Erfahrungsbericht über

Greatest Hits - Billy Idol

Gesamtbewertung (7): Gesamtbewertung Greatest Hits - Billy Idol

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Discotiers Yell !!

4  15.11.2002

Pro:
Rebellische Billy Idol Gesangseinlagen zu tanzbaren Rhytmen

Kontra:
2 Lückenfüller am Ende  !

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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Senilm

Über sich: FREE Musicjournalism // The world ends on a sunny day // Sympathy for Empathy // Alive and kicking....

Mitglied seit:09.06.2001

Erfahrungsberichte:1040

Vertrauende:132

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 57 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Yeah it´s Discotime again...

Discotier is back again - und ihr wisst ja was das bedeutet... Funk und Disco ist angesagt !

Doch irgendwas ist seit meinem letzten Ausflug in die örtliche Disse ordentlich schief gelaufen...
Da lauschte ich stundenlang den Klängen von "Earth, Wind & Fire"`s Definitive Collection und fand mich plötzlich in der Zukunft wieder...

Nun cruise ich gedankenverloren durch die dunkle Nacht - mein Opel Gt erntet nur spöttische Blicke und auch selbst schein ich hier total fehl am Platze!

Das macht mich fertig, ganz ehrlich - ich bieg jetzt einfach mal hier in diese Seitenstrasse rein ...
hier scheint ja was größeres los zu sein - massig Menschen hier am Auflaufen!
Alle drängen in eine ziemlich verwahlost aussehende Lagerhalle hinein - wo wir gerade bei verwahlost sind - auch die Menschen sehen ziemlich verwahlost aus hier!

Na aber was solls, vielleicht erfahr ich hier ja mehr darüber was mit mir passiert ist...

In einer ziemlich langen Schlange stehen hier Typen mit hochgegelten Haaren - schrägen Nietenhalsbändern, zerrissenen Jeans und Cowboystiefeln mit Nietengurten rum - das ich da mit meinem Polyesteranzug falsch bin, dürfte wohl klar sein!
Aber irgendwas im Unterbewusstsein sagt mir ich muss hier rein - da seh ich dann auch endlich ein Plakat!

Das prangert hier den neuen Punkstar an - Billy Idol!
Don`t miss Billy - heisst es da in großen Lettern.
Na Billy scheint wohl auch ein Opfer der Zeit geworden zu sein - 1982 soll er sein erstes selbstbetiteltes Album veröffentlicht haben, bevor er 1984 mit Rebel Yell zum Superstar aufstieg.
"Whiplash Smile" und "Charmed Life" festigten seinen Rockstarstatus bis in die 90er Jahre hinein - wo dann ein paar schlechtere, grottige Cyberalben für den Untergang seines Statusses sorgten!


Ich dräng mich durch diese verpennten Gestalten hindurch, hinein in diese dreckige, verschwitzte Lagerhalle - an deren anderen Ende eine provisorische Bühne aufgebaut ist !
Dort leuchten viel zu tief angesetzte Strahler dem tumulthaft rodenden Publikum direkt in die Fresse!
Sieht nicht nach der gewohnten Disse mit Discokugel und strahlendem Tanzboden aus!
Den Blicken der anderen Zuschauer nach, bin ich hier so passend wie ein Altenheim!

Aber plötzlich drischt sich ein Schlagzeug wie wild nach vorne - und eine schrammelnd, zirpende Gitarre prescht nach vorne!
Aus dem Nichts sieht man einen blonden Wüstling auf die Bühne springen und wie ein Derwisch "Dancing with myself" anstimmen! Mit eingängiger Bebeatung scheint es ihm ein leichtes seine Lyrics zum besten zu geben - mit einer Stimme die irgendwo zwischen Elvis und Michael Jackson liegt - macht er klar, warum Senilm ihn als Mischung zwischen "Elton John und Iggy Pop" bezeichnet - denn das hier sind poppige Tanzrhytmen geppart mit einer punkigen Attitüde!
Aber ich muss zugeben, der Titel geht wirklich swingend in die Hüften.

Eine eindrucksvolle Schlagzeugkulisse poltert auch bei "Mony, Mony" einher - dazu sorgen diese unsäglichen strömenden Synthies für abwechslungsreiche Stimmung - ausgelassen, sich selbst feiernd rockt der blonde Lederjackenträger da vorne richtig ab - und auch das Publikum scheint seiner Motivation zu folgen !
Für mich wird es wohl eher Zeit mich etwas in den Randbereich zu verziehen - und mir diesen "Artisten" da mal näher anzusehen!
Was mich gar verschreckt bei diesem Titel sind diese weiblich energischen Stimmen, mit denen sich dieser Billy im Refrain ein Gesangsduell liefert - und scheinbar haben die Mädels gewonnen, denn wenig später dürfen Sie bei einem eingängigen Pianosolo händeklatschend ein Solo anstimmen.

Anscheinend ist dem wütenden Mann davorne schon die Energie ausgegangen - denn "Hot in the City" schwelgt auf sanftpulsierenden Beats und massierend fierpenden Synthesizerklängen dahin !
Eine leichte Rauhigkeit in seiner Stimme lässt er auch noch ganz angenehm rotzig rüber - dazu wird er frohlockend wieder von den jungen Damen begleitet.
Eingängig er energische Refrain mit seinem imposanten Gesangseinsatz.

Eindeutig die Gitarrenfraktion herrscht dann aber bei "White Wedding" wieder vor - hier sorgt wieder die eingängig, tanzbare Beatrhytmik für sofortigen Ohrwurmcharakter! Die Meute hüpft und spring..."Hey little sister what have u done ?"
als ich der Bühne näher komme, fällt mir die Gestik des Blondlings auf - seine nervöse Oberlippe zuckt im Takt des Beats und seine Bohlen-Faust ballt er auch nicht nur einmal in diesem Track !
"Hey little sister - who`s your superman ?"
Die riffende Gitarre mit ihrem stakkato, abgehackten Charakter treibt den Titel voran - und verliert sich dabei immer wieder in melodischen Passagen.

Scheinbar ist jetzt irgendwas am Kochen - denn wie verrückt trampeln mir diese Punks jetzt auf den Füssen herum - "Last night a little dancer came dancin to my door.." gröhlt die Menge ihrem Mentor nach! "Rebel Yell" drückt mit einer gewaltigen Kombination aus trommelnder Eingängigkeit, druckmachender Gitarrenklängen und Keyboardakrobatik durch den Raum - und lässt den Sänger dabei zum wilden Energiebündel werden!
Sein ins Geschrei abgleitender Refrain - wird gefolgt von eingängigen nach vorne preschenden Gesangseinsatz - der ohne Unterlass direkt ins Gehör geht! Das drückt und ich muss sagen, daß macht auch mir Laune - irgendwie bewegen sich meine Zehen auch schon auf und ab! --- das gewaltige Gitarrensolo mit dröhnenden Riffs lässt mich dann aber doch einen Schritt zurücktreten.

Deutlich ruhiger und elektrischer geht es da "Eyes without a face" an - hier steht zwar der Drumcomputer mit programmierter pulsierender Betaktung im Mittelpunkt, während ansonsten klingelnde beglückende Klänge für Stimmung sorgen - doch Billy Idol`s gesangliche Wandlungsfähigkeit imponiert mir hier schon sehr!
Mit ruhiger, bestimmter Stimme spult er diesen Titel souverän herunter - wie auf Kommando setzen süssliche Frauenstimmen beim Refrain ein - während er mit Elvismässiger Baritonstimme diesen routiniert führt.
Eine jammende Gitarre, mit zerrendem Charakter bringt dem Titel zum Ende hin zwar noch etwas Rockcharakter mit ein, doch ändert das nichts am ruhigen Charakter des Songs.

Plötzlich schubst mich jemand von hinten - und reisst mir die Ärmel von meinem Polyesteranzug - als ich ihn darauf aufmerksam machen will - steh ich schon mitten in der Meute erhitzter Gemüter!
"Do you like good music - do you like to dance?"
hör ich nur noch - während verträumt melodisch strömende Gitarren den Titel langsam Leben einhauchen - und ich plötzlich hin und hergeschoben werde !
"Face to face - and back to back - you see and feel my sex attack"
Dann wird die Gitarre etwas aufdringlicher und auch der Schlagzeuger stimmt etwas temporeicher mit ein!
Billy ballt seine Faust und schreit inbrünstig "Flesh for Fantasy" heraus - dann verfällt der Titel wieder in einen ruhigeren Zustand - nicht aber die Meute die mich wüsten Körperkontakten aussetzt.
Der letzte dieser befördert mich auf den verschmutzten Boden...

"Catch my fall" schrei ich da - und siehe da, daß ist auch der nächste Titel den der Schlagzeuger eingängig taktend - und die Gitarren mit melodischen Hooks anstimmen. Plötzlich sorgen orgelgleich klingende Klimpereien und Saxophonist für bisher nicht gehörte Stimmung - etwas zu sehr mäandernd geht Billy Idol hier etwas zu halbherzig an die Sache heran, während ich mich wieder aufrapple.

Dabei verkrall mich mich in einen dieser Lederröcke und sehe plötzlich unsäglich grässliche zerrissende Strumpfhosen vor mir - ein Blick nach oben - und ich seh in das Gesicht einer kaugummikauenden blonden Mittzwanzigerin - die mich grinsend am Kragen packt und gemeinsam mit Billy "Got to be a lover" anstimmt!
Ein fiebrig antreibender Beat - panisch, nach vorne preschende Pianospielereien und ein ausgelassener Billy Idol pretschen hier voran ! Während ich mich noch aus den Klauen der Blondine befreien will - flehe ich "Have mercy baby..." und plötzlich kreischt dies auch Billy wie ein wildgewordener Gockel durch die Halle! Beinahe orgiastisch schreitet der Titel fortan mit enormer Energie voran - während mich die junge Dame in den hinteren Bereich der Halle zerrt.

Auf dem Weg dorthin werden wir plötzlich von elektrisch verspielten Synthesizerklängen begleitet - welche sich einen pulsierend takt angebenden Beat als Grundlage nehmen und mit spärlichen Gitarrenspiel langsam Stimmung erzeugen ! Diese kommt aber erst richtig auf - als dröhnende Synthies über die riffend auflebende Gitarre brettern und sich dabei Billy Idol energisch auslebt - dabei wiedermal ins Schreiende abgleitet - und am Ende ausgelastet schnaubend am Bühnenboden liegt.

Hinten schmeisst mich das rabiate Mädel auf eine schäbige Couch und beginnt plötzlich romantisch zu werden - zu meinem Unheil scheint dies auch die Musik zu tun ! Eine verträumt dahinströmende Akustikgitarre und sanfteingängige Betaktung lassen die Energie des Stroms deutlich missen! Mit leicht angeschlagen klingender Stimme träumt Billy von seiner "Sweet Sixteen" - apropos Sixteen - wie alt das Mädel wohl wirklich sein mag ?
Doch als Sie mich so nach hinten in die Couch drückt - lass ich mich von den wogenden Klängen treiben... *g*

Irgendwas scheint das Mädel plötzlich wie ein Blitz zu treffen - eine riffende Gitarre und ein aufdringlich in die Knie und Hüften gehender Beat lässt Sie wie einen Gummiball zurück in Richtung Tanzfläche rennen... "Rock the Cradle of love.."
..."Love comes a million ways - shakes the devil and misbehaves" ! Verwirrt sitz ich nun da - und beschliess mich auch zurück ins Getümmel zu werfen !
Der Titel tritt das Kleinhirn einfach unweigerlich mit nem Stiefel an - das kickt und in Kombination mit Billy Idols Vibratostark klarer Stimme kommt hier richtig Stimmung auf !

Ohne Unterlass trommelt sich auch "L.A. Woman" nach vorne - der Schlagzeuger scheint ein indischer Gott mit acht Armen auf Speed zu sein - hier wurde der Knopf zum Abrocken gedrückt !
Die Gitarren klirren - eine wildgewordener Pianoartist stürtzt sich auf seinen Klimperkasten und auch Billy Idol schreit, rotzt und brüllt sich energisch wie selten durch diesen ausgelassenen Titel !

Eine riffende, stromlastige Gitarre dröhnt dann plötzlich vibrierend durch die Menge - "It was a night - oh what a night - LA burning bright..."
Der Takt setzt ein - und die Gitarre setzt sich auf einem genialen Hook fest ! Energisch kreischt sich Billy durch den Refrain - und lässt "Shock to the System" zum genialen Cyberpunkevent werden !
Während ich verschwitzt meinen Kopf auf und abkreisen lasse und dabei mich in der wilden Menge verliere - pretschen mich die Vocals und wüsten Verbalattacken Billy´s immer weiter nach vorne!
Plötzlich durchzuckt mich ein Stromschlag – der mich zu Boden drückt – was ist geschehen ?

Tja und plötzlich scheint alles so seltsam psychedelisch verworren ...

Jetzt will er es arg akustisch angehen - der Billy - mit akustischen Instrumenten verkündet er nun "Rebel Yell" in der Akustikversion mit ordentlich jubelndem Publikum im Background - wirds jetzt akustisch energisch - aber eben doch nichts neues!

"Don`t you forget ( about me )" lässt Billy als Coverartist wiederkehren - die Simple Minds hat er sich ausgesucht ! Zu peinlich ploppenden Beats - noch peinlicheren DeltaBlues - Gitarren und der komplett geklauten Synthieplackerei des Originals lässt sich BIlly hier gesanglich aus!
Ein Lückenfüller --- doch die Menge tobt und kreischt immer noch --- ich mach mich derweilen auf, die wilde Horde in Richtung Ausgang zu verlassen!

Durchgeschwitzt und taub in den Ohren steh ich nun draussen vor der Halle - es hat zu regnen begonnen - aber ich bin glücklich !
Was für ein Sound - was für eine Nacht !
Und warum sieht hier draussen wieder alles so nach den Siebzigern aus... ?

Billy Idol kann wirklich nur als eine Mischung zwischen den eingängigen tanzbaren Poprhytmen des Phil Collins und der rockig rotzigen Punkattitüde eines Iggy Pop bezeichnet werden !
Das beweist er in allen seinen Tracks - ob das nun die energischen Gassenhauer wie "Rebel Yell" oder "Flesh for fantasy" sind - die eingängigen Tanzrhytmen bei "Dancing with myself" oder die akustische Stimmung bei "Sweet Sixteen" - Billy ist ein ganz großer gewesen !

Leider sind die beiden letzten Titel doch klare Lückenfüller - da hätte man vor allem noch "Speed" vom Soundtrack des gleichnamigen Films mit dazu packen können !

------------>MUSIKQUIZ IM PROFIL!
... wer nich mitmacht, muss meinen BIC Runga Bericht von heute in der früh lesen *g*
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
SportfreundEmma

SportfreundEmma

18.11.2002 00:56

Don´t you in einer Billy Idol version. Klingt eigentlich sehr reizvoll, aber du warnst ja davor. Wahrscheinlich so schlimm wie mein letzter Karaoke Auftritt mit selbigem Song

Schejtan

Schejtan

16.11.2002 02:06

ts...den bic runga bericht hab ich doch schon gelesen...und beim musikquiz mach ich nicht mit!!! ;) (auch kein hiphop...braver senilm)

Volker111

Volker111

15.11.2002 19:41

unterhaltsam geschrieben ;-)

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