Alle meine Knäblein, spielen mit der Sens'...
09.04.2004
Pro:
. . . gewohnt guter Bodom - Sound, technisch versiert, fett produziert . . .
Kontra:
. . . leicht innovationslos . . .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
mehr
 The-Wishmaster
Über sich:
+++ Der Countdown läuft: Weniger als 260.000 Punkte bis zum schwarzen Farbklecks +++ Momentan etwas ...
Mitglied seit:14.10.2000
Erfahrungsberichte:3146
Produktvideos:28
Vertrauende:1025
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 153 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Kurz aus der Versenkung zurück, möchte ich zumindest meinen Beitrag zur aktuellen Shake Heads-Woche leisten. Denn diesmal steht die finnische Combo "Children of Bodom" auf dem Plan und es wäre eine Schande, wenn deren hochtechnisches Werk "Follow the Reaper" nicht entsprechend gewürdigt würde...
| ° Children of Bodom |____________________ Aus der Schülerkapelle "Inearthed" ging Mitte der 90er die Band "Children of Bodom" hervor. Sie eroberten seit ihrem Debüt "Something Wild" im Jahre 1998 die Herzen der Metalfans weltweit im Sturm, gehören schon lange zu den absoluten Shootingstars der Szene und sind neben Nightwish und Hammerfall wohl einer der Top-Newcomer der letzten Jahre. Ihre rasante Mischung aus hochtechnischem Deathmetal, gepaart mit flinken Keyboardläufen und irrwitzigen Soli - teils mit Einflüssen aus der klassischen Musik - machte sie trotz der rauen Vocals von Mastermind Alexi "Wildchild" Laiho zum Geheimtipp für Liebhaber aller möglichen Genres.
Mit "Hatebreeder" warf man 1999 das Zweitwerk auf den Markt und konnte sich nach dem gelungenen Debüt endgültig in die Riege der etablierten Bands katapultieren. Es folgte ein Livealbum - "Tokyo Warhearts" - und mit "Follow the Reaper" erneut ein Meisterwerk. Zwischenzeitlich war vor allem Mastermind Laiho noch in diversen anderen Kapellen (u.a. Singery) beschäftigt und auch Keyboarder Janne solierte gleich auf zwei Alben. Anfang letzten Jahres konnte man mit "Hate Crew Deathroll" das neueste Werk präsentieren, musste aber gleichzeitig den Ausstieg des langjährigen Gitarristen Alexander Kuoppala verkraften. Aber man kann sicher sein, dass die Bodomskinder noch weiter ihr Unwesen treiben werden...
| ° Follow the Reaper |____________________ 01.) ~ Follow the Reaper ~ 8/10 02.) ~ Bodom after Midnight ~ 9/10 <-- Anspieltipp 03.) ~ Children of Decadence ~ 8,5/10 04.) ~ Everytime I die ~ 9,5/10 <-- Anspieltipp 05.) ~ Mask of Sanity ~ 8,5/10 06.) ~ Taste of my Scythe ~ 8/10 07.) ~ Hate me! ~ 9/10 <-- Anspieltipp 08.) ~ Northern Comfort ~ 8/10 09.) ~ Kissing the Shadows ~ 8/10 10.) ~ Hellion (Bonustrack) ~ 6,5/10
Normalerweise gilt beim dritten Album einer Band ja der Grundsatz "Make it or break it" - nicht jedoch bei den Finnen "Children of Bodom". Diese hatten bereits mit dem Debüt "Something Wild" die Aufmerksamkeit der Szene auf sich gezogen und mit dem Nachfolger "Hatebreeder" den Durchbruch gelandet. "Follow the Reaper" sollte somit zwar unter weit weniger Druck als erwartet entstanden sein, dennoch wurde es ein weiterer, entscheidender Schritt auf dem Weg nach ganz oben. Aber die am häufigsten diskutierte Frage vor dem Release war ganz anderer Art, sie betraf nämlich das Artwork. Und hier grübelte man ganz simpel, in welchem Farbton man den "Reaper" erscheinen lassen würde, nachdem das Debüt in sattem Rot und das Zweitwerk in giftigem Grün daher kam. Ein kühles Blau traf wohl den Geschmack der Band am besten, demzufolge grinst uns der Sensenmann diesmal in dieser Farbe entgegen. Alles ist also beim Alten geblieben? Man könnte es fast meinen, denn auch die ersten Töne auf "Follow the Reaper" klingen verdammt vertraut. Der Opener, gleichzeitig Titelsong, hätte nämlich genauso gut auf dem Vorgänger "Hatebreeder" stehen können und kein Schwanz hätte das bemerkt. Noch immer steht das überaus melodische Gitarrenspiel der Herren Laiho und Kuoppala deutlich im Vordergrund und man bedient sich nicht nur an klassischen Melodieläufen, sondern darf auch gerne mal die schrotende Thrash-Axt auspacken. Dazu gesellt sich ein knackiges Drumming, ein an wenigen Stellen dominant rödelnder Bass und das Keyboardspiel des jungen Virtuosen Janne Wirman.
Dieser wiederum traktiert sein Instrument gerne mit mystischen und klimpernden Klängen, hat aber auch nicht gegen wuchtige Orchester-Breaks einzuwenden und duelliert sich in bester Synthie-Manier nur zu gerne mal mit einem der Leadgitarristen. Auch was die Vocals betrifft, setzt man auf Altbewährtes. Alexi Laihos Organ kratzt rau und ungehobelt wie eh und je durch die insgesamt 10 Songs (inklusive Bonustrack) und lässt die von sich gegebenen Lyrics nur in den seltensten Fällen wirklich verstanden werden. Passend zum meist recht flotten Tempo der Stücke ist's aber allemal und demnach gibt es auch hier nichts zu bemängeln. Warum sollte man sich als Fan also "Follow the Reaper" kaufen? Das ist in der Tat eine berechtigte Frage, denn genauso gut könnte man als Besitzer von "Hatebreeder" einfach dieser einen zweiten Durchgang im Player spendieren, einen Unterschied auf musikalischer Ebene würde man kaum hören. Man hat den Eindruck, als wollten die Bodomskinder bei der dritten Scheibe auf Nummer sicher gehen und große Experimente vermeiden. Das sei ihnen natürlich auf der einen Seite auch gegönnt, auf der anderen Seite müssen sie es sich aber dann aber auch gefallen lassen, wenn man ihnen einen Tick Innovationslosigkeit vorwirft. Beim Debüt war ihr rasend schneller und technisch versierter Melodic-Death noch ein Novum, auf dem dritten Longplayer hat sich der Sound mittlerweile leicht abgenutzt. Wen man bisher nicht überzeugen konnte, den kann man auch mit "Follow the Reaper" nicht hinter dem Ofen hervor locken.
Den Fans der Finnen dürfte das freilich egal sein. Diese erfreuen sich an der Mitgröhl-kompatiblen Hymne "Bodom after Midnight", frickeln innerliche die Soli des pfeilschnellen "Mask of Sanity" mit, ergötzen sich am Single-Hit "Hate me!" oder lassen zu den knallharten und schleppend-riffenden Saitensägen eines "Everytime I die" das Haupthaar rhythmisch im Kreise schwingen. Als Bonus darf man sich zudem an der Bodom'schen Interpretation des W.A.S.P.-Titels "Hellion" satt hören, was aufgrund des öden Originals schnell geschehen ist. Der satte Gesamtsound, die druckvolle Produktion und das insgesamt recht nett gestaltete Booklet runden die Scheibe aber anständig ab und lassen Fans das Herz höher schlagen, allen anderen reicht aber eigentlich das unbestrittene Meisterwerk der Finnen, "Hatebreeder", im Schrank auch aus.
In diesem Sinne... Stay Dark!
The-Scythemaster
PS: Alle Freunde des schnellen Klicks kriegen nix vom Osterhasen... ;) Shake Heads!
Bilder von Follow the Reaper - Children Of Bodom
Preisvergleich
sortiert nach Preis
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
|
|
03.09.2007 03:28
Ein wirklich schöner Bericht von Dir. Wünsche einen guten Start in die neue Woche. GLG Nadine :-)
10.04.2004 22:20
super bericht als ich den titel gehört habe dachte ich das wär ein film aber ich würde nicht darauf kommen das das musik ist.
10.04.2004 21:13
können die ganzen unbekannten Metail-Hansel eigentlich von ihrer Musik leben ?