DIE GOLDENE KOBRA BITTET ZUM TANZ
26.08.2011
Pro:
Wieder eine CD für meine Sammlung !
Kontra:
Ich befürchte, es wird nicht der letzte Silberling für meine Sammlung sein . . .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 fresswahn
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:50
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 144 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo Musikfreunde! Heute stelle ich Euch wieder ein Album meiner Musiksammlung vor. Es ist auch diesmal ein recht aktuelles Werk und dazu noch ein sogenanntes Comebackalbum. – yeah, baby come back!
-- INTRO (Smalltalk die Erste) --
Ich habe für Euch die neue Scheibe von LIMP BIZKIT am Start, die auf den Namen GOLD COBRA getauft wurde. Für alle die es nicht wissen (und auch gerade keinen Bock haben sich per googlen durch das WorldWideWeb zu kämpfen) hier ein paar Fakten zur Band.
LIMP BIZKIT sind aktuell: Fred Durst (Gesang), Sam Rivers (Bass), John Otto (Schlagzeug), Wes Borland (Gitarre, Background) und DJ Lethal (Turntables, Keyboard).
Die Band gibt es nun schon seit 1994 und sie hat sich vorgenommen dem Crossover/Nu Metal ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Das gelang dann auch sehr eindrucksvoll mit ihrem 1997 veröffentlichen Debütalbum THREE DOLLAR BILL, Y’ALL, es folgten mit SIGNIFICANT OTHER und CHOCOLATE STARFISH AND THE HOT DOG FLAVORED WATER zwei Alben, mit denen sie zu Weltstars aufstiegen. Der Sound wurde etwas popiger im Vergleich zum Debütwerk. Diesem Trend folgte man auch mit dem Album RESULTS MAY VARY, allerdings nun ohne WES BORLAND (neben Fred Durst, das zweite „Aushängeschild“ von LIMP BIZKIT), dem der Sound wohl auch nicht mehr entsprach und er sich anscheinend nicht mehr so recht austoben konnte. Einige Monde und Flaschen Whisky später war WES wieder an Bord und es erblickte mit THE UNQUESTIONABLE TRUTH (PART I) eine doch immerhin 7 Songs umfassende EP das Sonnenlicht, der es das Nu aus dem Metal verschlug. Ja, die Jungs boten hier überwiegend Metalkost, die mich schon ein wenig an HELMET erinnerte. Mir gefiel der Sound zwar nicht schlecht (und ich warte auch heuer immer noch auf den/die Nachfolger), doch die Mehrheit der LIMP BIZKIT - Fans konnten damit verständlicherweise so was von gar nix anfangen ... Doch als wäre das nicht schon schlimm genug, zogen es die Jungs vor, erst mal lieber anderen Dingen (Bands, Filmkarriere, Alkohol, ...) nachzugehen. Und wieder viele Monde später, man schrieb schon das Jahr 2010, nahmen die Gerüchte (einige fühlten sich hier schon im GUNS `N ROSES – Universum) um ein neues Album endlich konkrete Gestalt an und endlich am 24.06.2011 stand GOLD COBRA für ca. 13 Euro im Laden.
-- LET THE MUSIC PLAY --
Es versteht sich natürlich von selbst, dass fresswahn nach bekannt werden des Veröffentlichungstermins, eine Bestellung zu laufen hatte, und so auch schon ein paar Tage vorher zu seinem Exemplar kam. Die Aufregung war groß, wohin würde die musikalische Reise von LIMP BIZKIT gehen? Wohlan Ihr Leidensgenossen, die Reise ging zurück in die Zukunft. GOLD COBRA bietet Crossover (oder wegen mir auch Nu Metal), der dieser Musikrichtung wieder gerecht wird. Begrüßt wird man mit INTROBA, einem Intro, das so schwammig daher kommt, als wolle es die auf dem Cover befindliche Kobra hypnotisieren. Doch dann kommt mit BRING IT BACK der vom Soundaufbau erhoffte LIMP BIZKIT – Style, groovig mit tollen Hooklines, die einen gleich in Freudentaumel versetzen. Mein Gehör nimm sofort wohlwollend zur Kenntnis, dass der Sound härter geworden ist, die Gitarre darf öfters ran. Der Bass gibt einen groovigen Rhythmus vor, die Drums begleiten ihn mit dem nötigen Druck und das Keyboard setzt gekonnte Spitzen, was diesen Soundbrei so stimmig macht. Wer hätte das gedacht? Es geht so weiter und weiter und weiter. Alles gewürzt mit Freds einzigartigem Gesang, Sprechgesang oder Geschreie. Im Verbund mit Wes im Background, ein Ohrenschmaus für jeden Liebhaber des Genres. Auf ähnlicher Soundwelle surfen die Songs GOLD COBRA, SHOTGUN (die erste Single), AUTOTUNAGE, 90.2.10 und das megagroovige KILLER IN YOU.
Eine Spur crossoviger kommen SHARK ATTACK, GET A LIFE, DOUCHE BAG und WHY TRY aus der Membran. Da fühle ich mich soundtechnisch an RAGE AGAINST THE MACHINE oder auch an die rockigeren Songs von CYPRESS HILL erinnert. Zumindest weiß ich mit dem Einsetzen von Freds Organ, dass ich bei LIMP BIZKIT bin. Balladesk bieten uns Fred und seine Jungs mit WALKING AWAY eine weitere Perle der Scheibe an. Ich denke unweigerlich an BEHIND BLUE EYES, doch WALKING AWAY bringt nach ca. 3 Minuten einen herrlich schreienden Fred hervor, begleitet von einem hervorragenden Gitarrenspiel. Phantastisch, ich mag das. Soundtechnisch passend folgt mit LOSER ein weiterer ruhiger Song, der aber mehr Richtung Mid-Tempo tendiert.
Einige Schmankerl sind natürlich hier und da versteckt. Erwähnenswert ist da das Outro von LOSER, hier macht sich Fred ein wenig lustig über die Technik des Stimmeverzerrens, wie es derzeit ja besonders im Pop-Business ganz große Mode ist. Als Beispiel fallen mir da spontan folgende Interpreten ein: BLACK EYED PEAS, PITBUL, MADCON oder LMFAO. Natürlich nutzt er diese Technik im darauf folgenden Song AUTOTUNAGE. Ebenso ist das Outro von GET A LIFE cool , yeah.
-- OUTRO (Smalltalk die Zweite) --
Oh ja, GOLD COBRA ist für mich ein mehr als gelungenes Comeback (5 Sterne und megafette Kaufempfehlung dafür von mir). Ich bin begeistert. Bisher war das Album THREE DOLLAR BILL, Y’ALL für mich das beste von LIMP BIZKIT, doch nun ist es auf Platz zwei abgerutscht – Tränchen wegwische. Der Sound der Jungs ist im Vergleich zu SIGNIFICANT OTHER, CHOCOLATE STARFISH AND THE HOT DOG FLAVORED WATER und RESULTS MAY VARY härter geworden (und vermag es, dich hier und da aus den Schuhen zu fegen), ohne jedoch an Struktur zu verlieren. Alle Instrumente sind harmonisch aufeinander abgestimmt und haben dennoch ausreichend Platz mal alleine zu glänzen. Geniale Gitarren- und Drumsoli bereichern fast jeden Song. Alle Titel bieten ausreichend Mitsing(-gröhl)- und Mitwipppassagen. Sogar bei den langsamen Tracks bleibe ich nicht still sitzen. Mir kommt es so vor, als haben LIMP BIZKIT ihre Spielfreude wieder gefunden. Sie scheinen wieder mit viel Spaß bei der Sache zu sein und wollen sich nicht ständig neu erfinden. Das begrüße ich natürlich sehr.
Wem es so wie mir erging, also Debütalbum das beste bisher und so, der sollte ohne Bedenken hier zugreifen, ohne enttäuscht zu werden. Alle anderen (LIMP BIZKIT – Fans) könnten ein wenig hadern und sollten sich vor einem Kauf erst mal in Ruhe ein Ohr gönnen. Selbstredend ist das Album nix für Chart-Hörer, man muss schon Crossover / Nu Metal und bestenfalls LIMP BIZKIT mögen, um so von den Socken gehauen zu werden, wie ich ;-) Wegen den Texten wird sich wohl kaum einer eine LIMP BIZKIT – Scheibe kaufen, oder irre ich mich da? Die geistigen Ergüsse der Jungs sind meist (Ausnahme vielleicht bei SHOTGUN?) nicht wirklich ernst zu nehmen, der Spaß steht hier ganz klar im Vordergrund.
Meine Favoriten (und damit Anspieltipps für neugierige Leser) sind: GOLD COBRA, SHARK ATTACK, GET A LIFE, DOUCHE BAG, WALKING AWAY, LOOSER, 90.2.10, WHY TRY. fresswahn im LIMP BIZKITwahn August 2011
-- OUTRO OUTRO ( Bonus-Smalltalk die Erste) -- LIMP BIZKIT haben noch eine Deluxe Edition von GOLD COBRA auf dem Markt geworfen. Und wer sich jetzt fragt, warum der fresswahn bei all der Begeisterung sich denn nicht den großen Bruder zugelegt hat, dem sage ich hier: „Ich habe beide Versionen!“.
Die Deluxe Edition war ein Geschenk. Hier befinden sich weitere 4 Songs, die da lauten: BACK PORCH, MY OWN COBAIN, ANGELS und MIDDLE FINGER. BACK PORCH passt mit seinem Sprechgesang, der in einem markantem Soundteppich gefangen zu sein scheint, hervorragend ins Soundkonzept von GOLD COBRA. Mit MY OWN COBAIN und ANGELS haben wir zwei weitere balladeske Stücke, die mit flotteren Outros glänzen können, wobei mir MY OWN COBAIN etwas besser gefällt. Dennoch beides sehr tolle Songs.
Doch mit MIDDLE FINGER landet ein Track auf der Scheibe, der so gar nicht hier her passen will und mit seinem Hip-Hop–Style besser auf RESULTS MAY VARY oder dessen Vorgänger aufgehoben wäre. Er wirk auf GOLD COBRA wie ein Fremdkörper. Wer sich also GOLD COBRA von LIMP BIZKIT zulegen möchte und nicht nach dem Preis schauen muß, sollte sich die DELUXE EDITION leisten!
Bilder von Gold Cobra - Limp Bizkit
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