Help! Was ist mit mir los?
8. Jul 2007
Pro:
Gute Gesangsstimmen, paar Songs
Kontra:
Sehr seichte Pop Musik, da fehlt die Dampframme, zu ruhig, zu unspektakulär
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 MetalAbu
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Daten zu The Beatles: Gründung: 1960 Auflösung: 1970 Verkaufte Platten: ca. 1,3 Milliarden (natürlich Rekord!)
Diskographie: Please Pleas Me (1963) With The Beatles (1963) A Hard Days Night (1964) Beatles For Sale (1964) Help! (1965) Rubber Soul (1965) Revolver (1966) Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band (1967) Magical Mystery Tour (1967) The Beatles (1968) Yellow Submarine (1969) Abbey Road (1969) Let It Be (1970) Line Up: George Harrison - Guitar, Vocals (R.I.P. 2001) John Lennon - Guitar, Vocals (R.I.P. 1980) Paul McCartney - Bass, Vocals Ringo Starr - Drums, Vocals
Heute schreibe ich einmal über eine Band, die mit der Musik, die ich eigentlich mag, rein oberflächlich betrachtet, nichts zu tun hat. Es geht um die Liverpooler Pilzköpfe "The Beatles". Ich mag die Musik der Jungs nicht. Aber da sie mit ihrer Musik ja auch den Grundstein für den späteren Hard Rock (und somit auch den Grundstein für Metal) gelegt haben, konnte meine riesige Sammlung nicht länger ohne sie auskommen. Ich versuche, die Musik einfach mal ohne Vorurteile bezüglich Pop, Kommerz etc. zu beurteilen. Fangen wir mal an. Hier noch kurz die Trackliste des Albums (das anscheinend zu einem Film der Beatles den Soundtrack darstellt. Da hab ich keine Ahnung davon): 01. Help! 02. The Night Before 03. You've Got to Hide Your Love Away
04. I Need You 05. Another Girl 06. You're Going to Lose That Girl 07. Ticket to Ride 08. Act Naturally 09. It's Only Love 10. You Like Me Too Much 11. Tell Me What You See 12. I've Just Seen a Face 13. Yesterday 14. Dizzy Miss Lizzy
Das erste, dass mir positiv auffällt, ist die recht gute Soundqualität der Songs (das Album stammt immerhin aus dem Jahr 1965). Für damalige Verhältnisse echt der Wahnsinn. Da könnte sich manche Black Metal Band der heutigen Zeit eine Scheibe abschneiden. Aber dann hört es bei mir auch schon auf mit den richtig positiven Eindrücken. Die Musik an sich ist nicht so schlecht. Pop halt. Aufs äußerste unspektakulär (da muss man wahrscheinlich in der Zeit aufgewachsen sein, damit die einen wirklich vom Hocker reißen). Ein bisschen freundliches Gitarrengezupfe, nette Basslinien, mehrstimmige, wohltuende Klargesänge und begleitendes Drumming. Keine ungewöhnlich harten Kompositionen. Keine ungewöhnlich sperrigen oder sonst irgendwie etwas besonderes. Seichter Pop eben. Angenehme Gesangsstimmen hatten (haben) die vier schon, das kann man nicht bestreiten. Und für damalige Verhältnisse war die Musik sicher auch revolutionär. Aber jemand wie ich, der gerade mal 19 Jahre jung ist und Bands wie TotenmonD, Cannibal Corpse oder Slayer zu seinen Favoriten zählt, schläftert diese Art von Musik eher ein. Allerdings muss ich sagen, dass ich die Beatles besser finde, als ca. 99% des Mainstream Schrottes der heute fabriziert wird. Denn die Liverpooler machten wirklich ehrliche Musik. Das war nicht auf Kommerz aus (obwohl es eben so ausgeartet ist). Die machten ihre Musik, weil es ihnen viel bedeutete und weil es ein wichtiger Lebensinhalt für sie war. Wenn man sich das Pop Geschäft heute ansieht... die sind alle nur auf Geld aus. Die wollen keine Botschaften mehr transportieren (verstehen zum Teil die Texte nicht einmal, die sie singen). Die wollen nur möglichst viele kleine, saublöde Jamba Kunden ansprechen um das große Geld zu machen. Das war eben bei den Beatles anders. Darum respektiere ich diese Band.
Jetzt mal wieder ein bisschen mehr zurück zur Musik der Platte. Der Opener "Help!" geht ja für Beatles Verhältnisse schon richtig ab. Fast unmenschliches Geprügel... jaja, ich höre schon auf, mich über die Musik lustig zu machen. Ich finde den Opener wirklich recht gelungen. Da ist schöner Groove dabei, das tut niemandem weh und ist ein ekelhafter Ohrwurm, den ich mir jetzt dann gleich mit einer Dröhnung Goregrind aus dem Hirn pusten werde. Danach spricht mich erstmal nichts an. Finde ich alles seeeeehr durchschnittlich. Aufgehorcht habe ich erst wieder bei "Another Girl". Denn da finde ich die "rockige" und lockere Stimmung nicht schlecht. Ist einer der Songs, wo man einfach mal so den Fuß mitwippt und evtl. wenn man nicht aufpasst auch mal mitsummt oder leise mitsingt.
Auch der nächste Track "You're Gonna Lose That Girl" macht ein bisschen was her. Wieder ziemlich entspannt mit Kanonrefrain und mehrstimmigen Parts. Finde ich fast so entspannend wie Bob Marley. Also, entweder bin ich jetzt auf den Geschmack gekommen, oder "Ticket To Ride" hat wirklich was rockiges an sich. Zwar nur rudimentär, aber doch vorhanden. Der bisher beste Song, den ich auf dieser Platte gehört habe. Das Teil ist schon fast mitreißend. Da will sich schon ein bisschen mehr bewegen, als nur der Fuß. Nicht schlecht.
Danach regiert wieder der Durchschnitt, obwohl "Act Naturally" gleich mal mit seinem Country Appeal auffällt und für deutliche Abwechslung sorgt. Aber die nächsten vier Songs fallen überhaupt nicht auf. Die sind halt auf der Scheibe, damit auch was drauf ist. Füller nennt man so etwas. Und dann das: "Yesterday". Der Prototyp jeder Schmalzballade, die in der heutigen Zeit die Krachverwöhnten Ohren kaputt machen will. Aber diesem Song kann man nicht böse sein. Wie oft haben wir den in der Realschule im Musikunterricht gesungen... nostalgische Gefühle machen sich breit (*lach*). Ich muss zugeben, dass "Yesterday" wirklich geil ist. So viel Gefühl wie der Mensch (wer auch immer das von den Beatles war) da in die Stimme legte - einfach Wahnsinn.
Und dann heißt es nochmal festhalten, denn jetzt rocken die ollen Pilzköppe richtig das Haus. Rock'n'Roll ist angesagt! "Dizzy Miss Lizzy" kommt richtig kraftvoll und mit fast dreckigen Gesängen (ich höre sogar mal ein paar Schreie!) aus den Boxen. Der nun wirklich beste Song des Albums. Fazit: "Yesterday", "Help!", "Dizzy Miss Lizzy" und "Ticket To Ride" finde ich sogar richtig gut. Den Rest nenne ich einfach mal durchschnittlichen Mainstream. Nichtsdestotrotz ist dieses Album eine klare Kaufempfehlung für alle, die endlich mal richtige Popmusik hören wollen. Schmeißt endlich die Hinterlader (aka Backstreet Boys) und den Williams Kasper aus euren CD Regalen und macht Platz für was ordentliches. Zu empfehlen ist dieses Album auch allen, die kleine pubertierende Charthörer zu Hause sitzen haben, die sich mit Tunten Hotel und US 5 zudröhnen und das als Musik bezeichnen. Schaltet ihnen MTV/VIVA aus und drückt ihnen The Beatles rein. Vielleicht ist noch was zu retten. Auch Metallern kann ich die Beatles empfehlen. Und zwar rein aus dem (bereits oben genannten) Grund, dass (so lahm die auch klingen) diese Band ein Vorreiter unserer geliebten Schwermetallmusik war. Man kann mit den Engländern auch nicht wirklich was verkehrt machen, denn sie haben die wahrscheinlich massentauglichste Musik aller Zeiten geschrieben.
P.S.: Ich kann es selbst noch nicht glauben. Ich habe gerade eine Kaufempfehlung für eine Pop Platte gegeben. Schande über mich!^^
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22.07.2007 14:48
Help ist eine wirklich gute Platte. Die überbewerteten Folgeplatten wie Sgt. Peppers usw. haben Help etwas in den Schatten gestellt. Mir gefällt das so viele Ohrwürmer versammelt sind, auch die Nicht-Radio Songs (Another Girl, The Night Before, ....), eigentlich keine einzige Füllnummer. Und hier herrscht noch Lebensfreude und pupertärer Tatendrang und keine wirre Acid-Atmosphäre wie auf dem White Album. Eine meiner Lieblingsplatten bis heute und mit "With The Beatles" und "Rubber Soul" der beste (aber unterbewertete) Tonträger von Ihnen. Auch der Film macht Spaß, er ist spannend und weniger verworren als z.B. Magical Mystery Tour ... LG
16.07.2007 23:04
Ich mochte die Beatles noch nie. °° Wir mußten in der Schule auch immer dieses dämliche Yesterday singen. LG Susanne
11.07.2007 00:42
Diese Wahl belohne ich mit BH, ich liebe the Beatles :o) Liebste Grüße und vielen lieben Dank fürs Vertrauen *megagigafreu" Joanna