Musik wird oft nicht schön empfunden, ...
01.07.2002
Pro:
Oropax im Umsatzhoch . . .
Kontra:
Holländer - Liberace mit Geige .
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 Kleinaltmann
Über sich:
Selig sind die geistig armen, denn sie werden jabbers freunde!
Mitglied seit:27.05.2002
Erfahrungsberichte:12
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 24 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Kinder, die mit 18 den Führerschein machen, glauben Autofahren zu können. Wenn das Kindes-Führerschein-Erwerbealter demnächst auf 16 herabgesetzt wird [wovor der Herr uns bewahren möge, da auch ohne die imbezilen PISA-Kretins schon genug Deppen unterwegs sind!] – lediglich Pappi müßte dann mitfahren; vorausgesetzt, daß man ihn kennt – werden auch diese Rotzer blauäugig dem Glauben unterliegen, endlich Autofahrer zu sein; vollwertige Verkehrsteilnehmer. Man spricht von Selbstüberschätzung und nicht wenige Möchtegerne, die bei Günter Jauch oder dem österreichischen Lümmel sitzen, unterliegen der Täuschung wahren Sachverhalts. Selbstüberschätzung kann sich durchaus zur behandlungsbedürftigen Krankheit auswachsen und – wie beim kleingerat’nen Napoleon – zum Größenwahn entarten; den anderen zu Kurzen erwähn’ ich hier besser erst gar nicht... Musik machen ist leicht. Ein Instrument gekauft, die dazu passende, schicke Aufmachung zugelegt und munter d’rauflospacheidelt. Noten? Nebensache, so’s denn genug Leute gibt, die genauso ›begabt‹ sind und ihre Musikwünsche und -Ambitionen in den Schönpacheidelnden hineinreflektieren, denn eines ist gewiß wie der morgige Tag, daß nämlich das Dumme regsten Zulauf erfährt; die Welt will ›halt‹ betrogen werden.
Herr Rieu, wobei ich mir die Freiheit nehme, dem fast gleichaltrigen Matteträger das Duwort antragend, ihn selbst Andreas zu rufen, hat eine Stradivari. Die war teuer und die ist sicherlich auch mit Grund dafür, daß er überzeugt von seiner geigerischen Virtuosität ist. Wenn nicht er, dann sicherlich die Zuhöregucker, denn wer auf einem so teuren Ding wie ’ner Stradivari pacheidelt, muß ein genialer Virtuose, ähnlich Paganini sein! Und wenn das übrige, bei Andreas ein bißchen auf seine Walzer-Verhältnisse reduzierte ›Orchester‹ im barocken Strunzfummel incl. Perücken die Instrumente bedient, muß das einfach schön sein! So wie bei Britta von Lojewski alles ›lecker‹ ist, gestaltet sich bei Andreas Rieu alles schön. Zumindest für sein Publikum, das sich mehrheitlich aus Reihen alter und ältester Damen, Frauen sowieso und wenigen Jugendlich-Heranwachsenden rekrutiert. Wie kann’s? Die wollen was Schönes hören und sehen, und für mich persönlich ist der mattetragende Maastrichter Andreas der Inbegriff androgenvoller Männlichkeit, denn er hat ’ne schwer-gelbgüld’ne Uhrkette da hängen, wo ich einen 20-Liter-Reservekanister vor mir herschiebe; Gott, was bewund’re ich ich dies gestandene Mannsbild! Außerdem kann ich nur Mundharmonika, und die klingt, von mir verpustet, auch scheiße. Wenn Andreas erzählt, braucht man nicht lange zuzuhören, um ihn als volltaffes, hochintellektuelles Mannsbild einordnen zu können. Auf die Frage, welche Musik er hört: »Nur meine eigene Musik, jede Millisekunde. Ich will herausfinden, was ich noch verbessern kann. Ansonsten werde ich von meiner Familie ausreichend beschallt.« Auf die Frage, ob er ein Frauenschwarm ist: »Ich bin stolz und glücklich, wenn die Frauen sich in mich verlieben, weil meine Musik sie glücklich macht. Aber ich brauche Versuchungen nicht zu widerstehen. Ich habe eine gute Ehe. Es gibt keine Affären. Ich bin ein todlangweiliger Mann.« Jemand da, der’s bestritte? Affären hat er also nicht, aber eklige Gerüchte um seine [gegangene] Managerin Petra Heimberg, mit der Andreas, bevor er zu Gattin Majorie zurückfand, ein Verhältnis gehabt haben soll... Ich gönne es ihm, denn in diesem Alter kann jede Nummer die letzte sein!
Nochmal zur Musik selbst. Zum Walzer, den Andreas so spielt, wie Johann Strauß – wie schreiben den eigentlich Adepten Doofdeutscher Analphabetenschreibe; wie Opern-Kollege Richard mit doppeltem ›s‹? – ihn nie im Leben gespielt hätte: verzerrt, kaum wiederzuerkennen durch klebrigen, zu opulenten Geigenhimmel; alles tonal überzuckert durch munteres, mir regel-, ja partiturlos erscheinendes Drauflospacheideln sämtlicher Akteure – »hui, wie das quietscht, wie das knarzt« [O-Ton Mutter Mozart anläßlich ihres unwillig übenden Lausers]! Ist Andreas am Ende gar nicht der Geigenvirtuose, den er uns vorstradiviert? Ist er in toffe Wahrheit auch nur Mundharmoniker? Andreas Rieu ist allenfalls als begabter Dilettant einzustufen, der Pseudo-Musik macht, die für Leute reduziert wurde, die richtige Musik gar nicht hören wollen: Interpretierte er Bruckner, Bach, Beethoven – die Hörer verließen schreiend seine Wirkungsstätte. Rieus Musikbrei verursacht mir [Augen- u.] Ohrenschmerzen, aber es gibt heute viel viel schlimmere Finger als diesen alternden Plastikpaganini, der nur seine eigene Musik hört; jede Millisekunde...
Ich selbst lobe mir Hannibal Lecter. Nicht, weil der die Innereien Andreas’ mit Faberbohnen und einem Chianti zu sich nähme, sondern weil er selbst Bachs Goldberg-Variationen spielt. Zur Not tut’s aber auch die Interpretation Wilhelm Kempffs, der leider keine Kirmesmusikantenmähne hatte und sich im Zeigen ordinären Gelbgold-Schiffschaukelbremser-Schmucks moderat zurückhielt.
Preisvergleich
sortiert nach Preis
|
In Concert - André Rieu
IN CONCERT
|
€ 2,17
Händler kann Preis erhöht haben |
149 Bewertungen
|
Versandkosten: EUR 3,00
Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen...
|
zum Shop
Amazon.de Marketplace Musik
|
|
Rieu, André - In Concert (Polydor) CD Album
Release: 18.11.1996, Format: CD Album, Neuware, Inhalt: 1, Label/ Hersteller: ...
|
€ 11,19
Händler kann Preis erhöht haben |
19 Bewertungen
|
Versandkosten: weltweit: 2.00 Euro. ab 20.00 Bestellwert versandkostenf...
Verfügbarkeit: Versandfertig in 1-3 Werktagen...
|
zum Shop
Grooves-inc.com
|
|
In Concert - Johann (Sohn) Strauá,Johann Strauss (Sohn),Andr Rieu
...
|
€ 11,99
Händler kann Preis erhöht haben |
10 Bewertungen
|
Versandkosten: EUR 3,00
Verfügbarkeit: Lieferbar in 2 - 3 Tagen
|
zum Shop
thalia.de
|
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Das könnte Sie interessieren
|
|
01.07.2002 17:14
Ich glaube, den hab ich auch schon mal im Fersehen gesehen. Ist nicht meine Richtung, was an meinem Alter zu erkennen ist. Guter Bericht. CYA CODLY
01.07.2002 17:10
Wie bösartig und zutreffend - selten so amüsiert :-)
01.07.2002 16:45
Hi schöna Bericht. Lass dich mal bei mir per Link sehen und lies mal meine Berichte. Alle die Lesungen haben möchten!! Wenn ihr ´meine Lesungen lest und mir das als Kommentar mitteilt. Lese ich eure selbstverständlich auch und bewerte sie!! Lasst euch nicht so lange Zeite.Eua moneymaster