Fear Of The Dark - Iron Maiden

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... Frisch gestärkt machte man sich an die Aufnahme des nächsten Longplayers, "Fear of the Dark". Ob man zurück zu alter Stärke fand oder einen erneuten musikalischen Schiffbruch erlitt, lest Ihr am besten selbst... 1.) ~~~Be Quick or be Dead~~~ Ein kurzes Drumsolo - schon schnellen die ... Bericht lesen





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1-6 von 10 Erfahrungsberichten    
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Wer fürchtet sich im Dunkeln?
Erfahrungsbericht von The-Wishmaster über Fear Of The Dark - Iron Maiden
18.07.2002


Produktbewertung des Autors:   

Cover-Design: exzellent 
Klangqualität: gut 
Langzeithörspaß: mittelmäßig 

Pro: .  .  . Titelsong, teilweise Atmosphäre, Bruce, Coverartwork .  .  .
Kontra: .  .  . etliche schwache Songs .  .  .

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo liebe Leserinnen und Leser!


Obwohl das achte Studioalbum "No Prayer... for the Dying" nach dem Weggang von Gitarrist Adrian Smith wahrlich keine musikalische Offenbarung war, konnten die britischen Schwermetaller "Iron Maiden" zumindest kommerzielle Erfolge damit verbuchen. Die anschließende Tour zur Scheibe führte sie nach all den monumentalen Bühnenbauten der Vergangenheit zurück in die kleineren Clubs mit minimalistischer Ausstattung - seitens der Band und der Fans eine angenehme Abwechslung. Frisch gestärkt machte man sich an die Aufnahme des nächsten Longplayers, "Fear of the Dark". Ob man zurück zu alter Stärke fand oder einen erneuten musikalischen Schiffbruch erlitt, lest Ihr am besten selbst...


1.) ~~~Be Quick or be Dead~~~

Ein kurzes Drumsolo - schon schnellen die Gitarren aus dem Hintergrund hervor und treiben den Opener behende voran. Aggressiv röhrt Bruce Dickinson ins Mirko und man könnte meinen, seine Luftschutzsirene sei ein wenig eingerostet. Doch spätestens im ebenso rapide eingeschlagenen Chorus belehrt uns das kleine Sangeswunder von den britischen Inseln eines Besseren: "You got to watch them, be quick or be dead, snake eyes in heaven, the thieves in your head..." - Zynik pur, wie er uns auch im folgenden Sangespart geboten wird: "I bet you won't fall on your face, your belly will hold you in place..." - Gelungener Opener, der die Hoffnung aufkommen läßt, Maiden hätten sich nach dem Reinfall mit "No Prayer... for the Dying" wieder erholt.
10/10

2.) ~~~From here to Eternity~~~

Nach der ultraflotten Riff-Attacke des Openers schlägt man bei "From here to Eternity" deutliche gemäßigtere, rockige Töne an. Im groovenden Midtempo schleppt man sich durch die Strophen, wobei die Gitarren stets dominant bleiben. Für den Chorus hat man dann die komplette Kapelle hinters Mikro gezerrt und so einen kleinen Chor kreiert, der voller Inbrunst plärrt: "Hell ain't a bad place, Hell is from here to eternity..." - dass man dabei mehr poppig und kitschig als sonst was wirkt, hat man im Lager der eisernen Jungfrauen aber anscheinend ignoriert. Schade - und dabei hatte das Album so gut angefangen...
6/10

3.) ~~~Afraid to shoot strangers~~~

Um die Abwechslung auf der Scheibe wohl möglichst groß zu halten, finden wir nun eine von Akustikgitarren eingeleitete Halbballade wieder. Dezent wabern aus dem Hintergrund leise Keyboardakkorde, während Bruce sein Organ ertönen läßt: "Lying awake at night, I wipe the sweat from my brow, but it's not the fear 'cause I'd rather go now..." - Das Drumming hallt leise nach und natürlich ist der Krieg, bzw. sind die Gedanken eines Soldaten das Thema des Textes. "God let us go now and finish what's to be done, thy kingdom come... thine shall be done - on earth!" - dieser letzte Zusatz wird mit leicht hämischem Nachdruck gesprochen und man kann sich bildlich vorstellen, wie dabei ein Grinsen über Dickinsons Gesichtszüge huscht. Hochmelodische Gitarrenleads paaren sich dann mit martialischem Drumming und erheben den hymnenhaften Titel nicht zuletzt dank den simplen, aber grandiosen Vocals und dem zwischenzeitlichen Uptempo-Part zur Créme de la Créme dieses Albums.
9/10

4.) ~~~Fear is the Key~~~

Auf und nieder, immer wieder - nach dem zwischenzeitlichen Hoch mit "Afraid to shoot strangers" folgt mit "Fear is the Key" zur Abwechslung mal wieder ein schlechter Song. Wäre ja auch langweilig, wenn alle Titel auf der CD gut wären, oder?
Jetzt erwarten uns jedenfalls möchtegern-hymnisch rockende Gitarrenriffs, die immer wieder von Leads begleitet werden und auch Bruce in den Strophen Gesellschaft leisten. Hmmm, der Bass groovt, toll. Aber irgendwie ist der Song einfach nur langweilig. Die Gitarren können keinerlei Akzente setzen, bleiben wenn dann eher negativ im Gedächtnis verankert und selbst Dickinsons Stimme und ein gegen Ende auftauchender Uptempo-Part mit krassem Rhythmus können da nur wenig reißen, ich finde diesen Titel einfach schlecht.
4/10

5.) ~~~Childhood's End~~~

Mensch Leute, was soll denn das? Wollt ihr mich hier vergackeiern? Kann ja wohl nicht sein...
Polterndes Drumming auf allen möglichen Toms und eine grandiose, doppelläufige Gitarrenmelodie lassen keine Zweifel aufkommen, dass uns jetzt zur Abwechslung mal wieder ein toller Song bevorsteht. Dem ist dann auch so, denn die Strophen werden sehr emotional von Bruce gesungen und bauen gehörig Spannung auf: "I'd sail across the ocean, I'd walk a hundred miles if I could make it to the end, if I could see you smile..." - klingt recht dramatisch und dieser Eindruck wird durch den angehängten Chorus noch verstärkt. Das Lead vom Anfang wird hier nämlich erneut aufgenommen und mit akzentuiertem Drumming untermalt, während Bruce flehentlich seine Vocals zum Besten gibt: "No hope, no life, just pain and fear... no food, no love, just greed is here..." - was hier ein wenig simpel klingt, kommt im Song selbst aber echt gut rüber und wird von einem grandiosen Instrumentalteil abgelöst, an den sich das wohl beste Gitarrenleads dieser Scheibe anschließt. Dass dieses zweistimmig vorgetragen wird, brauche ich da wohl nicht mehr extra zu erwähnen, oder? Und die Verbindung des Songs mit dem Titel wird auch hergestellt, denn beim letzten Chorus hängt man ein dreifach betontes "Childhood's End!" einfach dran. Stark!
9/10

6.) ~~~Wasting Love~~~

Langsam und gefühlvoll triefen hier schwülstige Gitarren und ein dunkler Basslauf in den Song, bevor Bruce mit den Strophen einsteigt. Wider Erwarten bleibt der totale Griff in die Gülletonne diesmal aus, denn im Chorus springen verstromte Sechssaiter aus dem Hinterhalt und erzeugen so etwas wie Atmosphäre: "Spend your years full of emptiness, spend your years full of loneliness, wasting love in a desperate caress..." - an Dickinsons sanglicher Leistung gibt es freilich auch nichts weiter zu mäkeln, weshalb man den Song durchaus zu den hörbaren Ergebnissen auf diesem Silberling zählen kann.
8/10

7.) ~~~The Fugitive~~~

Hart und treibend knüppeln hier im Midtempo die Gitarren und die Drums den Beginn des Titels aus den Boxen, wobei die Akkordfolge als äußerst gelungen zu bezeichnen ist und eine gewisse Hymnenhaftigkeit nicht vermissen lässt. "On a cold October morning... waiting for a move and make no sound.." - Bruce ist also tatsächlich der Flüchtige, wie man es anhand des Titels schon vermuten konnte. Dies wird im ein klein wenig bombastischen und mit einem Chor unterlegten Refrain bestätigt: "I am a fugitive, being hunted down like game, I am a fugitive, but I've got to clear my name..." - insgesamt ist der Song vielleicht nicht großartig abwechslungsreich, aber die hier vorgetragenen Melodien sind echt nicht von schlechten Eltern, lassen den Song schnell ins Ohr gehen und über dessen Hartnäckigkeit dort muss man sich auch nicht allzu sehr ärgern, so dass ich hier lockere neun Punkte zücken darf.
9/10

8.) ~~~Chains of Misery~~~

Ach, was haben wir denn da? Erneut einen eher rockig als hymnisch angehauchten Song? Genau, so ist es wohl. Und zu meiner Verwunderung muss ich gestehen, dass "Chains of Misery" nicht mal so schlecht ist, auch wenn der im Chor gesungene Refrain knapp vor der Peinlichkeitsgrenze steht. Der Track ist zwar auch nicht besonders abwechslungsreich, aber wenn ich beide Augen mal zudrücke, komme ich noch auf knappe sieben Punkte.
7/10

9.) ~~~The Apparition~~~

Hmmm, wird am Ende vielleicht doch noch alles gut und das Album ein gelungenes Ende finden? Wir werden sehen, oder besser gesagt hören... *lausch*
Ein rockiges Riff, mal geht's Tonleiter hoch, mal runter. Dann die Strophe mit einer ähnlichen Sangesmelodie. Juhuu. Innovativ. Ganz doll. Sorry, aber der Song ist einer der schlechtesten, die ich jemals von Maiden gehört habe. Uninspiriertes Rockgitarren-Geschrubbe mit einer absolut einfallslosen Melodie, auch der Chorus kann da nichts retten, denn der ist auch nicht besser. Es tut mir ja fast schon in der Seele weh, aber auf der anderen Seite habe ich diesen Müll ja auch nicht verbockt, sondern die Jungs in der eisernen Jungfrau selbst, folglich darf ich auch meine wohlwollenden drei Sterne vergeben.
3/10

10.) ~~~Judas be my guide~~~

Oh mein Gott, nach es nach diesem Reinfall noch schlechter kommen? Zum Glück nicht, denn als Ausgleich für die soeben erlittenen audialen Qualen spendieren die Briten mal wieder einen rundum gelungenen Song. Schon von Beginn an kommt hier das richtige Maiden-Flair auf, wofür das flotte Drumming und die atmosphärischen Leads sorgen. In den Strophen klingt Bruce richtig aggressiv und schreit teilweise die Lyrics fast schon heraus, dafür singt er im Chorus dann umso melodischer. "Judas, my guide, whispers in the night, Judas my guide..." - Bruce wird hierbei von einem kleinen selbst inszenierten Chor unterstützt, klingt nett. Besonders abwechslungsreich ist der Titel zwar nicht (erinnert ein wenig an "Can I play with madness?"), aber nach der mittelschweren Katastrophe eben bin ich für alle dankbar.
8/10

11.) ~~~Weekend Warrior~~~

Tja, anscheinend hatte man wirklich den Vorsatz "Nach einem gutem Song muss mal wieder was weniger Gutes kommen", der wurde nämlich prompt in die Tat umgesetzt. Mit "Weekend Warrior" findet sich nämlich bereits der vierte misslungene Song auf der Scheibe und langsam könnte man sich schon fast fragen, ob Iron Maiden absichtlich immer wieder schlechte Songs einbauen, um vielleicht die guten Titel noch eine Ecke besser dastehen zu lassen.
Egal, jedenfalls versucht man sich hier ein weiteres Mal an einem groovenden Rocksong mit diesmal etwas düsterer Atmosphäre, greift auch nicht vollkommen daneben, kann aber leider auch nicht großartig überzeugen. Ach Mensch, das muss doch nicht sein, oder?
5/10

12.) ~~~Fear of the Dark~~~

Endlich, der Titeltrack! Hymnische Gitarrenläufe läuten wuchtig und atmosphärisch ein dunkles Epos ein, bevor der Bass alleine seine Melodiebögen kreisen läßt. "I am a man who walks alone and when I'm walking a dark road at night or strolling through the park..." - Dickinsons Vocals erklingen ruhig und gefühlvoll... - "When the light begins to change I sometimes feel a little strange, a little anxious when it's dark..." - erschaffen aber sogleich eine unheimliche Stimmung, die durch die mystische Instrumentalisierung noch verstärkt wird. "Fear of the Dark... Fear of the Dark... I have a constant fear that something's always near... I have a phobia that someone's always there..."
Mit einem Mal brechen die Briten (*würg*) nach vorne los und brettern sowohl mit Melodie als auch mit Härte aus den Boxen. "Have you run your fingers down the wall and have you felt your neck skin crawl when you're searching for the light?" - grandios was Dickinson hier stimmlich gesehen abliefert. Er schwingt sich problemlos von einem Höhepunkt zum nächsten, verleiht jeder Zeile entsprechend Ausdruck und Aggression und singt einfach wie ein junger Gott. "Fear of the Dark... Fear of the Dark - I have a constant fear that something's always near..." - den Chorus gibt's jetzt verzerrt und mit ordentlich "Wumms" im Gepäck, ich bin begeistert.
Selbiges gilt auch für den anschließenden Instrumentalteil, der vor mitreissenden Melodien nur so sprüht. Da macht es auch gar nichts, dass man sich nun wieder aufs Midtempo konzentriert, dann können die Fans die Melodie live wenigstens anständig mitsingen. Das (also ein langgezogenes "Ooohhohohohohohohoooooo") sowie die Zeile "Fear of the Dark" wird einigen Male wiederholt, bevor man nach der finalen Strophe auf den ebenso endgültigen Chorus überleitet. Jetzt noch ein Akustikpart wie zu Beginn, diesmal aber mit leicht abgeänderten Lyrics: "When I'm walking a dark road I am a man who walks... alone..." - und ich bin absolut sprachlos. Grandios!
11/10


~~~Fazit~~~

Schwierige Sache, vor der Rezension hatte ich jedenfalls noch ein wesentlich besseres Bild von der CD als jetzt, wo ich die Titel mal genau beleuchtet und festgestellt habe, wieviel Mittelmaß hier doch vorhanden ist. Denn neutral betrachtet ist die Scheibe mehr als durchwachsen, da neben etlichen guten Titeln und dem Überhammer "Fear of the Dark" simpel gesagt auch etliche Filler enthalten sind, die der gewohnten Maiden-Qualität keinesfalls entsprechen und die man sich hätte sparen können. Gut, am Sound habe ich nichts zu bemängeln und das Coverartwork mit "Eddie aus'm Baum" ist sowieso grandios mit enormen Kultfaktor, letztendlich müssen aber wohl nur echte Maiden-Fans das Album unbedingt haben. Alle anderen sollten sich in jedem Fall die Songs "Fear of the Dark", "Be Quick or be Dead" und "Afraid to shoot strangers" besorgen, diese Titel sollte man nämlich kennen. Und dann holt euch lieber "Powerslave", "Piece of Mind" oder "Seventh Son of a Seventh Son", da bekommt ihr nämlich zu 100% Killersongs. Mit sehr, sehr viel Wohlwollen und den Titeltrack berücksichtigend vergebe ich gerade noch so knappe vier Sterne.


In diesem Sinne...

Stay Dark!

The-Master-of-the-Dark


   
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