Blues bis ins letzte Schräubchen.
17.07.2009
Pro:
Klang, Design, Verarbeitung
Kontra:
Preis?
Empfehlenswert:
Ja
 TurboThomas
Über sich:
Bin mal wieder da.
Mitglied seit:22.05.2007
Erfahrungsberichte:86
Vertrauende:17
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Da ich unbedingt einen Vollröhrenverstärker wollte, diesen allerdings als Schüler nicht neu bezahlen konnte schlug ich im Musikaliengeschäft meines damaligen Vertrauens sofort zu, als mir der Verkäufer für rund 600.-DM einen gebrauchten Fender Blues de Ville anbot. An dem Gerät waren keinerlei Gebrauchsspuren zu sehen und es sah in seinem „blonden“ Design sichtig edel aus. Auf den Metallblenden waren sogar noch die Schutzfolien drauf. Da hatte sich wohl einer mächtig vergriffen. Ich testete ihn nur kurz an und da er mächtig laut war, nahm ich ihn mit.
Der Fender-Kenner wird jetzt sicher die Nase rümpfen, wenn ich nun erkläre, dass ich vor dieses Gerät ein Multieffektgerät mit integrierter Röhrenvorstufe (Zoom 9150) geschaltet hatte. Da ich dieses Gerät schon teuer bezahlt hatte, wollte ich es auch unbedingt weiter nutzen. Was sowieso von Nöten war, da der Blues de Ville, wie der Name schon sagt, hauptsächlich für Blues-Geschichten gebaut war und gar nicht den starken Overdrive, den ich bevorzuge zu erzeugen vermochte. Was allerdings von meiner Seite aus völlig daneben war, dass ich auch den Cleansound mit meinem Effektprozessor bearbeitete was in etwa so ist, als würde man versuchen, einen richtig guten Wein mit Limonade zu verfeinern. Wer den weltberühmten Clean-Klang eines Fenderverstärkers zu schätzen gelernt hat, der kann meinen Vergleich nachvollziehen. Gut ich war ein Banause, und hatte wohl das Geld in einen sehr guten, aber für mich unpassenden Verstärker investiert. Was allerdings nichts daran änderte, dass ich dennoch einen verdammt fetten Braten mit diesem Gerät erzeugt habe. Der Verstärker hat zwei Kanäle, einen Clean und einen leicht anzuzerrenden, eben für Blues gerade richtig. Die Klangaussteuerung beschränkt sich auf die einfache Höhen-Mitten-Tiefen- Dreiband-Variante in Kooperation mit dem üblichen Presece regler, welche für beide Kanäle gleichfalls gelten. Das allerdings ist völlig ausreichend, da das Signal von vorn herein schon so hochwertig ist, dass die Klangliche Aussteuerung wirklich nur vom individuellen Geschmack des Gitarristen abhängt und keinerlei Stör- und Nervfrequenzen weggeregelt werden müssen.
Die Röhrenendstufe bringet einen unwahrscheinlich warmen, druckvollen Braten, dessen 60W in Sachen Druck einem 150 W Hybridverstärker (mit Transistorendstufe) gleichkommt. Die Verarbeitung ist hervorragend, die Regler sind aus Metall und lassen sich absolut knirsch- und, raschelfrei mit einem gediegenen Widerstands-Gefühl bedienen.
Im Comboverstärker sorgen vier 10 Zoll Lautsprecher welche als vier und acht Ohm Variante schaltbar sind für absolut druckvollen Sound. Gut: 24 kg sind für so einen, relativ kompakten Combo schon ganz schön viel. Aber man zollt somit eben den Tribut für die Röhren und die vier Lautsprecher.
Nun der traurige Teil meines Berichtes. Ich hab mir den Verstärker aus unserem unversicherten Probenraum klauen lassen. Und wenn ich sehe, was er heute wert ist dann wird schon mal ein Auge feucht: Heute kostet das Teil neu zwischen 900.- € rund 1000.-€ - Jetzt weiß ich das Geschäft von damals erst richtig einzuschätzen. Ich hätte ihn lieber für einen fairen Preis an einen echten Fender-Fan verkauft. Nun spiele ich einen Marshall AVT 150x (siehe meinen Bericht). Bin auch damit glücklich. Aber so viel „Noblesse“ wie der Fender strömt der nicht aus.
Wer auf Fender steht, versteht meine Vergabe von fünf Sternen.
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26.09.2009 15:12
bitter, aber ein sehr guter Bericht .... GLG Sven
01.08.2009 18:35
ein bisschen mehr hättst schon schreiben können zum sound ... und z.b. mit welcher axt du auf das ding eingehauen hast =)
24.07.2009 16:55
Hm ärgerlich aber da wo du die her hast gibt es noch mehr ;) lg