† Ruhe in Frieden "Lake Of Tears" †
22.05.2003 (23.05.2003)
Pro:
Sounds, Melodien, eigentlich alles
Kontra:
nicht ganz so mitreißend wie "Forever Autumn"
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 barkeeperquark
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:504
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 162 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Schön, daß es mit dem Produktvorschlag noch rechtzeitig geklappt hat und mit "Lake Of Tears" eine meiner liebsten Bands bei "Shakeheads" dabei sein kann. "Headstones" ist das zweite Album der Band und stammt aus dem Jahre 1995, wobei ich jedoch gestehen muß, daß ich erst durch den Nachfolger "A Crimson Cosmos" auf die Band aufmerksam wurde. Facts zur Band: ~~~~~~~~~~~~~~~ Im schwedischen Borås treffen sich 1992 vier DeathMetal Musiker, um ein neues Projekt aus der Taufe zu heben. Ihr Demotape kann das Label "Black Mark Production" überzeugen und es kommt zu einem folgenschweren Vertrag über 5 Alben. 1994 erscheint mit "Greater Art" das Debutalbum, bei dem sie sich zwar schon deutlich vom DeathMetal distanziert haben, welches aber mit Sicherheit das härteste der "Lake Of Tears"-Alben darstellt. Im darauffolgenden Jahr legen sie mit "Headstones" nach, welches eine deutliche Weiterentwicklung darstellt und positive Reaktionen der Presse hervorruft. Kommerzieller Erfolg ist jedoch auch weiterhin nicht wirklich in Sicht. Nach ausgiebigem Touren scheidet in 1996 schließlich Gitarrist Jonas Eriksson aus und für die Aufnahmen zu "A Crimson Cosmos" springt Magnus Sahlgren als zweiter Gitarrist ein, der jedoch nicht zum Bestandteil der Band wird. Der Bekanntheitsgrad der Band steigt weiter - nicht zuletzt durch ausgiebiges Touren durch Europa. 1999 veröffentlicht die Band mit "Forever Autumn" das Highlight der Bandgeschichte. Sie beschreiten damit Wege, die eher in Richtung Bombastrock gehen, was zu Ärger innerhalb der Band und mit der Plattenfirma führt. Mastermind Daniel Brennare erklärt das Ende der Band, doch die Plattenfirma "Black Mark Production" besteht auf einer Erfüllung des Vertrages über 5 Platten und so erscheint in 2002 "The Neonai", quasi in Soloarbeit von Brennare. Damit ist das Thema "Lake Of Tears" nun leider endgültig ad acta gelegt und wir müssen in Zukunft auf die Düsterrocker verzichten!
Lineup: ~~~~~~~ Daniel Brennare - Vocals, Guitar Jonas Eriksson - Guitar Mikael Larsson - Bass Johan Oudhuis - Drums
weitere Musiker: Ulf Petterson - Keyboards Mikael Hult - Acoustic guitar (on "Headstones") Annica Karlsson - Vocals Songs der CD: ~~~~~~~~~~~~~
1. A Foreign Road (3:53): ************************* Begrüßt werden wir mit einem dunklen scheppernden Sound, der sehr an gute alte BlackSabbath-Tage erinnert. Nach diesem Intro geben die Jungs ein etwas höheres Tempo vor und Brennare steigt mit düsterer Stimme ein. Die Drums sind eher spärlich eingesetzt, aber dafür schrammeln die Gitarren hervorragend und bilden eine nette eingängige Melodie, die dennoch die nötige Power besitzt, um nicht träge rüberzukommen! 2. Raven Land (5:45): ********************* Von sphärischem Keyboard getragen ertönt eine Akkustikgitarre. Diese zieht sich durch den kompletten Song, wird aber nach dem Intro auch von E-Gitarre, Drums und Keyboard unterstützt. Brennare ist zwar kein begnadeter Sänger, kann aber hier durch gekonntes Wechselspiel aus gefühlvollem und druckvollem Gesang glänzen. Wieder ein relativ schleppender Rhythmus, der jedoch eine hohe Faszination ausstrahlt und auch sehr eingängig ist.
3. Dreamdemons (5:12): ********************** Weiter geht es in höherem Tempo. Doch dabei werden auch mal höhere Töne angeschlagen, die mit den düsteren Grundriffs klasse harmonieren und eine erstklassige Melodie bilden. Der Refrain brennt sich förmlich in den Gehörgang und die Instrumentalpassagen sind wahrlich vom allerfeinsten. Im Mittelteil wird ein Klangbild erschaffen, welches mich an "Tiamat`s Wildhoney" erinnert, was für mich ein Gütesiegel darstellt. Sehr starkes Stück. 4. Sweetwater (4:34): ********************* Die Drums geben den düsteren Takt vor und schon startet der Song mit seinem wunderbaren Refrain. Danach kommt es zur ersten düsteren Strophe, in der wieder einmal so viel Melancholie mitschwingt. Danach geht es wieder zu dem kraftvolleren Refrain über, der absolut positiv in Erinnerung bleibt. Nehmt mich auch mit dahin, wo das süße Wasser fließt, wenn ich danach solche Songs schreiben kann.
5. Life`s But A Dream (1:23): ***************************** Eine finstere dämonische Stimme geleitet uns zu wabernden Keyboardsounds und Hintergrundgewitter zum Titelstück hinüber. 6. Headstones (5:15): ********************* Glockengeläut und eine sehr feine Akkustikgitarre begrüßen uns zum Titeltrack. Die Melodie klingt wirklich klasse und langsam setzten auch die Drums ein. Nach kurzer Zeit gesellt sich auch Brennare mit klarem Gesang hinzu. Das klingt schon verdammt gut, kann aber durch den Refrain noch gesteigert werden, als die Gitarrenklänge fast spanische Sounds annehmen und Brennare beeindruckende Intensität an den Tag legt. Eine Ballde auf Grabsteine zu schreiben, ist schon etwas grotesk, aber irgendwo auch genial.
7. Twilight (4:57): ******************* Wieder kehrt man ins Zwielicht der Düstersounds zurück. Diesmal kommt Brennare mit etwas spacig aufgepeppten Gesang daher. Im Hintergrund des etwas schleppenden Songs zieht die Gitarre ihre Kreise, als befinde sie sich in einer anderen Dimension. Sicher nicht ganz so eingängig wie andere Songs, aber mit sehr interessanten Klängen ausgestattet, was vor allem das KEyboard gegen Ende betrifft! 8. Burn Fire Burn (3:42): ************************* Jetzt haben die Jungs plötzlich auch noch Lust, es mal richtig krachen zu lassen und bieten einen flotten Rocksong mit ordentlicher Härte. Straight gehen sie mit Melodie zu Werke und beschränken sich beim Refrain auf ein Mitgröhl-"Burn,Fire,Burn". Da fliegen die Matten wunderbar durch die Luft und Johan ist sicherlich froh, einmal die Handbremse lösen zu dürfen!
9. The Path Of The Gods (13:28): ******************************** Fortsetzung eines Songs des Debutalbums der Band. Der Song ist in viele kleinere Abschnitte unterteilt, die zusammengenommen einen echt bombastisch klingenden Song ergeben. Am Beginn steht eine Flöte gepaart mit akkustischer Gitarre und Sprechgesang. Durch aufkommende Bassgewalt wird man aus sanften Träumen gerissen und die schöne Melodie wird mit Härte umgesetzt. Immer wieder kommt es zu kleinen wechselspielen zwischen Härte und Sanftmut, bevor sich alles in einen ausufernden Keyboardteppich ausbreitet und das Album erstirbt. Meine Meinung: ~~~~~~~~~~~~~~ So genial wie "Forever Autumn" ist "Headstones" sicherlich nicht, aber dennoch bieten "Lake Of Tears" hier beeindruckende Musik. Düstere Songs von emotionaler Tiefe und ansprechenden Melodien, die bei mir unter die Haut gehen. Wie bereits gesagt, ist es schade, daß die Band sich an ihrem Höhepunkt aufgelöst hat, denn ich hatte mir weitere hochklassige Alben erhofft. Jeder einzelne der Band an sich ist sicherlich nicht unbedingt als Meister seines Faches zu bezeichnen, doch zusammen haben die Jungs ein erstklassiges und rundes Bild abgeliefert. Die Klangqualität der CD kann man durchaus als gut bezeichnen und zu einem Preis von 13 € (die habe ich umgerechnet zumindest damals bezahlt) sollte man auf alle Fälle zuschlagen, wenn man auf Rockmusik etwas düsterer Machart steht. Vier Sterne sind hier allemal gerechtfertigt, fünf vergebe ich nur deshalb nicht, weil es eben zwei bessere CD`s der Band gibt!
vielen Dank fürs Lesen, Kommentieren und Bewerten, der rockende Grabstein Quark
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05.10.2003 12:58
Also der Artikel ist wie immer gut geschrieben, aber ich befürchte ja daß mir die Musik echt zu depressiv ist. Bin auf jedenfall neugierig geworden.
17.06.2003 12:18
Ich hab ja bald Urlaub und kann dann mal mein Nichtwissen etwas aufbessern und mir ein paar Songs laden und anhören. Aber ob da die 3 Wochen reichen? Hab ja nur Modem :-) LG Tanja
10.06.2003 02:57
Die Crimson Cosmos steht ja schon einige Jahre bei mir im Regal. Jetzt fällt mir wieder ein, daß ich mir den Nachfolger wegen schlechter Verfügbarkeit und horrender Preise nie besorgt habe. Jetzt lohnt es sich vielleicht, einmal bei Epay vorbeizuschauen. Schade, daß sie nicht weitergemacht haben...