Erfahrungsbericht über

Immortal Soul - Riot

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung Immortal Soul - Riot

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Die Blaupause allen Heavy Metals?!

5  20.10.2011

Pro:
Die Band in dieser Besetzung

Kontra:
zu unbekannt

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

Häufigkeit der Nutzung

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Anacrusis

Über sich: Wie man in weniger als 60 Sekunden einem Artikel ein "sh" mit dem Kommentar "die Glie...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 45 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Historie

Bevor ich konkret auf das aktuelle Album zu sprechen komme, muss ich bei dieser Band ein paar einleitende Worte verfassen, denn bei RIOT handelt es sich um eine der wegweisenden Vertreter in Sachen Heavy Rock. Und dies, obwohl die Band ohne irgendeinen vermeintlichen Hit – und demnach auch ohne jegliche Unterstützung der Mainstream-Medien – über dreißig Jahre lang regelmäßig Alben veröffentlicht und auch auf Tour war. Dazu gehört Durchhaltevermögen. Gegründet wurde Mitte der 70er Jahre in New York von Gitarrist Mark Reale und dem 2003 leider verstorbenen Sänger Guy Guy Speranza gegründet. Während Reale bis heute noch immer in der Band aktiv ist, wurde Speranza nach Veröffentlichung des Meilensteines "Fire Down Under" (1981) durch Rhett Forrester ersetzt, der 1994 ebenfalls verstirbt. Die Zahl der Drummer, Bassisten und zweiten Gitarristen ist lang und würde den Rahmen hier sprengen, daher begnüge ich mich an dieser Stelle damit, zu schreiben, dass selten zwei identische Besetzungen in Folge zusammen gearbeitet haben.

Werfen wir das Augenmerk aber auf das eben erwähnte_ "Fire Down Under"_-Album, welches für das Jahr 1981 eine Sensation darstellt. Man bedenke, dass es damals keinen Power-Speed oder Sonstwie-Metal gab. Die NWoBHM (New Wave of Britsh Heavy Metal) hatte auf der britischen Insel ihren Höhepunkt, aber in den US of A war man mit frühen VAN HALEN, AEROSMITH, MONTROSE und Konsorten noch im Winterschlaf, was Hochgeschwindigkeits-Rock anging. Insofern ist es kein Wunder, dass RIOT heute von beinahe allen Größen der heftigen Metalschiene als massiver Einfluss genannt werden. Ich denke da an: METALLICA, MEGADETH, EXODUS, ANTHRAX und SLAYER. Alles Bands, die RIOT in Sachen Popularität schnell den Rang ablaufen konnten und das, obwohl (!) sie zu Beginn ihrer Karrieren alle weitaus unkommerzieller musizierten als RIOT. Bei denen hing es vielmehr an extrem ungeschickten geschäftlichen Abläufen, die sie ihrem Management zu verdanken hatten. So wurden lukrative Angebote von namhaften Managements, wie zum Beispiel Q Prime – die unter anderem Metallica geschäftlich vertreten – ausgeschlagen, weil man lieber zu den langjährigen "Freunden" halten wollte, die die Band von Beginn an unterstützt hatten. Was wie ein liebreizender Treueeid klingt, stellt sich in Wahrheit als Naivität heraus, denn besagtes Management bastelt den Grünschnäbeln Verträge, die bis heute verhindern, dass sie Geld an ihren eigenen Songs aus dieser zeit verdienen. Smart. Aber ich schweife ab. Entschuldigung. Wo waren wir? Ach, bei der Bedeutung von "Fire Down Under". Das Problem war, dass die Band mit den Nachfolgern nicht mehr an die Durchschlagskraft eben jenes Scheibe heran reichen konnte und sich nach zwei weiteren Scheiben für ein paar Jahre sogar auflöste. Erst zum Ende der 80er Jahre scharrte Reale wieder ein paar Musiker um sich zusammen, um der band neues Leben einzuhauchen. Und eben jene Besetzung hat mit ihren zwei Albem – "Thundersteel" und "Privilege Of Power" – erneut für offene Münder sorgen können. Handelt es sich doch um Blaupausen des US Metals, mit progressiven Elementen, vertrackter Rhythmik und unfassbar harmonischen Melodien. Auf dem zweiten Album geht man sogar so weit, dass man die komplette Bläsertruppe von TOWER OF POWER sehr gekonnt zum Einsatz bringt und mit der Coverversion von Al Di Meolas' 'Racing With The Devil On A Spanish Highway' sehr eindrucksvoll die spielerischen Künste zur Schau stellt. Danach bricht diese Besetzung leider auseinander, was allerdings dieses Mal nicht zum kompletten Zerfall der Band führt. Mit Sänger Mike DiMeo werden regelmäßig gute bis sehr gute Power-Metal-Alben veröffentlicht, die mal mehr und mal weniger mit folkigen Melodien durchsetzt sind. Der Erfolg hingegen bleibt trotzdem aus. Schauen wir, was die Zukunft bringen wird.
Das Album

Die Metalwelt jubelt, denn die Besetzung, die uns vor über zwanzig Jahren die beiden Wundertüten "Thundersteel" und "Privilege Of Power" kredenzt hat, ist wieder zusammen. Ur-Gitarrist Mark Reale hat sich mit Goldsirene Tony Moore, Texaslegendenbasser Don Van Stavern (S.A. Slayer), Zaubertrommler Bobby Jarzombek (alles, was in den letzten Jahren "progressiv" klang), sowie Mike Flyntz (gt.) hingesetzt und ein neues Album eingespielt.

Und schon beim schlicht 'Riot" betitelten Opener wandern alle Nackenhaare zum Himmel! Bei dieser Stimme bleibt kein Höschen trocken. Das ist so toll, da ballen sich die Fäuste, da heisert sich die Kehle. Mit einer unfassbaren Dynamik wird man vom ersten Takt an aus dem Sessel gerissen und von pfeilschnellen Melodien davon getragen. Der Adrenalinspiegel droht zu zersplittern. Und 'Still Your Man' setzt exakt da an, wo 'Riot' geendet hat. Man hat kaum Zeit zum Luft holen, denn Meister Bobby klöppelt gleich zur fluffigen Einleitung mal eben an paar Primzahlen in die Wand. Nett sind die textlichen Querverweise zum "Thundersteel"-Album Oder gab es da keinen Johnny? Ich kann gerade nicht klar denken.
Erst 'Crawling' schraubt das Tempo herunter und lässt dem Hörer Zeit etwas zu verschnaufen. Allerdings ist das orientalisch angehauchte Solo schon wieder so faszinierend, dass man eben jenes eben doch nicht hinbekommt. Also, das Verschnaufen. Das bereits als Appetitanreger vorab ins Netz gestellte 'Wings Are For Angels' ist dann mal eben nichts anderes als die Blaupause eines modernen Power-Metal-Songs mit Melodie. Und wird sicherlich in diversen Top-Ten-Jahresendabrechnungen zu finden sein. Diese Melodieführung in Kombination mit dieser unglaublichen Energie ist einfach mitreißend. Besser kann es eigentlich nicht werden, denke ich noch und soll leider auch Recht behalten. Aber langsam mit den Gäulen. 'Fall Before Me' ist der als Nachschlag für diesen Adrenalinauswerfer perfekt inszenierte melodisch-verspielte Midtemposong. Tony Moore regelt mal wieder.

Was nun folgt, erzeugt ein breites Grinsen auf meine Mundwinkel, denn Schüttelreime, wie sie in 'Sins Of The Father' in Reih und Glied auf mich einprasseln, würden bei anderen Kapellen Minuspunkte ergeben. Nicht so bei RIOT, denn die dürfen das. Warum? Weil sie eben die Vorreiter sind. Oder eben, weil ich das jetzt so sage. Punkt. Im Endeffekt ist das ein extrem flotter Triolen-Jodler, den ich gern als Würfel-Metal bezeichnen würde. Aber das ist ein Schimpfwort. Und Rollenspieler hören keine RIOT-Scheibe beim Zaubern. Belassen wir es dabei: Es ist ein weiteres Highlight des Albums.

'Majestica' ist dann ein kurzes Instrumental, welches den kraftvollen Titelsong einleitet. Ein getragenes Stück, welches wieder einmal aufgrund der tollen Gesangsleistung weit aus dem Mittelmaß herausragt. Allerdings begehen die Altmeister von hier ab den Fehler, etwas mit wirklich großen Melodien zu geizen und obendrein insgesamt auch etwas an Spielwitz und Tempo einzubüßen. So ist 'Insanity' nur ein weiterer sehr guter Midtempo-Song mit einem tollen Sänger, während 'Whiskey Man' sogar etwas gelangweilt wirkt. Und ohne den überirdischen Gesang wäre auch 'Believe' nur Stangenware. Lediglich der flotte Rausschmeißer 'Echoes' ist dann noch einmal ein Knüller.

Während die Songs der ersten Hälfte auf die gesamte Länge des Albums verteilt worden, hätte ich im Endeffekt vielleicht einen halben Punkt mehr vergeben, weil mir der Qualitätsverlust der anderen Nummern nicht so krass aufgefallen wäre. Was jetzt natürlich nicht heißt, dass diese Titel schlecht sind. Für mich insgesamt ein gelungenes "Comeback" dieser Besetzung.

'Swords & Tequilla' ("Fire Down Under")
http://www.youtube.com/watch?v=7JruuMkV0gM

'Outlaw' ("Fire Down Under")
http://www.youtube.com/watch?v=nI_tDv5MBso&feature=related

'Racing With Devil' ("Privilege Of Power")
http://www.youtube.com/watch?v=kqP1owqgKOc

'Still YOur Man' ("Immortal Soul")
http://www.youtube.com/watch?v=krmQ31NoOVs



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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
hps_48

hps_48

01.01.2012 23:38

"Soul" hat mich zu diesem Bericht gelockt. Werd ich mal ohne Vorwarnung nach meinem Alter befragt, muss ich erschrocken nachrechnen... Himmel, nun will ich diese Musik hören. Meine Kinder werden mir helfen! Und was hat die Naha mit ihrem Höschen? Ich bin empört, empört, em...

Das_Ky

Das_Ky

08.11.2011 10:06

Powermetal ist nix für mich, Riot soweit ich sie in Erinnerung hab auch nicht, aber Bericht ist sehr fein! :) viele Grüße, Ky

lunatic71

lunatic71

07.11.2011 11:30

BH! Dein Bericht ist genauso gut, wie das tolle Album!

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