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Tagchen,
heute soll es mal um Frank Gambales Lehrvideo Chopbuilder gehen, daß ich mir vor ca. einem halben Jahr zugelegt habe. Spontan würde ich sagen: Selten so gelacht! Doch zu Begründung: Grundsätzlich ist die Idee, die hinter Mr. Gambales Video steht, durchaus sinnvoll und vernünftig, nämlich in aufeinander aufbauenden Übungen, umgesetzt. Das Video ist in Runden wie beim Boxen eingeteilt. Dabei geht es darum die vorgestellten Übungen kontinuierlich durchzuspielen und das quasi gut 75 min. (!) lang. Gambale beginnt mit sehr einfachen Warm-Up Triplet Übungen, wechselt in Runde 2 zu 16th-notes und dann wird´s schon spannender: Kombination von triplets und 16teln. Gute Übung. Sehr begrüssenswert ist Runde 4 mit allen Scales, die man zumindest schon mal gehört haben sollte. Leider gehen Ideen zur jeweiligen Anwendbarkeit im monotonen Durchgepicke völlig verloren. Gitarristen mit Harmoniekenntnissen kommen aber auf ihre Kosten. Runde 5 beschert uns Intervall-Übungen in verschiedenen Scales, Runde 6 beschäftigt sich mit chromatischen Geschichten. Runde 7 behandelt das Thema String-Skipping, wobei durchaus fiese Abstände behandelt werden. Runde 8 ist was für die beliebten Blendereffekte vieler Gitarristen: Sweep Picking Triad Arpeggios. Sollte man trotzdem können. In Runde 9 gibt´s was auf die linke Hand: Hammer-Ons und Pull-Offs, während man sich in Runde 10 und nach gut 70 min. konstanten Spielens mit Stretchvoicings etwas runterkühlen darf. Frank Gambale beschreibt in seinem Video fast alle aktuellen Spieltechniken und das in logischem Aufbau. Kritikpunkt ist meiner Meinung nach das wirklich angedachte 75 minütige durchspielen des Video. Selbst in einzelne Runde gesplittet vergeht einem schnell der Spaß, da diese Art des Trainings (jaaaaa, muß auch sein, ich weiß) extrem monoton ist, so daß damit zwar Techniken wie alternate picking vertieft, aber selten praxistauglich verwendet werden können. Bis hierhin alles wunderbar. Jetzt kommt der Hammer: Dieses Video wurde schon 1994 produziert, also zu Zeiten des guten alten Posermetals à la Bon Jovi, Mötley Crue, Poison usw. Frank Gambale haut hiermit völlig in die gleiche Klischeekerbe und das bis auf´s Äußerste. Während der Übungen wird der Meister in Begleitung von zwei ich möchte sagen "Zauberlehrlingen" gezeigt. Ein Bild für die Götter! Muskelshirts, Stretchhosen und drüber Stiefel bedienen alle Klischees dieser Zeit. Der extrem intelligente Gesichtsausdruck wird den Jungs wohl aber heute noch anhaften. Zum Schießen! Höhepunkt des Videos sind sicherlich die Nummerngirls, die jede neue Runde mit einem Plakat ankündigen und durchs Bild huschen! Hot-Pants, Stiefel und wasserstoffblondes Haar erfreuen hier das Gitarristengemüt. Zwischendurch während des Spiels fragt der Meister "Hey, what are the chicks doing?" und prompt schwenkt die Kamera in den häuslichen Garten, wo drei der Blondinen eher unbeholfen in Reihe und Glied Frank Gambales Ibanez Signature Modell malträtieren, wobei wenn mich nicht alles täuscht eine die Gitarre in Händen hält, die Mr. Gambale in der Einstellung vorher noch spielte. Hervorragend. Alles in allem erscheint das Video in der Aufmachung dadurch ziemlich lächerlich. Also, wer auf monotone Etüden und halbnackte Chicks steht sollte das Video mal anschauen. Bis dahin sagt Mr. Scary