Pure potential...
10.08.2009
Pro:
Durchaus frischer Art Punk aus Sheffield . . .
Kontra:
Manchmal etwas schwer zugänglich . . .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 MauriceAC
Über sich:
t.b.a.
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 33 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
>Intro Das Sheffielder Quartet Navvy legt mit "Idyll Intagible" ihr Debüt vor. Vielmehr kann und braucht man eigentlich nicht über die Band zu wissen, denn die will sich bewusst vom aktuell vielzitierten Sheffield Hype fern halten, welcher da gerade im Gange ist. So viel noch: vorab tourte man mit Clinic oder auch The Long Blondes, die natürlich nur nette Sachen über die Band zu berichten wussten: "Navvy have pure potential [...] They sound like they're from Akron, they sound like Devo or Pere Ubu or something". Wer auch immer das jetzt sagte. Und wer auch immer Pere Ubu sind…
>Kritik Anyway, es klingt auf jeden Fall nicht so verkehrt, was Navvy auf dem ersten Track da zusammenstellen, der da eben auch "Navvy" heißt: Gitarren treffen auf Synthies treffen auf Drummachine. Oder auch: White Rose Movement trifft auf Art Brut. Denn rein gesanglich erinnert Sänger Keith Jones schon an WRMs Finn Vine, textlich bezieht man sich dagegen eher auf die alttäglichen Dinge des Lebens: Bücher, Plastiktüten und so weiter, was ja eher den einfach gestrickten Gedankengängen und klaren Lyrics eines Eddie Argos entgegen kommen mag. Eben in diese Richtung Art Punk a la Art Brut tendiert auch "Spaces" und "Plastic Bag", wobei gerade letzteres dann auch noch The Rakes zitieren mag. Nur eben mit mehr Keyboards.
Die spielt Claire Hill, die auch schon mal die backing vocals übernimmt, etwa in "Letters", dem einzigen Song der Platte der annähernd so etwas wie das klassische Boy/Girl Thema behandelt: "I sent you letters" heißt es da, aber da hat man keine Lust drauf, also entgegnet Hill: "I sent them back". Zurück zu einfacheren Themen, etwas das neue Gebäude, das Sänger Keith irgendwann bezogen zu haben scheint, siehe "My New Building". Durchaus tanzbar sind dabei Navvy ohnehin, wie "Sticker", "Disco" oder "Strange Book" zeigen. Die Synthies halt. Wobei Kuhglocken jetzt doch bitte bald echt durch sind. Oder auch nicht, siehe "French Spines". Solider Art Pop mit etwas wenig Drive. Den gewinnt man mit "Time" zurück, abermals ein Art Brut soundalike. Die Richtung ist und bleibt bekannt, Navvy sind eben die Variation mit Tracks wie dem sich anschließenden "Documentary" oder "Robot". Der letzte Track des Albums bestätigt dagegen wieder die Theorie der passenden Endtitel einer Platte: "Over"…
>Fazit Durchschnittliche drei Minuten dauert ein Navvy Song. Art Punk der angenehmen Art, weniger laut, mehr Melodie, weniger verkopft, mehr Alltag. Zu ihrer Musik befragt meint Claire Hill hingegen: "We don't think there is one particular sound that defines us." Und irgendwie lassen sich Navvy auch nicht so recht vergleichen: etwas Gang Of Four, etwas Devo, etwas Art Brut, etwas WRM, etwas These New Puritans, etwas hier von, etwas davon, aber so wirklich formt sich daraus nicht das Konglomerat das sich nun Navvy nennt. Soll natürlich heißen und ebenfalls betonen: die Eigenständigkeit, die Frische, das Neue. Mit Navvys Album "Idyll Intangible" bekommt Sheffield und damit auch die gesamte britische Musikszene neue Impulse…
>by MauriceAc '09 (zuerst erschienen auf splashmusik.de)
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10.08.2009 17:17
Kingt ganz gut, werd ich mir mal anhören..