Schwarze Maschinen aus Italien
04.09.2008
Pro:
Gastauftritt von Csihar, Drumming von Faust, extreme Gegensätze werden vereint
Kontra:
Mir auf Dauer zu elektronisch
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 MetalAbu
Über sich:
Danke für die Angebote - aber Leserunden sind einfach zeitlich nicht drin, hab viel zu viel zu tun (...
Mitglied seit:02.03.2007
Erfahrungsberichte:254
Vertrauende:50
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 98 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Aborym wurde 1992 in Taranto (Italien) gegründet und steht derzeit bei "Season of Mist" unter Vertrag. Line-Up: Prime Evil - Vocals (Amok, Mysticum) Hell-I0-Kabbalus (Paolo Pieri) - Gitarre (Shoreborn, Promaetheus Unbound, Kalki Avatara, Malfeitor) Malfeitor Fabban - Bass, Keyboards (Funeral Oration, Void of Silence, Malfeitor), Kalki Avatara) Bard 'Faust' Eithun - Drums (Thorns, Impostor, ex-Emperor, Scum, Blood Tsunami, Stigma Diabolicum)
Tracklist: 1. Armageddon 01:12 2. Disgust and Rage (Sic Transit Gloria Mundi) 05:53 3. A Dog-Eat-Dog World 05:09 4. Ruinrama Kolossal S.P.Q.R. 06:24 5. Generator 05:45 6. Suffer Catalyst 05:23 7. Between the Devil and the Deep Blue Sea 04:08 8. Man Bites God 07:12 9. I Reject! 03:14
Aborym zählt zu den wenigen Black Metal Bands die wirklich auf Szeneprominenz zurückgreifen können. Anfangs war Attila Csihar von Mayhem mit von der Partie (hier singt er noch "Man Bites God"), mittlerweile gehört ex-Emperor Drummer Faust zum Line-Up. Die Band nahm zudem den Burzum Song "Det Som Engang Var" für die Burzum-Tribute Alben "Visions" und "A Tribute to Count Grishnackh Vol. I" auf. Wer nun aber denkt, dass Aborym dem "trve" Black Metal eben jener Bands nacheifern, liegt doch etwas daneben. Aborym beschreiten ganz andere Wege. Ihr Sound ist von vielen Keyboardspielereien und Samples durchzogen. Und steril bis zum geht nicht mehr. Da ist nichts zu hören von rumpeligen Garagensounds. Das einzige was hier schmutzig klingt ist das Organ von Prime Evil, denn der keift sich hier fast durchgehend die Stimmbänder wund. Der Industrial Black Metal der Italiener lebt hauptsächlich vom Zusammenspiel und Wechsel zwischen ruhigen, mit diversen, nicht zuordenbaren Hintergrundgeräuschen hinterlegten Passagen und Blastbeatdominierten Hassattacken. Das Paradebeispiel für dieses Vorgehen ist zugleich der Titeltrack "Generator". Insgesamt gesehen bauen die Songs eine recht undefinierte Atmosphäre auf. Die Soundsamples wirken beklemmend und angsteinflößend, jedoch nicht so mächtig wie bei Lärmterroristen wie Abruptum. Der maschinelle Sound lässt einen des öfteren leicht frösteln. Allerdings brechen filigrane Gitarrensoli immer wieder mit dem Grundsound, höre "Suffer Catalyst". In diesen Momenten verschwindet der düstere Vorhang, der einen umgibt sofort, schließt sich aber sogleich wieder, wenn das jeweilige Gitarrensolo endet. Höhepunkt der Platte ist aber natürlich "Man Bites God" mit Black Metal Superstar Csihar am Mikro. Das Stück beginnt sehr ruhig mit elektronischen, Dark Wave artigen Beats. Csihar flüstert in seiner, ihm ureigenen Art. Dann bricht kurzzeitig die Hölle über den Hörer herein. Faust setzt zu einer furiosen Blastbeatattacke an, die bis dahin nicht gehörten Gitarren verwandeln sich in einen Schwarm angepisster Hornissen und Csihar kotzt einem den Text entgegen. Dann wieder unterkühltes nichts. Leises Raunen, Samplespielereien, gemäßigte, halbakustische Gitarren. Man fühlt sich schon fast wieder wohl in dieser allumfassenden Dunkelheit und lässt sich fallen bevor Faust die Band zum letzten zerstörerischen Angriff auf das Hörzentrum antreibt. Wann bekommt man schon innerhalb von nur sieben Minuten - in einem Song - derart extreme musikalische Gegensätze - mit dem vielleicht besten Extrem Metal Sänger überhaupt - serviert. Eine seltene Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Fazit: Entgehen lassen sollte man sich das Album auf keinen Fall - es sei denn, man steht eher weniger auf Geschrei, Geschredder und Geballer mit allerlei sonstigem Lärm im Hintergrund. Dann würde man ohnehin nur bleibende psychische Schäden erleiden. Wer seinen Black Metal aber auch gerne mal vom Garagengerümpelschmutz befreit hört und gegen elektronische Spielereien nichts einzuwenden hat, der sollte sich dieses Album schleunigst zulegen. Von mir bekommt die Scheibe dennoch nur vier Sterne, weil ich eben mit zu vielen Elektrosounds auf Dauer nicht ganz so viel anfangen kann.
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04.09.2008 17:47
Ich glaube diese Scheibe ist gar nicht so mein Ding...
04.09.2008 17:25
Bericht gut, Musik aber nichts für mich
04.09.2008 16:58
Glaube das ist nicht so ganz meine Musikrichtung. Gruß Thomas