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Glocken der Heimat - Wilhelm Strienz

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung Glocken der Heimat - Wilhelm Strienz

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20mal Strienz der 1950er Jahre

5  22.12.2009

Pro:
durchdachte Zusammenstellung

Kontra:
-

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

Dieser Tonträger ist:

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fs-sf

Über sich: > Ich schreib vor allem über wunderbare Heimatfilme und Volksmusik. Wenn möglich, "lese ich ...

Mitglied seit:14.10.2006

Erfahrungsberichte:34

Vertrauende:1

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 42 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Mir vorliegend ist wiedereinmal eine CD mit Gesang von Wilhelm Strienz. Sie ist aus dem Hause RV Musik und ich kann sie weiterempfehlen. So weit, so gut.
Nun allerdings der Clou: anders als bei meinen bisherigen Vorstellungen über seine Tonträger, stammen diese Lieder nicht aus der Vorkriegs- oder Kriegszeit, sondern aus der Nachkriegszeit. Die Aufnahmen entstanden in der Zeit zwischen 1952 und 1954.
Da einige Lieder der CD "altbekannt" sind, bsplw. "Glocken der Heimat" oder "das Nachlied", ist ein Stimmenvergleich möglich. Selbstverständlich verändert sich die menschliche Stimme im Laufe eines Lebens, nicht nur im Stimmbruch. Zudem hatte sich natürlich auch die Technik entwickeln. Denken wir an die 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts, so haben die damals eingestzten Mikrofone "nasalen Gesang", bsplw. den Erwin Hartungs, unterstrichen.

Nun zur CD.
Die Aufmachung der CD ist sehr schön: sie ist so gestaltet, als ob sie eine Schallplatte wär. Die dunkelbraune Farbe mit den Rillen. Die Idee ist gut und passt schließlich zum Thema, da die Aufnahmen inzwischen über 50 Jahre alt sind.

Auf dem Titelbild ist Wilhelm Strienz zu sehen, zu seiner Linken sein Name, rechts der Titel der CD: "Glocken der Heimat", das erste Lied der CD (siehe Ciao-Foto).

Die CD ist bei RV für rund 18,- Euro zu haben. Sie hat mir bereits jetzt viele Stunden herrlicher Musik eines großartigen Bassisten beschert.

Nun zu den Liedern.
Vorneweg allgemein ein Wort zur Tonqualität. Wie man es von diesem Anbieter hochwertiger Aufnahmen gewohnt ist, stimmt die Tonqualität. Auf meinen Bose-Lautpsrechern abgespielt, konnte ich ein reines Tonbild erhöheren, ohne Rauschen. Allerdings ist die CD monophon, nicht stereo. Das tut dem Hörvergnügen allerdings keinen Abbruch.

1. Glocken der Heimat (2:42): Das Stück entstammt der Kriegszeit und handelt von Sehnsucht der Heimat gegenüber und von Hoffnung, Wiederzukehren. Allerdings ist das Lied "entschärft". Der "Marschbefehl" der Originalversion ist zu einem "Ruf durchs Land von Ort zu Ort" geworden, das "Kampfgebet" zum "Treueschwur".
Die instrumentale Untermalung des Liedes ist allerdings nach wie vor im Marschrhythmus gehalten. Es beginnt ein Chor, an den sich Strienz als Solist anschließt, zum Schluß singen Chor und Strienz gemeinsam. Zu Beginn und zum Ende des Liedes hört man, das finde ich sehr schön, tatsächlich Glocken läuten.
Das Auftaktlied der CD, das ihr den Namen verleiht, ist sehr schön, sodaß es einen würdevollen Anfang gibt - und Interesse, die anderen bereits bekannten Lieder zu hören, wie diese denn interpretiert sind. Schließlich wurde "Glocken der Heimat" zwar marschmäßig gespielt, doch Textveränderung und die insgesamt hell spielenden Instrumente machen neugierig.

2. Wir wollen jetzt ein Nachtlied singen ("Das Nachtlied", 3:08): Ebenfalls aus dem Vorkriegs-Repertoire entspringt dieses Lied. Wie ich bereits in einem früherem Erfahrungsbericht (siehe "Rundfunkaufnahmen") erwähnte, lassen sich Elemente nationalsozialistischer Politik erkennen. Der Text wurde hierbei dennoch nicht verändert, durch den instrumentalen Einsatz wurde das Lied allerdings dieser Notation beraubt. Ruhige Instrumente, die im fröhlichen Einklang spielen, wie Geige und Klavier, geben dem Stück eine ruhige Note, die zu den 50ern passt: man wusste noch nicht, wohin es geht. Hier steht die Aussage, ob den "ein Echo im Weltgetriebe" hängenbleibe im Vordergrund.

3. Es muß ein Wunderbares sein (3:34): Die Beschreibung dieses Liebeslieds ist bereits in seinem Titel enthalten - wunderbar! Ein ruhiges, teils melancholisches Liebeslied mit der Aussage der lebenslangen Treue lässt zwischen Hoffen und Bangen viel Raum: der Hoffnung, dieses Idealbild mit der Liebsten (bei Frauen: dem Liebsten) zu erreichen, dem Bangen, diese Suche als erfolglos aufzugeben oder es nicht zu schaffen. Strienz' Gesang unterstreicht die Wirkung des Textes: auf der einen Seite hat er einige heitere, hoch gesungene Passagen, auf die die langsameren, dunkleren folgen.
Mir gefällt das Lied gerade deswegen so gut: die zwei Seiten des nahesten menschlichen Miteinanders bringt dieses Lied schön zum Ausdruck, den die oftmals schwankt es im Leben zwischen den beiden Gefühlslagen: Liebesfreud und -leid.

4. Still wie die Nacht (3:22): Ebenfalls ein ruhiges Liebeslied ist "Still wie die Nacht". Es hat eine dunkle Grundstimmung, sodaß die Bass-Stimme Strienz' sehr gut passt. Zum Schluß hellt es allerdings auf, was Instrumente und Sänger unterstreichen.

5. Dunkelrote Rosen (2:02): Die bekannteste Arie aus Millöckers "Gasparone" wurde schon von vielen bekannten und weniger bekannten Operettensängern angestimmt. Auch der Bassist Wilhelm Strienz hat diesem Lied seine Stimme gewidmet. Mit Erfolg. Das Lied sollte in der Operette an sich ein Tenor singen, deshalb singt Strienz für seine Maßstäbe sehr hoch. Seine typischen Elemente, das zarte Vibrato am Silbenende, bringt er hier zum Einsatz und so stört es nicht, daß es tiefer gesungen wird, als es meist bekannt ist.

6. Schwalbenlied ("Mutterl, unterm Dach", 3:19): Das Volkslied über ein Schwalbenpärchen, das ein Mädchen (das Lieslchen) seiner Mutter entdeckt und schwärmt; doch die Unrast der Vögel bringt das Kind zum Nachdenken.
Möglicherweise erfreut sich das auch heute noch gerade wegen dieser Frage seiner großen Beliebtheit: die Gesellschaft wird stets schneller, unruhiger und wir laufen mit. Nicht immer nur zwangsläufig, der Technikglaube ist nach wie vor vorhanden und wir wünschen uns Fortschritt. Gleichzeitig aber wird der Wunsch nach Beschaulichkeit und Ruhe größer.
Strienz singt Volkslieder so schön, wie kaum ein zweiter. Die instrumentale Begleitung tut ihr übriges.

7. Vor meinem Vaterhaus (3:11): Abermals ein Volkslied. Mehr noch als im "Schwalbenlied" kann Strienz hier seine typischen Elemente benutzen, da einige Pausen eingelegt werden. Der schöne Vibrato, die interessanten Stimmhebungen und -senkungen in einem Wort, die für ihn so markant sind, und die perfekt zur Musik und zur Stimmung passende Lautstärkevariation.

8. Heimatlied (Wer die Heimat liebt, 2:56): Das sicherlich vielen auch heute noch bekannte Volkslied von Wilhelm Strienz gesungen! Er setzt eine deutliche Betonung auf "Heimat". So teilt sich das Lied durch einen instrumentalen Part: der erste, mit der Bitte, gemeinsam in die Heimat zurückzukehren, wird langsam und mit wenig Hebungen gesungen. Schließlich wiederholt er die Bitte inbrünstig, fast flehend. Das ist eine sehr schöne Interpretation des Themas.

9. Über die Prärie (3:52): Ein sehr melodisches Lied, das in Amerika spielt und den Unterschied zwischen Stadt und Land hervorhebt. Die Stadt wird als lärmend, anonym und dunkel charakterisiert, das Landleben (die Prärie) als vornehm, prunkvoll, hell.
Strienz kann hier seine Eigenart, die besondere Betonung der Endsilben, ausnützen, um dem Lied seine Note zu geben.

10. Heimweh nach Virginia (Negers Heimwehlied, 3:11): Die bekannte Melodie mit "Carry me back to Old-Virginy" mit deutschsprachigem Text wurde bereits 1948 von Willy Schneider aufgenommen (siehe "Anno dazumal").

11. Heimat, deine Sterne (3:08): Es ist eines der bekanntesten Lieder von Strienz. Von keinem anderen Lied, das er gesungen hat, besitze ich so viele verschiedene Versionen. Dies ist die erste Nachkriegsversion, die ich von ihm gesungen besitze. Andere sind mir ebenfalls bekannt, bpslw. von Heino.

12. Gute Nacht, Mutter (3:24): Abermals ein Lied, das aus der Vorkriegszeit bekannt ist und schon damals von Wilhelm Strienz gesungen wurde. Neben "Heimat, deine Sterne" ist es eines der bekanntesten Lieder Strienz'.
Zum einen aus nostalgischen Gründen, aber leider auch wegen der traurigen Tatsache, daß Mitte der 50er noch nicht alle Soldaten, die in Kriegsgefangenschaft sich befinden, heimgekehrt sind, hat dieses Lied seine Berechtigung, selbst nach der dunklen Zeit gesungen zu werden.
Strienz singt den Schluß deutlich tiefer als den Rest des Liedes, es klingt so, als ob er nicht mehr an die Wiederkehr geglaubt hätte. Eine traurige Stimmung bleibt.

13. Antje, mein blondes Kind (2:42): Sehr dunkel vom Bassisten Strienz wird dieses Lied gesungen. Dabei ist sein typischer Gesangsstil nicht zu überhören. Wie schon in früheren Versionen, ist hier auch ein Schifferklavier zu hören. Dazu wird die letzte Wiederholung des Kehrreims von einem Chor gesungen.

14. Kleine Nordseeschwalbe (3:05): Im schönen Seemannslied über die kleine Nordseeschwalbe, bekannt auch durch Hans Albers, werden die Instrumente von einem Chor unterstützt, der die Melodie mitsummt und den Refrain singt. Strienz selber setzt ein weiches Vibrato ein, wodurch das Lied sehr melodisch klingt und eine positive Grundstimmung erzeugt wird.

15. In unserem Garten blühen Rosen (3:29): Ich kannte das Lied vor dem erstmaligen Hören auf dieser CD nicht. Doch es hat sich schnell zu meinem Favoriten entwickelt. Zum einen der schöne instrumentale Teil, zum anderen natürlich der ausgezeichnete Gesang Strienz.
Es ist ein schönes Lied, das selbst im Winter die Kälte vergessen lässt und an den Sommer erinnert. Wie kaum ein anderes Lied, kann ich mir die Szenerie vorstellen. Ein herrliches Lied!

16. Die Welt braucht wieder Liebe (3:09): Strienz singt mit Klavierbegleitung, es setzten früh im Laufe des Geigen und Flöten ein, die sich abwechseln. Die Instrumentale Begleitung ist mit den drei Instrumenten recht dürftig, aber angemessen. Denn es unterstreicht die Aussage des Liedes, die vergleichbar ist mit Liedern der unmittelbaren Nachkriegszeit wie "Über uns der Himmel" (Hans Albers). Es zeigt Bescheidenheit auf und zeigt das Wesentliche auf, gibt aber auch Hoffnung, die von Gott kommt ("er wird immer über uns stehen").
Es ist m. E. sehr typisch für die Zeit zwischen Kriegsende und Gründung der beiden deutschen Staaten.

17. Wenn dich die Menschen auch kränken (3:07): Ein ruhiges Lied mit schöner instrumentaler Untermalung und einem gekonnten Gesang.
Es erzählt die Geschichte eines Jungen, der von anderen ausgeschlossen wird, der aber durch mütterlichen Rat stets frohen Mut hat.
Es steht wegen der Aussage "die Menschen von heut haben kein Herz" fast im Gegensatz zum vorherigem Lied, das ein gutes Miteinander anstrebt. Trotzdem wirkt es nicht ernst, es ist eher eine Durchhalteparole, trotz schwerem Schicksal weiterzumachen, wenn man etwas für richtig hält.
Was mir am Text nicht gefällt ist, daß von "der Neid" gesprochen wird - welcher Neid? Daß Kinder andere Kinder ausgrenzen, verstehe ich. Worauf man allerdings in den 50er Jahren hätte neidisch sein können, erschließt sich mir nicht, es war eine allgemeine Aufbruchstimmung und (wirtschaftlicher) Erfolg wurde anerkannt, die Zeiten waren progressiv, weil die Kriegsfolgen überwunden und vergessen werden sollten.

18. Alte Lieder, traute Weisen (2:56): Ein schönes Lied mit Heimatmotiv. Es werden keineswegs "alte Zeiten" herbeigewünscht, sondern eher nach Beständigkeit gesucht. Es geht um die Sehnsucht, heimwärts zu kommen. Dahin, wo die eigene Sprache gesprochen wird; dahin, wo die alten Lieder gesungen werden, die man missen musste.

19. Nach der Heimat möcht ich wieder (3:04): Dieses Volkslied wird von Strienz mittels seinen typischem Elementen sehr schön interpretiert. Dazu singt ein Chor.
Verglichen mit der Vorkriegsversion (siehe "Rundfunkaufnahmen") kommt dieses Lied von allen auf der CD bereits aus früheren Zeiten bekannten Aufnahmen am nächsten. Dazu trägt auch der Chor bei, der an den selben Stellen einsetzt wie in der anderen Aufnahme. Das vorliegende Lied ist aber um gut eine halbe Minute kürzer.

20. Ich weiß, wir sehen uns wieder (3:33): Ein schönes,aber trauriges Liebeslied über ein Paar, das sich trennt. Als Jahre später die Zusammenkunft folgen soll, ist die Liebste bereits verstorben. Die Hoffnung auf ein Wiedersehen wird dann auf das "ewige Leben" bezogen.
Strienz singt sehr schön, sehr weich und (für einen Bassisten) sehr hell. Im Lied ist also stets eine Hoffnung herauszuhören, im mittleren Teil aber, als der ausgezogene Mann in ein verfallenes Haus heimkommt, wird der Unterton dramatischer, fast bedrohlich, wie man es aus der musikalischen Untermalung von Filmen kennt.

Musikalisch besonders gut gefällt mir nicht nur der Gesang meines Lieblingssängers Wilhelm Strienz, auch die instrumentale Begleitung der Lieder ist gelungen. In fast allen Liedern ist ein (im Verhältnis zur Gesamtlänge des Titels relativ) langer Teil ohne Gesang (etwa 20-35sek). In dieser Zeit zeigt sich die Wirkung von Strienz Gesang. Schon beim erstmaligen Hören hatte sich dieser stark eingeprägt, sodaß man unwillkürlich mitsingt, hört man nur die Melodie des Liedes.

Die Zusammenstellung der CD gefällt mir sehr gut. In ihr spiegelt sich der Zeitgeist der 1950er Jahre wider: zum einen sind mehrere Liebeslieder enthalten. Diese sind i.d.R. zeitlos. Doch viele dieser Lieder sind "traurig" - in Anbetracht des weniger als ein Jahrzehnt zurückliegenden Krieges und der Kriegsgefangenen in Sibierien, die erst 1955 unter Konrad Adenauer heim kamen, verwundert das nicht. Die Hoffnung auf ein Wiedersehen war bei einigen noch nicht ganz verschwunden, das Warten war lang und leider häufig umsonst ("Ich weiß, wir sehen uns wieder").
Das Volkslied ("Vor meinem Vaterhaus", "Schwalbenlied") war damals beliebter als heute, wenn auch schon damals erste Musik mit amerikanischem Einfluß nach Deutschland gekommen ist. Die Heimatverbundenheit war trotz allem groß ("Alte Lieder, traute Weisen", "Nach der Heimat möcht ich wieder") . Gleichzeitig zeigen sich, neben der Heimatliebe, bereits erste us-amerikanische Einflüße ("Heimweh nach Virginia"). Der propagierte und als Ziel gesetzte "american way of life" zeigte sich damals schon in der Musik.
Mit Liedern wie "Die Welt braucht wieder Liebe" und auch durch die deutlich friedlichere Version von "Glocken der Heimat" zeigen, der Krieg hat geprägt. In dem Sinne geprägt, daß man sich mit seinen Nachbarn, allen voran Frankreich, versöhnen möchte und der Schrecken tief sitzt.
Schließlich sind einige Motive, die auch in den Heimatfilmen der 50er und 60er zu finden sind, aufgenommen. Die Stadt wird als "Bedrohung" angesehen ("Über die Prärie"), das Landleben als Idyll und Ideal ("In unserem Garten blühen Rosen").

Einige Lieder, bsplw. "Glocken der Heimat", "Das Nachtlied" oder "Nach der Heimat" hatte Strienz schon einige Jahre früher gesungen.
Zu den meisten anderen Liedern, die mir vorliegen, sind über zehn Jahre vergangen. Nicht nur die Zeiten haben sich geändert.
Daher ziehe ich einen kurzen Vergleich zwischen dem "Vorkriegs-" und "Nachkriegs-Strienz".
Nicht unbedacht bleiben darf allerdings, daß die inhaltlichen Aussagen, die durch Gesang und Musik unterstrichen werden, sich (aus politischen und gesellschaftlichen) Gründen geändert haben. Allgemein lässt sich sagen, daß Strienz in seinen Aufnahmen während des Dritten Reiches dunkler gesungen hat, wie man am "Nachtlied" hört. Die Nachkriegsversion ist heller, die sogar leicht bedrohlich wirkende Stimmung der "Kriegsversion" ist gänzlich verloren. Das verwundert nicht, schließlich ist es nicht mehr nötig, eine politische Notation (Durchhalteparole) einzubringen.
Vor allem hat sich die Wahl der Instrumentalbegleitung verändert, es ist ruhiger geworden. Darauf geht Strienz ein: er singt i.d.R. weicher, was in "Glocken der Heimat" allerdings nicht zu hören ist. In "Antje, mein blondes Kind" hört man es recht schön.

Zu den Produktdetails (siehe oben).
Die Klangqualität ist, ich schrieb es bereits zu Beginn des Berichts, in der gewohnten Qualität des Herstellers, doch leider nur mono. Das stört nicht allzusehr, dennoch gibt es deswegen einen Punkt Abzug, ohne der CD einen Abbruch zu verschaffen.
Der Langzeithörspaß ist (für mich) sehr hoch, wie bei allen seinen CDs. Leider kann man ja nur stets ein Lied gleichzeitig hören, alles andere ist sinnlos.
Die Antworten auf "Dieser Tonträger ist..." sind stets relativ auf den Sänger bezogen. Strienz setzt die Messlatte stets hoch. Mit Superlativen soll man vorsichtig sein, ich bin es. Daher "nur" die Bewertung "einer der besseren" - in der Gewißheit, daß er Schlagersänger und Konsorten von heute um Längen übertrifft.

Zur Gelegenheit habe ich Entspannung angeben. Zu diesem Urteil tragen vor allem die angenehm-ruhigen Lieder wie "In unserem Garten blühen Rosen", "Es muß ein Wunderbares sein" oder auch "Über die Prärie" u.a. bei - nicht zuletzt wegen der beschriebenen Gesangspause in den meisten Liedern und dem zwangsläufigem gedanklichem Mitsingen, kann man sich in der Tat sehr gut entspannen.


Fazit:
Die CD ist sehr zu empfehlen. Nicht nur, wer Wilhelm Strienz mag, sondern wer eine schöne Zusammenstellung von Liedern der noch jungen Bundesrepublik sucht, ohne dabei auf damalige "Chartlisten" (Hitparaden) zu gucken oder Rock'n'Roll möchte. Die Lieder sind weitgehend traditionell bzw. im volkstümlichen Stil. Heute würden die Medien auch die frühen Schlager, die keine echten Volkslieder sind, als Volkslieder bezeichnen. Immerhin stehen die von Strienz gesungenen Schlager ("Gute Nacht, Mutter", "Heimat, deine Sterne" usw.) dem traditionellem Volkslied um einiges näher als das, was heute als volkstümliche Musik, volkstümlicher Schlager oder gar als Volksmusik durchgeht.
Für diejenigen, die damals schon lebten, ihre Kindheit, Jugend oder Elternzeit verbrachten, bietet die CD schöne Erinnerungen - möglicherweise selbst dann, wenn damals wie heute ein anderer Musikstil präferiert wurde bzw. wird.

Danke für das Lesen, Bewerten und Kommentieren meines Berichts.
Ich habe noch einige weitere Berichte über CDs mit Wilhelm Strienz geschrieben, und weitere Berichte über CDs von RV-Musik. Wer sich dafür interessiert, wird schnell in meiner Übersicht fündig. Nun habe ich zur leichteren Findung eine "Produktliste" erstellt, die die CDs, auf die ich verwies, enthielt.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
DasBercki

DasBercki

23.12.2009 12:36

Frohe Weihnachten! LG, Bercki

Sydneysider47

Sydneysider47

22.12.2009 23:33

Diese Musik hätte meinem Vater sehr gefallen. Viele Grüße!

schlagergalaxie

schlagergalaxie

22.12.2009 22:15

klares BH

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  1. Micaela030
  2. kaengi_the_kangaroo
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