... Dies oder Ähnliches wird Kenneth Posey wohl durch den Kopf gegangen sein, “If I Sing” (“Closer Than Ever”).
Ungewöhnlich ist die Kombination von 3 deutschen und 10 englischen Titeln, die in sattem Dolby Surround erklingen; hier wurde Mr. Poseys Stimme manchmal mit ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von Musical-World über If I Sing - Posey, Kenneth 15.02.2001
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
annehmbar
Klangqualität:
gut
Langzeithörspaß:
wird nicht schnell langweilig
Pro:
großes Orchester und ein wohlklingender Bariton
Kontra:
keine neuen Arrangemente, etwas angestaubte Titelauswahl
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Solo-Alben von Musicaldarstellern spiegeln immer den persönlichen Geschmack des entsprechenden Künstlers wieder und geben mit der besonderen Musikauswahl einen interessanten Einblick in Ausdruckskraft und Können des Darstellers. Mittlerweile stapeln sich bei mir zu Hause diese Sängerporträts und leider muß ich sagen, daß viele Sänger ähnliche Auswahlkriterien an die Musiktitel für ihre eigenen CD´s stellen. Wenn die 137. Version von “Bring Him Home” erklingt, kann der Sänger noch so überzeugend sein, ich schalte dann mittlerweile den CD-Player ab...
Wenn der Jekyll & Hyde-Darsteller Kenneth Posey singt, erklingt aus den Lautsprechern eine angenehm klassische Stimme mit viel Wärme und Überzeugungskraft. Und diese Charakteristika lassen sich am besten mit getragenen Balladen aus den Feldern von Wildhorn, Webber, Schönberg, Simon, Shire und Levay umsetzten. Entstanden ist ein vornehmlich ruhiges Album mit 13 großen Orchesterarrangementen und der einschmeichelnden und kräftigen Stimme eines modernen Baritons.
Kenneth Posey schlüpft dabei in verschiedene Musical-Rollen, die mittlerweile zu Klassikern gehören: Mit GI-John aus “Miss Saigon” erleben wir die dramatische Geschichte unehelicher Vietnam-Mischlinge, der “Buidoi”, mit einem klasse Männerchor, der dem Hörer gleich zu Beginn der CD wohlige Schauer über den Rücken treibt. Archibald Craven ist in “Secret Garden” erstaunt, daß sich seine kleine Nichte (auch Waise, jedoch aus Indien) zum Spielen lieber “A Bit Of Earth” anstatt teures Spielzeug wünscht. “Wie kann es möglich sein?” fragt sich dann auch Mozart!-Gegenspieler Corello und auch Dr. Jekyll muß “I Need To Know” einfach wissen, wie man Graf von Krolocks “Unstillbare Gier” im Tanz der Vampire befriedigt. Ein nicht ganz so “Unexpected Song” (Song And Dance ) ist Jean Valjeans gar nicht “Les Miserables”-Homerun “Bring Him Home”, bei dem Marius allein bei “Empty Chairs At Empty Tables” zurückbleibt. “This Is The Moment” oder auf gut deutsch: “Dies ist die Stunde” (als Bonustrack), denkt sich Dr. Jekyll, schlendert mit Joe Gillis den “Sunset Boulevard” hinunter, um sich mit Sir Percy den letzten “Falcon In the Dive” (“The Scarlet Pimpernel”) anzusehen. Dies oder Ähnliches wird Kenneth Posey wohl durch den Kopf gegangen sein, “If I Sing” (“Closer Than Ever”).
Ungewöhnlich ist die Kombination von 3 deutschen und 10 englischen Titeln, die in sattem Dolby Surround erklingen; hier wurde Mr. Poseys Stimme manchmal mit etwas zuviel Hall unterlegt. Auch paßt sie nicht zu jedem Charakter optimal - sein “Sunset Boulevard” mit dem gewöhnungsbedürftigem “OU” ist nicht ganz mein Fall. Seine Stärken liegen eindeutig und beeindruckend bei den Balladen aus “Jekyll & Hyde”, die neugierig auf seine Performance in Bremen machen. Aber auch als Valjean und von Krolock wäre Herr Posey sicher eine Idealbesetzung!
Fazit: Großes Orchester mit großer Stimme!
Technische Daten: Kenneth Posey: If I Sing Produzenten: Kenneth Posey, Mark Holmes 51 min, 45 sec Starfish Music 2001
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