Der Wandel des Jay-Z
29.06.2008 (28.06.2008)
Pro:
einige sehr starke Songs, Jay´s Flow und seine lyrische Entwicklung, einige gute Beats,
Kontra:
insgesamt noch nicht so ganz ausgewogen, teils zu Kitschig/Poppig,
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
mehr
 atrachte
Über sich:
...
Mitglied seit:09.04.2004
Erfahrungsberichte:811
Vertrauende:114
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 156 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Als Jay-Z 1996 sein Debüt "Reasonable Doubt" veröffentlichte, machte er bereits ziemlich früh klar das sein erstes Album, auch sein letztes sein würde. Doch nachdem das Label Def Jam Records bei dem New Yorker Rapper an die Tür klopfte und ihm einen verlockenden Deal anbot, war ziemlich schnell klar das Jay-Z der Rap-Welt erhalten bleiben würde. Und so veröffentlichte er bereits im Jahr darauf sein zweites Werk "In My Lifetime, Vol. 1", welches aufgrund des Todes seines engen Freundes Notorious B.I.G. in einer für Jay-Z sehr schwierigen Zeit entstand. Gleichzeitig läutete "In My Lifetime, Vol. 1" aber auch einen Stilwechsel seitens Jay-Z ein. War das erste Album Produktionstechnisch noch von dunklen Produktionen mit warmen Soul-Einflüssen geprägt, änderte sich dies mit Jay´s zweitem Album. Statt düstere Undergroundklänge, dominieren auf "In My Lifetime, Vol. 1" zumeist auf Hochglanz polierte Beats, statt mit seinem Mafioso-Rap-Style Hustler-Thematiken zu behandeln, rappt Jay hier über weite Strecken mit einem massentauglicheren Flow über Radiofreundliche Themen. Dies hat zur Folge das man auf dem Album einige sehr poppige Nummern vorfindet, die stellenweise fast schon den guten Geschmack überschreiten. "I Know What Girls Like" etwa ist mit seinen hämmernden Bässen und schnittigen Snaresounds sehr Simpel produziert worden, und covert zudem im Chorus noch "I Know What Boys Like" von The Waitresses, was zur Folge hat das man zwischen den recht akzeptablen Rap-Passagen von Jay-Z und Lil´ Kim das nervige "I know what boys like, I know what they want, They want to sex me, They think I'm sexy " Gesinge hört. Nicht sehr viel Besser wird es mit "(Always Be My) Sunshine" welches durch sein temporeiches, von elektronischen Keyboards geprägtes, Instrumental sehr an eine Techno-Nummer erinnert. Kein Wunder hat Produzent Daven "Prestige" Vanderpool dem Titel, welches auch Foxxy Brown und Babyface featured, doch ein Kraftwerk Sample einverleibt. Ebenfalls will der Funke nicht so recht überspringen, wenn Jigga auf "Who You Wit II" versucht einen etwas flotteren "Can´t Knock The Hustle" Klon abzuliefern.
Die drei genannten Songs sind daher als Ausfälle des Albums zu bezeichnen, zum Glück gibt es davon aber auf "In My Lifetime, Vol. 1" keine weiteren. So kann das Album schon gleich mit dem ersten, von DJ Premier produzierten, Track "Intro/A Million And One Questions/Rhyme No More" überzeugen. Gepitche Vocals, warme Pianoklimpereien und ein sauber flowender Jay-Z sorgen für ein frühes Highlight. Auch die zweite von Premo arrangierte Nummer "Friend Or Foe '98" gehört zu dem besseren Material was das Album anzubieten hat, auch wenn der Song mit knapp über zwei Minuten recht kurz geraten ist, was man aufgrund von Jay-Z´s, fabelhaften Wordplay aber gerne verkraftet. Ein weiteres Highlight ist das von Teddy Riley und Chad Hugo produzierte "The City Is Mine". Zwar ist auch diese Nummer Dank seines RnB´ischen Instrumentals, und des unglaublich catchigen Chorus von Blackstreet, recht Massentauglich, aber dabei um Längen besser als andere Ausflüge des Albums in den Mainstream. Auch gibt es auf "In My Lifetime, Vol. 1" einige Songs, die man so ohne weiteres auf "Reasonable Doubt" vermuten würde, da Jay auf ihnen wieder etwas zu seinen Hustler-Geschichten zurückkehrt. "Imaginary Player" etwa überzeugt durch dicke Bässe und ein verzerrtes Vocalsample, welche trotzdem eine recht ruhige, teils bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen wissen, während Jigga über Möchtegern-Player rappt. Auf "Lucky Me" hingegen schätzt sich Jay in Begleitung von angenehmen Gitarrenzupfereien seines Lebens Glücklich, trotz des ganzes Trubels in diesem. Mit klassischer Hustler-Thematik geht´s schließlich auf "RapGame/CrackGame" weiter, das Samples von Nas und Outkast zum Einsatz bringt, und mit seinen verdrehten Synthieklängen ein paar nette Elemente in die Produktion einbringt. Das ganz große Highlight des Albums bleibt Jigga seinen Hörern aber bis zum Schluss schuldig, bis dieses schließlich in Form von "You Must Love Me" angestimmt wird. In Begleitung von souligen Ad-Libs, die von Kelly Price eingesungen wurden, welche auch den gefühlvollen Refrain singt, dumpfen Bässen und stimmungsvollen Streichern rappt Jay so Emotional wie auf keinem anderen Song des Albums, und erzählt unter anderem wie er seine Mutter durch sein Verhalten verletzt hat, oder er aufgrund seines gekränkten Ego´s einen seiner Freunde angeschossen hat, und dieser ihm trotz alledem vergeben hat. Einen besseren Abschluss für das Album, gibt es wohl nicht.
\\\\ Tracklist //// 1. Intro/A Million And One Questions/Rhyme No More 2. City Is Mine, The (feat, Blackstreet) 3. I Know What Girls Like (feat. Puff Daddy & Lil' Kim) 4. Imaginary Player 5. Streets Is Watching 6. Friend or Foe '98 7. Lucky Me 8. (Always Be My) Sunshine (feat. Babyface & Foxy Brown) 9. Who U Wit II 10. Face Off (feat. Sauce Money) 11. Real Niggaz (feat. Too Short) 12. Rap Game/Crack Game 13. Where I'm From 14. You Must Love Me \\\\ Anspieltipps //// You Must Love Me Intro/A Million And One Questions/Rhyme No More The City Is Mine Imaginary Player Friend or Foe '98 Lucky Me
\\\\ Fazit //// Auch wenn es Jay-Z mit "In My Lifetime, Vol. 1" im Vergleich zu seinen späteren Alben nicht so richtig gelungen ist, ein gesundes Maß zwischen poppigen und ernsten Klängen zu finden, so ist das Album trotzdem als Gut zu bezeichnen. Jay-Z´s Wandel zum Radiofreundlicheren Rapper ist hier zwar noch in der Mache, und er liefert Gesamt gesehen noch längst nicht die Qualität die er später einmal mit Alben wie "The Blueprint" und "The Black Album" an den Tag legen wird, trotz alledem ist "In My Lifetime, Vol. 1" auf jeden Fall ein gelungenes Album, welches ich mit 3,5 Sternen werte.
Bilder von In My Lifetime (Vol.1) - Jay-z
Preisvergleich
sortiert nach Preis
|
In My Lifetime Vol.1 - Jay-Z
Tracks: Jay-Z feat. Pain In Da Ass - Intro / A Million And One Questions / Rhyme ...
|
€ 5,69
Händler kann Preis erhöht haben |
149 Bewertungen
|
Versandkosten: EUR 3,0...
Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen...
|
zum Shop
Amazon.de Marketplace Musik
|
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Das könnte Sie interessieren
|
|
29.06.2008 23:08
Bestens beschrieben :-)) ... LG Andreas
29.06.2008 14:26
ein informativer Bericht
29.06.2008 12:36
klasse geschrieben