Here Come the Tears - The Tears

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Here Come the Tears - The Tears

von The Tears

Rock - 1 - CD - Label: Mercury - Vertrieb: Universal - Veröffentlicht am: 20. Juni 2005 - EAN: 5033197338620 mehr

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... THE TEARS veröffentlichen mit "Here Comes The Tears" ihr Debütalbum. BRETT ANDERSON und BERNARD BUTLER haben für ihr erstes gemeinsames Album seit mehr als zwölf Jahren 13 neue Songs geschrieben; produziert hat den Longplayer BERNARD BUTLER mit Unterstützung des "Executive Producers" BRETT ... Bericht lesen





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I TRY TO ERASE THE PAST BUT IT WON'T GO AWAY
Erfahrungsbericht von Stuebi über Here Come the Tears - The Tears
1. September 2005


Produktbewertung des Autors:   

Cover-Design: exzellent 
Klangqualität: ausgezeichnet 
Langzeithörspaß: wird nie langweilig 

Pro: In Musik gegossene Tränen der Sehnsucht  .  .  .
Kontra: Wer sucht nacht Kritikpunkten wenn er so schön weinen darf  .  .  .

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

+++++++++++++++++
HISTORY REVISITED:
+++++++++++++++++

It was in 1987 when THE SMITHS broke up ...

1987 war kein gutes Jahr für den - uns mittlerweile wohlbekannten - professionellen Melancholiker Stübi ... THE SMITHS, die vielleicht einzige Band, der es bis dato gelungen ist, den Soundtrack zu Stübi's verworrenen Gedanken und traurigen Empfindungen angemessen zu vertonen, haben sich im unausweichlichen Streit ihres genialen Singer- / Songwriter-Duo's MORRISSEY (voice) und JOHNNY MARR (gui-tars) aufgelöst ...

It was in 1992 when SUEDE arrived ...

Es sollte bis ins Jahr 1992 dauern, bis Stübi für einen kurzen Moment Hoffnung schöpfen konnte ... SUEDE betreten mit großen Hype das Licht der Welt ... und mit BRETT ANDERSON (voice) und BERNARD BUTLER (guitars) betreten zwei Songwriter die Bühne Großbritanniens, die scheinbar mit der unendlichen Tiefe und Leidenschaft wahrhaft großer Gefühle ausgestattet sind ... zwei unglaubliche Persönlichkeiten, die sich - so wie Stübi - in Schwermut und Sehnsucht verlieren können ... und - anders als Stübi - daraus kreative Kraft schöpfen können ...

It was in 1993 when BERNARD BUTLER left SUEDE ...

Kurz waren die Momente der Freude und Hoffnung … schon ein Jahr nachdem SUEDE mit ihren wundervollen Single's "The Drowners", "Metal Mickey" oder "Animal Nitrate" die verlorenen Herzen ihrer empfindsamen Zuhörer im Sturm erober-ten ... schon ein Jahr nach dem wundervollen Debüt-Album "Suede" und inmitten der Aufnahmen zum zweiten Longplayer "Dog Man Star" verlässt BERNARD BUTLER die Band ... der Hype war zu groß ... der Ruhm zu früh ... der Druck des Erfolges nur noch Schmerz und Angst ...

It was in 2003 when SUEDE finally broke up ...

Lange, lange Zeit hat BRETT ANDERSON trotzig versucht, den Traum von SUEDE weiterzuleben ... mit RICHARD OAKES wird ein wirklich wundervoller Gitarrist und Komponist gefunden ... und immer wieder gelingen SUEDE auch einzigartige Songs wie "She's In Fashion" oder "Beautiful Ones",... kurze Momente in denen geniale musikalische Perlen hell über den von Stumpfsinn verseuchten Charts leuchten ... kurze Momente, in denen Stübi zu spüren glaubt, was möglich gewesen wäre ... aber letztlich erfüllen SUEDE die großen Hoffnungen, die in sie gesetzt wurden, dann doch niemals wirklich ... ob dies der Grund ist, warum BRETT ANDERSON die Band im Jahr 2003 nach insgesamt sieben Alben (inkl. Best-Of-Kollektionen) und unzähligen Live-Auftritten in aller Welt auflöst ... ??? ..

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SUEDE IS DEAD - HERE COMES THE TEARS
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"I always knew sooner or later it would happen" , schreibt BERNARD BUTLER auf der Website seiner "neuen" Band THE TEARS … BRETT ANDERSON und BERNARD BUTLER gehören einfach zusammen ... eigentlich haben die beiden das immer gewusst ... eigentlich haben sie dies einander und der Welt nur aus verletztem Stolz so unendlich lange nicht zugeben können ...

Bis zum Dezember 2003 hat es gedauert, bis die beiden Dickköpfe wieder miteinander geredet haben ... vielleicht ist die Reunion der beiden deshalb gelungen, weil sie sich gegenseitig nichts mehr beweisen mussten ... SUEDE hat auch ohne BERNARD BUTLER über Jahre hinweg ganz gut funktioniert ... und BERNARD BUTLER konnte sowohl solo (mit zwei wundervollen Alben) als auch mit diversen Partnern (z.B. im Rahmen des Duo's MCALMONT & BUTLER) beweisen, dass er auch ohne BRETT ANDERSON Eigenständiges - und dabei nicht minder Bedeutendes - gestalten kann ...

BRETT ANDERSON und BERNARD BUTLER brauchen sich im Jahre 2005 nicht wirklich ... sie wollen einander ... sie wollen sich gemeinsam in ihrem schon einst-mals so großen Traum verlieren ... sie wollen endlich das schaffen, was ihre großen Vorbilder THE SMITHS erreicht haben ... sie spüren, dass es Wichtigeres gibt, als die Vergangenheit und die unausgesprochen Schwierigkeiten und die ungeklärten Prob-leme zwischen ihnen ... sie wollen endlich Musik schreiben, die für die Ewigkeit bleibt ... nicht mehr und nicht weniger ... und sie wissen, dass sie es können ... wenn nicht sie, wer denn dann ...

Und so beginnen BRETT ANDERSON und BERNARD BUTLER im Jahr 2004 einen Song nach dem nächsten zu schreiben ... sie rekrutieren neuen Musiker für eine "neue" Band ... und unterschreiben beim Londoner Record Label V2 einen Plattenvertrag ... der Welt dort draußen geben sie immer wieder kleine Hinweise auf das, was kommen mag ... so veröffentlicht der NEW MUSICAL EXPRESS in regelmäßigen Abschnitten kleine Fußnoten und Randnotizen, die eine Zusammenarbeit der beiden Musiker auch für große Pessimisten immer wahrscheinlicher werden lässt ...

Im Juni 2005 ist es dann endlich soweit ... THE TEARS veröffentlichen mit "Here Comes The Tears" ihr Debütalbum. BRETT ANDERSON und BERNARD BUTLER haben für ihr erstes gemeinsames Album seit mehr als zwölf Jahren 13 neue Songs geschrieben; produziert hat den Longplayer BERNARD BUTLER mit Unterstützung des "Executive Producers" BRETT ANDERSON ... also auch hier wird die Verantwortung einvernehmlich geteilt ...

Die Band, die die - und das sei vorweggenommen - grandiosen Songs für das Album einspielt besteht aus:

BRETT ANDERSON - voice
BERNARD BUTLER - electric guitar
NATHAN FISHER - bass guitar
MAKO SAKAMOTO - drums
WILL FOSTER - keyboards

Unterstützung finden die fünf Musiker während der Aufnahmen durch einige klas-sisch ausgebildete Musiker (Streicher, Harfe, Horn, Flöte etc.) ... diese werden von SALLY HERBERT arrangiert und dirigiert und fügen sich dezent in das wundervolle Gesamtkonzept ein ...

THE TEARS gelingt ein furioses, fulminantes Debüt-Album ... THE TEARS performen 13 Songs, die jedem Tränen der Rührung in die Augen und Ohren treiben werden, der auch nur ein kleines bisschen Liebe im Herzen trägt ...

Aber davon wird im Folgenden noch etwas genauer zu berichten sein …

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
TRYING TO TELL ABOUT THE SONGS AND THE STORIES:
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Track No. 01: *Refugees*
**********************************************************************

Ein paar dumpfe Schläge auf die Bass-Drum eröffnen das Klangerlebnis ... schon bald setzt die elektrische Gitarre von BERNARD BUTLER ein ... klare, kraftvoll vorantreibende Akkorde ... untermalt von einem breiten, ausufernden Klangteppich schwelgender Violinen und Keyboards ... gleich zu Beginn zeigen THE TEARS die gesamte epische Breite ihrer Kompositionen ... es darf genossen werden ... große, fast übertriebene Gesten ... kein Problem, wenn sie so stilsicher dargeboten werden ...

Und dann der nicht minder große, geradezu gewaltige Sänger ... der Klangkünstler ... der Poet … BRETT ANDERSON … welch ein weiches Timbre … welch einen Schönklang legt er über die musikalischen Strukturen der Band … er kann wieder singen … er will wieder singen … will wieder gestalten …. will wieder verführen ... und so beschwört er vielschichtig und mehrdeutig die Verbindung zu BERNARD BUTLER ...
  • You are the dust and I am the rain,
  • Let's go out in the rust and let's gather the change.

*Let's take the streets,
  • You and I we're life's refuges.
  • But like Bonnie and Clyde we're free
  • Don't say there's nothing between us.

Ein kraftvoller, großartiger Beginn … bereits mit diesem Track haben mich THE TEARS gefangen … bereits mit diesem Song haben sie mir die "gute alte Zeit" beschworen ... und den Glauben an die Musik erneuert ...

Track No. 02: *Autograph*
**********************************************************************

Ein kurz gehauchte Mundharmonika-Struktur eröffnet einen weiteren Knaller ... "Autograph" ... die Geschichte des von Autogrammjägern und Paparazzi gehetzten, genervten und desillusionierten Stars ... die Gitarre treibt die Flucht voran ... die Rhythm-Section hält trocken dagegen ... BERNARD BUTLER gelingt eine der wundervollsten Gitarrenlinien seit langem … herrlich verloren … treibende … kreisenden ... herrlich elektrisch ... grandios melodisch ... alternierend nur dezent begleitet von einer klar und sanft gestrichenen Akustikgitarre … sein großes Vorbild JOHNNY MARR müsste hier wohl auch begeistert anerkennen, dass ihm sein Nachfolger längst enteilt ist ... Und auch BRETT ANDERSON schickt sich an, seinem "Helden" MORRISSEY irgendwie zu entrücken, wenn er sich - nicht ohne Schwermut - den Spiegel vorhält ...
  • And the morning comes with coffee we can share,
  • And the smell of cigarettes is in your hair,
  • There's the sound of shouts outside the hotel room
  • Like the night before when cameras flattered you.

*And if we don't have a future
  • If our lives split like shattered bits of glass
  • And if we don't have a future just leave your autograph.

Druckvolles Up-Tempo … klassischer Beat ... großer Sixties-Sound ... ein Knaller ...Track No. 03: *Co-Star*
**********************************************************************

Zunächst erklingt befremdliches "Synthie-Gewabber" ... die Drums-Beats seltsam dumpf und künstlich ... fast schon ängstlich erklingt die erste Stophe ... sollten THE TEARS ihre Kraft schon verbraucht haben ... sollten schon nach zwei Songs wieder diese "experimentell-verkünstelten" Untugenden aus SUEDE-Zeiten die Musik zertreiben, zerreiben, zerreden, zerstören ...

Der Refrain belehrt eines Besseren ... wieder dieses einzigartige Gitarrenspiel ... wieder diese gipfelstürmenden Höhen in der E-Gitarre ... wieder diese endlos lang gezogenen Loops ... wieder diese - sofort in die Gehörgänge eingreifenden - Strukturen und Rückkopplungen der vibrierenden Saiten ... und erneut dieser sich engelsgleiche, himmelstürmende und von purem Wohlklang getragene Sänger ...
  • Cos when we're together the world smiles
  • And when we're together it feels right,
  • We'll live for the future and it's scenes
  • When we're together my co-star and me.

Ein großes Liebeslied … wieder gelingt es BRETT ANDERSON hymnisch zu verbergen, ob er seine Worte an die von der Welt verborgene Geliebte richtet oder ob der besungene "Co-Star" doch der lange verlorene Partner BERNARD BUTLER ist ...

Große Gesten ... große Musik …

Track No. 04: *Imperfection*
**********************************************************************

"Imperfection" weist wieder klarere Strukturen auf ... wieder dürfen Geigen erklingen ... breit und weit und hoch und hell ... PHIL SPECTOR hätte seine Freude an diesen großartigen, herzergreifenden Arrangements ... fast geht die Band ein wenig unter ... fast werden die eingestreuten Gitarrenlinien von den Geigen aufgelöst ... fast die Drums verdrängt ... aber wieder eben nur fast ... die Band hat Kraft ... sie wehrt sich ... und bleibt den Streichern ein gleichwertiger Partner ... zum Ende dürfen sogar die Keyboards endlich ein paar gute Momente erleben ...

So perfekt die Musik erklingt ... so unangreifbar und ohne Makel erhebt sich auch BRETT ANDERSON'S Gesang in eine Ode an die besondere Schönheit der Unvollkommenheit ...
  • Your imperfections are so beautiful,
  • I can't control my animal soul,
  • Your imperfection has got me on a chain,
  • Can't concentrate
  • I'm a sucker for your beautiful mistakes.

Beautiful Mistakes … die kleinen, liebenswürdigen Makel in der Schönheit des Gegenübers … ist es nicht gerade das, was wir lieben ...

Track No. 05: *The Ghost Of You*
**********************************************************************

*I threw out the photographs like yesterdays flowers
*I try to erase the pas but it won't go away

Mit BRETT ANDERSON'S kläglichen Versuch, sich der Vergangenheit durch das Vernichten einiger Photographien zu entledigen, beginnt eine zarte Ballade ... leise zurückgenommen begleitet die Band ihren Sänger in seinem Schmerz ... Gitarren und Harfe weben einen zerbrechlichen Soundteppich ... kaum eine wirkliche Melodie ... nur angedeutete Percussion ... zum Ende eine, in stille versinkende, kurze Pianolinie ...

Ganz alleine erkennt BRETT ANDERSON hier dann schließlich auch das Scheitern seiner Bemühungen ...
  • I wake up in the morning and try to be brave
  • But it's hard to move on when the ghost of you stays.

Tja … die Geister der Vergangenheit … davon weiß auch Stübi so einiges zu berichten ... auch er ist sie niemals wirklich los geworden ... und so hält er denn die Bilder von Eva immer noch irgendwo in einer kleinen Kiste vor sich selbst verborgen ...

Wie schön doch Leid und Schmerz sein kann ...

Track No. 06: *Two Creatures*
**********************************************************************

THE BEATLES are still alive … ein merkwürdiges Deja-Vu … ein verlorener Song des "Revolver"-Albums ... ??? .... THE TEARS huldigen erneut den Helden ihrer musikalischen Wurzeln... wieder fast ein bisschen zu bombastisch in den Arrangements ... wieder fast ein bisschen zu nahe am Original ... aber halt auch wieder fast ein bisschen besser ... größer ... weiter ... schöner ...

Und dann wieder der sofort und unmittelbar ergreifende Refrain ... die Stimme von BRETT ANDERSON ... butterschmelzende Sehnsucht nach Liebe und Zweisamkeit in einer verlorenen, verwirrten Welt ...
  • And Europe has it's moving stateliness but Africa has winter sun,
  • And you and me we're just two creatures on the run.

*And we'll got there where the crowds don't stare
  • And no one hates us for our hair,
  • The phone might ring, the rain might sting oh but we don't care.

… ohne Worte …

Track No. 07: *Lovers*
**********************************************************************

Ein kleines, feines Feedbackgewitter aus den Verstärkern der E-Gitarren eröffnen den nächsten Track … druckvoll die Band ... pulsierend ... treibend ... fast rockig ... BERNARD BUTLER scheint alleine, weit weg von der Band seine E-Gitarre zu bearbeiten ... kraftvolle Höhen ... kurz endlos ineinander greifende Riffs ... ein Austesten der Möglichkeiten des Instruments ... immer wieder fühlt sich der Zuhörer hier an VINIE REILY und seine Gitarrenkunst im Rahmen des so unnötigerweise vergessenen Bandkonzeptes DURUTTI COLUMN zurückversetzt ... ein starkes, kreatives Improvisieren mit den sechs Saiten der Rickenbacker und Les Pauls... ein Track, der eindrucksvoll die zentrale Bedeutung des Gitarristen im Kosmos der TEARS herausstellt ... die Rhythm-Section bleibt dagegen ein wenig blass ... ein bisschen zu viel Schellenwerk vielleicht ... ein bisschen zu wenig Bass ... na ja ... und auch BRETT ANDERSON "müht" sich ein wenig (!!!) durch diesen Song ...
  • 'Cos we are the lovers, we are the lovers,
  • We're different colours but we stand up as one
  • We are the lovers, we are the lovers
  • Two different colours but we stand up as one.

Nicht schlecht … stimmig im Gesamtkonzept … aber eben halt vielleicht auch ein bisschen zu viel Reminiszenzen an den Glam-Rock der 70er … vielleicht ein bisschen zu viel "Lalalalaa"-Gesang zum Ende ... aber das ist halt wieder nur so ein ganz kurzer Eindruck einer möglichen Kritik…

Track No. 08: *Fallen Idol*
**********************************************************************

Nach dem kleinen - und wahrlich wirklich unbedeutenden - Zwischentief steigt die Ergriffenheit all der vergessenen Romantiker dann doch schnell wieder hinauf bis an die Schwelle des Glücks ... THE TEARS werden langsamer ... die E-Gitarre versteckt sich einmal mehr hinter der akustischen Rhythmus-Gitarre ... bis zu dem Moment als die Streicher die Bühne betreten ... jetzt beginnt ein großer Dialog ... wundervolle Melodien ... grandiose Kunst des vielleicht besten Gitarristen, den unser professionelle Melancholiker Stübi so verklärt romantisch verehren dar ...Und dann der vielleicht empfindsamste Sänger in dieser sonst so oberflächlichen Zeit ... wieder dieses Schwelgen in Wohlklang ... wieder diese grandiose Kunst des BRETT ANDERSON ... wieder diese Erhöhung der Stimme zu einem gestaltenden, melodiebildenden Instrument voller sanfter Kraft ... voller eindringlicher, herzzerreißender Poesie ...
  • Shame he's just this fallen idol
  • Shattered like some broken glass,
  • Shame he's just this fallen idol
  • With bits of paper for his past.

"Fallen Idol" ... sind nicht alle verträumten Spinner gefallene Helden ... sind nicht alle Tagträumer gescheiterte Idole ... Track No. 09: *Brave New Century*
**********************************************************************

Zurück zu rockigeren, heftigeren Tönen … erneut eine Reminiszenz an frührere SUEDE-Tage ... breite Klangwände aus dem Keyboard und ein paar dezent eingestreuten Synthesizers ... auch die Geigen ziehen wie dicke Wolken durch die Szenerie ... BRETT BUTLER verliert sich immer wieder in wenigen Saiten ... wieder wie in Trance ... wieder fast ein wenig abgehoben ob seiner Virtuosität ...

BRETT ANDERSON hingegen gibt sich kritisch ... kämpferisch ...
  • Religion breeds like a disease while people spit on refugees,
  • The more you live the less you see
  • The more you give the more you need
  • In this brave new Century.

Ein wenig zwiespältig auch dieser Song … fast wieder ein Ansatz für Kritik ... wäre da nicht dieses unglaublich fesselnde Gitarrenspiel ...

Grandiose Virtuosität ... really catchy ...

Track No. 10: *Beautiful Pain*
**********************************************************************"Beautiful Pain" verheißt bereits im Titel wieder epischen Weltschmerz ... große Gefühle bahnen sich den Weg in die sehnsüchtigen Herzen der Verlorenen ...
  • You're as dark as the ocean, as cold as the rain,
  • You got me weak with emotion you're such a beautiful pain,
  • And I cling to my pillow and scratch at my veins, you kiss like a killer
  • You're such a beautiful pain.

Immer weiter zieht der Verführer BRETT ANDERSON seine Zuhörer hinein in den Schmerz … immer tiefer und tiefer … und der Schmerz wird immer größer und größer ... und schöner und schöner … *You're such a beautiful pain.

Die Geigen schmeicheln sich in Extase ... breiter ... weiter ... unendlicher ... und der Schmerz wird immer größer und größer ... und schöner und schöner ...

Ach was bringt die Liebe doch für einen schönen Schmerz ...

... ohne Worte ...

Track No. 11: *The Asylum*
**********************************************************************Dem schönen Schmerz folgt konsequenterweise "The Asylum" ... die Band bleibt dezent zurückgezogen ... eines der wenigen Stücke, die stärker von den Keyboards von WILL FOSTER dominiert sind als durch die Gitarrenklänge des BERNARD BUTLER ... die Melodie wird eigentlich hauptsächlich von einer zarten Harmonika getragen ... ebenso zart bleibt auch BRETT ANDERSON ...
  • If they burned my brain away would you understand?
  • If they tried to hold down would hold my hand?
  • Could you stand, stand the asylum?

Zart … fragend … flehend … und doch ganz stark und sicher … Track No. 12: *Apollo 13*
**********************************************************************

Es bleibt ruhig … zurückhaltend … gedämpft … BRETT ANDERSONS Stimme rückt dafür umso stärker in den Vordergrund … klar … dominierend … stilsicher ... der "alte" britische Dandy beschreibt seine Welt ... seinen einzigartigen, herrlich rückwärtsgewandten Mikrokosmos ... THE TEARS erklingen dabei ein ganz klein wenig (!!!) im Country-Flair ... aber die wiederum grandiosen Klangteppiche / Klangwolken / Klangwelten der Streicher versüßen diesen Side-kick in eine etwas fremde Welt ... und natürlich tun dasselbige auch die - einmal mehr schlicht unbeschreiblichen - virtuosen Variationen des BERNARD BUTLER an seiner elektrischen Gitarre ...

BRETT ANDERSON'S Lyrik's erklingen zu all dem herrlich indifferent ...
  • Estuary girl you're not the one,
  • You don't belong to the world that I'm from,
  • You lazy words blow like confetti in the wind, in the wind
  • Estuary girl you're not part of my scene,
  • Your feet don't belong near my upholstery,
  • And sometimes I sink when you on the phone, on the phone.

*But if you follow me, I will follow you into the unknown,
  • Like Apollo, like Apollo we'll fly to the moon,
  • Yes if you follow me, I will follow you into the unknown,
  • Like Apollo, like Apollo 13 we'll explode.

Ich weiß nicht, was es ist … dieser Text ist ganz nahe am Kitsch … und dann eben doch wieder so großartig … so erhebend so berührend wie die den Text begleitenden Klangwelten … welche Kraft in den Bildern … welche herrliche Parabel auf die Liebe ... die Sehsucht ... die Angst, sich zu verlieren ... den Trieb es dennoch zu tun ... um dann in der Sonne zu zerglühen ...

Wie gesagt .... schlichtweg grandios …

Track No. 13: *A Love As Strong As Death*
**********************************************************************

THE TEARS müssen ihren Longplayer mit einer Ballade beenden … das war von Beginn an klar … und es muss mit Piano und Violinen enden … noch einmal kämpfen große Gefühle gegen die Gefahr im glitschig-kitschigen Gewässer der Belanglosigkeit zu versinken ... wieder gewinnen die Empfindsamkeit … wieder siegt die Romantik ... wieder bleiben BRETT ANDERSON und BERNARD BUTLER in ihrer Komposition stark und stilsicher … bis zum letzten sanft im Nichts verklingenden Ton aus den Keyboards ...

Ein letztes Mal zeigt BRETT ANDERSON was für ein außergewöhnlicher Sänger er doch ist ... dieser Schönklang ... diese Wehmut ... diese Melancholie ... diese Sehsucht ... dieses Leid ... und diese Kraft ... und diese Hoffnung ... unerreicht in diesen kalten Tagen ...
  • We're all looking for a love as strong as death
  • That's equally heart and equally head,
  • And we wonder if this love that people say
  • Is as strong as death is out there somewhere
  • Or just in our heads,

*Is it a wave that crashes over us?
  • Is it a wave that crashes
  • Or summer rain that washes over us?

Und Stübi blickt aus dem Fenster … und er wartet auf Regen …

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
TRYING TO BE OBJEKTIVE :
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Ich weiß nicht, ob ich THE TEARS objektiv bewerten kann … ich weiß auch nicht, das wirklich wichtig ist … ob ich das wirklich willl …

"Here Come The Tears" ist ein Album, dass viele musikalische Elemente und Tugenden vereint, die mir etwas bedeuten und die mir nahe gehen … ich spüre … nein, ich weiß, dass BRETT ANDERSON und BERNARD BUTLER die Musik nicht neu erfunden haben … ich spüre … nein, ich weiß, dass es dem Debüt-Album vielleicht an In-novationen fehlt … und die "Zukunft des Rock'n'Roll" wird auf diesem Longplayer wohl auch nicht aufgezeigt …

Professionelle Musikkritiker mögen all das bemängeln … mir sind diese Bedenken letztlich egal …

Denn mich berühren "The Tears" ganz tief im Herzen … und so höre ich denn den aktuell besten Sänger, den ich mir als Interpret und Übersetzer meiner tief verborge-nen Träume vorstellen kann … und ich höre den aktuell wohl einzigartigsten Gitaris-ten, der mich in die Vergangenheit entführt … und der mir Hoffnung für die Zukunft gibt …

Meine Träume werden nicht sterben so lange es Träumer wie BRETT ANDERSON und BERNARD BUTLER gibt … und dies ist aller Tränen wert …

"Here Come The Tears" ist das SUEDE-Album, auf das ich über zehn Jahre gewartet habe …

UNEINGESCHRÄNKT EMPFEHLENSWERT

... wieder einmal für alle Verliebten … für alle hoffnungslosen Romantiker … für alle professionellen Melancholiker … für alle Sehnsüchtigen ... für alle Einsamen … für die Traurigen … für die Träumer … für all die liebevollen Spinner … für die, die keine Tränen scheuen ... für die, die auch in kleinen Dingen große Gesten erkennen ... und für all diejenigen, die schon einmal großes Glück gespürt haben …

Für mich … und mit etwas Mut vielleicht auch für Dich …

P.S.:
*****

Auch wenn es streckenweise in diesem Bericht nicht ganz so erscheinen mag, aber ich liebe SUEDE und habe sie immer geliebt … THE TEARS sind halt endlich die Erfüllung der Sehnsüchte, die ich irgendwann einmal in diese erste Band von BRETT ANDERSON und BERNARD BUTLER gelegt habe …

P.P.S.:
********

Neben dem Booklet, das neben allen Texten auch ein paar sehr stimmungsvolle Schwarz-Weiß-Photo's von der Band enthält, habe ich kurz einmal in folgende Quellen geblickt, um die biographischen Daten zu ermitteln:

http://www.laut.de
http://www.thetears.org

 

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Mein musikalischer Favorit
Bewertung für Herbstschmerz: Wer wird weinen von  Verbena76

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...cold as stone I'm sitting here alone Why am I alone? Why's it just too late? Why is it just too late? Why's it just too late? Why is it just too late? I beg you, don't go away. I beg you, baby, please stay! 3. Follow: ********* René leitet den Song mit ein paar rhythmischen Schlägen seines Schlagzeugs ein. Es folgen die sehr tief gestimmten Gitarren. Dani setzt dann mit ihrer Stimme ein und trägt den Text, der von der Suche nach dem Liebsten handelt emotionsgeladen vor. Fraver ist hin und wieder im Duett zu hören. Songtext: ******** Alone in the dark, one thought keeps in my mind. What's lost in me, the part of him, again I try to find. What's in my mind? Come back to me my love. The darkness around me (her) is shimmering in the night. Follow my tears, my love. Follow my tears, my love. Follow my tears... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich

sehr hilfreich
08.02.2007


Herbstschmerz: Wer wird weinen

Haupteigenschaften

Titel: Here Come the Tears

Künstler: The Tears

Genre: Rock

Medium: CD

Set-Inhalt: 1

Veröffentlichungsdatum: 20. Juni 2005

Label: Mercury

Vertrieb: Universal

EAN: 5033197338620

Titel auf cd 1

1.: Refugees

2.: Autograph

3.: Co - Star

4.: Imperfection

5.: The Ghost of You

6.: Two Creatures

7.: Lovers

8.: Fallen Idol

9.: Brave New Century

10.: Beautiful Pain

11.: The Asylum

12.: Apollo 13

13.: A Love As Strong As Death

Ciao

auf Ciao gelistet seit : 01/09/2005

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