Das zweite Album der ÄRZTE !
04.12.2009
Pro:
die Songs "Buddy Hollys Brille", du willst mich küssen", "Käfer", 2Wegen Dir"
Kontra:
die Songs "Rennen nicht laufen" & "Alles"
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Meskalero
Über sich:
blond, kurze Haare, blaue Augen, schlank, ca. 1,80 m groß, Brillenträger
Mitglied seit:20.11.2000
Erfahrungsberichte:321
Vertrauende:6
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 46 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Heute schreieb ich einen Bericht über das zweite Album der Berliner Kult-Band DIE ÄRZTE. Ich denke, daß ich über diese Combo an sich nicht mehr viel erzählen muß, da statistisch gesehen mittlerweile jeder zweite schon Songs wie „Westerland“ oder „Schrei nach Liebe“ auf irgendeiner Party lautstark mitgegröhlt hat. Deshalb halte ich mich auch nicht länger mit unsinnigem Vorgeplänkel und einer langen Einleitung auf sondern lege einfach einmal direkt los.
Hier die Songs der Platte im Einzelnen: 01. Du willst mich küssen Der Opener dieser Platte gehört wohl zu den bekanntesten und beliebtes ÄRZTE-Songs, da er auch heute noch auf Konzerten als heimlicher Klassiker gilt. Alleine schon der Beginn mit einem rhythmischen Schlagzeug sorgt dafür, daß man einfach mit den Fingern mitschnipsen muß. Im Refraintail wird das Ganze noch ein kleines bisschen schneller, was dem Song die nötige Abwechslung sorgt. Ansonsten muß man hier einfach nur noch mitsingen „...Du willst mich küssen/mitten ins Gesicht/doch ob Du mich liebt hast/das weiß ich nicht....“. Insgesamt ist auch gleich der zweitbeste Track des gesamten Albums !
02. Dein Vampyr Das Intro hierzu beginnt mit einem kurzen Gitarrenzupfe, danach gibt es dank eines langsamen und etwas schleppenden Schlagzeugs einen ziemlich dunklen Sound. Passend dazu setzt dann auch der ziemlich tiefe Gesang von Bela B. ein, der dafür sorgt, daß das Stück ein kleines bisschen bedrohlich wirkt, so daß man hier auch vom düstersten Track der kompletten Platte sprechen kann. Da passen dann auch kurze „Lalalala“-Einlagen mit etwas bösem Gelächter dazu wie die Faust aufs Auge ! 03. ...und es regnet Hier meint man zu Beginn erst einmal, daß die CD kaputt ist, da es nach ziemlich seltsamen Krachgeräuschen klingt. Doch dies dauert nur einige Sekunden ehe dann ein kurzes Regen-Intro einsetzt. Danach kommt der Gesang, von dem man die ersten Sätze jedoch nicht komplett versteht. Doch dies ändert sich relativ schnell, da der Song dann in eine angenehme Nummer aus einer Mischung aus Rockabilly und Schlager einhergeht. Man merkt hier auch, daß das Stück schon einige Jahre auf dem Buckel hat – aber zum Anhören für zwischendurch eignet es sich auch heute immer noch !
04. Alles Bei diesem Song weiß ich auch nicht so recht, was ich schreiben soll. Natürlich merkt man hier sofort, daß es sich um die ÄRZTE handelt. Hier dominiert auch hauptsächlich das Schlagzeug und der düstere Gesang von Bela. Allerdings fehlen mir persönlich hier dann doch wieder einige Gitarren, damit das Stück richtig dreckig nach Punk klingt. Irgendwie fehlt der Nummer auch das gewisse Etwas, so daß sie ehr nebenher läuft, ohne daß man sie richtig wahrnimmt. Für mich persönlich ist dies der insgesamt zweitschlechteste Song des ganzen Albums ! 05. Rennen, nicht laufen Auch hier beginnt das Intro wieder einmal ziemlich rhythmisch. Danach setzt auch recht schnell der Gesang von Bela B. ein, der aber hier irgendwie ziemlich abgehackt klingt. Ebenso hat man den Eindruck, daß die Band nicht immer wusste, ob sie den Gesang lauter als die Musik machen soll oder umgekehrt. Dementsprechend passt auch leider nicht immer die Musik zum Text, der stellenweise auch einmal mehr wie misslungener Sprechgesang klingt. Kurzum kann man auch sagen, daß dieser Song irgendwie komplett ÄRZTE-untypisch ist und somit für mich auch zum schlechtesten dieses Albums zählt !
06. Wie ein Kind Das Intro hierzu beginnt mit einer kurzen Infanterie-Trompete. Danach gibt es ohne Übergang einen ordentlichen Schlagzeug-Einsatz, welcher ziemlich hart und düster klingt. Dieser Zustand hält sich auch konsequenterweise das komplette Stück über durch. Zwischenzeitlich gibt es dann noch einige Bläsereinsätze, bei denen ich nicht so recht weiß, ob ich sie gut oder schlecht finden sollte – dennoch wirken sie irgendwie kultig. Die Gesangsstimme wirkt stellenweise auch recht bedrohlich, wobei man jedoch den Eindruck hat, daß dies gar nicht so gewollt war, aber man beim Anhören gemerkt hat, daß es doch besser ankommt ! 07. Wie ein Kind (Reprise) Wie man sich schon denken kann, ist das Intro hierzu recht kurz, da es nur aus einem weiteren „lalalala“-Gesang besteht, die Melodie beibehalten wurde und am Ende noch kurz der Satz fällt „Was hat der Junge doch für Nerven“. An sich kann man dieses Stück nicht wirklich als Song bezeichnen, da er einfach viel zu kurz ist – deshalb läuft er hier auch selbstverständlich ohne Wertung !
08. Wegen Dir Um gleich die Deutsch-Lehrer zufrieden zu stellen : ich weiß, daß dies falsches Deutsch ist, weshalb DIE ÄRZTE damals auch schon eine briefliche Rüge von „Gesellschaft zur Rettung deutscher Sprache“ bekamen. Aber davon abgesehen, ist dieses Stück ein absoluter „Gute Laune“-Song bei dem man sofort in positive Stimmung. Eigentlich ist dieses Stück zwar ein Liebeslied, aber irgendwie kommen einem beim Anhören hier auch Begriffe wie Urlaub und Surfen in den Sinn. Und über Textzeile a la „...ich kann Dich nicht vergessen/ich kann nichts mehr Essen/ich wäre fast verhungert/wegen Dir....“ kann man auch heute noch herzhaft lachen ! 09. Die Antwort bist Du Das Intro beginnt hier auch wieder mit einem schleppenden, tragenden schlagzeug welches nach einigen Sekunden von einer etwas schnelleren Gitarre unterstützt wird. Rein textlich hat man das Gefühl, daß zwei Drittel des Songs mit dem Satz „..die Antwort bist Du..“ besteht, da man die Sätze, welche dazwischenvorkommen leider nicht immer all zu deutlich verstärkt. Zwischendurch gibt im Mittelteil auch noch eine kurze musikalische Pop-Einlage zu bestaunen. Insgesamt gehört dieses Stück zu denjenigen, welche jenseits von Gut und Böse sind. Müsste ich dafür eine Schulnote vergeben, so bekäme der Song von mir eine glatte Drei !
10. Buddy Hollys Brille Dieser Song war einer der Hauptgründe, weshalb ich mir dieses Album gekauft habe. Musikalisch kann man hier fast schon von einer Ballade sprechen, welche thematisch ein Lobgesang auf den Sänger Buddy Holly und sein Markenzeichen – die Brille – ist. Den Text kann man sich glücklicherweise relativ schnell merken und bereits nach den zweiten Anhören mitsingen. Stellenweise hat man hier auch das Gefühl, daß es sich um ein A-Cappella-Stück handelt, da man nur eine Gitarre vernimmt und sich die anderen Instrumente dezent im Hintergrund zurückhalten. Dieses Stück ist auf dieser Platte mein persönliches Lieblingslied und somit natürlich auch der beste Track auf dieser CD insgesamt ! 11. Käfer Dies ist definitiv der schnellste, härteste und am punkigsten klingende Song des Albums. Und ganz nebenbei spielte der damals noch dazugehörige Jan hier seine erste verzerrte Gitarre. Der Songtext selbst ist stellenweise so skurril und sinnfrei, daß man meinen könnte, Farin Urlaub hätte ihn unter dem Einfluß illegaler Substanzen geschrieben – was er jedoch bis heute vehemment abstreitet. Aber gerade deshalb hat dieses Stück wohl für viele einen gewissen Kult-Charakter und ist auch heute noch ein absoluter Party-Hit. Insgesamt ist es für mich persönlich auch drittbeste Song der gesamten Platte !
12. Ich weiß nicht (ob es Liebe ist) Dieses Stück gehört auch wieder zu den ganz langsamen Stücken, ich würde sogar behaupten, es ist das ruhigste Stück des ganzen Albums. Wie man am Titel schon erkennen kann handelt es sich hierbei auch um eine witzig-schnulzige Liebesballade, welche A-Cappella und nur mit Gitarrenbegleitung und stellenweise (ungewohnte) Streichquartett-Einsätzen begleitet wird. Logischerweise entstehen hier beim Zuhören natürlich keine Gänsehaut-Gefühle sondern eher kleine Lachanfälle. Das Kultigste an der Nummer ist jedoch das fiese Lachen von Farin Urlaub am Schluß, welches so wohl nicht unbedingt beabsichtigt war ! 13. Was hat der Junge doch für Nerven Den Abschluß des Samplers macht ein Song, der stellenweise ein bisschen an Bombast-Rock aus den 70er-Jahren erinnert. Hier sorgt auch das Schlagzeug wieder für das richtige Tempo und lustigerweise hat man hier immer wieder einige Sequenzen aus diversen Rock-Klassikern miteingebaut. Ebenso wechseln sich hier Bela und Farin sehr schön mit den Gesangseinsätzen ab, was auch für die entsprechende Abwechslung sorgt. Und auch der Schluß hat wieder etwas Kultiges, wenn das damailige Trio anstimmt „...mit uns sowieso keiner mit/wir sind DIE ÄRZTE/und wir sind zu dritt...“. Dieser Track ist ein gelungener Abschluß eines insgesamt rundum gelungenes Albums !
Nach dem kompletten Durchhören dieser Platte muß man natürlich erst einmal feststellen, daß man es schon heraushört, daß es sich um ein Frühwerk der Berliner Kult-Band handelt. Dennoch klingt dieses Album aber auch heute noch richtig abwechslungsreich und wird auch nach mehrmaligem Anhören nicht langweilig. Und die Tatsache, daß hier einige Songs mit dabei sind, welche heute noch auf den Live-Konzerten der Band für brodelnde Stimmung sorgen, dann hat diese Scheibe auf jeden Fall ihre Berechtigung und Legitimation ! Wer allerdings ein ÄRZTE-Fan der neueren Generation ist und hierauf Stücke in der Form von „Junge“, „Lasse reden“ oder „Schrei nach Liebe“ erwartet, der wird enttäuscht sein, hier keine ernste Themen zu finden !
Ansonsten gilt aber, daß man diese Platte an sich blind kaufen und man sie bedenkenlos weiterempfehlen kann !
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10.01.2010 12:10
Ich finde die alten Sachen von den Ärzten immer noch am Besten! ;-) LG
07.12.2009 14:44
Ich kenne manche Titel relativ wenig, weil mich die Vortrennungs-Ära nur von BestOfs anlacht. Aber mit dem Opener und 10-12 sind selbst da schon mehr Kracher drauf, als bei den meisten anderen Bands gesamt im Werk.
05.12.2009 01:06
Ich hab dieses Album damals ruf und runter gespielt. Selbst unsere Nachbarn kannten danach die Texte, da ich die Musik immer ziemlich laut hatte ^-^