Without the Daniel !
29.04.2004
Pro:
2Step - Gitarrenpop - Garage - Liebesschmalzballaden - Dance - Schwuchtelgesangszwitter
Kontra:
tlw . ins poppige und balladeske abdriftende
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Senilm
Über sich:
FREE Musicjournalism // The world ends on a sunny day // Sympathy for Empathy // Alive and kicking....
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Hafensänger, ist Daniel Bedingfield nicht - auch wenn sich seine Stimme manchmal so anhört. Nein der Shootingstar der die englische Musikwelt vor zwei Jahren ins Wanken brachte - ist eher ein Heimsänger.
Zuhause auf dem PC eingespielt und eingesungen - wurde sein Song "Gotta get thru this" zum Chartbreaker, daß nur mit einem Independentlabel im Rücken. Das änderte sich schnell und Bedingfield wurde gemeinsam mit "The Streets" zum Wiederbeleber der Garage und 2Step Welt, während Bedingfield da doch sehr eng mit dem Pop schlenderte. Seine schnorrigen 2StepEinflüsse lässt er bei den mit Reggae- und HipHopeinflüssen spielenden "Blow it again" noch ein wenig aussen vor - selten kommen in den geloopten Beats diese Strukturen zum Vorschein. Seine jungenhaft hohe Stimme hingegen singt sich ganz gut durch diesen von pumpenden Beats angetriebenen Clubanheizer, dagegen geht es "James Dean ( i wanna know )" eine Runde gemächlicher - aber dafür großkotziger an! Daniel der "Dancefloor Dream" lässt jeden Motivationstrainer links liegen und gibt seinen Ego zu hibbelig pulsierenden Beats und massierenden Synthiebrummereien einen Push! Sein gezwungen wirkender Gesang hingegen lässt das aufgesetzte Spiel schnell auffliegen.
Der Breaker des Albums ist sicherlich sein Hit "Gotta get thru this" - es gab nicht wenige Club DJ´s die diesen Titel monatelang rotieren liessen - das sicherlich nicht ohne Grund, denn die 2Step marschierenden Beats klopfen jedes Knie weichen - die Synthies pumpen sich freudig die Tonleiter hinauf und herunter, während Bedingfields helles Stimmchen ein wenig nasal der verlorenen Liebe hinterhertrauert - dabei begeistert er vor allem im Refrain, welcher allein schon das Trommelfell in freudige Erzückung versetzt und den Hörer taumelnd wie Sanders zurücklässt! Auf der Partyschiene bleibt uns auch "Right girl" erhalten - diesmal wird aber wieder mehr mit HipHopbeats gespielt - etwas im Tempo gepitcht und mit Scratches unterlegt ballert sich dieser Track aufheizend ins Ohr - abwechslungsreiche orgelnde und bollernde Effekte sorgen für Stimmung, welche Bedingfields tlw. überfordert klingende Stimme im Refrain ganz gut weitergibt, was hier wohl auch an den im Hintergrund vorhandenen Sängern liegt - und dem eingängigen Rappassagen Nachdruck verleiht.
Zum zweitenmal zum Chartbreaker wurde Bedingfield mit eher ungewohnten Klängen - "If you´re not the one", lies ihn mit einer sanftmütigen Liebesballade an die Spitze der UK-Charts zurückkehren. Die streichelnd, dahinträufelnde Keyboardballade lebt vollends von Bedingfields klarem, hochkletternden Organ, welchem er in diesem Song besonders viel Freilauf lässt - dazu Zeilen wie ... "If you`re not for me, than why do i dream of you as my wife ?"... und fertig ist die Schmalzballade. Der nächste Hit aus diesem Album - lies das Abwechslungsreichtum des Albums kurz durchblicken. "He don´t love you like i love you". Eine Akustikgitarrenpopnummer mit eingängiger, tausendmal gehörter Hookline - stimmigen, harmonischen Gesang und einem um der Liebe Willen singenden Bedingfield - nichts großartiges, aber der Ohrwurmcharakter ist durchaus vorhanden.
Das dieses Album fast nur aus Hits zu bestehen scheint, macht "I can´t read you" ein Uptempopoptrack, welche mit rennend, trommelndem Beat und eingängigen Gitarrenhooks sich schon früh im Ohr festsetzt. Der davonlaufende Refrain wird erst beim Refrain von Bedingfield wieder eingeholt, eben dieser wirkt dann auch wie eine Befreiung des Titels - die Instrumente leben freudig auf und auch Bedingfields Stimme erreicht ein sehr melodisches, eingängiges Niveau ! Das bleibt einige Zeit im Ohr haften. Zurück zu seinen Electrobeatwurzeln kehrt Bedingfield mit "Friday" - dieses Werk erinnert irgendwie stark an Titel von Underworld, was wohl am exzessiven Einsatz von Drummachinebeats jenseits der zugelassenen BPM liegt. Der Titel pumpt, pulsiert, vibriert an jeder Ecke - dazu trägt auch Bedingfields hastiger, kurzatmiger Gesang bei, welcher seiner Liebe entgegensehnt und ihr Wiederkommen in einem clubtauglichen Refrain aufarbeitet, etwas was "Honest Questions" vollkommen fehlt. Diese laue Ballade, verliert sich zu sehr in Streicherpassagen und Bedingfields weinerlich, flüstender Stimme.
"Girlfriend" lässt Bedingfield wieder im Popgeschehen mitmischen - seine gnadenlos herausgepresst, zwanghafte Stimme macht nicht wirklich Freude - ansonsten sorgt der poppig, eingängige Beat und der gelungene Ohrwurmrefrain für Laune. Bei so einer Gute-Laune-Gitarrenpopnummer kann sonst eh nicht viel schief gehen. Eine mit 70ies Soul spielende Ballade findet sich bei "Without the girl" wieder - eine seicht dahinsiechende Ballade, mit übertrieben jauligem Gesang - "She´s my sunshine but her heart belong to another man". Da sorgen die selbstbewussten Drummer bei "Inflate my ego" für etwas mehr Eigenleben - dieser Song gehört mit Sicherheit zu den versteckten Highlights des Albums. Wenn dröhnend Bässe das Trommelfell massieren, danach Bedingfield kreischend zum Mikro greift und der 60ies Swingsound auf tanztauglich, urbanes Gewand eingehämmert wird - gehts wild zur Sache und ins Blut !
Die Akustikversion von "Gotta get thru this" sollte man nicht näher beleuchten - auch wenn es erstaunlich ist, wie gut eine Gitarre die treibenden Beats ersetzen kann - und welch ausladende Formen Bedingfields Organ doch erreichen kann, wesentlich interessanter ist da schon "Never gonna leave your side". Bedingfields nächste Schmuseattacke auf die geneigten Hörer. Diesmal von harmonischen, sphärischen Streicher- und Synthesizerwelten umhüllt, spielt er wiederum mit seinem hochgestimmten Gesang, als dann allerdings der spanische Gitarrero auftaucht, ists bei mir mit der guten Laune schon vorbei, darüber kann der Streichergetränkt, schmalzige Refrain dann zwar nochmal kurz hinweghelfen, aber dann ists auch schon vorbei. IF ONLY I COULD GET THRU THIS
Schon bewundenswert wie viele Hits Bedingfield hier auf dieses Album gepackt hat - der Shootingstar beweist dabei aber auch Abwechslungsreichtum. Anstelle wie "The Streets" durchgehend auf Garage und 2 Step Beats zu setzen lässt er auch mal poppige und Balladeske Elemente zurecht schrauben und wandert dann damit in die Charts.
Wie es z.B. mit seiner Ballade "If you´re not the one" geschah - mit welcher er von der Insel aus auch den Rest Europas eroberte. Nummern wie "He don´t love you like i love you" liessen ihn dann als Gitarrenpopsängerlein die Verkaufszahlen seiner CD´s nach oben schrauben, während sich der Rest Englands wünschte er würde doch nochmal so einen Dancefloorkracher wie "If i only i could get thru this" zaubern, mit welchem ihm der Durchbruch gelang. Das ganze hört sich jetzt ein wenig ironisch an - aber Bedingfield hat es wirklich drauf. Sein helles Organ klingt zwar sehr jungenhaft und in manchen Titeln ein wenig überfordert, aber die meisten Tracks kann er eben damit prägen und beinahe schon ein wenig verzaubern. Die Beats stimmen fast immer - die Ohrwürmer werden von Track zu Track gezüchtet - da freut man sich doch auf ein zweites Werk des sympathischen Jungstars ?
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30.04.2004 19:18
Der sagt mir gar nichts.. Gruss aus dem schönen Spreewald 11071984
29.04.2004 21:03
Jaja, bei dieser Scheibe habe ich auch schon überlegt... Und wenn sogar du sie gut findest, muss ja wohl etwas dran sein!
29.04.2004 20:37
ich mag ... "If you´re not the one" ... meine Frau fast den ganzen Rest des Albums ... so gesehen eine verdächtige Platte, die mir Angst macht ... *gg* .... Gruß Stübi