Erfahrungsbericht über

Host - Paradise Lost

Gesamtbewertung (19): Gesamtbewertung Host - Paradise Lost

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Die neuen Paradise Lost?

4  11.06.2004

Pro:
starke Songs, sehr melodisch

Kontra:
wenig Abwechslung

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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blackjack21

Über sich: Werd bald 26....oh weh. Hindert mich nicht daran, Musik zu lieben! Und Frauen! Und Humor! Und meine ...

Mitglied seit:25.08.2000

Erfahrungsberichte:122

Vertrauende:5

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 28 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Paradise Lost - in den letzten Jahren und mit den letzten Album-Releases war wohl keine Band so heftig in der Diskussion, sowohl in den Medien, als auch bei den Fans. Die Briten hatten ihre Karriere ursprünglich als Gothicact begonnen, der für ordentlich Feuer unter den vier Buchstaben sorgte. Mit zunehmender Karrieredauer ebneten die fünf Bandmitglieder den Weg für Melodie und auch deutlich zurückgenommene Härte - was auf geteiltes Echo stiess. Die einen lobten die Band dafür, sich zu öffnen und neue Wege zu beschreiten, während die anderen sich über Kommerzialität und angebliche Weicheierigkeit mokierten. Das 1999 erschienene Album "Host" ist wohl das am kontroversesten diskutierte Paradise Lost-Werk ever.

Ich für meinen Teil muß direkt dazu sagen: Ich wurde durch das Vorgängeralbum "One Second" erst richtig auf die Band aufmerksam, daher ist der ganz große Stilwandel für mich nicht so enorm zu erkennen gewesen. Mir gefallen die Alben vor "Icon" [der Punkt, an dem die Songs deutlich melodiöser wurden] wenig bis gar nicht.

Das Album "Host" besteht aus dreizehn Tracks. Waren auf "One Second" noch brettharte und schneidende Gitarren zu hören, so steht hier die Elektronik deutlich im Vordergrund. Das ist auch wohl der Hauptkritikpunkt, welcher für Diskussionen gesorgt hat. Die Songs im Einzelnen:

[01-so much is lost]
Die erste Single aus der CD, wurde vorab veröffentlicht. Recht flottes Tempo, elektronische Beats und eingestreute Gitarrenparts zeichnen die Nummer aus. Die Melodie ist gewohnt melancholisch, allerdings wenig abwechslungsreich. Daher war es meiner Ansicht nach ein Fehler, diesen Titel als Single u wählen.

[02-nothing sacred]
Geiler Song! Man kann über Paradise Lost sagen was man will, aber diese Nummer ist der Hammer! Ein total ohrwurmverdächtiger Refrain, ein gelungener Mix aus verfremdeten Gitarrensounds, Livedrums und elektronischen Parts - für mich gehört das Ding zum Besten, was Paradise Lost je gemacht haben. Hier kommt auch die in meinen Augen geile Zusammenwirkung von Leadsänger Nick Holmes und Backgroundvocalist/Drummer Lee Morris zum Tragen - klingen im Refrain frisch und einfach hitverdächtig. Tempo stimmt auch - fast schon POP!

[03-in all honesty]
Und der nächste Hit direkt hinterher! Man ist gerade einigermassen über den letzten Track hinweg, da überfällt einen ein verzerrtes Gitarrenintro, die Drums pumpen los, und Nick Holmes shoutet sich die Seele aus dem Leib! Das allerdings nur während der Strophen. Im Refrain klingt der gute Mann dann angenehm melodiös und melancholisch. Auch hier treffen Paradise Lost mit dem Chorus voll ins Schwarze. Bleibt herrlich im Ohr und ist meiner Auffassung nach der beste Song des Albums - zusammen mit "nothing sacred". Brillanterweise wurden beide nicht als Single veröffentlicht.

[04-harbour]
Dann geht das Tempo zurück, die erste von zwei Balladen betritt das Parkett des Hörers. Tiefe Trauer klingt durch Nick´s Stimme, und es wird ein bisschen weniger elektronisch. Getragenes Tempo und eine schaurig-schöne Athmosphäre sorgen dafür, dass das Niveau dieser LP auch hier nicht abreisst. Dieser Song ist ein Zeichen dafür, wie weit sich Paradise Lost mittlerweile entwickelt haben - eine Ballade wäre zwei Alben zuvor in dieser Form nicht möglich gewesen.

[05-ordinary days]
Und hier beginnt das leise Manko der Platte. Die Songs hören sich teilweise sehr ähnlich an, und so hat der Hörer das Gefühl, sich gar nicht fortzubewegen....
Hier wieder der gewohnte Mix aus Elektro und Gitarren, Tempo ist auch okay, aber die Melodie ist längst nicht so spannend wie auf den ersten Tracks. Hier lässt das Album nach, und man hat das Gefühl, die Nummer schonmal gehört zu haben.

[06-it´s too late]
Dann der Knick - nach oben! Die zweite Ballade, und was für ein fesselndes Werk! Eingeleitet von Regenprasseln und einem wunderschönen Cellosolo flüstert Nick Holmes die Strophen geradezu. Eingebettet in satte Streicher entfaltet sich eine todtraurige Hymne, die zu Tränen rührt! Unterstützt von weiblichen Backgroundvocals in den Strophen und zum Ende des Songs auch im Refrain ist die Melodie unglaublich mitreissend. Das quälend langsame Tempo läßt die Athmosphäre noch intensiver erscheinen. Geil!!

[07-permanent solution]
Diese Nummer wurde in einem Remix als zweite Single veröffentlicht - kann man machen! Wieder mehr Gitarren [zumindest auf der Albumversion] und ein catchy Refrain bringen Stimmung. Auch das angezogene Tempo erfreut den Hörer. Auch ist hier das "deja-Vu"-Feeling noch nicht so stark wie bei den noch anstehenden Nummern, so dass dieser Titel noch positiv aus dem Album heraussticht.

[08-behind the grey]
Der nächste Hit. Die Nummer powert flott los, mit einem geilen Elektroriff, die Livedrums setzen ein, und man ist geneigt, mitzuklatschen! Die Gitarren verstärken den starken refrain noch um einiges, und der Ohrwurm ist fast perfekt! Der Song geht mit seinem Niveau knapp hinter "nothing sacred" und "in all honesty" durch.

[09-wreck]
Hier beginnt jetzt leider der langweilige und unispirierte Teil des Albums. Es scheinen die Ideen weg gewesen zu sein - oder aber man hat versucht, die vorhandenen Ideen noch einmal zu verwenden. was genau der Grund für diesen Abfall war, wissen wohl nur die Bandmitglieder selbst. Hier schreibe ich auch nicht mehr über jeden einzelnen Song, denn mir würde nichts bahnbrechendes einfallen, was die Nummern unterscheidet. Wer die vorherigen Tracks gehört hat, weiß genau, was ihn erwartet: Viel Elektronik, ab und zu Gitarrenwände, zumeist live eingespielte Drums, und die gewohnt traurige Stimmlage von Frontmann Nick Holmes. Der Verantwortliche für die Melodien, Gitarrist und Keyboarder Greg Mackintosh, scheint seine Inspiration ab einem gewissen Punkt verloren zu haben, denn es kommt ncihts neues. Kein melodiöser Kick oder Haken, der Interesse hervorruft. Die Tracks heissen:
[10-made the same]
[11-deep]
[12-year of summer]
[13-host]

Alles in allem ist "Host"ein gutes Album, welches aber leider eine ganze Menge Leerlauf bereithält. Andererseits enthält es Songs, die zum Besten gehören, was die Band sich je hat einfallen lassen....

Die CD ist im gut sortierten Fachhandel problemlos zu erhalten. Allerdings muß man sich auf Preise zwischen 15 und 19 Euro gefasst machen, da das Album schon 5 Jahre alt ist.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Das_Ky

Das_Ky

11.06.2004 12:43

Und bei mir ist es genau umgekehrt, ich habe Paradise Lost schon jahrelang gehört, als es durch Host zum Bruch zwischen mir und meiner damaligen Lieblingsband kam. Aber inzwischen sind wir wieder versöhnt. Ich finde Host jetzt ziemlich gut (es geht eben nichts über Paradise Lost, die waren einfach immer gut, egal was sie gemacht haben!), Believe in nothing gefällt mir noch einen Zacken besser. Nur die letzte, also mit der konnt ich nun gar nix anfangen, die war mir zu seicht. Aber wer weiß, vielleicht seh ich das in ein paar Jahren wieder anders. Bei denen weiß man nie ... Grüße, Ky

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