Legenden spielen Guitar Hero 3!
01.06.2008
Pro:
Großartiges Gameplay, spitzen Songauswahl, intuitive Bedienung
Kontra:
Manchmal steife Animationen
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 skillphiliac
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:15
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 26 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Legenden spielen Guitar Hero 3! Harmonix glänzt mit mittlerweile bereits drei erfolgreichen Teilen aus der Guitar Hero-Franchise. Innovativem, spassigem Gameplay und hoher Motivationskurve sei Dank. Nun erschien, ein weiteres Jahr nach Guitar Hero 2 der dritte Teil mit dem Untertitel Legends of Rock. Auch jetzt wurde wieder einiges verbessert, geflickt und verändert, und wie es sich versteht auch hinzgefügt um das Erlebniss auf ein Neues zu verbessern.
Spielprinzip Das Gameplay von Guitar Hero 3 entspricht natürlich wieder dem der drei Vorgänger. Der Vollständigkeit halber sei auch hier die Erklärung für (immer noch) Unwissende hinzugefügt: Auf einem vom Spieler entfernten Fretboard (der englische Begriff für Gitarrenhals) das auf ihn hinzu scrollt, befinden sich zur spielenden Musik synchron platzierte Noten. Kurz bevor diese verschwinden passieren die bis zu fünf verschiedene Farben tragenden, runden Knöpfe eine Markierung die dem Spieler signalisiert, dass er die Noten spielen sollte. Realisiert dadurch, dass selbiger die entsprechende Note an dem mit fünf entsprechendfarbigen Knöpfen versehenen Gitarrenhals (Fretbuttons, fret steht hierbei für den Gitarrenbund und button ist der englische Begriff für Knopf) drückt und sobald die Note an dem Marker vorbeikommt mit einem in den Korpus eingefassten Kippschalter, genannt Strumbar (von den englischen Begriffen to strum = anschlagen und bar = Leiste) spielt. Simple Angelegenheit die einfach zu visualisieren ist da sie dem Grundprinzip des Gitarrenspiels entspricht. Trifft man eine Note, so bekommt man für sie eine vorgegebene Punktzahl. Bei zehn gespielten Noten ohne Unterbrechung wird der Multiplikator um eins erhöht und verdoppelt so die erhaltenen Punkte pro Note, wiederholbar bis zu einer maximalen Vervielfachung von vier mal des ursprünglichen Betrages. Minimale Ausnahmen bilden die Knöpfe mit längeren Notenwerten: Gekennzeichnet durch einen längeren Schweif gilt es bei diesen Noten den Fretbutton der jeweiligen Note gedrückt zu halten bis sie vollends gespielt wurde oder man selbst keine Lust mehr hat zu halten. Auch hierfür gibt es einen geringeren Punktebetrag pro Zeit. Ein weiteres Spielelement ist die sogenannte Starpower: In den einzelnen Liedern gibt es hier und da Passagen in denen die dargestellten Noten sternförmig sind. Schafft man es solche Abschnitte ohne Unterbrechung zu spielen, so füllt sich das sogenannte Starmeter ein Stückchen. Ein anderer Weg selbiges mit Starpower zu füllen ist der Whammy (wiederrum englisch für Tremolo). Haltbare Starpowernoten kann man durch wiederholtes Kippen des Tremolos ausquetschen und so über die Zeit sein Starmeter auffüllen. Hat man eine gewisse Menge des Elixirs so gilt es entweder die Gitarre in die Vertikale zu begeben (trivialer Begriff: Hochreissen) oder den unterhalb der Strumbar platzierten Selectknopf zu betätigen. Beides sorgt dafür, dass sich der Bildschirm bläulich färbt und der Multiplikator verdoppelt wird, was eine maximale Verfielfachung von nicht vier, sondern acht erlaubt. Ausserdem steigt das Rockmeter auf diese Art und Weise schneller und verhindert das Versagen während eines Liedes. Das Rockmeter, schlicht dargestellt durch einen Zeiger der drei verschiedene Bereiche markieren kann, signalisiert wie gut der Spieler sich macht. Befindet sich der Zeiger im grünen Bereich, darf man sich zurücklehnen und weiß, dass man sich vorerst keine Sorgen machen muss. Befindet man sich im gelben Bereich, so ist klar, dass man einzelne Problemchen hat und nicht immer alle Noten perfekt trifft. Der rote Bereich macht darauf aufmerksam, dass es Zeit wäre ein bischen besser zu spielen - sollte man nicht versagen wollen, was darauf hinausliefe das Lied von vorne spielen zu müssen. Auch die mit Guitar Hero 2 erfolgreich verbesserteen und eingesetzten Hammer-Ons und Pull-Offs wurden in Guitar Hero 3 übernommen. Der größte Unterschied ist vermutlich die Tatsache, dass das Zeitfenster noch vergrößert wurde und somit mehr Fehler seitens des Spielers toleriert werden. Hammer-Ons und Pull-Offs sind Begriffe die Gitarristen durchaus bekannt sein sollten. Ein Hammer-On ist letzten Endes das (meist kraftvolle) Tippen auf eine klingende und damit schwingende Saite am Gitarrenbund. Durch diese Verkürzung erklingt ein höhere Ton und es wurde kein erneutes Anschlagen der Saite benötigt. Pull-Offs sind mehr oder weniger das Gegenstück dazu: der Finger der eine Saite auf einem höheren Bund greift wird weggeflickt, die Saite wird effektiv länger und ertönt somit tiefer. Genau so bei Guitar Hero 2. Hammer-Ons und Pull-Offs, gekennzeichnet durch einen helleren, weiß-leuchtenden Knopf in der Mitte der Noten, lassen sich durch einfaches Drücken des jeweiligen Fretbuttons spielen. Die neuen, nun bereits 74 verschiedenen Lieder werden wiederrum auf vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden gespielt. Die Unterschiede sind dabei markant: Auf Easy muss man sich nur mit den ersten drei Farben Grün, Rot und Gelb beschäftigen. Das rhythmische Muster ist nur grob vorhanden und es werden viele Noten ausgelassen. Auf Medium wird es schon schwieriger: Hinzu kommt Blau, die vierte Farbe, die vom Spieler verlangt auch den kleinen Finger zu benutzen. Ausserdem sind die Noten nicht mehr so lückenhaft und verlangen ein wenig mehr Spielgefühl. Hard ist bezeichnend für den Schwierigkeitsgrad: Orange, die letzte Farbe, kommt hinzu und macht einem das Gitarristenleben schwierig. Da man effektiv nur vier Finger zum Spielen der Noten zur Verfügung hat, wird man gezwungen an den Bünden hin- und herzurutschen um abwechselnd sowohl Orange als auch Grün spielen zu können. Trotz der Schwierigkeit werden einige Noten noch ausgelassen und erleichtern das Leben deutlich, wie man am vierten und letzten Niveau merkt. Auf Expert bekommt man das volle Programm: Der komplette Rhythmus ist zu beachten, schnelle Passagen mit alternierendem Notenaufkommen machen dem Spieler die Hölle heiss. Selbst auf dem einfachsten Level hat man anfangs einige Probleme. Sobald man ein wenig Erfahrung gesammelt hat konfrontiert man den nächsten Modus und wird feststellen, dass es wieder deutlich schwieriger wurde. Die Lernkurve ist steil, die Motivation hoch. Egal wie kompliziert es sein mag, es macht Spass besser zu werden, und das tut man bei Guitar Hero auf alle Fälle, auch wenn die Komplexität der Lieder im Vergleich zu Guitar Hero 2 nochmal ein gutes Stückchen gehoben wurde.
Singleplayermodi Guitar Hero 3 ist, wie auch der Vorgänger, relativ umfangreich ausgestattet. Zu spielen gibt es nach wie vor den Karrieremodus und Quickplay, sowie den Practice Mode. Das mag nach wenig aussehen, doch gilt es (je nach Motivation) im Karrieremodus auf acht Bühnen mit einem vorgefertigten Charakter (der aus einigen zu wählen ist) aufzutreten und über 40 Songs zu meistern. Hinzu kommt zum einen die Tatsache, dass man nicht nur auf Einfach, sondern auch auf Schwierig spielen wird sowie einige weitere Bonussongs die genauso spielbar sind. Insgesamt ist auch hier die Langzeitmotivation wieder extrem hoch und wird auch nach Monaten noch vorhanden sein. Quickplay ist, wie der Name schon impliziert, schnell. Will man in einer Arbeitspause mal fix ein Lied spielen, kann man einfach in den Quickplaymodus und sich eines aussuchen sowie bereits bestehende Highscores schlagen. Der Übungsmodus wurde von Fans und Spielern des ersten Teils damals regelrecht herbeigesehnt und wurde in Guitar Hero 2 letzten Endes implementiert. Auch im dritten Part ist die Möglichkeit zu trainieren wieder gegeben, auch wenn sich nichts geändert hat. Es ist möglich die gut gegliederten Passagen der einzelnen Lieder explizit anzuspielen und auf vier Tempostufen zu üben. Zusätzlich zu den Spielmodi gibt es einen wieder ein bischen angehobenen Grad an individueller Bestimmung. Mit dem Geld das man durch erfolgreiches bestreiten von Songs verdient lassen sich neue Outfits, Styles und Instrumente für die Charaktere kaufen. Im Vergleich zu den Vorgängern auf jeden Fall eine Verbesserung, auch wenn einem alles immer noch recht wenig vorkommt.
Multiplayermodi Guitar Hero 3 fährt neue Geschütze auf: Im neuen Teil der Serie gibt es nun auch ein Multiplayer Pendant zur Einzelspielerkarriere. Alle Songs lassen sich dort bestreiten sowie ein paar Kooperativ freizuspielende Exklusivtracks. Wer mag kann auch im neuen Teil gegen oder mit seinen Freunden spielen. Letzten Endes kommt es darauf an zusammen oder gegeneinander möglichst viele Punkte zu erzielen, was in beiden Fällen viel Spass machen kann. Dabei wird schlichtweg der Bildschirm in der Hälfte geteilt und beide Spieler betrachten ihr jeweilige. Mit dem bereits im zweiten Teil etablierten Pro-Face-Off-Modus kann man wiederrum das jewilis komplette Lied gegeneinander spielen. Was simpel klingt kann viel Spass machen, auch wenn der Gegenspieler nicht ganz so geübt ist im virtuellen Gitarrenduell. Auch viel Spass macht der neue Battle Modus: Durch aufsammeln von Powerups kann man den Gegner durch gerissene Saiten oder zerstörte Verstärker beeinträchtigen und so zur Niederlage bewegen. Der Modus wird auch sporadisch in der Singleplayerkarriere eingebunden bei der es gilt, die namensgebenden Rocklegenden wie Tom Morello, Slash oder gar den Teufel höchstpersönlich zu besiegen. Neu in Guitar Hero ist genauso der Online Multiplayer Modus in dem es möglich ist sowohl gegeneinander als auch miteinander die Multiplayeroptionen zu spielen.
Präsentation Guitar Hero 3 wartet mit eine neuen und hübschen Grafik auf. Das Design ist schön und wurde komplett einheitlich durch das ganze Spiel gehalten, die Band spielt ziemlich synchron im Hintergrund, hübsch animiert. Die Grafik erfüllt ein weiteres Mal ihren Zweck und bietet hier und da einen netten Eindruck. Auch im neuesten Teil ist der akustische Part wieder ausgefeilt: Die Lieder wurden wieder auf verschiedenen Spuren aufgenommen und noch besser als im zweiten Teil abgemischt. Die immer noch stark vertretenen Coveraufnahmen sind nochmals besser als in Guitar Hero 2 und machen wieder einen sehr guten Eindruck. Der Klang ist wie zu erwarten klar und gut, hier wurde zum vierten Mal Arbeit investiert.
Bedienung Nach wie vor funktioniert alles präzise und spricht schnell an. Das Menü im Spiel ist genauso übersichtlich gestaltet wie in den vorigen Teilen und funktioniert so wie man es sich vorstellt, noch immer weiß der Spieler was er zu machen hat.
Tracklist Folgende Lieder sind in Guitar Hero 3 implementiert, an oberster Stelle der Name der Bühne, gefolgt von den Liedern und den Interpreten:
1. Starting Out Small "Slow Ride" - Foghat "Talk Dirty to Me" - Poison "Hit Me with Your Best Shot" - Pat Benatar "Story of My Life" - Social Distortion "Rock and Roll All Nite" - Kiss (Zugabe) "Sabotage" - Beastie Boys (Co-op Zugabe)
2. Your First Real Gig "Mississippi Queen" - Mountain "School's Out" - Alice Cooper "Sunshine of Your Love" - Cream "Barracuda" - Heart "Guitar Battle Vs. Tom Morello" "Bulls on Parade" - Rage Against the Machine (Zugabe) "Reptilia" - The Strokes (Co-op Zugabe)
3. Making the Video "When You Were Young" - The Killers "Miss Murder" - AFI "The Seeker" - The Who "Lay Down" - Priestess "Paint It, Black" - The Rolling Stones (Zugabe) "Suck My Kiss" - Red Hot Chili Peppers (Co-op Zugabe)
4. European Invasion "Paranoid" - Black Sabbath "Anarchy in the U.K." - Sex Pistols "Kool Thing" - Sonic Youth "My Name Is Jonas" - Weezer "Even Flow" - Pearl Jam (Zugabe) "Cities on Flame With Rock and Roll" - Blue Öyster Cult (Co-Op Zugabe)
5. Bighouse Blues "Holiday in Cambodia" - Dead Kennedys "Rock You Like a Hurricane" - Scorpions "Same Old Song and Dance" - Aerosmith "La Grange" - ZZ Top "Guitar Battle Vs. Slash" "Welcome to the Jungle" - Guns N' Roses (Zugabe) "Helicopter" - Bloc Party (Co-op Zugabe)
6. The Hottest Band on Earth "Black Magic Woman" - Santana "Cherub Rock" - The Smashing Pumpkins "Black Sunshine" - White Zombie "The Metal" - Tenacious D "Pride and Joy" - Stevie Ray Vaughan (Zugabe) "Monsters" - Matchbook Romance (Co-op Zugabe)
7. Live In Japan "Before I Forget" - Slipknot "Stricken" - Disturbed "3's & 7's" - Queens of the Stone Age "Knights of Cydonia" - Muse "Cult of Personality" - Living Colour (Zugabe)
8. Kämpfe um deine Seele "Raining Blood" - Slayer "Cliffs Of Dover" - Eric Johnson "The Number of the Beast" - Iron Maiden "One" - Metallica "Guitar Battle Vs. Lou" - The Devil Went Down to Georgia (Metal Version) - Steve Ouimette
Bonuslieder "Avalancha" - Héroes del Silencio "Can't Be Saved" - Senses Fail "Closer" - Lacuna Coil "Don't Hold Back" - The Sleeping "Down 'N Dirty" - LA Slum Lords "F.C.P.R.E.M.I.X." - The Fall of Troy "Generation Rock" - Revolverheld "Go That Far" - Bret Michaels Band "Hier kommt Alex" - Die Toten Hosen "I'm in the Band" - The Hellacopters "Impulse" - An Endless Sporadic "In the Belly of a Shark" - Gallows "In Love" - Scouts of St. Sebastian "Mauvais Garçon" - Naast "Metal Heavy Lady" - Lions "Minus Celsius" - Backyard Babies "My Curse" - Killswitch Engage "Nothing for Me Here" - Dope "Prayer of the Refugee" - Rise Against "Radio Song" - Superbus "Ruby" - Kaiser Chiefs "She Bangs the Drums" - The Stone Roses "Take This Life" - In Flames "The Way It Ends" - Prototype "Through the Fire and Flames" - DragonForce
Fazit Guitar Hero 3, der eigentlich vierte Teil der Franchise, ist wiederrum ein hervorragendes Spiel. Das Konzept wirkt kein Stückchen ausgelutscht und macht Dank umfassender Optionen und Modi auf ein Neues enormen Spass. Wer sich selbst nur ein wenig mit Musik assoziiert wird hiermit aufgefordert das Spiel zu kaufen!
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05.05.2011 12:43
Mir fehlt vor allem hier Detailinformationen, wie zum Beispiel das beim Quickplay nur Songs gespielt werden können,die zuvor im Solo Modus freigespielt wurden.. Langzeitmotivation hin oder her, ein Neuling der voller Erwartung das Spiel das erste mal Startet würde ohne diese Info ziemlich enttäuscht sein. Auch haben (weil nicht Rückwärtskompatibel) die 10 Bundgitarren keine Funktion auf den Solo-frets, Sollte man auch erwähnen finde ich... (die regulären Fret-Buttons funktionieren natürlich tadellos..)
01.06.2008 17:52
gut geschrieben