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"Fireball" wurde großteils in einem einsamen Landhaus aufgenommen und ist vom Klang um einiges besser als "In Rock" finde ich, der Aufnahmesound ist hier voll und nicht übersteuert.
TRACKBESCHREIBUNG:
- Fireball - eine rasend schnelle Single und einer der härtesten Tracks die ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von riederwald über Fireball - Deluxe - Deep Purple 12.06.2005
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
gut
Klangqualität:
gut
Langzeithörspaß:
wird nicht schnell langweilig
Pro:
Guter Aufnahmesound, etliche Boni
Kontra:
mir fällt nichts ein
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Und sooo viele tolle Boni ....
EILEITUNG:
Jahreswende 1970/71, eine junge Gruppe in ihrer besten Mark II Phase. Deep Purple wollte etwas anderes als "In Rock" machen. Es sollte etwas weniger hart sein und die Vielseitigkeit der Gruppe aufzeigen.
"Fireball" wurde großteils in einem einsamen Landhaus aufgenommen und ist vom Klang um einiges besser als "In Rock" finde ich, der Aufnahmesound ist hier voll und nicht übersteuert.
TRACKBESCHREIBUNG:
- Fireball - eine rasend schnelle Single und einer der härtesten Tracks die in dieser Dekade überhaupt auf 45-er Vinyl gepresst wurden. Luftgeräusch am Beginn ist das Einschalten der Klimaanlage.
- Demon's Eye war die starke B-Seite. Gutes Riff.
- Anyone's Daugther: Damals wie jetzt (Blackmores Night) bewunderte Ritchie Blackmore Folk- und Countrygitarristen. Ein feiner akustischer Song, die Melodie bleibt haften, flirrende Saiteninstrumente, witzig/tragischer Text, in 10 Minuten von Ian geschrieben.
- The Mule zeigt die stilistische Vielfalt der Gruppe, privat interessiert von Klassik bis Jazz. Orientalisch schillernd, eine laute Drums/Hammond-Orgie am Ende. Der längste Track, der etwas nach Pink Floyd klingt.
- Fools, ebenfalls sehr lang beginnt meditativ, ein violinenartiges Solo versus plötzlichem Heavy-Riff in tiefstem Purpur. Jon Lord hat hier einen groesseren Raum als Ritchie Blackmore bekommen.
- No One Came: ungewohntes Stück, funky, gute Soli von Blackmore und Lord.
- Strange Kind Of Woman war die Folgesingle von Black Night, wurde gerne im Radio gespielt. Hätte mit auf die LP gepaßt wie auch
- Freedom und Slow Train die Härte und exotische Psychedlia in die Boxen pumpen. Ian Gillans Schreie lösten damals manchen Generationskonflikt mit den Eltern aus, die Klänge wie diese noch nicht gewohnt waren.
- die anderen Boni sind Alternativ-Versionen mit/ohne Gesang. Piano Intermezzo zeigt Humor und höflichen Umgang miteinander. Kaum zu glauben, daß am ersten Studiotag noch kein Stück fertig komponiert vorlag. Damals schien die Chemie in der Gruppe (trotz Spannungen zwischen Gillan und Blackmore) so gut zu funktionieren, daß gar eine Improvisation über "Alle meine Entchen schwimmen auf dem See" innerhalb ein paar Stunden einen soliden Purple-Track ergeben hätte.
- Mehrere Kaufmotive: An Smoke on the Water oder Child in Time hat man sich sattgehört, den unterbewerteten Feuerball kann man neu entdecken. Das Booklet bietet reichlich unbekannte Informationen zu 1971, die Gruppe sah auf Bildern (Pop, Popfoto) nie besser aus als zur Zeit von Fireball und Machine Head. Und der günstige Preis!
Mir gefiel die Gruppe, da sie ausgezeichnete Musiker waren, sich in Interviews gewählt und höflich ausdrückten und auch von der seriösen Presse ernst genommen wurde. Ihre Konzerte kamen stets ohne Show aus, von Lichtexperimenten mal abgesehen.
Sie machten einfach Musik und waren weit von dem Gehabe vieler ihrer späteren Metal-Kollegen entfernt, die ihr Publikum mit "Hey Motherfuckers" begruessten und wo ein Sänger meist wie der andere (blond gefärbte Haar und Tätowierungen) aussehen sollte. 1971 war noch weit davon entfernt. Deep Purple hatte speziell in Deutschland so einen großen Erfolg, da ihre Musik nicht selten dramatisch und klassik-beeinflusst klang. In dem Land von Beethoven und Wagner traf das offenbar mehr den Nerv als im Heimatland, was auch für die Gruppe Uriah Heep galt. Auch viele ältere Hörer (das hies um 1971, jemand war schon älter als 21) hatten ihre Platten - neben Reinhard Mey und Schubert.
TRACKS AUF FIREBALL:
1. Fireball (Paice/Lord/Glover/Gillan/Blackmore) 3.25 2. No no no (Paice/Lord/Glover/Gillan/Blackmore) 6.54 3. Demon's eye (Paice/Lord/Glover/Gillan/Blackmore) 5.21 4. Anyone's daughter (Paice/Lord/Glover/Gillan/Blackmore) 5. The mule (Paice/Lord/Glover/Gillan/Blackmore) 5.22 6. Fools (Paice/Lord/Glover/Gillan/Blackmore) 8.19 7. No one came (Paice/Lord/Glover/Gillan/Blackmore) 6.26
Bonus tracks 8. Strange kind of woman (remix '96) (Paice/Lord/Glover/Gillan/Blackmore) 4.06 9. I'm alone (Paice/Lord/Glover/Gillan/Blackmore) 3.07 B side of the original "Strange Kind Of Woman" single. 10. Freedom (remix '96) (Paice/Lord/Glover/Gillan/Blackmore) 3.35 Remix of a track that first appeared on a compilation called The Anthology 1985. 11. Slow train (Paice/Lord/Glover/Gillan/Blackmore) 5.36 Straigth from hidden vaults, a previously unreleased track ready with vocals, overdubs, the lot. 12. Demon's eye (remix '96) (Paice/Lord/Glover/Gillan/Blackmore) 6.10 13. The Noise Abatement Society Tapes (adapted Gillan/Glover/Blackmore/Lord/Paice) 4.16 * Midnight in Moscow * Robin Hood * William Tell 14. Fireball - Take 1 (instrumental) (Paice/Lord/Glover/Gillan/Blackmore) 4.08 15. Backwards piano (Paice/Lord/Glover/Gillan/Blackmore) 0.55 The strange-sounding stuff at the end of "No One Came" is actually a piano piece played backwards and recorded at the wrong speed. This is the original tape played forwards. 16. No one came (remix '96) (Paice/Lord/Glover/Gillan/Blackmore) 6.23
MUSIKER: * Ritchie Blackmore guitar * Ian Gillan vocals * Roger Glover bass guitar * Jon Lord organ, keyboards * Ian Paice drums
Aufgenommen September 1970 bis Juni 1971 in Welcombe und London. Der Sound wurde noch überarbeitet auf dieser remasterten CD.
Der Preis von meist weniger als 10 Euro ist sehr günstig.
Zusatz-Tip: Die LP "Who do we think we are" - 2 Jahre später - stand / steht auch etwas im Schatten und bietet sich als freudige Wieder-/Neuentdeckung wie "Fireball" an.