Erfahrungsbericht über

Glenn Miller and His Orchestra... - Big Band Bash

Gesamtbewertung (2): Gesamtbewertung Glenn Miller and His Orchestra... - Big Band Bash

 

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"Moonlight - Serenade" unvergessen!

5  27.09.2001

Pro:
traumhaft gut, erinnert an vergessene Zeiten .

Kontra:
nix

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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Hanni64

Über sich:

Mitglied seit:07.08.2001

Erfahrungsberichte:419

Vertrauende:114

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 66 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet


Wie ich schon mal erzählt habe, habe ich beruflich sehr viel mit Musik zu tun.

Mein musikalisches Interessengebiet ist daher sehr vielfältig. Ich muss von jeder Musikrichtung etwas wissen. Von Opern und Musicals, über Volksmusik über Schlager bis zu Beat und Pop ist alles vertreten. Wobei ich aber privat eher auf Letzteres stehe.
Mein besonderes Steckenpferd ist aber eine Musik, die leider von unserem Nachwuchs nicht so sehr geschätzt wird.

Glenn Miller

Dieser einmalige Sound und die Interpretation der Musikstücke begeisterten mich schon als Kind.
Mittlerweile gehören seine bekanntesten Lieder (dazu komme ich später) zu einem festen Bestandteil meines Musikunterrichtes und hatte schon manchmal das Glück einen fortgeschrittenen Schüler dafür zu begeistern.

Viele von Euch kennen bestimmt einige seiner weltberühmten Lieder, doch über ihn selber sind bestimmt nicht so viel informiert. Vielleicht noch, dass er bei einem Flugzeugabsturz zu Tode kam.

GLENN MILLER
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°


Er wurde am 1 März 1904 in Clarinda, Iowa, geboren. Zur Schule ging er in North Platts in Nebraska. Als er 13 Jahre alt war kaufte er sich seine erste Posaune. Das Geld dafür verdiente er sich indem er Kühe melkte. Er bekam dafür 2 Dollar die Woche.
Von 1920 – 1924 besuchte er die Highschool in Fort Morgan und studierte von 1924 – 1926 an der University of Colorado.

Die Posaune wurde zu seinem absoluten Lieblingsinstrument und er spielte bereits in sehr jungen Jahren bei einer Band Namens Boyd Senter mit.
Doch als er im Jahre 1926 eine Begegnung mit Ben Pollack hatte, nahm seine Karriere seinen Lauf. Er bekam in Ben Pollak`s Band ein Engagement in der er mit zukünftigen Stars wie Benny Goodman oder Bud Freeman spielte.
Bei dieser Band blieb er zwei Jahre, bis er nach New York zog. Natürlich war da eine Frau daran Schuld. Seine Jugendliebe Helen Burger. Sie lebten in Manhattan. Dort versuchte er Mitte der 30er Jahre seine eigene Band zum Erfolg zu führen. Doch das gelang ihm lange Zeit nicht. Erst 1938 war das Glück ihm holt, indem er den Sänger Ray Eberle und den Tenorsaxophonnisten Tex Beneke in seine Band aufnahm.

1939 war es dann der Durchbruch geschafft. Er wurde von der General Artist Corporation in New York gebucht von diese Zeitpunkt ging es Schlag auf Schlag. Er hatte ständig ausverkaufte Konzerte.
Auch die Plattenverkäufe gingen explosionsartig in die Höhe.

In einer Woche wurden stellenweise 4 Platten mitgeschnitten, darunter auch die weltberühmte Erkennungsmelodie „Moonlight – Serenade“. Ich habe irgendwo gelesen, dass diese Melodie auf ganz komische Weise entstanden sein soll.
Sein Musiklehrer gab ihm als Hausaufgabe auf, eine Melodie zu komponieren, dabei soll dieses Werk entstanden sein.
Welch gefühlvoller Mensch muss dieser Mann gewesen sein, der solch eine Melodie auf Papier bringt!

Auch der Film wurde auf ihn aufmerksam.
Die 20th Century Fox drehte mit dem Glenn Miller Orchestra den Film „ Sun Valley Serenade“. Danach kam 1942 der Film „Orchestra Wives“.

Dann brach der 2. Weltkrieg aus. Glenn Miller war 38 Jahre alt. Er ging freiwillig zur Army Air Force mit der Absicht nach Europa zu gehen und dort die Truppen zu unterhalten. Er landete schließlich in Schottland.
Am 27.Juli 1944 spielte das Orchester eine Wohltätigkeitsveranstaltung mit Musik von Big Crosby. Das sollte das vorletzte Konzert sein.
Am Nachmittag des 15.Dezember flog Glenn Miller in Richtung Paris. Wenn jemanden das Flugzeug interessiert: Es war eine Norseman C-64. Die Witterungsverhältnisse waren nicht die Besten, besser gesagt, es war kalt und nebelig. Die Maschine kam nie in Paris an. Als das Orchester am nächsten Tag nachflog, wussten sie noch nicht, dass das Flugzeug mit ihrem Bandleader verschwunden war.
Eine Suche blieb erfolglos. Man nahm an, das Eisbildungen auf den Tragflächen zum Absturz führten. Außerdem nahm man an dass die Maschine in den Ärmelkanal gestürzt ist.

Millionen Fans waren erschüttert.
Er wurde zur Legende und die Faszination seiner Musik blieb bis heute bestehen. Bis heute werden immer wieder neue Platten aufgenommen und ich wage schon zu behaupten, dass er zum Mythos wurde.
1954 wurde ein Film gedreht mit Rod Steward in der Hauptrolle. „The Glenn Miller – Story“. Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Film schon gesehen habe.

Seine bekanntesten Lieder:

The Moonlight Serenade
In the Mood
Chattanooga Choo Choo
I know why
St.Louis Blues – Marsch
Pennsylvania 6 – 5000 (Telefonnummer seiner Jugendliebe, die er sich nie merken konnte)
American Petrol
At last
Sunrise Serenade
Tuxedo Jackson
Stairway to the Stars usw….

Doch was machte diesen unverkennbaren Glenn Miller Sound aus?

Es war die einzigartige Besetzung der Bläser.
Die erste Stimme spielen die Klarinetten und werden eine Oktave tiefer (8 Töne tiefer) vom zweiten Tenorsaxophon begleitet. Die Begleitung wird von zwei Altsaxophonen und dem ersten Tenorsaxophon übernommen. Diese bleiben innerhalb der Oktave der Klarinetten. Natürlich sind auch Trompeter und Posaunisten mit in der Band, doch den Sound bilden Klarinetten und Tenorsaxophone.

Es gibt ein Gerücht indem es heißt, dass dieser Sound durch Zufall entstanden sein soll.
Ein Trompeter hatte sich angeblich an der Lippe verletzt und konnte deshalb nicht spielen. Die Führungsstimme übernahm eine Klarinette und so wurde der Glenn Miller Sound geboren.

Nach dem Tod Glenn Millers lebte seine Musik aber weiter.
Die Band führte hatte Auftritte ohne ihn.
Später übernahm Jerry Gray die Leitung des Orchesters. Es folgten noch viele andere, aber ich denke Jerry Gray dürfte der Bekannteste gewesen sein.

Wisst Ihr eigentlich, dass es bis heute ein amerikanisches Glenn Miller Orchester gibt? Die Leitung hatte 1988 Larry O`Brien übernommen.
Ich betone deshalb „amerikanisch“, weil es seit 1990 ein Glenn Miller Orchestra Europa gibt. Die Leitung wurde Will Salden vom Präsident der Glenn Miller Productions, Inc. Mr. David Mackay, Jr. New York übertragen.


The Glenn Miller Orchestra directed by Wil Salden.
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°

Sitzt Ihr noch gut, denn ich komme schon wieder ins Schwärmen.
Als ich das erste Mal vor ca. 4 Jahren diesen Kunstgenuss erleben durfte, bin ich eine eingefleischter Fan, dieses Orchesters.
Mittlerweile sehe ich sie mir immer an, wenn sie in meiner Gegend sind.
Mögen jetzt viele denken, dass ich einen Knall habe, denn es ist doch immer wieder die selbe Musik, aber die Ausstrahlung, die von der Sängerin Miät Monar ausgeht und auch von dem Rest des Ensembles rüberkommt, macht süchtig.

Will Salden selber ist Perfektionist und verlangt von seinen Musikern alles! Ich bemerke bei jedem Konzert, dass ich besuche, dass ab und zu neue Musiker dabei sind, welche immer besser werden, wenn das überhaupt noch möglich ist.
Bei ihren Auftritten kommt man auch optisch auf seine Kosten. Ständig kommt ein Musiker an den Bühnenvordergrund und spielt ein Solo! Das älteste Mitglied ist über 70 Jahre und Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle, ich glaube er ist das Herz des Orchesters, da bei ihm viel Charme und Witz durchkommt.
Die Sängerin hat eine Stimme, die an frühere Zeiten erinnert und eine sagenhafte Ausstrahlung. (Auf mich wenigstens, bin aber nicht lesbisch!)
Das ganze Konzert erinnert stark durch die Aufführung an die 40er Jahre und man fühlt sich sofort zurückversetzt. Es hat sich außerdem eine Gesangsgruppe herausgebildet die sich
„the Moonlight Serenaders“ nennen.
Das kann man nicht beschreiben, muss man hören.

Sie hatten schon zahlreiche Fernsehauftritte bei ZDF Fernsehgarten oder Musikantenstadel (habe immer gleich wieder umgeschaltet, nachdem sie gespielt hatten).
Sie brachten auch schon viele CD`s heraus.

Wen es interessiert der kann ja mal unter www.glenn-miller.de nachsehen.

Natürlich spiele ich selber mittlerweile diese einmaligen Lieder und versuche auf meinem Keyboard den Klang in etwa nachzuahmen. Manchmal kreische ich dazu ein paar Töne, wenn mein Sohnemann allerdings die Flucht ergreift und mein Hund den Schwanz einzieht und unter dem Tisch verschwindet, dann höre ich gnädigerweise wieder auf.

Ich hoffe, dass ich bald wieder solch ein Konzert besuchen kann und hoffe, ich konnte den Einen oder Anderen Leser wieder an diese einmalig schönen Lieder und vor allem an den unvergessenen Glenn Miller erinnern.


Eure Hanni64*


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
DamonaKing

DamonaKing

25.09.2005 15:35

Am besten ist die Moonlight Serenade, die ist wunderschön, Gruss DK

Tuffi141

Tuffi141

30.09.2001 00:06

Hallo Hanni, ganz ausgezeichnet dein Bericht. Auch mich begeistert die Musik von Glenn Miller immer wieder auf's Neue, und das, obwohl ich total unmusikalisch bin. Gerne würde ich dir einmal zuhören, wenn du die Melodien auf deinem Keybord spielst.Viele liebe Grüsse, Tuffi.

bezaubernde.jeannie

bezaubernde.jeannie

28.09.2001 00:13

Meine Lieblingsmusik - mein liebstes Orchester. Kennengelernt habe ich diese Musik vor etwa 10 jahren durch die Schüler Big Band - seine Lieder gefielen mir am besten. Dann hat die Klasse meiner Tochter sogar ein kurzes Theaterstück über sein Leben aufgeführt. Höhepunkt war für mich aber das Konzert des Glenn Miller Orchesters (bestimmt Europa) auf der Burgruine Finkenstein (südlich des Faaker Sees/Villach). Traumhaft, Sonnenuntergang, es wird dämmrig, der Blick nach Westen über das Gailtal - und vorne im Halbrund spielt das Orchester den ganzen Abend seine Stücke. Jedes jahr will ich wieder hin, so um den 15. August. Aber leider klappt es nicht immer mit der Fahrgelegenheit. Ein paar Bilder gibt es unter www.burgarena.at - den ganzen Sommer gibt es dort Konzerte und Kabarett-Auftritte.

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