Mit „Indiana Jones and the Temple of Doom“ (im Folgenden „Indiana Jones II“) hat Steven Spielberg eine überragende Fortsetzung seines Abenteuer-Erfolgs-Films „Raiders of the lost Ark“ hingelegt. Für die musikalische Untermalung griff er wieder einmal auf ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von Filfar über Indiana Jones and the Temple of Doom (John Williams) - Soundtrack 4. August 2001
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
exzellent
Klangqualität:
gut
Langzeithörspaß:
wird nie langweilig
Pro:
überragendes Hörerlebnis
Kontra:
viel zu wenig Musik
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Mit „Indiana Jones and the Temple of Doom“ (im Folgenden „Indiana Jones II“) hat Steven Spielberg eine überragende Fortsetzung seines Abenteuer-Erfolgs-Films „Raiders of the lost Ark“ hingelegt. Für die musikalische Untermalung griff er wieder einmal auf die bewährten Künste seines „Hauskomponisten“ John Williams zurück. Auch dieser überzeugt mit der geschaffenen Musik in jeder Hinsicht.
Wie schon bei seinen Kompositionen zu den „Star-Wars“-Filmen gelang es John Williams abermals, auch für die Musik zum Fortsetzungsfilm eine Oscar-Nominierung zu erreichen. Allerdings ging der Soundtrack bei der Preisverleihung letztendlich leer aus und musste sich der Musik zu „A Passage to India“ beugen.
Nimmt man die Soundtrack-CD als Grundlage, erscheint diese Entscheidung noch nachvollziehbar. Denn auf der (früher einmal) im Handel erhältlichen CD-Ausgabe sind lediglich Auszüge aus dem Gesamtwerk enthalten, die allenfalls einen Einblick in die Musik geben und einen erahnen lassen, was als Hörgenuss geboten worden wäre, hätte man das vollständige Werk von John Williams veröffentlich. Doch genug der Konjunktive. Zur Zeit ist eine Komplettversion der Musik am Markt legal nicht zu haben und auch von einer halblegalen oder illegalen Veröffentlichung ist mir nichts bekannt. Also bleibt nichts anderes übrig, als einen Blick auf die 1984 erschienene CD-Version zu werfen.
Der Soundtrack wird eingeleitet durch den Song „Anything goes“, den seinerzeit Cole Porter komponiert hatte. Im Film wurde der Song genutzt, um eine kleine Musical Einlage zu präsentieren – und genau so klingt auch die Musik. Dieses ist zusammen mit dem direkt nachfolgenden Track auch gleichzeitig die einzige Musik, deren Platzierung auf der CD der Chronologie im Film entspricht. Ansonsten erwartet den Hörer ein totales Durcheinander.
Sind die ersten beinahe 30 Filmminuten von Indiana Jones II ein atemberaubendes (oder heißt es atemraubendes?) Action-Feuerwerk, welches mit einer Massenschlägerei beginnt, über eine Autoverfolgungsjagd in einem Flugzeugabsturz mündet, aus welchem sich die Betroffenen nur mit einem Schlauchboot retten können, um in einem Wildwasserstrom zu landen, bevor endlich ein Moment der Ruhe einkehrt, so finden sich von der Filmmusik davon gerade einmal knapp 9 Minuten verteilt auf drei Tracks wieder. Hiervon entfällt wiederum ein Drittel auf das bereits erwähnte Stück „Anything goes“, das dem furiosen treiben noch voran gestellt ist. Die restliche musikalische Untermalung des actionreichen Filmauftakts verteilt sich auf die Tracks „Fast Streets of Shanghai“ und „Slalom on Mt. Humol“, dessen zweite Hälfte bereits die ruhigere Zwischendurchphase des Films einleitet. Den Bildern angemessen dominiert in der Musik vor allem ein Aspekt: Tempo. Das ganze natürlich mit einem leicht asiatischen Touch versehen. Lässt man sich nur von der Musik berieseln, wird man feststellen, dass es John Williams gelungen ist, die Musik ein bestimmten Stellen zuzuspitzen, jedoch nie eine sich geradezu überschlagende Dramatik zu hören ist. dadurch entsteht an keiner Stelle der Eindruck, die Heldin befänden tatsächlich ernsthaft in Lebensgefahr, was der Inszenierung durchaus entspricht. Doch nicht nur die Filmhandlung, auch die Musik soll sich in diesem Punkt noch ändern.
Hier wird zum ersten Mal das große Manko dieser CD hörbar – es ist einfach zu wenig Musik enthalten.
Weitere drei Musikstücke unterlegen dann den Aufenthalt von Indiana Jones und Begleitung im königlichen Palast Pankot-Palast: „Nocturnal Actvities“, Short Round’s Theme“ sowie Bug Tunnel and Death Trap“.
Die beiden erstgenannten Stücke klingen noch leicht verspielt. Der Track „Short Round’s Theme” ist ohnehin dem jugendlichen Gefährten von Indiana Jones gewidmet, der sich vor allem durch seine große Klappe und seinem unstillbaren Abenteuerdrang auszeichnet. Der dritte Track leitet dann unmissverständlich in düstere zweite Filmhälfte über. Auch hier ist vielleicht noch ein leicht ironischer Unterton herauszuhören, aber die Instrumentierung ist schon deutlich dunkler gehalten im Gegensatz zu den eindeutig hellen Tönen der ersten Filmhälfte.
Besonders deutlich wird die bei den Stücken „Children in Chains“ und „Slave Children’s Crusade“, bei denen die Titel schon erahnen lassen, welche musikalische Atmosphäre sich dahinter verbirgt.
Hervorzuheben sind noch zweit Musiktitel. Zum einen der Track „The Temple of Doom“, der ein okkultes Ritual untermalen soll, in welchem einem Delinquenten bei lebendigen Leib der Herz herausgerissen wird. Dieses Stück wird von einem Chorus getragen, der sich zunehmend in Rage „singt“. Die Musik setzt dementsprechend leise und langsam an und steigert dann sowohl Tempo als auch Lautstärke, um in einem nahezu ohrenbetäubenden Crescendo zu enden.
Der Track „The Mine Car Chase” ist, wie der Titel schon sagt”, die musikalische Begleitung zu der Verfolgungsjagd, in der alle Beteiligten in Loren durch ein Minenlabyrinth rasen. Hier kann ich nur feststellen, dass ich bislang keine schnellere Musik gehört habe.
Film und CD schließen dann mit der Anspielung des berühmten „Raider’s March“, der ansonsten nur im Stück „Fast Streets of Shanghai“ ganz kurz angedeutet wurde. Hier nun wieder in voller Länge und mittendrin Auszüge aus der Musik zu Indiana Jones II. Insgesamt zeichnet sich die CD durch ein hohes Maß an musikalischer Selbständigkeit aus, was bedeuten soll, dass in den einzelnen Tracks so gut wie keine Wiederholungen auftreten.
Wer nun Gefallen an der Musik gefunden hat und nicht so lange warten möchte, bis eine Vollversion veröffentlich wird, der sollte sich im Internet – insbesondere bei den Auktionsbörsen – umsehen, denn hier wird vereinzelt noch die beschriebene CD angeboten. Eine Preisbindung gibt es hier natürlich nicht, aber eigentlich sollte die CD nicht mehr als 40,00 DM kosten. Dieses Geld ist die CD auch auf jeden Fall wert und wer sich unbedingt ein Exemplar sichern will, wird sogar auch einen Liebhaberpreis zahlen.
Zum Schluss noch eine Trackliste und mein persönlicher Vorschlag, wie der CD-Player programmiert werden sollte, um die korrekte Chronologie zu erstellen:
1. Anything Goes (2:49) 2. Fast Streets of Shanghai (3:38) 3. Nocturnal Activities (5:53) 4. Shortround's Theme (2:27) 5. Children in Chains (2:42) 6. Slalom on Mt. Humol (2:22) 7. Temple of Doom (2:57) 8. Bug Tunnel and Death Trap (3:29) 9. Slave Children's Crusade (3:22) 10. The Mine Car Chase (3:38) 11. Finale and End Credits (6:16)
Tipp: 1, 2, 6, 3, 4, 8, 7, 5, 9, 10 und 11
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