"Quetsche,Melodica, Pop & Rock "
04.04.2010
Pro:
+ die meisten der Hooters - Hits sind hier zu finden
Kontra:
- einige Hits findet man nur auf dem "Volume 2" . . .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Hollgo
Über sich:
★ Nichts ist manchmal besser als wenig...★
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Das "Greatest Hits Vol.1" Album der Hooters kaufte ich schon kurz nach dem Erscheinungstermin im Jahre 1993 bei "Top Tec", eine Handelskette, die es heute schon gar nicht mehr gibt, für wirklich sehr günstige 9,99 DM, was in etwa den Betrag von 4,87€ ausmacht. Besonders durch ihre Hits wie "All You Zombies" und "Karla With A K" waren sie während den 80´ern irgendwie mit ihrer recht eigentümlichen Musik, die aus einer Mischung aus Irish Folk und Pop-Rock besteht bei mir "hängen" geblieben, somit waren die "Greatest Hits" für mich jedenfalls "Pflicht".
Die Hooters in den 80´ern und 90´ern Im Jahre 1980 gründete sich die Band mit dem vielsagenden Bandnamen "The Hooters", was zu deutsch nichts anderes als "Die Hupen" bedeutet. Der Bandname soll auf die gerne von der Band eingesetzte Hohner Melodica hinweisen, eben jenes Tasten-/Blasinstrument, welches der eine oder andere eventuell aus dem Musikunterricht in der Schule kennt. Neben diesem, etwas ausgefallenen Instrument, setzten und setzen die Hooters auch gerne sogenannte "Quetschkommoden", besser bekannt als Akkordeon/Schifferklavier für viele ihrer Musikstücke ein, meist als Intro oder zum Abschluss eines Songs. Ihre Musik kann man als Mischung aus Elementen des Folkrocks mit Pop-& Rockstilelementen und Einflüssen aus Reggae und Ska-Musik bezeichnen. Die Songs der Hooters tragen jedenfalls eine eindeutige, charakteristische Handschrift der Band. Hört man einen ihrer Songs im Radio, weiss man sofort, welche Band man da gerade hört. Der Erfolg der Band in den 80´ern war zunächst nur auf Darbietungen in Clubs der "Independent"-Szene beschränkt, bald aber hatten sie erste Erfolge mit ihrem Hit "All You Zombies" (1985) oder "Hanging On A Heartbeat". In den 90´ern ging es mit dem Erfolg in den USA langsam zu Ende, dafür kamen die Hooters jetzt in Europa immer besser ins Geschäft, bis sie sich 1995 zugunsten von Soloprojekten der einzelnen Bandmitglieder "vorübergehend" trennten. Seit 2001 sind sie wieder vereint, konnten aber nicht an frühere Erfolge anschliessen. Das dem Bericht zugrunde liegende "Greatest Hits" Album ist nur als "Volume 1" zu sehen, weitere Hits der Hooters sind auf dem 1994 erschienen Album "Greatest Hits - Volume 2" vertreten, welches ich auch habe... Man kann sagen: ihre Hits haben sie gut über beide Alben verteilt.
Das Cover
Vor einer groß im Bild wehenden, amerikanischen Flagge sieht man die fünf Bandmitglieder locker nebeneinander aufgereiht mit ihren Instrumenten "bewaffnet" teilweise sitzend, teilweise
Bilder von Greatest Hits - The Hooters
stehend. In großen Lettern finden wir in der oberen rechten Ecke den Bandnamen "The Hooters" und darunter etwas kleiner "Greatest Hits". Die Rückseite des Covers wird von der gleichen, großen US-Flagge dominiert, ist aber im Vergleich zum Frontcover deutlich abgedunkelter im Bild zu sehen. In weisser Schrift lesen wir hier die Titelliste incl. Laufzeitangabe.
Songs in der Einzelkritik
In dieser Rubrik gehe ich nur auf die Songs näher ein, die so meine persönlichen Favoriten auf dem Album sind. Generell kann man sagen, dass die Hooters durchaus einfach gute Musik gemacht haben und so etwas wie absolute "Durchhänger" auf dieser CD schwer zu finden sind. Dennoch haben sich für mich einige Favoriten herauskristallisiert, die ich näher vorstellen möchte. Die nicht bedachten Songs liste ich nur der Vollständigkeit halber hier auf und gebe hier nur einen "ein Satz muss reichen" - Kommentar dazu ab. 1.) All You Zombies ( 5:58)
Mit dem sowohl atmosphärisch als auch inhaltlich wohl eindrucksvollsten Stück der Hooters beginnt die "Greatest Hits"-Sammlung der Band. "All You Zombies" war wohl einer DER Superhits der Hooters aus den Jahr 1985. Diese Atmosphäre ist angesichts des Inhalts auch kein Wunder, geht es doch um nichts anderes als die, vielleicht bekannten, Erzählungen von Moses und Noah aus der Bibel. Moses, der sein Volk gegen den Widerstand des Pharaos aus Ägypten führte und Noah, der ,allein auf Gottes Wort vertrauend, die berühmte Arche baute, um der bald einstürzenden Sinnflut zu entrinnen. Im Refrain werden alle Leute in "hohen Positionen" vorgewarnt, dass bald alles zusammenfallen werde. Musikalisch kreierten die Hooters textbegleitend düstere, recht hartrockige Gitarrenriffs - irgendwie erwartet man doch, dass es bald donnert und blitzt - aber so sind eben bibelfeste Texte dramatisch vorzutragen... Instrumentalisch wirken bei diesem Song neben den E-Gitarren auch ein druckvoller Bass, der den reggae-ähnlichen Rhythmus des Songs zusätzlich betont genauso wie Synthesizer und eine Mandoline mit. 2.) Satellite (4:18)
Das zweite Stück ist, im Vergleich zu "All You Zombies" längst nicht so massiv und wuchtig gehalten. Bei dem 1988´er Hit "Satellite" handelt es sich um ein von Folkelementen angehauchtes Pop-Rock Stück der gehobenen Art. Inhaltlich geht es auch wieder um ein theologisches Thema: die falschen bzw. selbsternannten Verkünder des Herrn, die in der Welt herumziehen, teure Autos fahren und alle Welt durch ihre Irrlehren betuppen werden recht treffend beschrieben. Dabei ist die Melodie durchaus fröhlich gehalten und wird von den klassischen Rock-Instrumenten und der markanten Stimme des "Lead-Vocalisten" Rob Hyman gekonnt vorgetragen. 3.) And We Danced (3:48)
Mit der Hohner Melodica im Duett mit einer Mandoline beginnt dieser Song aus dem Jahr 1985 typisch "hooterisch". Nach dem gekonnten, aber recht kurzem Intro übernehmen wieder recht heftige Rockgitarrem das Folk-Rockregime. "And We Danced - Like A Wave On The Ocean Romance", so klingt es uns in diesem Song des öfteren entgegen. Dieser Tanz muss wohl etwas gang besonderes und erfreuliches gewesen sein, denn die "gute Laune" des Sängers überträgt sich in diesem Song absolut auf den Zuhörer. Dazu klingt immer wieder auch die zu Beginn des Songs noch im "Duett-Modus" stehende Melodica dann und wann immer wieder durch. Wenn mein Musiklehrer gewusst hätte, was man sonst noch für Songs mit diesem Instrument alles so spielen kann... Irgendwie passt sie aber sehr gut in den Song hinein... 4.) 500 Miles (4:24)
Eine etwas traurig gestimmte "Melodica" begrüsst und zum 4. Stück der Platte mit dem Titel "500 Miles". Dieses Stück ist schon mit einer gehörigen Prise Reggae "gewürzt", denn unverkennbar dominiert der von diesem Musikstil bekannte Grundrhytmus das Stück. Dazu beklagt der Song so etwas wie Sehnsucht nach der Heimat, da man ja so weit fern der Heimat ist. Nicht zuletzt deshalb ist auch ein gehöriger Schuss an Blues in diesem Stück enthalten. Die Wirkung des Songs auf den Hörer ist deshalb auch ein wenig mit dem Adjektiv "melancholisch" zu beschreiben. 5.) Don´t Knock It Til You Try It (4:15)
"Gib nicht auf, bevor du es probiert hat" - so könnte man den Titel des Songs übersetzen. Inhaltlich klagen die Hooters den mangelnden Willen der Mitmenschen an, Dinge, die im Argen liegen,aktiv anzugehen und zu verbessern - man könnte dies als Aufforderung zur Zivilcourage auffassen. Musikalisch finden wir auch hier wieder einen guten Schuss an Reggae-Elementen dieses Mal in Verbindung mit einer "Quetsche" und einer Mundharmonika vor, die für einen ordentlichen "Folk"-Anteil in diesem doch eher Mainstream-Rock-Popmix-Titel sorgen. 6.) Day By Day (3:23)
OK, dieser Song ist nicht so mein Fall, zwar rockt "Day By Day" recht ordentlich ab, aber melodisch komme ich hier zu keinem guten Urteil... 7.) Where Do The Children Go (5:27)
Tja, wohin gehen die Kinder, wenn sie erwachsen sind ? Diese Frage stellen die Hooters hier auch in Anlehnung an die "Rattenfänger von Hameln" Geschichte inhaltlich. Der Song ist eher eine der gemütlich-ruhigen Sorte und wird von einer gut gespielten Mandoline mit getragen . Ein wirklich sehr angenehmer Titel der Hooters. 8.) Johnny B (4:00)
Irische Flötentöne, dazu eine Mandoline - das sind die Instrumente, die den Hooters - Hit "Johnny B" aus dem Jahre 1989 einleiten. Die Grundstimmung des Songs ist eher ein wenig "sentimental traurig", denn fast anklagend wird uns die Geschichte eines Johnny B. erzählt, der auf eine Frau herein fällt, die einfach nicht gut für ihn ist. 9.) Fighting On The Same Side (4:08)
Dieser , fast lupenreine, Folkrock - Song nimmt die vermeintlichen Widersprüchlichkeiten einer Liebesbeziehung mit Anleihen aus dem amerikanischen Bürgerkrieg aufs Korn. Obwohl sie täglich (miteinander) kämpfen, stehen sie doch eigentlich auf derselben Seite. Instrumentalisch fallen besonders das auch hier wieder eingesetzte Akkordeon, die Hooters-typische Mandoline und die ebenfalls klassische Melodica auf, die dem Song die besondere Hooters-Note verleihen. 10.) Brother Don´t Walk Away (4:27)
Dieser Song ist eine ganz nette Ballade, aber verglichen mit den wirklich großartigen Hits durch eine eher durchschnitte "Hooters"-Nummer. 11.) Karla With A K (4:42)
"well I'm here all alone / a wind blows home /we'll find it someday/there's no reason to cry /for days gone by /oh, karla, we can make it if we try" Dieser Song ist ohne Frage mein Lieblingssong auf diesem Album. Fröhlich beginnt der Song schon mit der Hohner-Melodica,die mit einer Mandoline gut gelaunt um die Wette spielt, aber schon nach wenigen Sekunden übernehmen die kräftigen Gitarrenklänge das Regime und kraftvoll wird uns die Geschichte von "Karla, mit K" erzählt, die dem Sänger wohl immer wieder "abhanden" kommt, der sich aber immer wieder nach ihr sehnt, bis er irgendwann doch die "Hoffnung" aufgibt und resigniert zugibt, dass man nun auch gerne einen Hurrikan nach Karla mit K benennen darf. Irgendwie macht der Song dennoch wirklich gute Laune.
12.) Nervous Night (3:58) Eine eher klassische (Country)-Rocknummer ist "Nervous Night". Irgendwie will der Song bei mir aber nicht so "zünden", nicht schlecht, aber insgesamt doch eher durchschnittlich, obwohl wir hier sogar ein Saxophon-Solo zu hören bekommen, worauf ich normalerweise ja schon ein wenig "abfahre".
13.) Give The Music Back (5:14) Da ist sie ja wieder. Die Melodica leitet ein fast akkustisches Stück der Hooters ein, welches außer einer Akustikgitarre mit einer irischen Flöte begleitet wird. Keine Ahnung warum, aber irgendwie macht dieses Stück schon fast depressiv, weil ja alles so furchtbar ist: den Rock haben "sie" (wer immer das auch sein mag) geklaut, den Blues haben sie geklaut und auch sonst fehlen viele bekannte Stilrichtungen, die "sie" (wer immer das sein mag) gefälligst wieder zurück geben sollen...
14.) Mr. Big Baboon (3:53) Den Intro bestreitet dieses Mal ganz allein das Akkordeon, welches bald im Rock "n" Roll-Rhythmus von Gitarre und Akkordeon im Duett und auch im Wechsel getragen. Dabei geht es um "Mr. Big Baboon", der quasi "Herr im Tierreich" ist und sich alles nimmt, was er möchte. Eine Parabel also auf den Menschen und seinen Umgang mit der Natur, der hier recht fetzig persifliert wird.
Fazit
Die Musik der "Hooters" ist schon etwas spezielles. Durchaus nicht leichte Texte und Inhalte eingekleidet in sehr solide vorgetragenem Pop-Rock mit vielen Folk-Elementen und teilweisen Anleihen aus dem Reggae, neben den - für Pop-Rock - klassischen Instrumenten auch getragen von für diese Musikrichtung doch recht ungewöhnlichen Instrumenten wie der Hohner Melodica, dem Akkordeon, dann und wann irischen Flöten und einer Mundharmonika, teilweise mit Saxophon-Einlagen , ja das ist schon eine ungewöhnliche Mischung, die aber zu recht beachtenswerten und vor allem hörenswerten Hits in der Vergangenheit beigetragen haben. Leider sind auf dem "Greatest Hits"-Album der Hooters nicht alle Erfolge versammelt - den "Rest" finden wir auf dem "Greatest Hits:Volume 2" - Album, aber die größten Erfolge der Hooters sind mit "All You Zombies", "Don´t Knock It Til You Try It" und "Karla With A K" schon vorzufinden. Für Freunde der Folk- und Pop-Rockmusik oder einfach Fans guter Musik sollte dieses Album aus meiner Sicht recht weit oben in der Gunst stehen. Ich höre es immer wieder gerne an, obwohl ich das Album schon vor so langer Zeit gekauft habe. Auch die "Greatest Hits Volume 2" enthalten durchaus hörenswerte Hooters-Hits wie "Washington´s Day" oder "Blood From A Stone", allerdings muss man schon sagen, dass die größeren Erfolge durchaus schon auf diesem hier vorgestellten Album vorhanden sind.
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05.04.2010 19:47
Die kenne ich auch noch ;-) LG
05.04.2010 13:57
Gut vorgestellt, BH und LG Günter :-)
05.04.2010 13:05
Ich war nochmal da. LG