Game Theory World Tour - The Roots

Game Theory World Tour - The Roots

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... Schon kurz nach der Veröffentlichung des aktuellen Albums “Game Theory” wurden die Termine für die noch laufende Welttournee bekannt gegeben und ich sicherte mir gleich mein Ticket für 33 Euro. Schon Wochen vor dem Konzert wurde die Vorfreude auf der Homepage der Band, www.okayplayer.com, ... Bericht lesen





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Philly Blunts
Erfahrungsbericht von derDosch über Game Theory World Tour - The Roots
21.12.2006


Produktbewertung des Autors:   

Cover-Design: exzellent 
Klangqualität: annehmbar 
Langzeithörspaß: wird nie langweilig 

Pro: THE ROOTS
Kontra: Sound nicht gut ausbalanciert

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht


1999 erschien ein Album, das sich deutlich auf meinen heutigen Musikgeschmack auswirken sollte: “Things Fall Apart” von The Roots. Mit der Unterstützung der göttlichen Erykah Badu und dem mit einem Grammy ausgezeichneten “You Got Me” spielte sich die sympathische Band in meine Ohren und in den Mainstream. Schon vorher erschienen drei Alben, die nicht nur die wachsene Consciousrap Szene mit prägten, sondern auch bei der Entwicklung des Neo-Souls nicht unbeteiligt waren.

Auf “Things Fall Apart” befindet sich nicht nur “You Got Me,” welches mich mit seinem Drum'n'Bass Outro vom Hocker riss, sondern auch eine Vielzahl von anderen hervorragenden Songs in denen Hip Hop so lebendig, echt und “organisch” klingt, wie ich es vor The Roots nicht kannte. Auf “Things Fall Apart” sind auch einige meiner heutigen Musikfavoriten zu hören: Talib Kweli, Mos Def oder Ursula Rucker. 1999 stand für mich fest, dass Hip Hop meine Musikrichtung ist.

Am 8. Dezember wurde dann ein kleiner Traum war: The Roots spielten in Berlins Columbiahalle. Schon kurz nach der Veröffentlichung des aktuellen Albums “Game Theory” wurden die Termine für die noch laufende Welttournee bekannt gegeben und ich sicherte mir gleich mein Ticket für 33 Euro. Schon Wochen vor dem Konzert wurde die Vorfreude auf der Homepage der Band, www.okayplayer.com, ordentlich gesteigert. Der Kopf und Schlagzeuger der Truppe ?uestlove hielt seine Fans mit einem Video Blog auf dem Laufenden.

Einige Fragezeichen gab es am 8. Dezember aber doch noch: Wie viele Fans werden kommen, schließlich war von den aktuellen Singles auf den “Musik”-sendern nichts zu sehen. Der Verkauf des von Kritikern gelobten Albums verlief demnach auch eher schleppend. In welcher Formation die “Organix” auflaufen ist auch nicht immer klar. Als meine Begleitung und ich die Halle gegen 20 Uhr betraten, stand dies noch in den Sternen. Publikum war jedenfalls schon vorhanden, auch wenn die Kapazität der Halle bei Beginn des Konzerts nicht vollends ausgeschöpft sein sollte. Bevor es überhaupt losgehen konnte, gab es ein Ärgernis dass sich in der durchaus modernen Columbiahalle “Garderobe” schimpft. Wer seine Jacke abgeben will, sollte in engen, dunklen Gängen keine Platzangst bekommen.

Nachdem man für die Jackenabgabe um einen Euro erleichtert wurde, konnte ein guter Platz gesucht und schließlich auch gefunden werden. Das Konzert hatte noch nicht begonnen, somit konnten wir uns ohne Probleme ziemlich weit nach vorne kämpfen. Eine echte Überraschung war dann der Opening Act: Plan B, ein weißer MC aus der Englischen Working Class. Auf Begleitmusiker hat er verzichtet und bot statt dessen ein halbstündiges Akustikset. The Roots haben Mut, denn Partystimmung wird so natürlich nicht verbreitet. Der Freude tat dies jedoch keinen Abbruch, denn Rap, nur von einer Gitarre begleitet, ist wirklich ein Erlebnis. Plan B ist ein Name, den man sich merken sollte.

Plan B wurde mit guten Applaus bedacht, es folgte der obligatorische letzte Soundcheck, begleitet von etwas Jazzmusik aus dem Off. Dann wurde es dunkel, die Bühne in blaues Licht getaucht. ?uestlove und MC Black Thought betraten die Bühne. Dann setzt sich ?uesto hinter die auf einem Podest stehenden Drums und serviert das Drum Break aus “Web,” Black Thought tobte sich darüber aus. Was für ein Drummer, was für ein MC! Danach wird es heller auf der Bühne, Bassist, Percussionist, Gitarrist und Keyboarder kommen hinzu und es werden einige Songs des neuen Albums, wie zum Beispiel “Game Theory,” “Here I Come” und “Long Time,” gespielt. Jeder Song in leicht abgewandelter Version, Black Thought übernimmt auch die Parts anderer MCs. Das Publikum wird warm, tanzt, jubelt und klatscht. Doch wird die Stimmung immer wieder etwas zurückgenommen. Jeder der Band bekommt Zeit im Rampenlicht, und zwar völlig verdient. Solche Virtuosen erwartet man nicht in einem Hip Hop Konzert. Was Hub fünf Minuten lang mit seinem Bass angestellt hat, ist schon erstaunlich. Von hart hämmernden Basswellen bis zu schnellen Grooves war alles dabei. Aber auch die anderen Musik wussten zu begeistern, doch was schon einzeln ein Genuss ist, ist im Zusammenspiel noch besser.

Es folgen viele Songs vergangener LPs, wie “You Got Me,” das in einer deutlich reduzierten und trotzdem tollen Version gespielt wurde oder “Star.” Nach 90 Minuten verabschiedet man sich schon, doch eine Zugabe ist ja obligatorisch. Das Publikum hatte auch noch lange nicht genug. Was The Roots in den ersten 90 Minuten sorgfältig aufgekocht haben, brachten sie in der Halbstündigen Zugabe zum Überlaufen: ?uestlove singt (!) eine unglaublich schräge Version von Sting's “Roxanne.” Es folgen Klassiker der vergangenen 30 Jahre Soul, Funk und Rap. Von den Jackson 5 bis zu ODB legten sie eine Bombe nach der Anderen. Als dann schließlich auch “The Seed 2.0” kam, hatte die Show, die ich ohne Nachdenken als das beste Hip Hop KonzertERLEBNIS meines Lebens bezeichne, ihren Höhepunkt erreicht..

The legendary Roots Crew hat trotz kleiner Soundprobleme den Columbiadamm gerockt und ihren Ruf als beste (Hip Hop) Live Band bestätigt. Gerne wieder.


P.S.: Keine Ahnung warum Ciao das Produkt als CD reingestellt hat...    

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