Was haben George Bush und Saddam Hussein gemeinsam? Ganz einfach: Beide sind auf dem Cover der Subway To Sally Single „Falscher Heiland“ abgebildet.
Makaber? Eher weniger. Zeitgemäß? Definitiv!
Wie Eric Fish auf einem kleinen Solo-Konzertabend im gemütlichen Kreise im Dezember des letzten ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von Daverigger über Falscher Heiland (Maxi-CD) - Subway To Sally 04.02.2003
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
exzellent
Klangqualität:
ausgezeichnet
Langzeithörspaß:
wird nicht schnell langweilig
Häufigkeit der Nutzung
häufig
Dieser Tonträger ist:
einer der besseren des Künstlers
Pro:
Text, Musik, Aufmachung, viel STS - Qualität zum guten Preis
Kontra:
1 nicht ganz so guter Track, der aber eher weniger ins negativ - Gewicht fällt
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Was haben George Bush und Saddam Hussein gemeinsam? Ganz einfach: Beide sind auf dem Cover der Subway To Sally Single „Falscher Heiland“ abgebildet. Makaber? Eher weniger. Zeitgemäß? Definitiv!
Wie Eric Fish auf einem kleinen Solo-Konzertabend im gemütlichen Kreise im Dezember des letzten Jahres bereits ankündigte, soll das neue Album der Ossi-Metaller aufrütteln. Der Sound blieb angeblich gleich, nur die Texte seien verschärft auf Themen gerichtet, die am Zahn der Zeit liegen. So präsentiert sich auch die Homepage, die extra für das Album ins Leben gerufen wurde. Auf www.engelskrieger.de können sich die Menschen über Dinge austauschen, die in der Öffentlichkeit gerne totgeschwiegen werden, wenn sie nicht für die Sensationspresse geeignet sind. So finden sich dort unter anderem Texte über Kindesmisshandlung, psychische Krankheiten und unheilbare Seuchen, verzweifelte Menschen die all ihre Hoffnung verloren haben und noch viel mehr. Das Forum wächst täglich, da unerwartet viele Fans und noch mehr Außenstehende Interesse an dieser Seite von STS zeigen. Ein Schritt in die richtige Richtung!
Um den Fans die Zeit bis zum Erscheinen des Albums „Engelskrieger“ am 03.03. zu verkürzen und schon jetzt aufmerksam auf die Schattenseiten der heutigen Gesellschaft zu machen, veröffentlichte STS am 03.02. die Single „Falscher Heiland“. Ich als Fan musste natürlich direkt am gleichen Tag noch ins WOM in Düsseldorf pilgern, um die letzte(!) dort verbliebene Single zu laufen und in meiner Anlage rauf und runter zu spielen.
Schon das zu Beginn angesprochene Cover ist ein kleines, aber feines Meisterwerk, das den Titel „Falscher Heiland“ mehr als nur trifft! Man sieht in einer farblich sehr chaotischen Melange links das verzerrte Konterfei des momentanen US-Präsidenten George Bush, auf der rechten Seite, farblich genauso verzerrt und auf den Kopf gestellt, Diktator Saddam Hussein. Inmitten des Chaos aus Farben und Fratzen prangt der (leider) sehr einfach gestaltete Schriftzug mit dem Namen der Band und der Single. Schade, dass sich STS von ihrem alten Logo mehr oder weniger getrennt haben. Mir hat es gefallen. Zwar ist der Schriftzug auf der Single noch daran angelehnt, aber genauso toll sieht der nicht aus.
Auf der Single selbst findet man folgende Tracks:
1 | Falscher Heiland | 4:02 2 | Falscher Heiland (remixed by Eric Ljunggren) | 4:58 3 | Falscher Heiland (remixed by Telekommander | 4:24 4 | Falscher Heiland (remixed by Toshi) | 4:46
“Falscher Heiland” schmettert direkt und ohne Erbarmen in die Ohren des Hörers und lässt den Fan in gewohnt harten, aber melodiösen STS-Klängen baden. Nach kurzem Vorspiel schmettert auch schon Eric Fishs gewohnte und in ihrer einzigartigen Art einprägsame und tiefgehende Stimme den Song in die Ohren der Lauscher. Im Hintergrund des Refrains meine ich, in weiter Ferne, einen leisen Dudelsack wahrnehmen zu können, aber ich mag mich auch täuschen. Jedenfalls klingt der Track einfach klasse. Er ist ein Zwischending. Nicht hart, aber auch nicht weich und/oder leise. Der Song dringt sofort ins Blut ein und man zuckt automatisch mit dem Rhythmus mit. Ich kann nicht so gut einschätzen, ob der Song für die dunkle Tanzfläche geeignet ist, jedoch weiß ich jetzt schon, das er auf Konzerten der „Engelskrieger-Tour“ ein Renner werden wird. Schon als STS ihn als kleinen Vorgeschmack und vom Publikum gewünschte Zugabe gespielt hat, waren die Massen außer sich. Der Track reißt mit, keine Frage, und bietet dabei einen Text, der aktueller und dabei zeitloser nicht sein könnte. Da ich das Album schon kenne kann ich sagen, das der Heiland kein Höhepunkt ist, sondern guter Durchschnitt. Das bedeutet keinesfalls, dass der Song nicht gut ist. Das bedeutet, dass das restliche Album qualitativ noch weitaus hochwertiger daherkommt! Und mit „Falscher Heiland“ hat STS einen sehr guten Single-Track ausgesucht, der die Gemüter der Fans anheizen wird! „Wir haben die Tage mit Beten verbracht, wir flehten zu Dir in jeder Nacht, Dein Wort vor den Augen, Dein Bild an der Wand, gedruckt und verbreitet im ganzen Land.“
Eric Ljunggren’ remix beginnt mit einem leisen Aufschrei. Der Mix ist ruhiger, wenn auch nicht minder kraftvoll und energisch als das Original. Die Musik ist stark synthetisch, aber nicht soft, sondern dunkel und basslastig. Während der Gesangsparts wird die Grundmelodie, die ein wenig an Streicher erinnert, ein wenig schwächer und Eric Fish’s leicht verzerrte Stimme tritt in den Vordergrund. Insgesamt hat dieser remix einen eher flehentlichen Touch. Es klingt ein wenig nach Sehnsucht, nach Ferne, nach Unerreichbarkeit. Sagt mir, wenn ihr es anders seht. Ich finde den Track jedenfalls sehr gelungen! „Du hast uns verraten, verkauft und verlacht, hast niemals ein Wunder für uns vollbracht. Es gibt nur noch Rache für Deinen Betrug. Es gibt kein Erbarmen - genug ist genug.“
Stöckelschuhe, gefüllt mit zarten Füßen an schlanken Fesseln und langen Beinen. Ein roter Mund, der leicht an einer frisch entzündeten Zigarette zieht und eine Kathedrale betritt. So beginnt Telekommanders remix, der vom Namen des Interpreten mehr an Elektronik denken lässt als an das, was man tatsächlich zu hören bekommt: Akustik-Gitarren-Flair. Es klingt ein wenig wie der Auftakt zu einem alten Italo-Western. Gitarrengezupfe, Pauken und eine schwingende Melodie. Für mich als Italo-Western-Fan natürlich ein richtiges Schmankerl! Doch trotz des Auftaktes bleiben nur die Trommelschläge, die entfernt an Pauken erinnern erhalten, ansonsten stehen wieder mehr die E-Gitarren im Vordergrund, so dass der gesamte Track wieder eine Spur härter klingt als der vorige Remix. Interessant ist bei diesem Track, das der Song nicht gesungen wird. Nur immer und immer wieder „Hallelujah“. Aber ich muss sagen, es passt irgendwie. Der Gedanke an die Kathedrale am Anfang des Songs erhärtet sich beim Hören und das Geigenspiel von Frau Schmitt verleiht dem Ganzen einen wundervollen Touch! „Du hast uns gepredigt und Lehren erteilt, hast niemals die Lahmen und Blinden geheilt, hast Reichtum versprochen, hast Lügen erzählt und hast uns mit heiligen Liedern gequält.“
Toshi gleitet mit seiner Version von „Falscher Heiland“ in die tiefen Gefilde der Electronic-Beats. Mir gefällt der Remix weniger, da er einfach nicht zum Gesamtkonzept passt. Zwar wird hier der Text wieder komplett gesungen, aber der Track klingt stellen weise wie „Supersonic“. Natürlich in einer weitaus härteren Ausführung, aber trotzdem kann ich mich mit diesem Mix nicht so recht anfreunden. Er klingt größtenteils einfach zu gleich und zu glatt, anders kann ich es nicht beschreiben. Die Beats im Hintergrund bleiben stets gleich und verändern sich während des Verlaufs des Songs nicht ein kleines Bisschen. Der Refrain hämmert nicht so wie in den anderen Versionen, und insgesamt kommt einfach weniger Feeling auf. Schade! „Im Glauben an Dich zogen wir in den Krieg, dort sind wir gefallen, es gab keinen Sieg. Wir werden Dich suchen mit Engelsgeduld. Wir werden Dich finden. Du zahlst die Schuld.“
Ein Wort muss ich noch zum Kopierschutz der Single verlieren. Dieser prangt dem Betrachter des Covers nämlich direkt in Auge. Ich hatte schon Angst, dass dieser, ähnlich wie bei der Single „Mensch“ von Herbert Grönemeyer, meinem PC nur Stress und Mucken bereiten würde, doch da lag ich falsch. Meine Laufwerke können die CD einwand- und fehlerfrei lesen, ohne das der Sound verzerrt klingt. Sogar ein Kopieren der CD sowie das Auslesen der Tracks als Mp3’s ist möglich. Zwar in unglaublich geringer Geschwindigkeit, aber nichtsdestotrotz machbar. Damit will ich natürlich niemanden anstiften, dies auch gleich zu tun, damit das klar ist. STS ist eine der wenigen Bands, die man unterstützen sollte. Also kauft Euch die Single gefälligst!
Insgesamt kann ich die Single „Falscher Heiland“ von STS absolut empfehlen! Der Song selbst ist einfach stark! Text und Musik passen sehr gut zusammen und treffen den Zeitgeist mit einem Nagel mitten in den Kopf, direkt zwischen die Augen. Der Sound ist STS-mäßig stark, macht einfach Spaß und wird auf Konzerten sicherlich ein Renner. Die Remix-Versionen sind größtenteils, bis auf den letzten von Toshi, sehr gut gelungen, und geben völlig andere Variationen von „Falscher Heiland“ wieder, die jedoch absolut zum Text und zur Grundstimmung des Songs passen. Hintereinander und ohne den Remix von Toshi könnte ich mir die drei Tracks immer und immer wieder in einer Endlosschleife anhören, was ich eigentlich die ganze Zeit auch schon tue. Ich habe 5,99 Euro für diese Single beim WOM in Düsseldorf bezahlt und bereue die Kaufentscheidung nicht. Die Single ist ihr Geld wert! Und dafür gibt es auch 5 Sterne!
„Du bist der falsche Heiland. Dein ist der jüngste Tag. Wir singen und wir tanzen und pinkeln auf dein Grab. Halleluja!“
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Allgemeiner Newsflash. Ich habe so eben das zweite offiziell erhältliche Stück des bald erscheinenden ALbums gehört. Es heißt "Unsterblich" und, das muss ich leider sagen, es klingt noch viel schlechter als "Falscher Heiland"; massig belangloses Gita ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich