... Wo jeder Studioengineer sicher bereits resigniert den Kopf schütteln würde, fangen die Truckfighters auf Gravity-X erst an. Man nehme einen schnelleren Kyuss-Song von der "Sky Valley", einen Radiowecker mit 2.000 Watt und einem kühschrankgroßem Subwoofer - und lege einen Teppich drüber. ... Bericht lesen
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Erfahrungsbericht von Ursenfuns über Gravity X - Truckfighters 14.12.2006
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
exzellent
Klangqualität:
ausgezeichnet
Langzeithörspaß:
wird nicht schnell langweilig
Pro:
Sound, Sound, Sound
Kontra:
Teilweise sehr langatmig . Fehlende Höhepunkte
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Ich jage mit meinem 400PS-Buggy durch die Wüste, den Kofferraum voller Kokain. Hinter mir, keinen Deut langsamer, verfolgt mich mexikanisches Militär in nukleargetriebenen Hover-Tanks. Von rechts rollt ein gigantischer Sandsturm auf mich zu: Eine von Horizont zu Horizont reichende Feuerwand, hunderte Meter in den Himmel ragend. Eine Feuerwand deshalb, weil der Sand von der zum roten Riesen aufgeblähten Sonne, die selbst den größten Teil des Himmels bedeckt, in flammendes Licht getaucht wird. Das fällt mir allerdings kaum auffällt, da meine Aufmerksamkeit von den Meteoriten beansprucht wird, die um mich herum einschlagen. Wie gut, dass ich meine Truckfighters-CD dabei hab, denn einen besseren Soundtrack könnte es in diesem Moment überhaupt nicht geben.
:::: Die Band ::::
Ich weiß zwar nicht, wo es in Schweden Wüsten gibt, aber das Wüstenrock-Genre ist in Skandinavien ja sowieso relativ stark. Und in Örebro - der Heimat der LKW-Kämpfer - ist es vielleicht auch eher Tundra- und Steppenrock. Auf jeden Fall hört man Paco, Dango, Ozo und Fredo in der Tat nicht an, dass ihre Musik im frostigen Knäckebrötland, und nicht im kalifornischen Wüstendorf entstand. Zumal sie sich laut ihrer Bandbiographie auch in einer Wüste trafen. An einer einsamen Tankstelle, als Ozo während dem Betanken seines 68er Mustangs ein paar Weisen auf der Akkustikgitarre spielte
:::: Der Sound ::::
Der Truckfighters-Stonersound ist so kompromisslos brachial, wie ich es vorher noch nicht gehört hab. Wo jeder Studioengineer sicher bereits resigniert den Kopf schütteln würde, fangen die Truckfighters auf Gravity-X erst an. Man nehme einen schnelleren Kyuss-Song von der "Sky Valley", einen Radiowecker mit 2.000 Watt und einem kühschrankgroßem Subwoofer - und lege einen Teppich drüber. Vielleicht klingt das dann ähnlich.
Dieser Sound hat dazu geführt, dass ich die Band das erste Mal bei myspace hörte, und die Cd bereits bestellt hatte bevor das erste Lied zu Ende war. Allerdings ist der Sound ziemlich polarisierend, will heißen, ich habe Kollegen, die sind begeistert wie ich, andere finden ihn furchtbar.
:::: Die CD ::::
Bzw der Hühnerfuß: Die Truckfighters machen leider nicht viel aus ihrem Potential. Die Songs selbst könnten spannender sein und lassen leider Höhepunkte vermissen. In der Band hat definitiv die Gitarrensektion den Hammer in der Hand - und der Sänger nimmt oft nur das, was ihm übrig gelassen wird.
Nervig ist von Zeit zu Zeit auch das oft minutenlange Herumgereite auf einem simplen Riff. Ich weiß, es gibt Leute, die mögen so etwas, aber ich benutzte dann die Skiptaste. Die stärksten Songs sind für mich dann auch die, die nicht künstlich auf 7 Minuten und mehr ausgedehnt wurden.
:::: Fazit ::::
Über Musik schreiben ist zwar wie zu Architektur tanzen, aber es macht viel mehr Spaß. Langer Rede kurzer Sinn: Die Platte ist gut, könnte besser sein, gewinnt aber nach einigen Hörgängen. Der Sound ist unglaublich Hört's euch bei myspace an, es ist die Mühe wert.