... Aus dem Norden Europas kamen und kommen ja immer wieder Bands und Interpreten, deren Namen international einen guten Klang haben: Yngwie Malmsteen, King Diamond, Candlemass, Nightwish, Apocalyptica - die Liste der Edelmetall-Exporte ließe sich fortsetzen.
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Erfahrungsbericht von Gemeinwesen über In Santa's Claws - Pretty Maids 22.02.2005
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
annehmbar
Klangqualität:
annehmbar
Langzeithörspaß:
mittelmäßig
Pro:
Zwei nett - kuriose Stücke für die Rock'n Roll - Weihnacht
Kontra:
Eine EP, die wohl nur Fans unbedingt haben müssen
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Einst wurden die aus Dänemark stammenden "Pretty Maids" als neue Hoffnung des Heavy Metal gehandelt. Mancher mutmaßte angesichts des exzellenten Debütalbums "Red, Hot and Heavy", die Band könne dereinst sogar Iron Maiden als heimliche Könige des melodischen Heavy Metal beerben. Das ist freilich nun schon eine Weile her, und noch immer sieht es nicht danach aus, als müssten die britischen Maiden die dänischen Maids fürchten.
Dessen unbenommen waren und sind die Pretty Maids in meinen Augen überaus würdige musikalische Botschafter ihrer Heimat. Aus dem Norden Europas kamen und kommen ja immer wieder Bands und Interpreten, deren Namen international einen guten Klang haben: Yngwie Malmsteen, King Diamond, Candlemass, Nightwish, Apocalyptica - die Liste der Edelmetall-Exporte ließe sich fortsetzen.
Auch in Großbritannien scheinen sich die Maids Freunde gemacht zu haben - nicht nur unter Rockfans vor der Bühne, sondern auch unter denen auf der Bühne: Wie anders wäre es zu erklären, dass sich Deep Purple-Urgestein Ian Gillan auf dieser EP die Ehre gibt? Allein, es wäre interessant, ließe sich in Erfahrung bringen, unter welchen Umständen das Treffen der Rock-Generationen stattgefunden hat.
Vielleicht bei einer gemeinsamen Besichtigung der Tuborg-Brauerei? Das würde vielleicht die Umstände seines Mitwirkens erklären. “Drunk to the gills“ heißt wörtlich „bis an die Kiemen besoffen sein“, und obschon es sicher keine etymologische Verwandtschaft zwischen den gills aus der Redensart und Mister Gillans Namen gibt, drängt sich ein Wortspiel auf. Jedenfalls gibt Gillan (und nicht "Gillian", wie in den Produktdaten von ciao.com steht) zu Beginn seines Gastspiels auf "A Merry Jingle" den Jungs von den Maids erst einmal zu verstehen, sie sollten ihm einfach Bescheid sagen, wann er mittun solle ("Just tell me when to sing"), um dann, wenige Minuten später, auch noch ein Schlusswort zu sprechen. Und das lautet: "I told you I was too drunk."
Zwischendurch ist von Ian Gillan nicht besonders viel zu hören, was nun aber der Qualität der EP auch nicht sonderlichen Abbruch tut: Hie und da tut Ian Gillan einen seiner markanten Schreie, keckert zwischendurch ein „Ho, ho, ho!“, lacht ein dreckiges „Ha, ha, ha!“, aber das war’s dann auch schon. Überhaupt ist das “Merry Jingle“, ein Medley, in dem “Jingle Bells“ und “We Wish you a Merry Christmas“ einander munter abwechseln, wohl eher als eine weihnachtliche musikalische Grußbotschaft der Band an ihre Fans zu verstehen: Hallo, es weihnachtet, uns gibt’s noch, bis zur nächsten Studio-CD wird’s noch etwas dauern – tröstet und verkürzt euch die Wartezeit doch einstweilen mit dieser EP. Das Titelstück „In Santa’s Claws“ haut in die gleiche Kerbe: der Text ist wohl gewissermaßen die Heavy Metal-Antwort auf Jona Lewies „Stop the Cavalry“ und ähnliche „Friede, Freude, Eierkuchen“-Stücke, die, wenn überhaupt, um die Weihnachtszeit im Radio zu hören sind – der eingängige Mitgröl-Refrain spricht Bände:
„We can’t fight each other forever, hey, soldiers, step back from your line, for the moment we’ll all join together at Christmas time.”
Den Rest der CD hat man mit drei Stücken gefüllt, die die Band beim 1990er Roskilde Festival in Dänemark live eingespielt hat: “Eye of the Storm“, “Red, Hot and Heavy“ und “Rock the House“. Bis ich mir die EP zugelegt habe, kannte ich nur “Red, Hot and Heavy“ von der gleichnamigen Debüt-LP der Band – und das Stück gefällt mir immer noch ganz gut. “Eye of the Storm“ ist eine typische 80er Heavy Metal-Ballade; wer so was mag, wird’s gut finden (Stilrichtung: die späten “Ritchie Blackmore’s Rainbow“, “Europe“, “Foreigner“). “Rock the House“ lässt es dann, wie der Titel unschwer vermuten lässt, noch einmal ordentlich krachen und zeigt, warum die “Pretty Maids“ zeitweise als Hardrock-Newcomerband Nr.1 gefeiert wurde.
R e s ü m e e :
Wer melodischen Heavy Metal mag, wird die Pretty Maids schon kennen oder sollte sie kennen lernen. Die hier vorliegende EP ist aber wohl in erster Linie etwas für bekennende Fans. Die ersten beiden Stücke helfen weiter, wenn am Weihnachtsabend in der Stammkneipe mal wieder etwas anderes auf dem Plattenteller landen soll als die Weihnachts-CD von den „Roten Rosen“, Fans der Band werden sich sicher auch über die Live-Aufnahmen freuen. Ganz, ganz große Ian Gillan-Fans dürfen sich die Scheibe natürlich auch wegen des Beitrags ihres Lieblingssängers kaufen.
Pro: Tolles Album, tolle Produktion, interessante Stimme und ein Tophit Kontra: Einige schwächere Titel
.... Ronnie singt mit seiner Stimme praktisch 2 verschiedene Charaktere. Einen etwas softeren, harmonischen Charakter und einen harten, fast kreischenden. Im Gegensatz zu Black-Metal-Rülpsern, sind aber bei beiden Stimmvarianten alle Texte sauber zu verstehen und es erweckt nie den Eindruck es wäre pures Schreien. Zudem beherrscht Ronnie beide Singarten, im Gegensatz z.B. zu Udo Dirkschneider von Accept, in allen Tonlagen.
Diskografie:
1983 Pretty Maids
1984 Red, Hot &Heavy
1987 Future World
1990 Jump the Gun
1990 In Santa?s Claws
1992 Sin-Decade
1992 Off-Side
1993 Stripped
1995 Scream
1995 Screamin? live
1997 Spooked
1998 The Best of ... Back to Back
1999 Anything worth doing is worth overdoing
1999 First Cuts and then some
2000 Carpe Diem
2002 Planet Panic
2003 Alive at least
und einige Bootlegs und rare Aufnahmen.
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