zu 90 % gerade die erste Platte draußen, Geheimtipps allesamt, Songwriter gekreuzt mit Indiemädchen, man spielt Americana, Country, Folk und natürlich Indiepop. Konnte auf der leicht ähnlich gelagerten "Cowboys In Scandinavia" Compilation letztes Jahr noch einige bekannte Namen versammeln, von José Gonzales bis Motorpsycho, so erwartet den Hörer dieses Jahr fast völliges Neuland...
>Kritik Sämtliche 17 Songs der Platte mit ein, zwei Sätzen zu kommentieren und gleich samt abzuhacken wäre an dieser Stelle nicht nur äußerst mühselig, sondern auch der CD gegenüber leicht unfair. So sollen hier nur kurz einmal die Highlights unter den Cowgirls genannt werden.
Sera Cahoone eröffnet mit "Nowhere To Be Found" auf hohen Niveau, das diese Compilation bemerkenswerter weise zu halten vermag. Melancholische Countrymusic durch und durch. Aber gleichzeitig vor allem eins: überhaupt nicht angestaubt, schließlich sind das hier alles keine alten Kerle mit Bart und dreckigen Klamotten, sondern junge Ladies, mit Cowboyhut und ohne Oberbekleidung versteht sich. Oder ist das Sampler Cover da dann doch zu realitätsfern freizügig? So hat man sich etwa Dawn Landes* doch nun am liebsten vorgestellt, deren glasklare Stimme auf "Twilight" brilliert. In Wirklichkeit hat Landes natürlich wenig von einem Pin-Up Girl für Truckerkneipenwände. Stattdessen sind sie und ihre hier versammelten Kolleginnen starke Songschreiberinnen mit einem Hauch von Zerbrechlichkeit und Sehnsucht in den Stimmen. Man höre sich beispielsweise nur einmal Carrie Biells oder Liz Durretts Beiträge an. Zwischendurch immer wieder aber auch überraschende Ausbrüche aus dem gerade geschilderten Konzept: Pink Nasty hat nicht nur einen etwas schrägeren Namen sondern mit "BTK Blues (feat. Bonnie Prince Billy)" einen der herausstechendsten Songs der Platte. Das ist mehr Rock denn Country, mehr laut denn leise. Also wahrscheinlich der Part auf dem Sampler der in Richtung Indie strebt...
Ähnlich spannend folgt sobald dann der Track von Emily Loizeau, "To Make You Feel My Love". Eine Ballade mit Klavierbegleitung, so überhaupt nicht an die gängige Vorstellung von Countrymusic heranreichend und deshalb gerade so gelungen. Wie bereits gesagt, eben diese Idee von Countrymusic bedient keines der hier vorgestellten Mädels so wirklich, auch wenn einem Laura Gibson am Ende "Country, Country" in die Ohren flüstert - this is not your mama's country... >Fazit
Und gerade deshalb wandert "Even Cowgirls Get The Blues" nicht direkt in die hinterste Regalecke zu den Dixie Chicks und Shania Twain. Sämtliche hier vertretenen Künstlerinnen haben mit denen nämlich reichlich wenig gemein, abgesehen von zwei Brüsten nehme ich an. Und sorry, das Covermotiv verfolgt einen dann doch und man fragt sich schon: hat das denn wirklich sein müssen? Sieht eher nach 60er Jahre Softporno / Andy Warhol Kreuzung aus denn passender Covergestaltung für diese Art Musik. Verkaufstechnisch vielleicht förderlich, aber eben so gar nicht passend. So, noch mal eben fest halten: 17 talentierte Songschreiberinnen stellen sich vor, ein Querschnitt durch die aktuelle, weibliche Countryszene wird gegeben, kennt man alles eher nicht, macht aber nichts, denn wer auch nur im Ansatz Interesse an dieser Art Musik hegt, der kann von dieser Platte nicht enttäuscht werden... >by MauriceAC '07 (zuerst erschienen auf splashmusik.de)
*Ein Bericht zu Dawn Landes Album "Fireproof" folgt morgen.
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06.08.2007 22:49
Ich glaube das feat. Bonnie Prince Billy hat mich hellhörig geocht. Aber das cover sieht grässlich aus...
26.07.2007 23:27
hm, tatsächlich sagen mir außer Bonnie Prince Billy) (ist aber auch wirklich ganz, ganz toll) die Namen nichts. Ist die CD sehr countrymusic-lastig oder doch eher in die Richtung Indierock?
26.07.2007 15:40
klingt interessant!^lg, dahia