Wo zum Teufel steckt Charlie Clouser?
07.02.2001 (26.07.2001)
Pro:
siehe Text
Kontra:
siehe Text
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 bloodstained
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:39
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 82 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nine Inch Nails Tradition, ihre Studioalben selbst oder von anderen Musikern remixen zu lassen, ist hinlänglich bekannt, der Erfolg dieser Alben ebenso, man erinnere sich nur an die Genialität des "The Downward Spiral"-Remixalbums "Further Down The Spiral". Mit dem 1992 erschienen "Fixed", die Remixe zu NINs zweitem Gitarren-orientierten und von ihren Live-Auftritten inspirierten Studioalbum "Broken", wurde diese Tradition begründet. Auch der aufgeschlossenste Musikliebhaber wird hier seine Probleme haben und mehr als einmal den Kampf mit der Skiptaste verlieren. Die Arbeit an den Originalsongs zeichnet sich durch eine extreme Extravaganz aus, die des öfteren an schlichte Unhörbarkeit grenzt. Schade.
1) Gave Up (Coil) Von Coil bearbeiteter anfangs sehr ruhiger Track. Der im Mittelteil einsetzende Breakbeatrhythmus wird von Coil allzu euphorisch mit E-Gitarren und an Techno erinnernde Drums kombiniert. Stilbruch ist was schönes. Hörbare Songs auch... 2) Wish (Thirlwell) Genannter mysteriöser Remixer taucht in regelmäßigen Abständen im Nine Inch Nails-Umfeld auf, um mich immer wieder aufs neue mit Bravour zu verstören. Der mehr als neunminütige Remix vom "Broken"-Hit Wish spielt gekonnt mit dem stetig auftauchenden Gitarrenriff, experimentiert mit Samples und kann das eine oder andere Glückserlebnis vermitteln, um dann wieder in Unhörbarkeit abzudriften. Der sich im Uptempo-Bereich bewegende Track weist die eine oder andere Länge auf, bei einem neunminütigen Remix jedoch kaum verwunderlich. J.G. Thirlwell hat hier ganze Arbeit geleistet, um das ehemals eingängige Wish zu verfremden und den Hörgenuss zu einem zwiespältigen Erlebnis zu machen.
3) Happiness In Slavery (Reznor/Vrenna) Neben Reznor durfte Livedrummer Chris Vrenna Hand anlegen, um dem Song eine elektronische Note zu verleihen. Eingängiger monotoner Track, der die Eigenwilligkeit der vorangegangen Remixe misst. Reznors manisches Hintergrundgeschrei bringt Abwechslung in die Sache, nimmt aber auch den Spass am Lied. Sicherlich hörenswert, aber keine spektakuläre Interpretation. 4) Throw This Away (Reznor/Vrenna/Butch Vig) Anfänglich sehr ruhiger Song mit Reznors flüsternder Stimme im Hintergrund, unterlegt von seltsamen, nicht näher zu beschreibenden Geräuschen, und einer eingängigen Basslinie. Düster verwoben und sehr atmosphärisch. Überlagert wird das Ganze mit der Zeit von Vrennas monotonem Schlagzeugspiel. Die unerwartete Wende kommt nach 1 1/2 Minuten. Trent Reznors Gesang, unterlegt von einem coolen Gitarrenriff, bringt den Song zum rocken. Ignorier die Drums und du hast einen schönen Track.
5) Fist Fuck (Thirlwell) Thirlwell zum Zweiten und der Song, der dem Album einen Parental Advisory-Sticker beschert hat. Dieser Track springt dich an und schreit dir ein "Ich bin monoton! Ich bin nervzerrüttend! Ich bin scheisse! Wo ist die verdammte Skip-Taste?" entgegen. Sinn und Zweck des Remixes bleiben mir verborgen. 6) Screaming Slave (Reznor/Vrenna u.a.) Anfangs eine Aneinanderreihung von Geräuschen, um in die völlige Verzerrung des Orginial-Tracks und Trents Stimme überzugehen. Zum Ende hin artet es in eine recht hübsche Noiseorgie aus, die mich für all die Mühsal entschädigt. Ganz cool soweit.
Nach dem Hören der EP bekommt Trent Reznors I want you to make me I want you to take me I want you to break me and then I want you to throw me away eine völlig neue Bedeutung....
Trotz allem: In jedem dieser Songs steckt die ein oder andere hörenswerte Stelle, gebe Gott uns die Geduld sie zu finden.
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30.07.2001 17:42
Die CD zu erstehen ist für mich sicherlich nicht sinnvoll, dafür ist dein Bericht geradezu köstlich und sehr amüsant. Witzig, du solltest öfter einen Verriss schreiben (obwohl er das ja nicht einmal ist). Liebe Grüße, Kyria.
28.07.2001 00:30
Die musik geht leider gar nicht so in meine Richtung...Aber der Bericht war dafür Klasse...Andi!!!
27.07.2001 17:51
Ich hab zwar nur die letzten 4 NIN Alben, die mir auch sehr gut gefallen. Aber warum zum Teufel muß sich der gute Trent mittlerweile auf jedem verdammten Soundtrack verheizen lassen ?!? Grüße, Philipp. P.S.: deine Berichte gefallen mir ganz gut, ich vertraue dir mal :)