Greatest Hits Vol. 3 - Queen

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Greatest Hits Vol. 3 - Queen

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Greatest Hits die Dritte

2  22.05.2003

Pro:
teils seltene Songs

Kontra:
mittelmäßige Songs, murksige Kooperartionen, hier wird Kasse gemacht .  .  .

Empfehlenswert: Nein  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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ST_yeti

Über sich: Der neue Bericht ist da: Pizzaofen "Alfredo", Bestron DLD9016 +++ Ältere Berichte können o...

Mitglied seit:19.05.2003

Erfahrungsberichte:41

Vertrauende:14

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Einleitung:

"Greatest Hits III" ist das dritte Best-Of-Album der britischen Rock-Pop-Gruppe Queen. Es wurde 1999, also acht Jahre nach dem Tod von Leadsänger Freddie Mercury, veröffentlicht. Im Vergleich zu den beiden anderen Album steht es kaum auf einer soliden Grundlage, da die restlichen Bandmitglieder (Bassist John Deacon, Gitarrist Brian May und Drummer Roger Taylor) seit "Greatest Hits 2" nur ein Album und einen Song neu veröffentlicht haben. Da kommt natürlich schnell die Frage auf, ob so die hohe Qualität der anderen Alben erreicht werden kann, oder ob da "Lückenfüller" gesucht wurden. Das Ergebnis ist jedenfalls erschreckend und auch enttäuschend: Nur noch knapp die Hälfte der Songs sind reine Queen-Produktionen. Der Rest sind Kooperationen mit anderen Künstlern (unter anderem Elton John, Wyclef Jean und George Michael). Aber auch Soloprojekte von Brian und Freddie fanden den doch etwas fragwürdigen Weg auf die Platte.


Songliste:

So, im Gegensatz zu sonst ist die Songlsite dieses Mal etwas umfangreicher und unübersichtlicher. Aber ich will ja keine Infos zurückhalten. Also, zur Erklärung, zuerst kommt der Interpret, nach dem Bindestrich der Songtitel und in den runden Klammern der Autor des Songs. Na ja, ist eigentlich doch ganz einfach!

01. Queen + Elton John - The Show Must Go On (Queen)
02. Queen + David Bowie - Under Pressure [Rah Mix] (Queen / David Bowie)
03. F. Mercury + M. Caballé - Barcelona (Freddie Mercury / Mike Moran)
04. Queen - Too Much Love Will Kill You (Brian May / Frank Musker / Elizabeth Lamers)
05. Queen + George Michael - Somebody To Love (Freddie Mercury)
06. Queen - You Don't Fool Me (Queen)
07. Queen - Heaven For Everyone (Roger Taylor)
08. Queen - Las Palambras De Amor [The Words Of Love] (Brian May)
09. Brian May - Driven By You (Brian May)
10. Freddie Mercury - Living On My Own (Freddie Mercury)
11. Queen - Let Me Live (Queen)
12. Freddie Mercury - The Great Pretender (Buck Ram)
13. Queen - Princes Of The Universe (Freddie Mercury)
14. Queen + Wyclef Jean - Another One Bites The Dust (John Deacon)
15. Queen - No-One But You [Only The Good Die Young] (Brian May)
16. Queen - These Are The Days Of Our Lives (Queen)
17. Queen - Thank God It's Christmas (Roger Taylor / Brian May)


Kooperationen:

Was ist denn das für ein Murks? Wie oben bereits angesprochen gibt es vier Kooperationen mit anderen Künstlern. Deshalb hier kurz zu den Songs: "The Show Must Go On" wird von Elton John gesungen, dessen Stimme zwar auch sehr gut ist, aber im Vergleich zum von Freddie gesungenen Original doch merklich abfällt. "Under Pressure", die Kooperation mit David Bowie, wurde noch einmal remixt, wobei auch neues und bisher unveröffentlichtes Tonmaterial verwendet wurde. Mir persönlich gefällt diese neue Version etwas besser als das Original aus den frühen 80ern, da es nicht ganz so "steif" wirkt. Ebenso gelungen ist die Liveaufnahme von "Somebody To Love" zusammen mit George Michael anlässlich des Freddie-Mercury-Tribute-Konzertes am 20.04.1992. Ich will behaupten, dass diese Aufnahme zu den Besten von "Somebody To Love" gehört. Sehr überzeugend übernimmt George die Gesangsteile von Freddie und auch der Rest von Queen leistet seinen Beitrag zu diesem Slow-Rocker. Ganz im Gegensatz dazu steht "Another One Bites The Dust", das von Wyclef Jean kaputt gerappt wurde. Leider geht der für "Another One Bites The Dust" so typische Bass- und Gitarrenriffs im Sprechgesang unter. Junge Zuhörer mögen das vielleicht (einigermaßen erfolgreich war diese Fassung ja auch), aber den eingefleischten Queenfan packt da doch das kalte Grauen. Zumindest wird Queen so der jüngeren Generation näher gebracht (pah, was für ein Scheinargument, ich habe das auch ohne geschafft).


Auf Solopfaden:

Jau, auch Soloarbeiten von Brian und Freddie finden sich auf diesem Album. Warum eigentlich, ist das nicht ein Queen-Album? Und selbst wenn es einigermaßen gerechtfertigt wäre, warum fehlen dann Roger (ca. fünf Alben) und John (immerhin eine Filmmusik und mit Sicherheit noch nicht auf CD erschienen). Nun ja, da wären dann Freddies "Living On My Own", "The Great Pretender" und - zusammen mit Montserrat Caballé - "Barcelona", sowie Brians "Driven By You". Zumindest sind das nicht die schlechtesten Songs der beiden (ich erinnere mich da an Freddies unerträgliche Pop-Versuche Mitte der 80er). Um noch mal kurz ins Detail zu gehen: "Driven By You" wurde von Brian kurz nach Freddies Tode veröffentlicht und gehörte anfangs zu einer Werbekampagne eines großen amerikanischen Fahrzeugproduzenten (mit dem man ford fahren kann...), wurde dann aber auch (nicht zu Unrecht) Brians erste erfolgreiche Solosingle. Leicht akustisch angehaucht ist es eine gute fetzige Rocknummer. Demgegenüber haben Freddies Beiträge eine andere Qualität, sie sind eher den fixiert, was wohl ein wenig von dem etwas schlichten musikalischen Aufbau ablenken soll. Deutlich wird das besonders bei seinem Duett mit der Opernsängerin Montserrat Caballé "Barcelona", das besonders eindrucksvoll Freddies Sangeskünste zeigt. Ebenfalls schlicht instrumentiert ist die Coverversion "The Great Pretender". Nicht schlecht im Vergleich zu Chart-Musik, im Vergleich zu qualitativ durchschnittlichen Queen-Songs jedoch auch nur Mittelmaß. Für meinen geschmack viel zu seicht und "schmalzig". In eine andere Kerbe schlägt das tanzbare "Living On My Own", das durch seine harten Beats besticht (der Remix von '92 ist noch besser). Es ist der wohl persönlichste Song Freddies, da er mit diesem Song seine Einsamkeit als Musiker verarbeitet. Für mich einer der besseren Songs auf der CD, auch wenn er eigentlich nicht drauf gehört hätte.


Aufgewärmtes:

Von den ehemaligen Hard-Rock-Ambitionen (irgendwann in den 70ern mal) Queens ist nichts mehr zu spüren (einzige gloreiche Ausnahme: "Princes Of The Universe", das durch harte Gitarrenriffe zu überzeugen weiß). Mit "Las Palambras De Amor" findet ein weiterer Song aus den 80ern den Weg auf diese Platte und dies ist mit Sicherheit nicht der Beste. Für eine richtige Ballade ist zuviel verzerrte Gitarre drin, für eine Rockballade zu wenig und von Freddie zu seicht gesungen. Außerdem klingt der Refrain etwas dünn. Irgendwie fehlt hier der letzt Schliff. Die einzig positiven Lichtblicke auf der Platte sind "Let Me Live", und "No-One But You". "Let Me Live" ist insofern interessant, als das Brian, Roger und Freddie jeweils eine Strofe singen. Außerdem ist es insgesamt ziemlich rockig, selbst wenn es zunächst etwas lahm anfängt. Wenn ich einen Begriff aus der Literatur verwenden sollte, so würde ich "Let Me Live" als Novelle bezeichnen, die in Brians Gitarrensolo mit anschließendem Dreier-Gesang ihren Höhepunkt findet. Wie (eigentlich) immer spielen John und Roger ein perfekte Rhythmusbegleitung am Bass und am Schlagzeug. Mit "You Don't Fool Me", "Heaven For Everyone" und "Too Much Love Will Kill You" sind weitere Songs des postum erschienen Albums "Made In Heaven" auf Greatest Hits 3 neu veröffentlicht. "You Don't Fool Me" hat zwar einen eingängigen Basslauf, ist aber mit 5:22 Minuten deutlich zu lang und insgesamt auch nicht fetzig genug. Mir fehlen die harten Gitarrenläufe und das abwechslungsreiche Schlagzeugspiel von Roger. "Heaven For Everyone" ist noch etwas ruhiger und hat eher Balladencharakter. Freddies Stimme klingt angesichts seines kurz bevor stehenden Todes sehr entspannt. Zumindest hat es der Rest der Gruppe verstanden das Bestemögliche aus dieser Aufnahme hesrauszuholen und Freddies Vermächtnis nicht durch irgendwelche übertriebenen Arrangementes kaputt zu mixen. Zu den schönsten Balladen überhaupt zählt "Too Much Love Will Kill You" - aber nicht die Fassung die Freddie singt, sondern die aus Brians Solokarriere. Freddies Gesang klingt hier etwas zu abstoßend. Was außerdem in dieser Fassung fehlt ist eine harmonische Abstimmung der Instrumente. Auf mich macht das den Eindruck, als wenn vier Musiker alleine vor sich hinspielen, aber nicht zusammen als Band Musik machen. Gegen Ende wirkt alles ziemlich zerfahren. Etwas mehr Feinschliff hätte dem Song gut getan.

Der einzige Song, der komplett nach Freddies Tod entstanden ist, ist "No-One But You", das von den restlichen drei Queenmitgliedern 1997 eingespielt wurde. Es zeigt eindrucksvoll welches Potenzial noch in dem Projekt "Queen" steckt. Ein perfektes Zusammenspiel aller vier Instrumente (Klavier, Gitarre, Bass und Schlagzeug) und der gefühlvolle Gesang Brians in Verbindung mit Roger leicht röhrenden Stimme ergeben eine wirkklich perfekte Rockballade, wie sie auch Freddie nicht besser hinbekommen hätte. Der Zusatz "... (Only The Good Die Young)" deutet an, worum es in diesem Song geht. Auch sechs Jahre später scheint der Rest von Queen den Verlust ihres Frontmannes Freddie nicht komplett überwunden haben. Man darf auch nicht vergessen, das just in dieser Zeit das britische Idol Lady Diana und der Modemacher Versace verstorben sind. Zudem traf es Brian (der Autor dieses Songs) auch im privaten Bereich: Seine Mutter und sein langjähriger Freund und Drummer Cozy Powell traf es ebenfalls. Es ist also kaum verwunderlich, wenn Brian versucht diese sicherlich unglückliche Häufung durch die Musik zu verarbeiten. Zusammen mit der Ballade "These Are The Days Of Our Lives", die immerhin als Abschied Freddies von den Fans gewertet werden kann (mit der letzten Zeile "...I still love you" und einem entsprechenden Video dazu) ist das Album damit sehr auf die Spätphase von Queens Schaffen zentriert (der Rest wird von den anderen Greatest Hits Alben abgedeckt). Zudem ist mit "Thank God It's Christmas" ein ziemlich (jetzt aber nicht mehr) seltener Queen-Song mit auf die Platte gerutscht, ein kleiner Weihnachtsbonus, da die Platte kurz vor dem Fest der Feste veröffentlicht wurde...


Fazit:

Das war wohl ein Schuß in den Ofen und mit Sicherheit der größte Unfall seit Hot Space, den der Queen-Fan ertragen muss. Eine Schande, was Queen einem hier zumutet. Hier sind lieblos einige Songs zusammengewürfelt, der "rote Faden", der vergangene Alben auszeichnete und so schwächeren Songs auch ins Bewußtsein rückte, fehlt vollkommen. Offenbar war der Drang nach einer neuen Veröffentlichung so stark, dass das Qualitätsbewußsein des lieben Geldes wegen in den Hintergrund rückte. Schade, ich hatte gedacht Brian, Roger und John das nicht nötig hätten. Nichts gegen ein Greatest Hits 3 Album (auch wenn das aufgrund der wenigen Neuveröffentlichungen doch ein wenig komisch anmutet), aber in den vergangenen zwei Jahrzehnten haben Queen weitaus bessere Songs produziert als diese Auswahl suggeriert. Dass eine Auswahl von Songs aus zweieinhalb Jahrzehnten durchaus Sinn macht und in sich stimmend sein kann haben Queen bereits 1997 mit "Queen Rocks" bewiesen. Ich hätte mir auch mehr (vielleicht sogar neue Songs der restlichen drei Mitglieder) vom Schlage "No-One But You" gewünscht. Schade, dass es diesmal nicht funktioniert hat.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
t.schlumpf

t.schlumpf

08.02.2009 12:46

Die fehlt noch in meiner Sammlung! LG tanja

MissKnu

MissKnu

28.10.2005 23:17

Du scheinst ein echter Queen Fan zu sein :) LG von MissKnu

queen24

queen24

20.07.2003 22:03

Hot Space ist genial, ansonsten einverstanden...

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