... in den 70ern noch für eingangige, melodische, tanzbare Musik ohne Tiefgang aber Hitpotential, war das Album "Eye Dance" wohl nur noch der verzweifelte Versuch, daran anknüpfend in den 80ern Geld zu machen. Dabei reichte es aber nicht aus, mit elektronischer Besetzung den Mainstream zu kopieren. ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von xenophon84 über Eye Dance - Boney M. 09.05.2005
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
miserabel
Klangqualität:
ausgezeichnet
Langzeithörspaß:
wird sehr schnell langweilig
Pro:
nichts
Kontra:
Boney M . s vergeblicher Versuch, in den 80er auf der Höhe der Zeit zu bleiben
Empfehlenswert?
nein
Kompletter Erfahrungsbericht
Mit diesem letzten Album der Gruppe Boney M. hat sich Produzent Frank Farian gründlich in die Nesseln gesetzt. Nach der Krise der Band anfang der 80er folgte 1984 bereits das schwächelnde, aber immerhin noch akzeptable Album 10.000 Lightyears und 1985 dieses. Stand der Name Boney M. in den 70ern noch für eingangige, melodische, tanzbare Musik ohne Tiefgang aber Hitpotential, war das Album "Eye Dance" wohl nur noch der verzweifelte Versuch, daran anknüpfend in den 80ern Geld zu machen. Dabei reichte es aber nicht aus, mit elektronischer Besetzung den Mainstream zu kopieren. Zu recht war das Album ein richtiger Flop und bedeutete das Aus für die einst so erfolgreiche Formation. Durch die gesamte LP ziehen sich in geradezu unerträglicher Weise hohle, uninteressante Titel, die einer wie der andere klingen und letztlich keinen Eindruck hinterlassen außer einem langweiligen Reigen elektronischer Schrott-Musik, die in die Kategorie "Typischer 80er-Jahre-Mainstream-Schrott" gehört und dort auch belassen werden sollte. Vielleicht ab und zu hörenswert sind die Titel "Sample City" und "Young, Free And Single", die aber keineswegs einen Kauf der ganzen Platte rechtfertigen. Außer diesen beiden enthält die Platte noch folgende Titel:
"Todos Buenos": Erweckt aufgrund seines Mangels an kreativen Einfällen (vor allem fehlt dem Stück so etwas wie eine Melodie...) den Eindruck eines reinen Lückenfüllers, der mit über 4 Minuten Länge eindeutig zu lang ist.
"Give It Up" geht in eine ähnliche Richtung. Das Lied mag in den 80er durchaus als Verkörperung des Mainstream seine Berechtigung gehabt haben, hat sich dadurch jedoch eindeutig überlebt.
"My Chérie Amour" ist ein schlechtes Elektronik-Cover des gleichnamigen Stevie-Wonder-Hits, der im Original richtig schön ist, aber in dieser Version...
"Eye Dance" Der Titelsong. Auch hier nichts Bahnbrechendes, wieder eine reine Anbiederung an den Mainstream, die zu keinem heute noch gerne gehörten Ergebnis geführt hat.
"Got Cha Loco" Mit Sommer-Hits hat Boney M. in den 70ern ja durchaus große Erfolge gefeiert. In den 80ern hält auch hier die Ideenlosigkeit Einzug.
"Dreadlock Holyday" ist ebenfalls ein Cover. Da es vom Prizip sich genauso anhört wie das Orginal, nur mit modernem Elektronik-Sound, ist der Titel natürlich hörenswert. Aber er hat aufgrund der fehlenden Variation gegenüber dem Original meiner Meinung nach keine wirkliche Existenzberechtigung. Man vergleiche das Cover "Sunny" von 1976: Dort hat Frank Farian einiges geleistet, um aus einem Blues ein Disco-Stück zu machen. Hier hingegen scheinen ihm die Ideen abermals ausgegangen zu sein.
"Chica Da Silva" stellt als vor Schmalz triefende Ballade einen der Gipfel schlechten Geschmacks dar. Man darf zwar Liz Mitchells wunderbare Stimmgewalt bewundern, kommt aber nicht umhin, das Lied aufgrund des Kitsches wegzudrücken. Zwar sind kitschige Songs für Boney M. nichts Neues, doch machte ihre Umsetzung sie meist dennoch interessant und hörbar. Hier fehlten dafür aber, wie schon vorher oft, die Ideen...
"Bang Bang Lulu" Auch das alte Boney M.-Konzept "Einfache Melodie - sinnlose Texte" funktioniert nicht mehr. "Bang Bang Lulu" ist einfach nur noch peinlich. Der elektronische Sound erschlägt jedes sympathische Gute-Laune-Gefühl des Liedes bereits im Keime.
Als Fazit kann man wohl festhalten, daß dieses Album mit Abstand das schwächste der Gruppe war. Über weite Strecken kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Platte völlig halbherzig komponiert und produziert wurde. Eigentlich schade, wenn man die Erfolge der 70er betrachtet, doch so ist es nun mal.