Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Sehr Laut , Bühnentauglich , Aussehen |
| Kontra: |
Matscht schnell im Ton , Einseitig , Schwer , Störgeräusche , PREIS |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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+++ Vorwort +++
Hallo erstmal!
Ich habe mir das Warp7-Halfstack vor einem dreiviertel Jahr gekauft.
Er ist fast jeden Tag in gebrauch - mir sind also seine Schwächen und Stärken sehr bekannt.
Leider bereue ich es inzwischen das ich so viel Geld für das Gerät ausgegeben habe - dazu aber mehr unten.
+++ Ausstattung / Technik +++
Vorstufe : Halbleitertechnik ( = Transistor )
Endstufe : Halbleitertechnik ( = Transistor ) , Current Feedback
Leistung : 100 Watt an 4 Ohm
Kanäle : 2 ( Clean , "WARP"(ultra-distortion) )
Cabinet : 4 x 12 Zoll Boxen - Celestion Rockdriver Junior ( 200 Watt )
Gewicht : Topteil = ca. 10 kg ; Box = ca. 40 kg ( scheint wegen der Größe aber mehr zu sein )
Maße : Topteil = 610 x 235 x 255 mm ; Box = 765 x 825 x 345 mm ( laut Anleitung )
Regler :
[Clean]
-> Volume : Lautstärkereglung des Cleankanals (unverzerrt).
-> Bass : Anhebung oder Absenkung der Bassfrequenzen.
-> Mid : Anhebung oder Absenkung der Mittelfrequenzen.
-> Treble : Anhebung oder Absenkung der Hochfrequenzen.
[Warp]
-> Gain : Intensität der Verzerrung.
-> Master : Lautstärkereglung des Warpkanals (verzerrt).
-> Bass : Anhebung oder Absenkung der Bassfrequenzen.
-> Mid : Anhebung oder Absenkung der Mittelfrequenzen.
-> Treble : Anhebung oder Absenkung der Hochfrequenzen.
-> Presence : Feinabstimmung der Mittelfrequenzen.
Buchsen :
-> Input : Gitarren-eingang.
-> FX-SEND : Ausgang des Vorverstärkers , hier kommen Modulationeffekte wie zB Phaser,Chorus,Tremolo usw ran.
-> FX-RETURN : Eingang der Endstufe , hier kommt das Signal der Modulationeffekte wieder rein.
-> FOOTSWITCH : Eingangsbuchse für einen Fußschalter - umschalten der Kanäle per Fußschalter möglich (+12V Phantomspeisung für LEDs)
-> PHONES : Praktischer Kopfhörerausgang.Das Signal wird nicht über die Box ausgegeben sondern nur über die Kopfhörer - mit integrierter Boxen-simulation.
Rückseite :
-> 2 x SPEAKER OUTPUTS : Ausgang für die Box. Achtung : NUR Boxenkabel verwenden (WICHTIG! Sonst:Kurzschluss,Überhitzung,Kabelbrannt) 4 bis 8 Ohm
+++ Klang +++
Clean :
Clean kann sich der Warp gut hören lassen. Er klingt durchsetzungsfähig und transparent.
Allerdings natürlich kein Vergleich zu einem Fender oder Roland.
Im Gegensatz zu Fender/Roland klingt der Warp doch zu klobig , "schwer" und undynamisch.
Warp (verzerrt) :
WOUHM ! Hier liegt die Stärke des Warps. Sein unglaublicher Druck ! [Definition "Druck" : alternative Bezeichnung für den Luftdurchsatz]
Seine Verzerrung ist kräftig und rumpelt - ideal für harten Metal.
Leider "matscht" er sehr schnell, das heißt das man nicht mehr genau hört was man da eigentlich spielt - also ein Soundbrei entsteht.
Eine Beschreibung des Zerrsounds : viel Bass - wenige Mitten - kratzende,diffuse Obertöne - also nichts für "singende" Leadsounds :(
Man sollte aber aufpassen das man es mit dem Bassregler nicht übertreibt, denn es kann passieren das man bei Bandproben nur noch den Warpdruck hört.
Und gleiches Mängel wie beim Vortex (seinem kleinen Bruder) : Störgeräusche.
Crunchsounds ("angezerrt") sind übrigends möglich - werden aber nie so toll wie bei einem Röhrenverstärker klingen.
+++ Verarbeitung +++
Zu der Verarbeitung der Hughes & Kettner-geräte muss man nun wirklich nichts sagen.
Aber trotzdem :
Robust ohne Ende - typisch deutsche Handarbeit.
Die Geräte werden übrigends alle einzeln im Werk in St.Wendel von Hand auf Mängel geprüft.
Das Topteil ist aus Holz mit Plastiküberzug.
Die Box ist ebenfalls aus Holz und wirkt von aussen optisch sehr gut. Moderne Schnittform sowie ein schwarzes,schützendes Frontgitter.
Im inneren der Box sieht man das die einzelnen Lautsprecher fein und sauber miteinander verlötet sind. Keine kalte Lötstellen , keine Lötzinn-sparerei , keine Schlamperei bei der Kabelmontage.
+++ Anwendung +++
Leider sind die technischen Anwendungsgebiete des Warps sehr eingeschränkt - das liegt daran das er ein Transistorverstärker ist - aber auch einfach an seiner Ausstattung.
Beispiele :
Gitarre -> Input -> FX-SEND -> DI-Box -> Mischpult -> Aufnahmegerät [ Einfaches Aufnehmen ]
Gitarre -> Input -> FX-SEND -> DI-Box -> Mischpult -> Aufnahmegerät | Box -> Mikrofon -> Aufnahmegerät [ Erweitertes Aufnehmen , räumlicherer und authentischerer Klang ]
Gitarre -> Input -> FX-SEND -> Kompressor -> FX-RETURN [ Dynamik-begrenzung - höhere Transparenz ]
Gitarre -> Input -> FX-SEND -> Multieffektgerät -> FX-RETURN [ Eigentliche Verwendung des FX-Weges ]
Gitarre -> Input -> FX-SEND -> Gitarrenendstufe oder 2.Verstärker [ Kopplung zweier Verstärker ]
Gitarre -> Externer Vorverstärker -> FX-RETURN [ Deaktivierung des internen Vorverstärkers - sinnvoll um zB einen Röhrenvorverstärker vor den Warp zu schalten ]
Meine Verkablung :
Gitarre -> Wah -> Röhrenvorverstärker -> Kompressor -> Denoiser/Noise-gate -> Booster -> FX-RETURN des Warp 7 [ Macht den Warp7 zu einer Gitarrenendstufe ]
+++ Sonstiges +++
Nettes Feature : ein Schriftzug "WARP7" auf dem Topteil - ist der Verstärker an, dann leuchtet der Schriftzug - verbreitet eine gute Stimmung ;).
Abstimmung des Topteil auf die Box : Die Box ist absolut auf das Topteil abgestimmt - NUR mit dieser Box kann sich der Warp total entfalten. Erstaunlicher Versuch : An einer Mesa-Boogie Rectifier-box klang das Warp-topteil NICHT so gut wie an der eigenen Box (!!!!!!).
Leider ist das auch andersherum : Denn ein anderer Verstärker an einer Warp-box klingt nicht so gut wie an einer anderen Box.
Das heißt also : Wenn ihr den Warp verkauft - dann verkauft das Topteil UND die Box und kauft euch lieber eine neue Box.
+++ Fazit +++
Der Warp ist schon ein brauchbares Gerät das wirklich Bühnentauglich ist.
Die Ausstattung ist ganz okay - allerdings wäre ein Hall wirklich nicht zuviel verlangt. Besser wäre noch ein dritter Kanal (Clean,Crunch,Warp).
Und vergleicht man den Preis (850€) nun mit der Ausstattung , ist das Gerät wirklich überteuert.
Wem übrigends das Gerät zu groß/sperrig ist kann sich auch mal die 1x12" und die 2x12" Versionen angucken.
Seit kurzem auf dem Markt sind auch : Warp T und Warp X ( Beide mit Röhrentechnik anstatt Transistortechnik ).
+++ Eigene Meinung +++
Für meine Zwecke ist der Warp ein Fehlkauf gewesen. Man könnte sagen das ich "jung und unerfahren" war.
Denn für Blues , Rock und Jazz ist der Warp UNGEEIGNET.
Also bitte überlegt euch beim Kauf ob ihr wirklich NUR Metal machen wollt oder auch mehr.
Für 850€ hätte ich mir heute einen gebrauchten Röhrenverstärker kaufen können.
( Ich habe übrigends ein "Nicht Empfehlenswert" gegeben , da man sich von dem Geld etwas viiiiiiel besseres Leisten kann )
Und in diesem Sinne : Stay warped.