Aaaaaah, it's Helloween!
14.10.2004
Pro:
Gute Liveatmosphäre, gute Setlist
Kontra:
Deris' Stimme war damals noch nicht "fit" genug
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 lord-reis
Über sich:
Noch weniger als 9000 (sorry, Schreibfehler!) Punkte bis Lila :) Gegenlesungen kommen noch... dürft ...
Mitglied seit:13.10.2004
Erfahrungsberichte:31
Vertrauende:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 20 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Lang, lang, ist's her, gerne kram ich's wieder hervor: Das allererste Album meiner jetzigen Lieblingsband, das ich je hatte: "High Live". Das erste und bisher einzige Live-Album Helloweens mit Andi Deris am Mikrophon, Roland Grapow an der Leadgitarre und Uli Kusch an den Drums - ein drastischer Besatzungswechsel, bedingt durch den Rauswurf Michael Kiskes (voc), den Ausstieg Kai Hansens (git.) und den Tod Ingo Schwichtenbergs (dr.). "Was kann das schon werden?", dachte ich mir und ließ das Album lange Zeit in der Ecke versauern. Ein großer Fehler, wie ich feststellen musste. Das Album beginnt mit einem Menschen, bei dem ich immer noch nicht herausgefunden habe, wer es ist. Er begrüßt die ital. Stadt Gerona mit einem schallenden "Will you welcome HELL-O-WEEN!" und los geht's mit dem verteufelt schnellen "We Burn", dem Anfangstrack des zu der Zeit aktuellen "Time Of The Oath"-Albums. Ein fulminanter Start, gefolgt von dem druckvollen "Wake Up The Mountain", ebenfalls vom damals aktuellen Album. Bei beiden Stücken zeichnet sich im Refrain ab: Diese Band ist eine Band und nicht nur eine "Larifari-lasst-uns-mal-zusammen-spielen"-Combo. Der Gesang, der übrigens von allen 5 Bandmitgliedern zusammen kommt, ist druckvoll, klar und passt perfekt zusammen. Es folgt der erste Track vom Vorgängeralbum "Master Of The Rings", dem ersten Album mit Deris am Gesang: "Sole Survivor". Brillantes Schlagzeugintro, perfektes Zusammenspiel, einfach makellos. Alles bisher kein Problem für Sänger Deris, sind es doch alles Stücke, die er auch im Studio einsang. Schwieriger wird's beim nächsten Stück: "The Chance", einem Track vom umstrittenen Album "Pink Bubbles Go Ape". Überraschenderweise schafft Andi (Deris) es recht gut, an die hohen Töne seines Vorgängers Kiske heranzukommen. Der Song selbst ist in dieser Setlist jedoch etwas verfehlt, nach einem druckvollen Auftakt. Es bleibt weiter eher "schwach" und langsam mit dem Song "Why?" vom "Master Of The Rings"-Album. Ein nettes Midtempo-Stück, mit viel Gefühl in Andis Stimme vorgetragen - der erste wirklich große Pluspunkt für den damals neuen Sänger. Was dem allerdings folgt, war beim ersten Hören fast schon eine Qual für meine Ohren: Der Klassiker "Eagle, Fly Free" vom "Keeper Of The Seven Keys Pt. II" wird in den Strophen von Herrn Deris leider dermaßen vermasselt, dass einem die Worte fehlen. Die Gesangslinie liegt ca. eine Quinte unter der Originallinie, es ist, bis auf den Refrain, schon beinahe eine Blamage. Es muss hierbei jedoch erwähnt werden, dass Andi sich innerhalb der letzten 8 Jahre gebessert hat und das Feeling dieses Stücks nun um einiges besser rüberbringt. Zur Rettung trägt nun das düstere "Time Of The Oath", der Titeltrack des Albums, bei. Es wird mit Samples gearbeitet, was aber eigentlich nicht auffällt, sondern nur die Stimmung noch unterstützt. Definitiv einer der Glanzpunkte auf dem Album. Und weiter geht's, mit einem Solo des Gitarristen Roland Grapow. Vom Stil her an alte Helden wie Yngwie Malmsteen angelehnt, demonstriert er hierbei sein Können und geht über zu einem weiteren Klassiker: "Future World". Warum dieser Song auf jeder Setlist in jedem Konzert steht, ist mir unklar, auf jeden Fall gröhlt das Publikum im Chorus mit. Weiter geht's mit dem nächsten Klassiker: "Dr. Stein", ein Song, der bereits in der ZDF Hitparade in den späten 80ern gezeigt wurde. Hit vorbei, CD 1 raus, CD 2 rein. "And on we go with a nice little ballad from the 'Time Of The Oath'-album", beginnt Sänger Deris die Ankündigung, um ein Speed-Metal-Feuerwerk der Extraklasse anzukündigen. Hämmernde Double-Base, schnelle GItarren, kraftvoller Gesang und ein Zusammenspiel dieser Zutaten, das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Warum nicht gleich so, Herr Deris? Dem folgt leider ein arger Bruch mit einer Selbstdarstellung Mister Roland Grapow's, der mit dem Publikum das altbekannte "Whooo ho ho hooo hhoo, yeah yeah yeah yeeeah yeeah"-Spielchen spielt. Für eine Audio-CD meiner Meinung nach zu lang, auf VHS fällt es nicht mehr ganz so aus. Weiter geht's also mit Grapow's Song "Mr. Ego", einem eher langsameren, fast bluesigen Song, den man nach einem solchen Powermetal-Feuerwerk nicht erwarten würde. Dafür folgt der Ausgleich auf dem Fuße mit "Power", leider wieder einmal mit einem ewig langen "Whoohohohoho"-Spielchen in der Mitte. Dies ist nämlich der Song, in dem Sänger Deris traditionellerweise sein "Rechts-Links-Spielchen" mit dem Publikum durchzieht, welches darin besteht, dass zunächst die eine Seite des Publikums und danach die nächste eine Textzeile singt. Die Hälfte der Zeit hätte es hier getan, definitiv. Naja, aber immerhin geht es schwungvoll weiter mit dem Klassiker "Where The Rain Grows" vom Master Of The Rings Album, solide Power-Metal-Arbeit zum Abschluss vor der Zugabe.
Diese lässt ein wenig auf sich warten, letzten Endes steht dann doch Andi Deris mit einer Konzertgitarre in der Hand auf der Bühne und gibt seine Ballade "In The Middle Of A Heartbeat" zum Besten. Dass das Publikum diesen Song mag, ist einfach herauszuhören - es singt ihn leidenschaftlich mit. Während der Rest der Band nun peu à peu auf die Bühne kommt, ertönt ein pfeifendes Keyboard: Der Beginn von "Perfect Gentleman", ebenfalls vom "Master Of The Rings"-Album. Dieser Song, so wurde mir erzählt, wurde nur auf wenigen Konzerten der Tour gespielt, "um Andis Stimme zu schonen". Die Menge will noch mehr, sie hat noch lange nicht genug. Also folgt zum Abschluss doch noch "Steel Tormentor" vom "Time Of The Oath"-Album. Dieser Song, so finde ich, klingt live noch einmal besser als auf dem Album (und da gefällt er mir schon sehr gut). Schönes Gitarrenzusammenspiel, druckvolle Drums, virtuoser Bass und perfekter Gesang - bemerkenswert für das Ende eines Konzertes. Zusammenfassend also: Zum Teil wirklich schlechte, größtenteils aber sehr gute Setlist; gute Zusammenarbeit bei den "neueren" Songs, mit leichten Mängeln bespickter Gesang bei den Stücken vor Andi Deris' Eintritt, insgesamt aber ein grundsolides Live-Album, das sich sehen lassen kann.
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07.12.2004 10:41
Jojo, die haben dieses Jahr aufn KIT gespielt. Klasse. Gruß Jürgen
06.12.2004 22:48
Wenn ich die Zeit dazu finde, werd ich meine ersten Berichte definitiv überarbeiten ;) Sieht im Moment allerdings schlecht aus :D Ich sag dann aber Bescheid ;)
06.12.2004 22:34
Etwas seeeehr unübersichtlich. Ich gehe mal davon aus, dass du diesen Bericht noch überarbeiten wirst. *g* Wäre schade drum. ;o)