There's no Fiddler's Green!
16.08.2011
Pro:
großartige Melodien, kraftvoll umgesetzt; die Stimme ! Kein einziger Ausfall
Kontra:
für das Genre etwas sperrig
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 JimPanse1986
Über sich:
And the snow it comes down...
...And it muffles the sound...
....Of dreams on their way to tomorro...
Mitglied seit:10.04.2002
Erfahrungsberichte:42
Vertrauende:20
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 77 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nach dem das Jahr 2011 schon im Thrash Bereich glänzte, liegt das Genre des Power Metal irgendwie noch im Winterschlaf. Edguy hauen ihr "Age of the Joker" erst in diesem Monat raus, Hammerfall zeigen sich in enttäuschend schwacher Form. Da können die Fans froh sein, dass man sich auf vermeintlich kleinere Bands verlassen kann. Solar Fragment haben bereits mit ihrem Debüt "A Spark of Deity” im Jahr 2008 auf sich aufmerksam gemacht. Insbesondere der Gesang von Robert Leger hat eingeschlagen wie eine Bombe und bescherte dem Album durchweg gute bis sehr gute Kritiken. Nun kann die Power Metal Gemeinde wieder aufatmen, Solar Fragment, immer noch ein Insidertipp unter den Hörern, sind zurück und hauen uns "In Our Hands" um die Ohren. Oberflächlich betrachtet ist das Album unverwechselbar Solar Fragment, die Stimme ist (Gott sei Dank!) noch immer die gleiche, die Gitarrenarbeit ist auf einem hohen Niveau und die Melodien (vorwiegend durch großartige Leads und der charismatischen, mächtigen Stimme) jagen eins um andere Mal eine Gänsehaut über den Rücken. Die Songs sind stark, gelegentlich im Uptempo, besitzen Riffs, die an die von Marcus Siepen (Blind Guardian) erinnern, das pustet schon gewaltig aus den Lautsprechern.
"In Our Hands" ist für ein Power Metal Album allerdings ungewöhnlich sperrig, nicht jeder Song zündet sofort. Vor allem in den Strophen lässt sich erst nach mehrmaligem Hören ein Muster erkennen, am Anfang wirkt die Melodieführung noch ziellos. Die (zumeist mehrstimmigen) Refrains hingegen, egal in welchem der 10 Songs, zünden sofort und reißen durchaus mit den ersten Klängen mit. Hinzu kommt eine gewisse Komplexität, besonders an Stellen, wo akustische Momente in den Song eingebaut worden sind und nicht nur ein Intro bilden. Wenn das Album solche Stellen ansteuert, läuft es zur Höchstform auf. Herausragend sind dabei "Come Hell or High Water", "Moana's Return" und der Rausschmeißer "Once Again". Letzterer überzeugt durch die Kraft, die er ausstrahlt und durch seine Eingängigkeit. "Come Hell of High Water", tatsächlich ein Piratensong, beginnt für die Thematik ungewöhnlich folkig (die Melodie!) und schlägt relativ schnell in einen echten, relativ schnellen Brecher um. Das 3. Highlight auf "In Our Hands" ist "Moana's Return". Hier erreichen Melodie und Atmosphäre ihren Höhepunkt in einem der besten Metal Songs der vergangenen Jahre. Dabei merkt man Robert Leger zu jeder Sekunde an, dass er früher schon im Folk-Bereich unterwegs war. Bis zur 2. Strophe hätte der Song so auch auf einem Fiddlers Green Album stehen können. Der müsste live überragend klingen und dürfte sicher auf der nächsten Tour zur Setlist gehören. Für einen Song konnte sich die Band sogar die Dienste eines gewissen Hansi Kürsch sichern. "Inside the Circle", textlich im Star Wars Universum angesiedelt, weiß zwar vor allem durch Hansis Beitrag zu überzeugen, muss sich den genannten Highlights aber nahezu in jeder Hinsicht geschlagen geben. Ja, das ist Hansi. Ja, er klingt verdammt stark. Aber für einen Gastbeitrag bekommt er zu wenig Zeit. Nur ein paar Zeilen zu Beginn und vor dem finalen Refrain, das ist Ok, schwer unterhaltsam, aber auch nicht mehr. Besonders, weil der Rest des Songs dagegen etwas abfällt. Außerdem harmoniert Roberts Stimme nicht unbedingt perfekt mit Hansis. Das liest sich schlimmer, als das Resultat letztendlich ist. "Inside the Circle" ist immer noch aufregend. Spätestens jetzt fällt dem Hörer dann die Parallele zu früheren Blind Guardian oder den Savage Circus/Persuader Alben auf. Die Riffs, eine Lead Gitarre, die mal mehr, mal weniger dominant durch die Songstruktur schneidet und ein genialer Gesang, der über allem thront, das erinnert sehr an die genannten Bands. Wo bei Savage Circus schon auf ihrem 2. Album ein kreativer Stillstand zu bemerken ist, entwickeln sich Solar Fragment allerdings weiter. Nicht immer offensichtlich (wenn man von den großartigen akustischen, ruhigen Momenten absieht), aber an den richtigen Stellen und konsequent. Wenn man dem Album die Zeit gibt, die es braucht, erschließen sich einem nach und nach alle Songs. Dann kommt man auch zu der Erkenntnis: die Melodieführung ist überragend, nichts Alltägliches sondern etwas ganz besonderes. Power Metal glänzt ansonsten ja oft durch Einfachheit. Das war bei dem Debüt von Solar Fragment nicht anders. Ein großartiges Album, keine Frage, aber im Vergleich zu "In Our Hands" zu simpel gehalten. Erfreulich also, dass sie hier nachgebessert haben (und das war in der Form keinesfalls zu erwarten). Die unfassbar hymnenhaften Refrains haben sie beibehalten und in Sachen Kreativität noch einiges draufgelegt. Schon jetzt ist "In Our Hands" im Power Metal eines der stärksten Alben des Jahres 2011. Sechs sehr gute, ein ausgezeichneter und drei überragende Kracher machen Lust auf mehr! Hoffen wir für die Zukunft, dass diese spielstarke, erfrischende Band die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient.
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In Our Hands - Solar Fragment
Ausgabedatum: 2011-05-13, Audio CD, Audioglobe Srl (Soulfood)
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15.12.2011 16:39
Mitreißend berichtet, aber leider isses wohl nix für mich :) mit Power Metal hatt ichs noch nie so.
23.11.2011 08:09
Auch wenn die von Dir genannten Bands in meinem Scheuklappen-Universum keinen Powermetal spielen (Edguy,Hammerfall), ist der Bericht an sich extrem klasse. Die Scheibe finde ich ebenfalls recht gut. Vielleicht testest Du mal Artiza, die neue Riot, Vicious Rumours oder Mystic Prophecy an ...
09.10.2011 11:23
interessant :)