Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Filter, Sample - import, Display, Sequenzer, Sound |
| Kontra: |
Effekte teilweise Mono |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Ich arbeite seit 5 Jahren mit dem S2 Turbo der Firma GEM. Und trotz dieser langen Zeit, schafft es das Gerät immer noch, mich zu inspirieren.
Das liegt nicht zuletzt an dem erstklassigen Sound, den das Gerät auch dank seiner Resonanzfilter mit 5 verschiedenen Filtertypen generieren kann. Im gegensatz zu den meisten seiner Mitbewerber finden sich im GEM nicht nur die StandardFilter wie Hoch-und Tiefpass sondern auch Bandpass und Boost. Super Sache. Generel besteht die Klangerzeugung aus folgenden Elementen : 2 Oszilatoren pro Sound, von denen jeder mit ein unterschiedliches Sample verwenden kann. Es kann aber auch in einen Dual-Mode geschaltet werden, dann benutzt der S2 2 mal die gleiche Wellenform. Typische Parameter wie Detune ond OktaveShift, sind selbstverständlich drin, im Wellenformbereich.
Zu den Highlights zählen sicher die Features der Hüllkurvengeneratoren, sowie der Pitch-Hüllkurvengeneratoren. Diese sind nämlich mit jeweils bis zu 10 Eckpunkten unglaublich Flexibel zu programmieren und lassen sehr komplexe Soundbewegungen zu.
Der S2Turbo ist von Haus aus mit 226 Samples(Wellenformen) ausgestattet und grundsätzlich 32fach polyphon, die man aber nur ausnutzen kann, wenn man ausschließlich Sounds benutzt, die mit nur einer einzigen Wellenform (Single-Oszilator-Mode) auskommen. Diese klingen dann natürlich nicht so komplex. Abgespeichert werden die neu generierten Klänge dann neben den schon vorhandenen 500 Werksounds, die durchaus guter Qualität sind und ein großes Spektrum auch an Syntisounds mitbringen.
Trotz der 2 internen Effektprozessoren im S2 Turbo findet sich kein Parameter in der Voice-Abteilung, der eine Intensität des Effektes regelt. Das ist leider ein kleiner Nachteil, aber ok. Jetzt fragt man sich natürlich, wie werden dann Effekte in den Sound eingebunden ?? Das erklärt sich folgendermaßen : Der S2 ist ständig im Multimode. Und folglich müssen die Effekteinstellungen auch im Multimode zugewiesen werden. Klingt im ersten moment seltsam, ist aber durchaus ok. Der S2 hat über 100 Multimodespeicherplätze. Und wie es sich für eine Workstation gehört, die möglichkeit alles auf Diskette abzuspeichern, wozu ein 3,5" Laufwerk in das Gerät integriert wurde.
Der Sequenzer des S2 ist mit 250.000 Noten mehr als ausreichend, aber Vorsicht : Der schein kann trügen, denn da der S2 insgesamt 10 Songs intern abspeichern kann verteilen sich die Noten auf diese 10 Bänke = 25.000 Noten pro Song ! Aber das reicht trotzdem. Auch diese Daten können auf Diskette abgelegt werden. ----Anmerkung: Der Speicher der gesammten Workstation ist flüchtig, das heißt es wird nach dem Einschalten alles von Diskette in den Speicher geladen, dashalb immer alles abspeichern !!!------- Der Leistungsumfang des Sequenzers ist extrem gut. Auch dank des großen Displays lassen sich einzelne Noten sehr gut editieren. Und es sind verschiedene Bearbeitungsfunktionen an Bord, die einige Kollegen zu der Zeit nicht aufweisen konnten. Natürlich kein Vergleich zu Cubase, aber man kann durchaus mit dem Sequenzer arbeiten, ohne sich ständig zu ärgern.
Die Effektgeräte sind wie folgt aufgeteilt : Effektgerät 1 macht grundsätzlich Hall und Delay-Effekte. Effektgerät 2 ist für etwas ausgefallenere Sachen zuständig. Leider sind einige Effektalgorythmen wirklich in Mono, das ist schade. Generell läst sich aber gut mit den Effekten leben. Die sind nämlich auch noch voll editierbar. Der S2 verfügt neben dem Stereoausgang noch über 4 Einzelouts. Und das ist der Clou : Er hat auch 2 komplett seperate Midianbindungen : Also 2mal Midi-In/Out/Thru. Das ist praktisch, denn man kann ihn so auch zeitweise als Midifilter, oder Midipatchbay missbrauchen :-)
Die Tastatur ist auch sehr gut, leicht gewichtet und mit polyphonem Aftertouch. Der S2 hat auch 7 Schieberegler, die der intuitiven Soundgestaltung zu gute kommen. Und jetzt kommt der Knaller -------:
Der S2 kann satte 2 MB eigener Samples in seinen Wellenformspeicher importieren, und das gleich im WAV-Format ! Er nimmt auch Akai-Daten.
Das bedeutet, ein unerschöpfliches Klangpotential. Die Samples werden einfach wie eine normale Wellenform behandelt, und können auch dementsprechend editiert werden. Daumen hoch dafür !!!
Bleibt nur noch zu sagen, daß der S2 Turbo ein offenes Betriebssystem hat, was die möglichkeit schafft, zusätzliche Tools nachträglich zu installieren. Aber die Firma Gem wird sicher nix mehr für das Kistchen rausbringen. Schade eigentlich.