DAS TIER IM COLLINS
24.09.2002
Pro:
brachiale Songs in Mischung mit ein paar tuntigen Elementen . . .
Kontra:
die flacheren lieder
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 LIGHTCHASER
Über sich:
Mitglied seit:01.03.2002
Erfahrungsberichte:25
Vertrauende:17
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 45 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ein unauffällig seriöser dunkelblauer Hintergrund, ein freundliches Gesicht in der Masse – und irgendwie scheint sich jeder an den freundlichen Supremes-Song YOU CANT HURRY LOVE zu erinnern, der nett, schnell und freundlich war, aber irgendwie auch beliebig und austauschbar. Ich hingegen erinnere mich an die Platte immer mehr als an eine Art große Maxi-Single, die die Investition in meine Bose-Anlage froglos rechtfertigte, war sie doch in der Lage, den rohe Beat des Wahnsinnssongs I DON’T CARE ANYMORE Rüberzubringen.
Für mich bis heute einer der wahnwitzigsten ungewöhnlichsten Songs der Pop-Geschichte, neben dem der Rest der fraglos auch ungewöhnlichen Platte immer vollkommen zur Beliebigkeit zu verblassen scheint. Neben Songs wie YOU CAN’T HURRY LOVE oder ultraprofanen Songs im Stil von LIKE CHINA und DON’T LET HIM STEEL YOUR HEART AWAY bringt dieser Song den vollkommenen PHIL COLLINS zum Vorschein, ein Tier der Rock-History vollkommen zum Vorschein, einen radikalen Giganten, der damals einfach Spass daran hatte, zu provozieren, zu experimentieren.
I DON’T CARE ANYMORE stampfte COLLINS bereits knapp 6 Jahre vor diesem Album mit einem noch leicht anderen Text, jedoch bereits der ablehnenden und grundsätzlich in sich gekehrten Stimmung auf ein Band seines damaligen Probestudios, als er noch ein Irgendjemand bei GENESIS war. Erst Jahre Später, als seine persönliche Stimmung endlich zu dem Song zu passen schien und eine Solo-Platte anstand, kramte er den Song hervor als Eröffnungstrack des ansonsten tendenziell flachen Albums und setzte damit einen bemerkenswerten Kontrapunkt zu allem, was auf der Welt gerade hip war.
Während Bands wie DEPECHE MODE mit Synthesizern die Welt in einem flachen Sturm eroberten, legte Collins einen mutigen, böswilligen, geradezu diabolischen Song auf, der neben einem diffusen Background-Geräusch nicht mehr als ein Rhythmus-Schlagzeug aufweist, zu dem man weder spontan tanzen kann, noch sonst wie den 80ern frönen konnte. Hinzu kommt hier die Sprache Collins’, die aus dem ANYMORE im Verlauf des Songs zu einem ANYMOW herunterbricht – in sich zurück gezogen, ein Einzelkämpfer, der so spricht, dass nur noch er sich selbst versteht.
Und all das verbunden mit einer ungewöhnlichen Kampfansage eines allein gelassenen, der das Böse der Welt herausschreien will und ganz deutlich klarstellen möchte, dass es ihm wurscht ist, dass er nicht dazu gehört, denn „YOU CAN TELL EVERYBODY BOUT THE STATE I’M IN YOU WON’T CATCH ME CRYING COUSE I JUST CAN WIN”
Oder auch I DON’T PLAY THE SAME GAMES YOU PLAY
I DON’T CARE NO MORE I DON’T CARE, WHAT YOU SAY Umrahmt all dies mit dem harten, knöchernen Schlagzeug, das im wesentllichen aus geschlagenen Kongas besteht, die nicht synchron, sondern in einer zarten Asynkopie geschlagen werden und so der Zerissenheit des Sängers ihre Untermauerung liefern.
Dass Collins über den Verlauf der 5 Songminuten jegliche Contenence verliert und schließlich zu I DON’T CARE WHAT YOU SAY Oder I NEVER DID BELIEVE YOU MUCH Kommt, scheint eine logische Bewegung zu sein, unterstützt durch ein immer böswilliger werdenes Schreien, dass immer Stärker aus einem Dunklen Verlies zu stammen scheint und schließlich endet in einem, nur noch Schlagzeuguntermalten NO MO NO – NO MO
Bis einem nach 5:04 wirklich endlich das Blut in den Adern gefroren ist und man den Song sofort nochmals hören möchte. Der Song erinnert in seiner spärlichen Instrumentierung wie seinem immer diabolischer werdenden Phil Collins verdächtig an MAMA von GENESIS, das nur unwesentlich später erschien und einen Phil-Collins-Stil prägte und festigte, der bereits kurz zuvor mit IN THE AIR TONIGHT begonnen hatte, welches jedoch noch nicht ganz soviel Mut besessen hatte.
Letzteres gilt für diese blaue Platte im Prinzip auch. Auf gewisse Weise sind auch die folgenden Songs mutig, jedoch nur in der Weise, dass niemand sie auf einer Platte eines Genesis-Mitglieds vermutet hätte, weil so so affirmativ wirken und auf ihre Weise normal sind, obwohl speziell die Trompeten-Lastigen Songs schon cool sind. Dennoch repräsentieren sie lediglich die Abkehr von Genesis und zeigen, dass Collins zu mehr in der Lage ist, können jedoch nicht an den ersten Song auf diese Platte anknüpfen
Schade.
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04.10.2002 16:24
SO! Jetzt kauf ich mir das verdammte Ding - hatte ich eh seit Jahren vor!
01.10.2002 21:44
eine Schande, wenn man sich die folgenden Platten ansieht...
24.09.2002 19:27
Hallo! Leider beginnst Du stark um noch stärker nachzulassen! Wo sind denn bitte die Berichte zu den anderen Songs? Du behandelst nur den geringsten Teil des Albums und unterschlägst den Rest! Schade! Gruß, Lars :o(