Alias Eye in den Fokus geraten
09.02.2009
Pro:
Musikalisches Arrangement
Kontra:
eigentlich nichts
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
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Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:98
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 106 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo liebe Ciao-Leser/Innen, heute sind Alias Eye in meinen Fokus getreten ;-) und hiermit präsentiere ich euch meine Erfahrung! Alias Eye Mit den zwei großartigen Alben "Field of names" (2001) und "A different point of you" (2003) haben ALIAS EYE sich ganz an die Spitze der deutschen Progressive Rock-Szene gespielt. Beide Scheiben waren voller exzellenter Songs mit atemberaubenden Spannungsbögen, wunderbaren Melodien, unzähligen frechen, pfiffigen Ideen und Ausflügen in so ziemlich jedes denkbare stilistische Terrain. Über dieser bewundernswert kreativen instrumentalen Landschaft schwebte der klare, kraftvolle, zutiefst emotionale und betörende Gesang von Philip Griffiths, der für mich ohne Zweifel zu den besten Stimmband-Jongleuren der Prog-Szene zählt. Recht lange Zeit gelassen hat sich das Quintett mit dem neuen Album "In focus", das vor kurzem über Quixote Records erschienen ist. Das lag wohl auch an der Trennung von Gitarrist Matthias Richter, der durch Matze Wurm ersetzt wurde. Matzes Stil ist doch um einiges anders als der von Matthias, er spielt deutlich direkter, härter und organischer. Entsprechend hat sich auch das Gesamtklangbild der Band verändert. Dieses magische, geheimnisvolle und verspielte Element, das die Vorgänger so außergewöhnlich machte, ist deutlich in den Hintergrund getreten. Stattdessen ist das Gesamtfeeling der Scheibe eher bluesig und bodenständig. Wo früher exotische Töne und entrückt-experimentelle Passagen erklangen, wird heute vor allem mehr gerockt und gerollt.
In Focus und seine Tracks Vielschichtig und anspruchsvoll sind die Kompositionen auf "In focus" glücklicherweise immer noch. Geschickt platziert Breaks, coole Orgelsounds und rhythmische Spielereien lockeren die eher modern rockenden Songs ebenso wie die ruhigen, nachdenklichen Tracks angenehm auf. Doch leider bleibt irgendwie längst nicht mehr so viel hängen, die oben erwähnten Spannungsbögen sucht man oftmals vergeblich, so mancher Song wirkt trotz aller Härte erstaunlich introvertiert und verschlossen. Ein gutes Beispiel hierfür ist gleich der Opener "I'm your lie", der zwar mit einem satten Groove und einem treibenden Basisriff daher kommt, aber im Refrain eher blass bleibt und nicht so richtig zünden will. Dass es auch anders geht, beweist das folgende "In denial". Hier besinnen sich ALIAS EYE wieder auf ihre alten Stärken, der Song klingt besonders im Mittelteil frisch, lebendig und leicht verspielt und hat diese prägnante Gesangslinien zu bieten. Ebenfalls an die ersten beiden Album knüpfen der grandiose, echt witzige Telefon-Song "The call" und das leichtfüßig-beschwingte "Enlighten them" an. Dem restlichen Material fehlt allerdings bei allem Respekt vor der technisch einwandfreien Leistung das letzte Fünkchen Esprit und Mut. So versteckt sich selbst hinter dem viel versprechenden Titel "Rhodesian rhapsody" eine ordentliche, aber nicht besonders spektakuläre Melodic Rock-Nummer. Versteht mich nicht falsch, wirklich schlechte oder langweilige Momente gibt es auf "In focus" bestimmt nicht. Doch jede Band muss sich an ihren früheren Werken messen lassen. Gut nur, dass ALIAS EYE einen Philip Griffiths an Bord haben, der mit seiner tollen Stimme dafür sorgt, dass so mancher Song doch gerade noch die Kurve kriegt. Dennoch wird man das Gefühl nicht los, dass auch er nicht so richtig aus sich heraus kommt. Trackliste: 1. I'm Your Lie 2. In Denial 3. The Call 4. Enlighten Them 5. Books 6. History Lesson 7. Rhodesian Rhapsody 8. Hold on 9. To Be or Not to Be ... (Revisted) 10. Falling 11. How Be Preceive
Kurz und Knapp Somit hat mich "In focus" doch etwas enttäuscht. Das Zauberhafte und Einzigartige an ALIAS EYE ist ein bisschen verloren gegangen. Hoffentlich finden die Jungs ihre Leichtigkeit und Experimentierfreudigkeit auf der nächsten Platte wieder. Proggies im allgemeinen und Fans der späteren RUSH-Alben im speziellen sollten aber trotzdem unbedingt mal reinhören, vielleicht gefällt ihnen ja gerade die neue Ausrichtung. Objektiv gesehen ist "In focus" nämlich trotz allem eine gute Platte. Ich hoffe ihr konntet euch ein gutes Bild von dem Alias Eye Album, In Focus machen.
Viel Spaß beim bewerten, kommentieren und vielleicht gehört ihr bald auch zu den "AliasEyeAlbumInFocus-Besitzern". "GutenEinkauf" P.S.: Dieser Bericht ist in ähnlicher Form auch auf metal2metal.de zu lesen.
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13.02.2009 23:00
Gegenlesen ist auch nett!
10.02.2009 13:19
...in der Musikbranche gibt es doch viel was man noch nicht kennt, aber jetzt zumindest schon mal was davon gelesen hat :-)CC
09.02.2009 11:59
glückwunsch zum farbwechsel