Frauenverstehrapper
15.09.2004
Pro:
Gelungene Produktion mit reichlich Blackmusicsampling
Kontra:
Eamons permanenter Verbal - "Tiefgang"
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 Senilm
Über sich:
FREE Musicjournalism // The world ends on a sunny day // Sympathy for Empathy // Alive and kicking....
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 81 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Wir Männer haben doch immer so unsere Probleme mit den Frauen - ja, ein ganz großes Gefühlsding ist das immer. Dabei versuchen wir´s doch immer auf unsere charmanteste Art und Weise - doch trotzdem einen erwischts immer, daß Eamon selbst ohne Charme Probleme mit Frauen hatte - verarbeitet er auf seinem Album "I don´t want you back". Das er dabei Sachen verarbeitet die er besser seinen Psychiater erzählt hätte, verstört etwas - da sind Frauen eh nur Sluts oder "just a piece of ass" und allgemein gräbt er sich im ganzen Album sehr tief in den obszönen Sprachbereich hinein! Auch so ist Eamon reichlich schamlos unterwegs - da werden The Flamingo´s Klassik Doo-Wop Klänge mit "Love them ho´s" Lyrics versetzt, an anderer Stelle pluckert sanftes HipHop-Beatwerk zu Trompetenstößen, welche Eamon unumstößlich seine Gefühle in verbaler Scheissform aus dem Rücken drücken lässt - selbst solch vermeintlich gefühlsduseligen Klänge wie das sanftwogende "On & On" lassen Eamon gleich zur Sache und ins Bett kommen.
Das seine Gefühlswelt reichlich verzerrt offen liegt, offenbarte uns ja schon die Vorabsingle "Fuck it", zu deren orgelnd, steigenden Rap-Tönen präsentierte sich der Jüngling ja erstmals als arg Rachefeldzuglüstling mit Liebeskummerproblemen - Werke wie "Get off my dick" sind zwar instrumental interessant auf sphärisch orgelndem Breakbeats basierende Tracks, bringen aber Eamon´s zwischen Rap-und Gesang unentschloßenen Verbalentgleisungseinsatz zur Geltung - das ändert sich auch bei Werken wie "Girl act right" oder "My baby´s lost"nicht, wobei diese Tracks auch soundtechnisch nicht mehr überzeugen. "I want you so bad" bringt den zwiespältigen Charakter des Albums komprimiert auf den Punkt - einerseits feinstes Piano-DooWop und seichteingängige Refraingesänge - andererseits Lyrics die deiner Mutter die Schamesröte ins Gesicht treiben. Danach steigt er nur noch in abgestanden pulsierendem R´n`B bei "4 The rest of your life" mit überzeugenden Textzeilen, wie "I may not be your man but you know i drive you crazy that´s why you fuck with me for the rest of your life", oder er versuchts mal auf der Pianoballadenschiene bei "All over now", mit trötendem Blueselementen auf Reggaebeats bei "Controversy". Mit Hardcore-Rappern wie N.O.R.E. bringt Eamon dann pianowogende HipHop Beats zu "Lo Rida" und seinen Prollfreunden, bevor es bei "I rather fuck with you" reichlich funky wird und George Clinton´s Klassik-Track mit dem derben Magengrooveswing dank Eamons Verbalsoße zum Würgemittel wird. Nachdem man sich dann richtig ausgekotzt hat sind Werke wie "Finally" eine echte Erlösung - obwohl gerade dieses mit seinem erdigen Groove und dem Soulstyle instrumental das fortgeschrittenste des Albums darstellt, ja und sogar textlich scheint hier Besserung in Sicht - nur eben leider zu spät.
Eamon´s Problem mit den weiblichen Bewohnerinnen des Planeten scheint wirklich tiefgreifend zu sein - wohl schon fast eine Psychose - wie sonst könnte er über beinahe 15 Tracks über diese herziehen. Das "Explicit Lyric" Label hat dieses Album wirklich verdient - Eamon´s Wortschatz scheint neben "Hoes", "Sluts" und "Bitches" nicht allzuviel Bezeichnungen für das weibliche Geschlecht parat zu haben - schade eigentlich. Eamon´s Sound lässt sich vielleicht ein wenig mit den "Streets" vergleichen - reichlich orgelnde Sounds, verzerrte Effekte und Breakbeats zieren Eamons Rachefeldzug gegen die Frauenwelt - doch ab und an wechselt sein Sound doch in die Gefühlsbetonten Lagen von Soul und Blues - und hätte Eamon da mal seine Fresse gehalten, dann wärs auch was mit den Ladies geworden.
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21.09.2004 21:32
Hmmm....kenn zwar einige Lieder von Eamon, aber trotzdem find ich die Musik nicht besonders berauschend! Aber das ist Geschmackssache und das ist auch gut so! Cu Rauko
17.09.2004 19:17
Junge, junge, ist das anstrengend zu lesen. Du verschachtelst Dich ja fast wie Thomas Mann - oder Oliver Kalkofe. Und dazu noch diese lyrischen Soundbeschreibungen...also ich hab's leider (schon wieder) nicht wirklich verstanden, was da abgeht.
15.09.2004 15:58
"Gefühle in verbaler Scheissform aus dem Rücken drücken", dafür hätte ich dir fast ein BH gegeben... der absolute Knaller. Danke, hab ich bestens amüsiert;-)