Mich schüttelt's - aber nicht vor Kälte!
12.03.2004 (13.03.2004)
Pro:
. . . gute Ansätze vorhanden, Potential erkennbar, Kultstatus, einige gute Songs . . .
Kontra:
. . . nicht wirklich überzeugende Vocals, etwas schwache Produktion . . .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 The-Wishmaster
Über sich:
+++ Der Countdown läuft: Weniger als 260.000 Punkte bis zum schwarzen Farbklecks +++ Momentan etwas ...
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Hallo liebe Leserinnen und Leser! Auch wenn die US-Powermetaller "Iced Earth" momentan dank ihres letzten Albums "The glorious Burden" szeneintern in aller Munde sind, so hat natürlich auch eine Band wie diese mal klein angefangen. Das war im Jahre 1990 und wie gut das Debüt wirklich war, erfahrt Ihr in den folgenden Zeilen...
| ° Iced Earth |____________________
Die Mannen um Riffschrubber Jon Schaffer gehören seit nunmehr 14 Jahren zu den ersten Adressen, wenn es um riffbetonten, melodischen Metal geht und konnten nicht umsonst bereits mit dem gleichnamigen Debüt aus dem Jahre 1990 die Gunst der Krefelder Fantasy-Metaller "Blind Guardian" gewinnen. Er folgten mehrere gemeinsame Tourneen, letztmalig im Jahre 1995, und spätestens seit dem Überflieger "Something wicked this way comes" gehören auch die Eiserde-Jungens zu den ganz Großen im Business. Nachdem man auf den ersten beiden Alben jeweils den Sänger ausgetauscht hatte, fand Schaffer nämlich mit dem Ausnahmetalent Matthew Barlow mittlerweile einen bestens geeigneten Shouter und dank eingängiger Kompositionen spielte man sich in die Ohren und Herzen tausender Fans weltweit. Bisheriger Höhepunkt war dabei das in Griechenland aufgenommene Livealbum "Alive in Athens", welches auf sage und schreibe drei randvollen CDs das Schaffen der Band dokumentierte. Inzwischen hat sich aber bekanntermaßen einiges getan und unter www.icedearth.com findet man noch detailliertere Infos.
| ° Iced Earth |____________________
01.) ~ Iced Earth ~ 7/10 02.) ~ Written on the Walls ~ 8,5/10 03.) ~ Colors ~ 7,5/10 04.) ~ Curse the Sky ~ 7,5/10 05.) ~ Life and Death ~ 9/10 <--- Anspieltipp! 06.) ~ Solitude ~ 9,5/10 <--- Anspieltipp! 07.) ~ The Funeral ~ 8,5/10 08.) ~ When the Night falls ~ 9/10 <--- Anspieltipp! Nach dem "Purgatory"-Demo fanden sich natürlich viele Songs davon damals auf dem selbstbetitelten Debüt wieder. Als Sänger hatte man damals noch Gene Adam im Gepäck, der auch schon für das Demo die Lyrics einträllerte. Das war und ist meiner Meinung nach auch das größte Problem der Scheibe, denn mit Adams' Gesang kann ich mich auch nach Jahren immer noch nicht so recht anfreunden. Aber schauen wir doch erst einmal, was uns musikalisch auf der Scheibe geboten wird.
Und siehe da, musikalisch kann man die ersten Gehversuche von Jon Schaffer und seinen Kollegen durchaus hören. Kraftvoll und mit ordentlich Schmackes schrubbt Schaffer seine Riffs aus den Boxen und beweist, dass er entweder ein alter Tattergreis ist, oder wirklich unglaublich schnell schroten kann. Ich tippe mal auf Letzteres, auch wenn die Lyrics des aktuellen Albums eher die erste Möglichkeit wahrscheinlich erscheinen lassen. Orientiert hat man sich damals noch ganz klar an den Helden der 80er, so dass die Einflüsse von Bands wie Iron Maiden oder Saxon deutlich hörbar sind. Dennoch sucht man reine Plagiate vergeblich, denn dank seiner einzigartigen und extrem markanten Gitarrenarbeit drückt Schaffer allen Songs einen eigenen Stempel auf. Dazu gesellt sich eine akzeptable Drumarbeit, ohne nenneswerte Höhen oder Tiefen. "Songdienlich", würde man es wohl am treffendsten bezeichnen, was übrigens auch für den nur selten in Erscheinung tretenden Bass zutrifft. Ganz anders sieht es dagegen mit den Vocals aus, deren "Qualität" ich ja anfangs schon habe durchscheinen lassen. Dabei habe ich weiß Gott (und der Höllenfürst sowieso) nichts gegen typische True Metal-Vocals, die in Eunuchen-artige Höhen vordringen, solange sie ausdrucksstark rübergebracht werden und man es nicht übertreibt. Adam übertreibt aber. Definitiv. Und seine Stimme leiert und niedelt in den Höhen dermaßen, dass sich mir die Knorpel im Ohr umdrehen. Versucht er in Ausnahmsfällen mal, relativ normal zu singen ("Life and Death"), dann kann man seine Vocals sogar hören, weshalb es durchaus wirklich gute Momente auf der Scheibe zu verbuchen gibt.
"Written on the Walls" wäre eines dieser seltenen Stücke, welches sich auch ohne Ohrkrämpfe ertragen lässt. Gene Adam glänzt hier vor allem in einem späten Zwischenteil mit einer gelungenen Leistung, indem er auf's Singen verzichtet und mit unheilsschwangerer Stimme ein paar Zeilen vorträgt. Im Vergleich zur später mit neuen Lyrics bedachten Version (hieß dann "Cast in Stone") gefällt mir in dieser Fassung der Tracken sogar einen Tick besser. Bei den meisten Tracks - "Colors" und der Titelsong sind hier zwei gute Beispiele - versaut Adam aber die guten Ansätze mit seinem Gekreische und Geseiere. Sorry, aber hier müssen ganz klar Punkte abgezogen werden. Hier hatte der spätere Vokalist Matthew Barlow auf "Days of Purgatory" bewiesen, wie genial man diese Stücke gesanglich interpretieren kann - wenn man die passende Stimme dazu hat. Gene Adam hat sie definitiv nicht und das macht dem Debüt schwer zu schaffen. Somit zählt das akustische Instrumental "Solitude" zu den wahren Highlights, da sich die Kapelle hier gänzlich auf ihre instrumentalen Fähigkeiten verlassen kann. Diese überzeugen und leiten nahtlos in das nächste Stück ohne Gesang über, "The Funeral". Hier wird dann der Strom angeschaltet und man geht etwas kraftvoller zu Werke, bewahrt sich aber die melodischen Gitarrenläufe. Am Ende der Scheibe setzt "When the Night falls" dann noch einen finalen Glanzpunkt, was vor allem an der hymnischen Ausrichtung des Songs liegen dürfte.
Rein vom Sound her merkt man der Scheibe übrigens auch ihr Alter an. Vor allem die Drums könnten noch entschieden mehr Druck vertragen, auch die Gitarren kommen auf den remasterten Tracks mit Barlow besser rüber. Aber für das Debüt geht die Produktion durchaus in Ordnung, hat sogar so etwas wie Klassiker-Charme. Das ursprüngliche Cover meiner MC (Ja, sowas gab es mal!) unterscheidet sich übrigens von dem hier abgebildeten Rerelease deutlich. Vor dunkler Kulisse stürzte nämlich einst ein Engel in die Tiefe, im Hintergrund war eine eisige Landschaft zu sehen. In dieser Version wird man die CD aber nur als US-Import bekommen, was ihr einen gewissen Sammlerstatus zusichert. Bei uns wurde sie dagegen nur mit dem hier abgebildeten Cover veröffentlicht. Fans der Truppe können sich danach auf die Suche machen, allen anderen reicht die Doppel-CD "Days of Purgatory", auf welcher die besten Tracks mit Barlow am Mikro neu aufgenommen wurden.
In diesem Sinne... Stay Dark!
The-Icemaster
PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen in einem Eisblock eingefroren werden... ;) Shake Heads!
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03.09.2007 18:52
Ein wirklich schöner Bericht von Dir. Wünsche einen guten und erholsamen Abend. GLG Nadine :-)
09.12.2005 13:03
Iced Earth = beste Power-Metal Band nach Blind Guardian. Das erste Album wäre meiner Meinung nach zehn-mal besser mit Barlow oder Owens als Shouter. ABer geiler Bericht. mfg hummer
04.04.2004 02:53
Kurz und gut: Iced Earth ist nicht mein Fall. Vielleicht weil mir auf Anhieb bei einer Hörprobe die Vocals nicht gefielen. Naja, jedem das seine. LG, Marcus