Im Jahr 2002 türmte sich wie schon so oft in der Vergangenheit eine riesige Flutwelle in Form des damals neuen Cannibal Corpse Albums “Gore Obsessed“ auf und übergoss sich auf die Metalszene. Wie schon die Vorgänger wurde es von den Fans geliebt, von den Kritikern in aller Welt auf das Geschrei ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von Meister_Eder83 über Gore Obsessed / Ltd. - Cannibal Corpse 01.04.2005
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
gut
Klangqualität:
gut
Langzeithörspaß:
wird nicht schnell langweilig
Häufigkeit der Nutzung
ab und zu
Dieser Tonträger ist:
durchschnittlich für den Künstler
Pro:
Gute Erweiterung der CC - Sammlung
Kontra:
nicht so innovativ wie Bloodthirst
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Im Jahr 2002 türmte sich wie schon so oft in der Vergangenheit eine riesige Flutwelle in Form des damals neuen Cannibal Corpse Albums “Gore Obsessed“ auf und übergoss sich auf die Metalszene. Wie schon die Vorgänger wurde es von den Fans geliebt, von den Kritikern in aller Welt auf das Geschrei kranker Neandertaler reduziert. Keine andere Band spaltet die Menschheit in zwei solch gegenüberstehende Lager auf, entweder man verabscheut oder man liebt sie.
Wie auch schon bei älteren Alben verstehen es Cannibal Corpse wie fast keine andere Band ihre Alben so zu gestalten, dass sie in einer graphischen Darstellung einer waagerechten Linie entsprechen würde, da auf “Gore Obsessed“ weder auffallend schwache, noch überdurchschnittlich gute Songs vertreten sind. Opener der Scheibe ist “Savage Butchery“, eine schnelle Einleitung die den gewohnten Cannibal Corpse Sound rüberbringt.
Schnelles, asinchronisches Gitarrenspiel, hektisches Drumgeklopfe und der nach Verwesung riechende Atem von George Fisher: Eine Kombination, die Millionen von Menschen in Extase versetzen. Die ausgereiften Zwischenspiele der Gitarren und das Quietschen der Seiten gestallten den Song sehr interessant. Fast fließend gehen wir zum zweiten Song über: “Hatched to the Head“. Ein Song, der aus drei Teilen besteht. Als erstes eine Art Einleitung, das schnelle Schlagzeug, das Flitzen der Finger über die Gitarrensaiten. Darauf folgt eine Ruhepause, in der der gesamte Song an Hektik verliert und “The Corpsegrinder“ seine Stimme bis zum Extrem in die Höhe treibt. Nach etwa einer halben Minute kehren wir nun zum Schlussteil, der technisch genau identisch mit dem Beginn ist. Als nächstes steht “Pit of Zombies“ auf der Liste. Einer der wenigen Songs, bei dem man nach dem ersten Hören sogar etwas über den Inhalt sagen kann. Nicht zuletzt liegt es daran, dass die Instrumente keinen Kampf gegen Fisher zu führen scheinen, sondern im Einklang mit ihm musizieren. Der Song besitzt einen Touch, der mich an Sepultura erinnert. Und der Kampf beginnt in einer neuen Runde: In “Dormant Bodies bursting“ findet ein zweiminütiges Duell zwischen Gegrowle und den Gitarren statt, wer gewinnt spielt keine Rolle, denn der Song verliert bereits nach wenigen Sekunden bereits seinen Reiz und wird beim nächsten Anhören mal eben übersprungen. Und wieder Fallen mit parallelen auf. Der Song „Compelled to Lacerate“ erinnert Anfangs stark an das “The Impossibility of the Reason”-Album von Chimaira. Schnell schlägt dieser Verdacht in ein Aha-Erlebnis um. Wieder mal geirrt. Altbewehrtes aufrecht zu erhalten, darin waren Cannibal Corpse schon immer Meister gewesen, doch scheinen sie hin und wieder kleine Experimente durchzuführen.
Wie “Gallery of Suicide“ auf der “Live Cannibalism“ Scheibe, fällt hier “Compelled to Lacerate“ aus dem Rahmen. Eine Song, der sogar für Neulinge irgendwie anders klingt. “Drowning in Viscara“ gefällt mir wiederum nicht so besonders. Der Song ist nicht schlecht, doch stört das Dröhnen des Basses im Hintergrund und übertönt ein wenig das wohl wichtigere Gitarrenspiel. Es sind immer wieder nur drei oder vier Töne, die mich zehn Sekunden vorspulen lassen, bis ich wieder Georges Stimme höre. “Hung and Bled“ könnte man glatt als Kreativitätslücke bezeichnen. Es fehlen einfach neue Elemente, die den Song beleben und von den anderen unterscheidet. Der achte Song, “Sanded Faceless“, beginnt mit einigen sehr schönen Gitarrenriffs und dem Hintergrundgeschrei einzelner Personen. Die gesamte Zeit über scheint der Song auf einen Höhepunkt hin zu arbeiten, der dann prompt in Form eines lauten Brüllens ertönt. “Mutation of the Cadaver“ fängt ebenfalls mit einer Gitarren- und Basskombination an. Diese dauert aber nicht ganz so lange und schon lässt George Fishers Stimme wieder die ersten Trommelfelle platzen. Der Song besitzt neben dem allen Songs zu eigenen “auf und ab“ „drauf und drunter“ –Attitüden auch Stellen, an den die Stimme im Dehnungsbereich einer Opernsängerin bewegt. Nun befinden wir uns bereits im letzten Viertel der CD.
“When Death replaces Life“ beginnt wie leider viele Songs auf dieser CD sehr ruhig und gibt einem das Gefühl, den Song bereits zu kennen. Auch den Rest der Spielzeit ist er sehr ruhig für Cannibal Corpse Verhältnisse und lässt so die e-Gitarren ein schönes Duett spielen, unterstützt von lautem Gegrunze. Der letzte Song ist der perfekte Closer. Mit lauten, lang hallenden und oft wiederholenden Schreinen und einem auf einen Höhepunk hinspielenden Gitarrensolo, ist die Scheibe mit einem Paukenschlag a là Peter und der Wolf vorüber. Als kleines Leckerli gibt es dann noch einen Bonustrack, nämlich eine Coverversion des alten Metallica Songs “No Remorse“. Ich bin der Meinung, dass das Cover gelungen ist, doch sollte man sich auch auf jeden fall mal das Original anhören, dass den Sound längst vergangener Tage wieder ans Tageslicht bringt. Ein Pluspunkt der Cannibal Corpse Version ist vor allem die Neuaufmachung des Gitarrenspiels, ein Minuspunkt das schlechte Klang des Schlagzeugs.
Das Album ist eine sinnvolle Erweiterung der CC-Sammlung echter Fans, Neulinge sollten sich auf ältere Alben stürzen. Alles in allem ist das Album längst nicht so innovativ und fesselnd wie beispielsweise “Bloodthirst“ und “Live Cannibalism“.
TRACKLISTE:
1. Savage Butchery 2. Hatched to the Head 3. Pit of Zombies 4. Dormant Bodies bursting 5. Copelled to Lacerate 6. Drowning in Viscera 7. Hung and Bled 8. Sanded Faceless 9. Mutation of the Cadaver 10. When Death replaces Life 11. Grotesque 12. No Remorse(Metallica-Cover)