Fuck art - let's ROCK! (Teil 2)
18.03.2001
Pro:
tritt Arsch
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 6killer
Über sich:
Zwischen Leber und Milz paßt noch ein Pils.
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Erfahrungsberichte:276
Vertrauende:93
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„Grande Rock“ lautet der Titel dieses 99er Albums der Hellacopters, und der Name ist Programm. Die Vorgänger wiesen alle neben Rock’n’Roll eine starke Punk-Attitüde auf, die hier nicht mehr zu finden ist. Der Bandsound hat sich durch die deutlich bessere(n) Produktion und Arrangements vom „trashigen“ auf „Payin’ the dues“ wegentwickelt, die Songs klingen nach Ikonen der 70er Jahre wie „Kiss“ oder auch „Grand Funk Railroad“. Und so klingt auch der Sound, v.a. die Gitarren sind die puren 70er: druckvoll mit ziemlich viel Mitten. Es wird sicherlich Leute geben, die der Wegfall einer großen Portion Dreck im Sound stört – ich befürworte aber diese Entwicklung. „Grande Rock“ ist dadurch nämlich keineswegs langweilig geworden – es klingt eher so, als hätte es die 80er und 90er Jahre und die damit einhergehenden musikalischen Entwicklungen gar nicht gegeben. Reine Nostalgie, ohne verstaubt zu klingen - einfach guter (Hard-)Rock, teilweise fast Glamrock ohne jegliche Einflüsse aus dem Alternative- oder Punkbereich.
Der Opener trägt den Namen „ACTION DE GRACE“ und dauert nur etwas über 2 Minuten. Anfangs wimmert eine Gitarre in der Ferne, Gesprächsfetzen schaffen eine Art Live-Atmosphäre. Nach einer halben Minute setzen dann die Gitarren mit dem Hauptriff ein und eröffnen einen soliden Rockkracher mit ein paar knackigen Gitarrensoli. „ALRIGHT ALREADY NOW“ ist der zweite Song, die Strophen und der eingängige Refrain klingen hier gar nach „Rainbow”. Gitarre und Bass stehen sich vor einem Bluesharp-Teil in kurzen Soloparts gegenüber.
Der dritte Titel „MOVE RIGHT OUT OF HERE“ klingt stark nach „Kiss”, sowohl bei den Gitarren als auch der Hookline. Mit „WELCOME TO HELL“ folgt der erste Höhepunkt der CD. Die Gitarrenriffs erinnern an die „Rolling Stones“, und typische „Wu-huu“-Frauenchöre zitieren zusammen mit dem Text „Sympathy for the devil“. Sehr schön sind auch die langen Gitarrensoli sowie ein kurzer zweistimmig gespielter Gitarrenteil, im Hintergrund unterstützt eine Orgel noch den Song.
„THE ELECTRIC INDEX EEL“ besitzt ein reisendes, schnelles Gitarrenriff und klingt einmal mehr nach „Rainbow”. Im fünften Song „PAUL STANLEY“ wird „Kiss“ Tribut gezollt, damit ist auch der Stil des Stücks nicht schwer zu erraten.
Es folgt mit „ANGEL DUST“ der obligatorische Nur-Vinyl-Track der Hellacopters. CD-Käufern entgeht damit ein relativ typisches, schnelles Stück 70er-Jahre-Hardrock, das auch von den „Scorpions“ oder „UFO“ stammen könnte. Höhepunkt Nummer zwei ist dank des großartigen Riffs und der Ohrwurmqualitäten des Refrains der achte bzw. siebte (auf CD) Titel „THE DEVIL STOLE THE BEAT FROM THE LORD“.
„DOGDAY MORNINGS“ ist ein lautes, schnelles Hardrock-Stück mit einem weiteren tollen Refrain. „VENUS IN FORCE“ beginnt mit verfremdeten Gitarrensounds, die in ein diesmal etwas langsameres Stück münden.
Bei „5 VS 7“ ist im Hintergrund eine akustische Gitarre zu hören, das Stück ist ebenfalls eines von der langsameren Sorte (aber beileibe keine Ballade!). „LONELY“ gibt wieder etwas Gas, Riff und Leadgitarre klingen wieder wie direkt aus den 70ern herübergebeamt, der Refrain erinnert stark an „Kiss“ und Konsorten.
Das letzte Stück „RENVOYER“ begeistert mit dem großartigen, enorm druckvollen Gitarrenriff. Der Song ist ein abschließendes Instrumental mit Bluesharpunterstützung, das „Grande Rock“ auf angenehmste Weise ausklingen lässt. Mein Fazit: Auch wenn die Hellacopters sich zu einem etwas kommerzielleren Sound weiterentwickelt haben, gefallen sie mir hier deutlich besser als noch auf „Payin’ the dues“. Die hervorragenden Songs und die gute Produktion machen das Album zu einer Pflichtplatte für alle, die sich für die 70er Jahre bzw. einfach gute Rockmusik begeistern können.
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23.03.2001 22:59
Die Grande Rock gefällt mir nicht so, dafür aber die "High Invisibility" sehr, wenn diese auch etwas glatt produziert ist (oder gerade deswegen ?!). Gruß, Madball.
21.03.2001 00:21
Mag den Style der Platte auch! Mein favourite: Hey Gruss Marrick