Exile African
27.12.2009
Pro:
tolle Stimme, tolle Mischung, z . T . geniale Texte
Kontra:
nichts
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 jinmil2006
Über sich:
Mitglied seit:13.11.2009
Erfahrungsberichte:169
Vertrauende:2
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 78 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Meine erste "Begegnung" mit Zoe war nicht gerade positiver Natur. "Could it be you" tönte es aus dem Fernseher und ich dachte mir: "Oh nee, schon wieder so ein kläglicher Versuch, Reggae und Kommerz zu verbinden!" Das erste Album "Zoeciety" hatte bei mir überhaupt keine Chance. Doch dann fast genau 1 Jahr später, im Mai 2004, hab ich Zoe auf einem Festival zufällig live gesehen und war begeistert von der guten Stimmung, die sie verbreitete. Als dann im Oktober 2004 ihr zweites Album "Exile African" in die Läden kam, hab ich es mir erst mal aus reiner Neugier gekauft. Und ich kann schon mal verraten, dass ich nach dem Kauf alles anderes als enttäuscht war ...
ZUR KÜNSTLERIN Auf griechisch bedeutet ihr Namen: "Das Leben".
In der Sprache ihres liberianischen Stammes, der Vai, steht Zoe für "die Frau, die alles kann". Zoe Mazah ist am 22. Januar 1975 in einem Ort namens Bong Mine in Liberia geboren. Als sie 6 Monate alt war, ist ihre Familie aus der krisengebeutelten Heimat in das bayerische Penzberg geflüchtet.
Bereits mit vier Jahren bekommt Zoe Klavier-Unterricht. Nach ihrer Schulzeit mit den üblichen ersten Banderfahrungen sucht sie in München ihr musikalisches Glück, das sie mit einem Kompositions- und Jazzgesangstudium untermauert. 1996 meldet sie sich zu einer Audition bei Kosmo Records und erhält prompt einen Künstlervertrag. "Love Can Change So Much", eine erste Single, die 2001 veröffentlicht wird, steigt in die deutschen Charts ein und bringt erste Erfolge. Zwei Jahre später arbeitet sie mit dem deutschen Reggae-Star Gentleman an der Veröffentlichung ihrer Single "Could It Be You", unterstützt von Ky-Mani Marley (Sohn von Bob Marley). Kurz darauf erscheint ihr Debütalbum "Zoeciety". Diese wurde von vielen einfach nur belächelt und beispielsweise als "Schmusereggae" abgetan. So auch von mir. Doch dann kam das 2. Album "Exile African" auf den Markt und das konnte (mich) schwer überzeugen.
TITEL
1. Another Day 2. Afro Cat 3. Rock Steady 4. Liberia 5. everything is everything 6. prayer 7. sweetest secret 8. Is dis love 9. sunshine 10. looking for love 11. don´t cry 12. angels eyes Und zusätzlich ein Video: "Making of Movie"
MEINE BEWERTUNG
Ich hab die CD jetzt wie gesagt seit 5 Jahren und ich höre sie immer wieder mal gerne. Die Mischung aus Soul und Reggae gefällt mir sehr gut. Das berühmteste Lied von diesem Album ist sicherlich "Rock Steady". Mit Saxophon-Klängen, Gitarre, Keyboard und Co wird man förmlich zum Tanzen aufgefordert. Jedenfalls singt Zoe, dass sie nicht still sitzen kann, wenn sie Musik hört. Der Text besteht eigentlich aus nicht viel mehr Wörtern als: "Rock steady - rock so". Wenn man es zu oft hört, reicht es einem auch recht schnell wieder. Aber generell geht die fröhliche Melodie schon gut ins Ohr und macht gute Laune.
Mein persönliches Lieblingslied ist Liberia. In diesem Song verarbeitet Zoe die schlimmen Geschehnisse in ihrer Heimat: Bürgerkrieg und große Not. Unterstützt wird sie dabei von Chuck Fender. Wenn man dem Text genauer lauscht, wird man recht schnell traurig, weil das Lied von schlimmen Leid erzählt. Hier nur ein kurzer Textausschnitt von Liberia: "I don´t know where hope has gone when an eight years old has a gun in his hand burning and loot cause his parents are dead."
Das Lied erzählt von den Folgen des Bürgerkriegs. Der Text beschreibt echt unverblümt die grausamen Zustände. Dieser Song macht echt traurig. Es sind aber noch eine Songs zu finden, die nicht halb so melancholisch und depressiv stimmen. "Is dis love feat. Alborosie" und "Sunshine" erzählen beispielsweise vom Verliebtsein und erinnern einen an Sonne, Strand und Meer.
Die Texte - ob fröhlich oder melancholisch - erzählen frei weg von Zoes Erfahrungen, mal sind diese richtig heftig (wie beispielsweise der Bürgerkrieg in Liberia), mal sind sie aber auch einfach nur alltäglich. Im Song "Afrocat", in dem Zoe unter anderem Geheimnisse über ihre Haare verrät, heißt es zum Beispiel: "Sexy is whats comfortable thats why my hairs all natural I don´t like synthetics in my face tell me little sister don´t you feel the same."
Im weiteren Text verrät sie dann, dass ihre Haarpracht so etwas wie eine Art von Eigenleben führt und dass das Waschen und Kämmen natürlich eine ganze Weile dauert. Deshalb sollte man sich auch nicht trauen, Zoe in die Haare zu fassen. Sie kann da nach eigenen Angaben "dangerous" werden ;) Am Pc kann man sich dann zusätzlich ein 15-minütiges-Making-of-Video anschauen. In diesem berichtet Zoe, warum sie die Aufnahmen zu "Exile African" nach Jamaika verlegt hat. Und klar, wer hätte es erwartet, die Leute und die Umgebung strahlen für sie viel mehr gute Laune aus als im verregneten Deutschland. Sie beschreibt es so, dass man in Jamaika schon morgens die Menschen an der Tankstelle singen und tanzen sieht. Hm, davon kann man nur träumen - also wenn man das bei uns an der Dorftankstelle morgens um 8 Uhr im Oktobernebel machen würde, würden die Nachbarn einen als völlig durchgeknallt abstempeln und höchstwahrscheinlich die nächste Suchtanstalt alamieren. Achja, man kommt richtig ins Träumen, wenn man Zoe da so in dem kleinen Strandhüttchen sitzen sieht, während sie von Jamaika schwärmt;)
MEIN FAZIT
+ Insgesamt gesehen ist das Album eine tolle Mischung aus Reggae, Soul und etwas Funk. + Melancholischen Songs folgen fröhliche Songs, die zum Mitsíngen und Tanzen einladen.
+ Besonders schön finde ich es, dass zumindest in einem Song (Liberia) die sozialkritische Seite des Reggae so richtig zur Geltung kommt. Für mich persönlich hätten sogar noch 2-3 solcher sozialkritischen Songs gegen ein paar von den Liebesliedern ausgetauscht werden können (auch wenn die Liebeslieder wirklich auch schön sind). Liberia ist echt der Hammer - mit diesem Song hat Zoe endgültig bewiesen, dass sie wirklich zu Reggae passt. + Die Unterstützung durch Chuck Fender und Alborosie ist im Übrigen auch gut gelungen. Beide Stimmen passen perfekt zu Zoes.
--> Zoe ist sicherlich die erfolgreichste bayerische Reggae-Sängerin, die es gibt, und die Hübscheste wahrscheinlich noch dazu;). Es gibt im Netz sogar Fotos, auf denen Zoe im Dirndl zu sehen ist. Findet man bei google-bilder. Sieht toll aus - ich wusste davor nicht, dass Dirndl und Afro zusammenpassen, aber sie tun es. Klasse, echt! Dafür gibts ganz klar 5 Sterne von mir ;)
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04.01.2010 15:46
Ein Dirndl hab nicht mal ich und ich bin gebürtige Bayerin ;-) LG Claudia
30.12.2009 23:40
Hast du toll beschrieben... Allerbesten Gruß
29.12.2009 19:47
scheint gut zu sein... lG harry