1997 im Juli reiste ich nach Neuseeland. Es ist bisher das einzige Mal, dass ich dort war. Ich reiste mit einer Reisegruppe dorthin. Wir flogen mit der Fluglinie „Air New Zealand“ über Los Angeles erst mal nach Sydney in Australien – nach einigen Tagen weiter nach Christchurch in Neuseeland.
Wir fuhren in 11 Tagen 3.000 Kilometer durch das Land – durch die Süd- und durch die Nordinsel. Wir sahen viele Städte, beispielsweise Christchurch (tolle Stadt mit Gebäuden, die an Großbritannien erinnern), Dunedin (graue und dreckige Stadt), Queenstown (eine Stadt, die mich sehr an Davos in der Schweiz erinnert), Wellington (mir hat die Stadt gefallen – obwohl es dort so windig und teuer sein soll), Roturua (da riecht es in der Stadt nach „faulen Eiern“ wegen der Schwefelquellen) und Auckland (das ist die größte Stadt Neuseelands – aber nicht die Hauptstadt. Ich mochte diese Stadt auch – besonders den Hafen als auch den historischen Stadtteil Pernell). Wir fuhren bei Regen mit dem Schiff durch den weltbekannten Fjord „Milford Sound“ (damals regnete es in Strömen) – und ich machte Fotos, bei denen mein Schwager D. fragte, ob ich Schwarz-Weiß-Fotos gemacht habe, weil die Bilder wegen des Regens so unscharf wurden) und sahen einer Dame unserer Reisegruppe zu, wie sie von einer Brücke aus für den Preis von 120 Neuseeland-Dollar einen Bungee-Jumping-Sprung wagte.
Ein Lied des neuseeländischen Duos OMC begleitete mich auf der Reise. Nein, es war nicht „How Bizarre“, das One-Hit-Wonder, der Titel, der auch Nummer 1 in den deutschen Single-Charts war. Es war „On The Run“ – die zweite Single-Auskopplung aus dem einzigen Album von OMC, das ich mir nach der Rückkehr in Deutschland kaufte. Ob sich der Kauf gelohnt hat, erfahrt Ihr jetzt in einem Bericht über das Album, das genauso heißt, wie der Hit, nämlich….
How Bizarre
Interpreten: OMC
Erscheinungsdatum in Deutschland: 14. Oktober 1996
Plattenfirma: Polydor (Universal)
Gesamtspieldauer: 46 Minuten, 38 Sekunden
Musikgenre: Pop/RockIch habe für diese CD 1997 circa 30 D-Mark (ca. 15 Euro) bezahlt. Heute ist die CD vergriffen. Man kann sie gebraucht im Internet zu Preisen von 0,01 Euro bis 55,99 Euro (Neupreis bei Amazon.de) kaufen.
Über OMC
OMC war ein Duo aus dem Stadtteil Otara, der zu Auckland (Neuseeland) gehört. OMC heißt ausgeschrieben „Otara Millionaires Club“. OMC begann zuerst als Band, löste sich dann 1995 auf und die beiden Bandmitglieder Pauly Fuemana (ein Rapper) und Alan Jansson machten als Duo OMC weiter.
Gemeinsam schrieben sie den Titel „How Bizarre“, der ein weltweiter Hit wurde. Er landete nicht nur in Deutschland auf Platz 1, sondern in vielen anderen europäischen Ländern auch – ebenso in Ländern außerhalb Europas.Es stellten sich jedoch keine weiteren Hits ein. Pauly Fuemana starb 2010 im Alter von 40 Jahren in Auckland.
(Quelle: Wikipedia.de)
Folgende Titel sind auf dem Album „How Bizarre“ von OMC enthalten
1. On The Run
2. How Bizarre
3. Never Coming Back
4. Breaking My Heart
5. Angel In Disguise
6. Lingo With The Gringo
7. Land Of Plenty
8. Right On
9. Pours Out Your Eyes
10. She Loves ItalianDie Songs wurden von dem Duo OMC gemeinsam – also Pauly Fuemana und Alan Jansson – geschrieben. Bei der Aufnahme der Songs im Studio wurden sie von vielen Instrumentalisten unterstützt – beispielsweise dem
Bilder von How Bizarre - OMC
Gitarrenspieler Lee Baker und dem Akkordeonspieler Hershal Herscher.
Die Songs im einzelnen und meine Meinung dazu
Titel 1 – On The Run
Ein flotter Popsong mit vielen Gitarren, Schlagzeug und einem lässigen Gesang. Besonders das Gitarrenspiel finde ich ganz klasse, da gibt es einige Takte, die ich im Flugzeug ganz klasse fand.
Ich hörte den Song nämlich immer während des Fluges. Da hatte man die Möglichkeit, neben ein paar Filmen auch mal Musik zu hören. Es gab diverse Musikkanäle, die man anzappen konnte. Ich wählte den Kanal mit aktuellen Rock- und Poptiteln. Und da lief immer „On The Run“. Zwischen den Songs sprach oft ein Moderator, der offensichtlich Neuseeländer war und sich sehr freute, dass OMC auch außerhalb Neuseelands sehr erfolgreich war. Der Song „On The Run” wurde als zweite Single aus dem Album ausgekoppelt. Bei uns verschwand er – nach dem Riesenhit „How Bizarre“ – schnell in der Versenkung. Ich jedoch habe den Song nie vergessen. Er ist mein Favorit Nummer 1 auf dem Album.
Titel 2 – How Bizarre
OMCs erster und einziger Hit weltweit erscheint immer noch auf vielen One-Hit-Wonder-Zusammenstellungen (das sind Zusammenstellungen mit einmaligen Hits).
Ein fröhlicher Song ist das – er vermittelt Urlaubs- und Partystimmung. Daran sind die Gitarrenklänge und das Akkordeon schuld, die einen Hauch von Hawaii und Strandfeeling vermitteln. Auch die Art des Gesangs ist interessant – ich habe das Gefühl, dass der Sänger gar nicht singen kann. Er spricht die Textzeilen so herunter und versucht, ihnen eine Art „Klang“ zu verleihen, was sich außergewöhnlich anhört. Erst im Refrain, wenn auch die Backgroundsängerin Zina zu hören ist, ist ein Gesang zu hören. Auch Bläser sind zu hören und vermitteln dem Song eine „jazzige Note“.
Ich nehme an, dass der Song gesprochen wurde von Pauly Fuemana, der ja Rapper war – deswegen dieser Sprechgesang. Der Song ist mein Favorit Nummer 2 – gerade das Urlaubsfeeling, das der Song vermittelt, gefällt mir gut.
Titel 3 – Never Coming Back
Wieder ein flotter Popsong mit Backgroundsängern, die sich wie Engel anhören. Markant sind hier Gitarren und Schlagzeug. Für mich klingt das Ganze wie ein Tango.
Mittendrin im Song ist wieder ein Sprechgesang zu hören – schnell gesprochene Sätze, nicht gesungen. Besonders die Refrainzeile „Never Coming Back“ ist sehr oft zu hören. Der Song ist okay, zu meinen Favoriten zählt er nicht.
Titel 4 – Breaking My Heart
Oh wow – ein rockiger Song! Er beginnt mit stampfendem Schlagzeug, einem Saxophon und einer Gitarre, die irgendwie „Hawaiiklänge“ spielt. Hawaii passt nicht, denkt ihr? Passt gut, vor allem zu der Musik von OMC.
Gesungen wird auch hier nicht – sondern eher gesprochen mit ein paar „Versuchen“, irgendwas hinzubekommen, dass wenigstens halbwegs nach Gesang klingt. Zumindest erscheint es mir so. Es singt wieder der Sänger, der auch „How Bizarre“ sang. Begleitet wird er von der Gitarre und dem Saxophon und dem stampfenden Schlagzeug. Das ist ein Song, den ich zum Autofahren ganz gut finde. Man kann ihn nebenher laufen lassen, er stört nicht, denn irgendwann klingt alles gleich, weil immer wieder „Oh man, you’re breaking my heart“ gesungen wird.
Klasse finde ich das Saxophon-Solo mitten im Song – im Gesamten gesehen finde ich den Song eher mittelmäßig.
Titel 5 – Angel In Disguise
Romantisch beginnt der Titel – mit einer Geige sowie Gitarrenzupfen. Ein gefälliger, ein schöner Song. Der Sänger bringt wieder seine Art „Sprechgesang“, der aber gut zum Titel passt. Erst im Refrain wird wieder richtig gesungen, was mir sehr gut gefällt. Hier kommt richtig viel „Inbrunst“ und Tiefe rüber. Wunderbar ist auch das Geigensolo mitten im Song – einfach klasse. Die Geige spielt und die Gitarre spielt schnell dazu, gibt quasi das Tempo vor. Einfach umwerfend!
Für mich eine Art Song, wie man ihn am Lagerfeuer singen könnten. Schön und romantisch – aber dennoch keine Ballade, sondern ein relativ schneller Popsong. Hier könnte man sich treiben lassen, einfach träumen. Mein Favorit Nummer 3 auf dem Album.
Titel 6 - Lingo With The Gringo
Ein schneller Pop-Rocksong, der mit viel Schlagzeug und interessantem Klavierspiel beginnt. Dann setzt ein Instrument ein, das ich so noch nicht gehört habe auf dem Album. Das Booklet gibt mir nicht Aufschluss darüber – so denke ich, es könnten Computereffekte sein, die ich nicht beschreiben kann, aber die hell und kurz klingen.
Ich denke zuerst, es handele sich um einen Instrumentaltitel – aber so ist es nicht. Der Gesang ist wieder eine Art Sprechgesang, wobei das Klavierspiel und das Schlagzeug so bleibt – und irgendwann fad wird, weil immer dasselbe gespielt wird. Ab und zu höre ich „Computergequietsche“ – vielleicht hat einer der Musiker mit irgendeinem Gerät im Aufnahmestudio herumgespielt, anders kann ich mir diese Geräusche nicht erklären. Vom Text her gibt der Song auch nicht viel her. Es geht um eine Person, die – weil es ihr zu warm ist – verschiedene Getränke ausprobiert.
Na ja, den Instrumentalteil am Beginn des Songs fand ich interessant, aber ich finde, dass der Sprechgesang den Song langweilig macht… Den Titel kann man also hören, es muss aber auch nicht sein.
Titel 7 – Land Of Plenty
Ein interessanter schneller Popsong ist das, der mit Schlagzeug und Bläsern beginnt. Auch der Gesang ist passabel – wobei das eher ein Sprechgesang ist, was aber der Qualität des Songs keinen Abbruch tut. Im Refrain singen die beiden Mitglieder von OMC gemeinsam, die Strophen selbst singt nur einer von ihnen. Die Strophen gefallen mir besser als der Refrain.
Auch dieser Song hinterlässt eher einen gemischten Eindruck – die Strophen sind gut, der Refrain kann nicht komplett überzeugen.
Titel 8 – Right On
Ein schneller Popsong, der mexikanisches Gute-Laune-Feeling vermittelt. Einfach klasse und zum Mitklatschen und Mitsingen geeignet. Ein Hawaii-Instrument – ist es eine E-Gitarre oder ein Keyboard oder sonst was? – macht das Urlaubsfeeling hier noch perfekt, denn es spielt entsprechende Töne. Die Sänger singen entspannt, sie werden begleitet von anderen – man meint, da singt ein ganzer Chor. Auch eine Trompete ist immer wieder zu hören.
Der Takt, dem das Lied durch das Schlagzeug vorgegeben wird, gibt den Mitklatschsound vor. Einfach ein toller Song – für mich mein Favorit Nummer 4 auf dem Album.
Titel 9 – Pours Out Your Eyes
Hier gefällt mir der Gesang nicht. Irgendwie klingen OMC so gelangweilt und immer wieder heulen sie, als sei das Ganze ein Klagelied oder ein Trinklied. Toll dagegen finde ich die begleitenden Instrumente – besonders die Streicher und ein Blasinstrument bringen etwas Dramatik in den Song. Dezentes Schlagzeug gibt es natürlich auch.
Alles in allem finde ich den Song nicht besonders „prickelnd“, da gibt es einfach Besseres auf dem Album.
Titel 10 – She Loves Italian
Ziemlich chaotisch ist hier die Begleitung – mit kreischenden E-Gitarren – aber gerade das macht den Reiz des Songs aus. Irgendwie erinnert mich der Song an „Are Friends Electric?“ von Gary Numan (ein One Hit Wonder – also einmaliger Hit). Ein toller, etwas chaotischer Partysong ist das, finde ich – poppig und rockig zugleich. Die Sänger singen so schräg, wie sie singen können. Sie singen und kreischen abwechselnd. Ich denke, die Aufnahme des Songs hat allen Spaß gemacht.
Ein interessanter Abschluss für das erste und einzige Album von OMC – mein Favorit Nummer 5 auf dem Album.
Das Booklet
Das Booklet ist wie ein Faltprospekt aufgemacht und umfasst insgesamt 10 bunte Seiten. Klappe ich das Booklet auf, sehe ich fünf aneinandergereihte Seiten. Drehe ich das Booklet um, sehe ich weitere 5 Seiten. Meiner Meinung war das Booklet für ein Booklet von 1996 schon sehr aufwändig. Das muss ich mal loben. Alle Liedtexte sind enthalten, auch die Angaben, welche Gastmusiker bei welchem Song welche Instrumente spielten.
Allerdings vermisse ich Angaben darüber, wer bei welchem Song die „Hauptstimme“ sang – und so kann ich nur Vermutungen anstellen. Ich vermute beispielsweise, dass Pauly Fuemana – der unterdessen verstorbene Rapper – bei den meisten Titeln die Strophen und auch den Refrain „sang“ oder (meiner Meinung nach) „mit seinem Sprechgesang belebte“.
Meine Erfahrungen und mein Fazit
Ja, es ist wirklich merkwürdig, wenn man sich wegen zweier Songs ein Album kauft. Ich kaufte mir das Album „How Bizarre“ 1997 in Crailsheim in einem CD-Shop wegen der beiden Songs „How Bizarre“ (Riesenhit) und „On The Run“, das ich während einiger Flüge mit Air New Zealand (insgesamt waren es fünf: Frankfurt – Los Angeles, Los Angeles – Sydney, Sydney – Christchurch, Auckland – Los Angeles, Los Angeles – Frankfurt) oft im Flugzeug hörte und nicht aus meinen Gedanken bekam… Ich kaufte die CD in Urlaubslaune nach einem Neuseelandurlaub in Deutschland. Nach dem Flug war ich noch drei Tage jet-lagged, aber diese CD musste ich haben. Weiß eigentlich irgendjemand, dass die reine Flugzeit von Auckland in Neuseeland nach Frankfurt am Main 23 Stunden beträgt? Ich weiß es, denn ich bin diese Strecke schon geflogen. Ach ja, und man fliegt unserer Zeit zurück… was auch ein total interessantes Erlebnis ist, denn ich erlebte den 5. August 1997 zweimal. In Los Angeles in den USA hatte ich drei Stunden Aufenthalt – diese Zeit habe ich natürlich in die reine Flugzeit nicht eingerechnet.
Das erste Hören der CD war enttäuschend, obwohl die Qualität damals schon sehr gut war und immer noch sehr gut ist. Man muss das Album aber öfters anhören, um Gefallen daran zu finden – Gefallen an den Songs, Gefallen an den Sängern, Gefallen daran, wie sie die Songs darbieten. Der Anlass für mich, diesen Bericht hier zu schreiben und mehr über OMC zu recherchieren, war ein interessantes „Produkt bei Ciao“, das hier zwar eingestellt wurde – aber nicht existiert. Ciao hat die CD „How Bizarre“ doch tatsächlich unter dem Bandnamen „Orchestre Philharmonique Monte Carlo“ 2006 eingestellt. „Orchestre Philharmonique Monte Carlo“ – was soll denn das sein? Liebe Mitarbeiter bei Ciao, nein, nein - ich weiß nicht, wer oder was „Orchestre Philharmonique Monte Carlo“ sein soll – die CD „How Bizarre“ wurde von „Otara Millionaires Club“ – oder abgekürzt: OMC – aufgenommen. Diesen Produktvorschlag habe ich dann richtig von Ciao einstellen lassen.
OMCs Musik erinnert mich immer noch an meinen ersten und bisher einzigen Neuseeland-Urlaub – insbesondere zwei Titel, die ich schon genannt habe. Die Musik ist fröhlich und vermittelt Urlaubsstimmung. Sie trägt zur Entspannung bei, muss allerdings mehrfach gehört werden (egal, ob mit Konzentration oder nebenher), um Gefallen zu finden. Das Album ist vergriffen, aber ab dem Preis von einem Cent bei einigen Internet-Verkäufern zu haben. Für 55,99 Euro – den derzeitigen Preis bei Amazon.de – würde ich mir dieses Album allerdings nicht kaufen, das ist ein „Mondpreis“, komplett überteuert und unrealistisch.
Ich vergebe dem Album gute vier Sterne und eine Hör-/Kaufempfehlung, wenn man es günstig irgendwo ergattern kann. Vielleicht gibt es das Album irgendwann mal für 9 Euro als Download zu kaufen – das finde ich einen guten Preis dafür. Vielen Dank fürs Lesen und Bewerten!
08.06.2013 11:27
BH!
11.10.2012 10:38
Auch wenns mal wieder lange mit mir gedauert hat ;o) bitte schön!
31.07.2012 19:01
bh