Erfahrungsbericht über

Ins Licht - Letzte Instanz

Gesamtbewertung (2): Gesamtbewertung Ins Licht - Letzte Instanz

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Vom Dunkel ins Licht ...

5  05.02.2006 (08.02.2006)

Pro:
gute Musik, anspruchsvolle Texte, nettes Cover

Kontra:
.  .  .  Ansichtsache  .  .  .

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

mehr


Lacrima_

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:76

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 157 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

… ging es 2006 für "Letzte Instanz", die nach diversesten Katastrophen, sich letztendlich doch wieder zusammen gefunden hat und nach ewigem Warten, das Objekt der Begierde eines jeden wahren Fans, ein neues Album auf den Markt brachte. Da ich bei dieser Band, aus unerfindlichen Gründen, zum Fanatiker mutiere, gab es die letzten Wochen kaum Platz für andere Gedanken und nun gibt es auch keinen Platz mehr für andere Silberlinge im CD-Spieler und um dies abzurunden, muss natürlich noch ein Bericht andere angefangene Berichte verdrängen. Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen und vielleicht bei manchen auch beim hören …


I …….Band
II ……Cover
III …..Musik
IV …..Kritik
V ……Fazit


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|| I BAND || Wie alles begann …
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… ist heute kaum noch nachzuvollziehen, denn von dem was "Letzte Instanz" ursprünglich war, ist kaum noch etwas geblieben. Zahlreiche mehr oder minder schwerwiegende Katastrophen, angefangen von Mitgliederwechsel, wovon vor allem auch die Sänger betroffen waren, einem Album, bei welchem sich die Gemüter teilen und Banduneinigkeiten am laufendem Band. Mit jedem Album wurde "Letzte Instanz" immer wieder eine neue Band, die sich permanent weiter entwickelte, bis hin zu gravierenden Stiländerungen, die sich mittlerweile aber recht ausgeglichen haben Vergleicht man ihr Erstlingswert "Brachialromantik" mit dem Nachfolger "Das Spiel … Sich Im Kreise Dreht", so hat sich nicht nur die Stimme geändert, sondern auch der ganze Stil. Während ersteres Album sehr mittelalterlich, heiter und etwas unbeholfen wirkte, klang der Nachfolger schon um einiges professioneller und hatte stark an Mittelalter verloren. "Kalter Glanz", welches meiner Ansicht nach immer noch unübertroffen ist, baute das Zweitwerk aus und brachte der Band wahnsinnigen Erfolg, welchen sie auch sogleich mit "Götter auf Abruf" zerstörten. Die Erwartungen waren nach "Kalter Glanz" hoch angesetzt und wurden sehr schnell komplett zerschmettert. Darauf hin trennten sich neben Sänger noch weitere Bandmitglieder von der Dresdener Formation und das Ende dieser Ausnahmeband schien nah. Wie durch ein Wunder tauchten sie nach langer Pause mit neuer Besetzung, die momentan sieben Musiker umfasst [Holly- Gesang| M. Stolz- Violine| Benni Cellini- Cello| Oli- Gitarre, Gesang| Michael Ende- Bass| Holly D.- Akustikgitarre, Gesang| Specki T.D.- Schlagzeug] und letztendlich auch neuem Album "Ins Licht" wieder auf. Dieser Bruch brachte viele Veränderungen mit sich, so wurde zu einem das Mittelalter wieder mehr integriert und die Musik wieder etwas einheitlicher gehalten. Während man beim letzen Album zu viele Elemente aus allen Bereichen hatte, wurde sich bei "Ins Licht" wieder auf gute Musik beschränkt. Es ist etwas ungewohnt einen neuen Textstil zu hören und nach drei Alben eine völlig neue Stimme, aber ansonsten ist die "Letzte Instanz" im alten Glanz zurück. Was bedauerlicher Weise auch einer wesentlichen Veränderung unterzogen wurde, sind die Liveauftritte. Man setzt nicht mehr auf Show, die Feuerwerk, Feuerspucken und andere Spielereien umfasste, sondern konzentriert sich eher darauf die Musik angebracht rüber zu bringen. Im ersten Moment war es recht schockierend, keine perfekt organisierte Aufführung vorzufinden, jedoch bleiben sie auch ohne dies gut genug um die Menge zu entfachen. Die Hoffnung bleibt jedoch, dass sich das alte Programm wieder finden wird …


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|| II COVER || Schönheit liegt im Auge des Betrachters …
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… und so ist es kaum Möglich objektiv die Qualitäten des Covers zu beschreiben. Im Vergleich zu den Vorgängern hat man bei diesem Album, wundersamer Weise, sehr stark auf Landschaft, vor allem Himmel gesetzt. Wie üblich findet man aber auch hier im Innenleben Bilder der einzelnen Künstler, alle Texte und die üblichen ergänzenden Dinge wie Danksagungen und Gastsänger. Das Deckbild weicht etwas vom Innenleben ab, da es durch das neue Zeichnen der Band, welches die meiste Beachtung auf sich zieht und kleinen Schatten der Bandmitglieder nicht mehr Landschaft in den Vordergrund stellt. Die Gestaltung ist an sich recht gut gelungen, auch wenn sie sicher nicht all zu ausgefallen oder einzigartig ist. Im Wesentlichen erfüllt sie aber ihre Funktion, denn man findet die Texte, die Titel mit Zeitangabe und hat die Möglichkeit den Silberling sicher aufzubewahren. Über das Optische lässt es sich hier sicher streiten. Ich persönlich bin nicht fasziniert, finde das Cover aber ganz hübsch …

… als kleines Extra hat man um die Hülle noch eine Papphülle hinzugefügt, deren Sinn ich wirklich überhaupt nicht verstehen kann, die noch mal das Deckbild und die Titel aufgedruckt hat. Aus Erfahrung kann ich sagen das Pappe im Bezug auf CD-Hüllen sehr gut aussieht, aber leider auch sehr schnell kaputt geht. Nun ja, diese Spielerei konnten sie sich wohl nicht verkneifen und so unterscheidet sich die Hülle wieder von den anderen im Plattenschrank.


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|| III MUSIK || Wie Phönix aus der Asche …
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… ist diese Ausnahmeband mit ihrem neuen Album "Ins Licht", unter der Last der negativen Kritiken bezüglich ihres letzten Werkes "Götter auf Abruf", auferstanden. Vergleicht man diese beiden Platten, so kann man mit gutem Gewissen sagen, dass es eine starke Veränderung im positiven Sinne gab und mit "Ins Licht" können "Letzte Instanz" ein weiteres Meisterwerk auf ihrer Diskografieliste verzeichnen.

| o1 | Sonne | 4:o1 |

Von einer einprägsamen, klangvollen Streichermelodie, begleitet von Schlagzeug, Bass und den anderen bandüblichen Instrument, wird man direkt ins Liedgeschehen gestoßen. Nach diesem glorreichen Einstieg folgt etwas mehr Lautstärke, vor allem durch Gitarre und Bass, die immer wieder durch einige Streicherpassagen aufgelockert werden und zu guter Letzt erklingt die erste Strophe. Die Instrumente treten etwas bei Seite und schaffen Raum für die Stimme des neuen Sängers. Es ist etwas ungewohnt einen neuen Klang zu hören, aber ich muss sagen das er mir äußerst gut gefällt.

Bilder von Ins Licht - Letzte Instanz
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Ins Licht - Letzte Instanz Bild 7569477 tb
Benni Cellini
Text, Melodie und Gesang bilden hier eine perfekte Einheit und machen das Lied zu einem perfekten Anfang einer grandiosen Platte. Nach der ersten Strophe hat man bereits, dank der hervorragenden Fähigkeiten des neuen Sängers, den ersten Schock über die neue Stimme überwunden und wir gleich von dem Refrain überrascht. Die Instrumente sind wieder etwas energischer und das ganze bekommt mehr Fülle. Mit der Einstiegsmelodie beginnt dann auch das Ende, was hier recht sanft und leise das Lied ausklingen lässt. Ich muss sagen, dass mich das Lied sehr positiv überrascht hat, zumal es mir auch textlich sehr gut gefällt. Thematisch befasst sich das Lied mit einem stetigen Kreislauf in den man sich einreihen muss, auch wenn man letztendlich meist nicht dort ist, wo man gerne währe, doch der Funke Hoffnung erhellt selbst den dunkelsten Weg.

"wo lilien blüh'n im finstern mondeslicht
da willst du sein doch bist du's nicht
wo rosen blüh'n im schönsten sonnenschein
da bist du nicht doch willst du's sein
wo all dein müh an kraft zerbricht da kannst du nicht
doch musst du sein … "

| o2 | Unerreicht | 3:25 |

Mit synthetischem Klang beginnt das zweite Lied und geht schnell über in eine Streichermelodie, die auch in diesem Falle sehr einprägsam ist. Mit recht hartem Riff setzt die erste Strophe ein, welche die nun schon bekannte Stimme erklingen lässt. Die Melodie geht sofort ins Blut und wird nur noch vom Refrain übertroffen, der Ohrwurmcharakter hat. Der Gesang ist überzeugend und die Instrumente umrahmen die Strophe, sowie den Refrain, gekonnt. Im zweiten Teil des Liedes kommt eine Passage, an der sich auch die anderen Mitglieder gesanglich beteiligen und die dieses Lied hervorragend ergänzt. Obwohl ich dachte, dass der Einstieg schon zu perfekt war, so ging es noch besser weiter. Zum Ende hinlaufend wird ein eindrucksvolles, wenn auch recht kurzes, Streichersolo eingeschoben, dem noch mal die Strophe folgt. Das Ende vom Lied wird unbegleitet gesungen, was sehr interessant und unerwartet ist und dem ganzen noch das fehlende I-Tüpfelchen verpasst. Textlich gibt es wieder keine Abzüge, was bei dieser Band aber auch zu erwarten war, da die Texte grundsätzlich fantastisch sind. Mit Bravur wurde das alt bekannte Thema, des allein Zurückbleibens aufgrund von Unerreichbarkeit der geliebten Person, mit erstaunlich vielen Naturmotiven verarbeitet. Auch wenn die Texte natürlich einem leichten Stilwechsel unterzogen wurden, haben sie nicht an Qualität verloren, was man "Letzte Instanz" nur hoch anrechnen kann.

" …du bist der sonnenstrahl der wind
du bist der liebe ungebor'nes kind
dich zu fangen wird nicht möglich sein
so bleibe ich für mich zurück allein …"

| o3 | Ohne Dich | 3:o1 |

Kommen wir nun zur ersten Herzschmerzballade dieses Albums, die so gar nicht melancholisch anfängt. Ein recht schneller Rhythmus dirigiert die ersten Streichertöne, ein nicht unbedingt sanftes Riff setzt ein, ehe Platz für die erste Strophe geschaffen wird. Hier scheinen die Instrumente mehr zu sagen zu haben als der Gesang, da beides, meiner Meinung nach, gleich viel Aufsehen erweckt. Das Anfangsmotiv im Intro taucht immer wieder zwischen den einzelnen Passagen auf. Strophe und Refrain sind nicht all zu stark differenziert, erstaunlich ist aber das Gefühl, welches die Stimme übermittelt. Dieses Werk ist ein typisches Mitsinglied, da die Melodie recht simpel, aber dennoch beeindruckend ist. Das Ende kommt dann recht abrupt, ein letztes "Ohne dich" und plötzlich ist es vorbei. Der Text ist wie immer gut, auch wenn man ohne das Lied zuvor gehört zu haben, eher an ein Taschentuchlied denken würde, da der Text drauf schließen lässt. Die etwas energischere Variante finde ich aber sehr interessant und wesentlich besser als eine tränenreiche Version, zumal ich bei so was recht nah am Wasser gebaut bin. Thematisch bedarf es wohl keiner weiteren Ausführung, wenn man den Titel "Ohne Dich" ins Auge fasst …

"… im grau der summe aller farben
stachst du einfach heraus
für dich für mich für uns
war doch das licht nie aus
ich wollt ich könnt dich noch mal seh'n
dir sagen wie sehr du mir fehlst…"

| o4 | Nimm Mich! | 4:o9 |

Dies ist also mein erster Liebling von dieser Platte, denn dieses Lied will mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen. Der Anfang ist recht einfach aufgebaut. Das Schlagzeug beschäftigt sich nur mit wenigen rhythmischen Akzenten, die Streicher umrahmen das ganze nur sanft und der Hauptschwerpunkt liegt auf einem energischem "Nimm Mich!", das in geregelten Abständen erklingt. Die Melodie der Strophen ist recht sanft und tragend, was auch für die Begleitung, die recht zurückhaltend ist, gilt. Der Refrain, der nach einer kleinen textlichen Überleitung erklingen ist etwas energischer und stimmlich aggressiver. Gesanglich ist hier die gesamte Band beteiligt, da die "Nimm Mich!" Passagen nicht vom Hauptsänger übernommen werden. Die Stimme blüht bei diesem Lied regelrecht auf, da sie wie geschaffen scheint. Alles passt hervorragend zusammen, die schwere Betonung durch den Bass und das Schlagzeug, die sanfte Streichermelodie die immer wieder erklingt, das energische "Nimm Mich!" und zu guter letzt der auffallend gute Text, kombiniert mit dieser beeindruckenden Stimme. Zum Ende nimmt die Dynamik immer mehr zu, ehe sie mit der vom Anfang bekannten Streichermelodie sanft abnimmt und das Lied endgültig beendet. Nicht nur die Musik, sondern auch der Text begeistert mich für dieses Lied. Der Titel lässt vielleicht anderes vermuten, aber hier geht es um das abwälzen der eigenen Probleme auf andere Personen.

"…doch irgendwann wirst du alleine sein
ich kann nicht ewig bei dir bleiben
wenn du mal ehrlich zu dir selber bist
kann es nicht sein dass and're für dich leiden…"

| o5 | Krieg Der Herzen | 3:oo |

Der Anfang erinnert ein wenig an Verstärkerrauschen, wird aber schnell von einigen Schlagzeugklängen abgelöst, denen auch sogleich die erste Strophe folgt. Eigentlich müsste die Begleitung überladen klingen, da einfach viel zu viele instrumentale Motive auftauchen, aber in diesem Falle passt es hervorragend. Das ganze Lied ist sehr energisch und bringt eine leichte Aggressivität rüber. Die Streicher gehen hier ein wenig unter, auch wenn man sie hier und da wahrnehmen kann. Die Strophen sind melodisch nicht schlecht, heben sich aber kaum vom Refrain ab. Das einzige was Strophe und Refrain wirklich deutlich macht, ist der Einwurf der Worte "der Herzenskrieg", der nicht vom Hauptsänger erfolgt. Zwischen durch gewinnen die Streicher etwas mehr Aufmerksamkeit, durch ein kleines Solo, was hier aber mehr einer Überleitung gleicht. Der Hauptschwerpunkt liegt hier aber eindeutig beim Gesang und somit auch beim Text, der mich überzeugt, zumal ich die Situation sehr gut nachvollziehen kann. Thematisch wir hier einen Trennung, mit leichtem Hass als Folge, abgehandelt. Jedoch wird der Krieg der Herzen nicht als zwangsweise schlecht dargestellt, denn wenn man sich liebt, schweißen gravierende Auseinandersetzungen letztendlich nur mehr zusammen …

"…wir reden vielleicht miteinander
engelszungen süß und sanft
doch sollte nur ein sterbenswort
das falsche sein was dann…"

| o6 | Womit Die Welt Begann | 3:16 |

Wie schon an "Nimm Mich!", habe ich auch an "Womit Die Welt Begann" einen Narren gefressen. Schon das Intro mit einer wunderbaren Streichermelodie ist faszinierend. Nach kurzer Zeit setzen auch die anderen Instrumente ein und der Refrain, den diesmal kommt die erste Strophe erst anschließend. Die Strophen sind recht ruhig und tragend, wenn man sie mit dem energischen Refrain vergleicht. Die Begleitung gefällt mir hier besonders gut, da sie nicht nur die Funktion des Umrahmens hat, sondern auch ohne Gesang noch ganz gut dastehen würde. Zwischendurch hat man das Gefühl eine hohe Frauenstimme zu vernehmen, allerdings klingt es doch recht programmiert und wenn ich mein Keyboard betrachte ist da auch eine Taste, die genau diesen Effekt hat. Das Lied überzeugt vor allem durch den Musikalischen- und Stimmlichenteil, zumal der zwar gute Text nur sehr rar vorhanden ist. Prinzipiell wiederholt sich nur der Refrain, lediglich zwei kurze Strophen lockern das ganze etwas auf, was aber hier auch völlig ausreicht, mehr würde wohl das Lied überladen. Ich persönlich finde das Lied ausgezeichnet und auch der Text, der mir Thematisch zwar nicht ganz klar ist, ist sehr klangvoll. Ich vermute es geht hier um das" womit die Welt endet", zumindest die Welt jedes einzelnen Menschen …

"ich stehe immer hinter dir
Und bringe dich um den verstand
Nichts andres hat bedeutung mehr
Wenn du siehst womit die welt begann …"

| o7 | Sandmann | 4:oo |

Zu Anfangs konnte mich dieses Lied nicht recht überzeugen, jedoch gefällt es mir nach mehrfachem Hören immer besser. Der Anfang erinnert etwas an Jazz, nur eben ohne schrille Blechbläser. Der Rhythmus ist sehr eindringlich und die erste Strophe, die wie alle weiteren auch, nicht gesungen wird, ließ mich erstmal die Augen aufreisen. Ich bin eher gegen Sprechgesang und wurde schon auf dem letzten Album von einem Sprechgesangsstück schockiert. Da der Refrain aber gesungen ist und der Sprechgesang auch etwas Melodisches hat und teilweise in Gesang übergeht, ist das ganze wieder akzeptabel und nach einiger Eingewöhnung sogar angenehm. Umwerfend finde ich das Lied trotz allem immer noch nicht, aber hörenswert ist es mittlerweile schon geworden. Die Begleitung gefällt mir ganz gut und auch eins zwei Gesangspassagen sind faszinierend, aber im Großen und Ganzen reißt es mich nicht vom Hocker. Die Streichersoli sind hier recht gut eingesetzt und so ist das Lied sehr stimmig und harmonisch, zumal der Text auch etwas sehr harmonisches hat. Der Titel Sandmann ist meiner Ansicht nach etwas abschreckend, da ich zwangsweise an ein langweiliges Wiegelied denken muss, allerdings handelt es sich hier, in gewisser maßen schon um ein Schlaflied, aber in einer etwas anderen Art.

"… du weißt noch nicht was es bedeutet
sich des frostes zu erwehren
der das leben kalt umhüllt
der dich hart macht flügellos
dein herz mit kalter leere füllt …"

| o8 | Tanz | 3:11 |

Der Anfang ist sehr rockig und energisch, ohne Streicher, dafür aber umso gitarrenlastiger, was mehr oder weniger für das ganze Lied gültig ist. Die Strophen werden nur von einem recht hartem Rief begleitet und brennen sich regelrecht ins Gedächtnis. Die Begleitung ist hier penibel genau mit dem Gesang abgestimmt. Die Strophe wird durch ein eindringliches "Tanz, Tanz, Tanz" vom Refrain abgelöst, der wie schon die Strophe nicht mehr aus dem Ohr geht. Zwischendurch erklingt ein sehr ruhiges Solo, welches durch einige einzelne stimmliche Vokale bestimmt wird. Am Ende verfällt der Refrain in leichtes Geschreie und das Lied endet mit einigen letzten Akkorden des Riffs. Man vermisst bei diesem Stück ein wenig die Streicher, aber es ist ausgefüllt genug, dass dies nicht all zu sehr ins Gewicht fällt. Wie schon der Titel aussagt könnte man zu diesem Lied ausgezeichnet gut tanzen und ich stelle es mir sehr bühnentauglich vor. Der Text befasst sich hier auch mehr oder weniger mit dem tanzen, sich einfach gehen lassen und man selbst sein, was man beim tanzen, zumindest wenn man unbeobachtet ist, hervorragend kann. Mir gefällt das Lied ausgezeichnet gut, da Text, Melodie und Begleitung, auch wenn sie streicherlos ist, gut zusammen passen.

"…einfach voraus geschaut
und mauern abgebaut
fang endlich an und lauf
wohin dein weg dich führt
zeig mir die tränen die du weinst
sei wie du bist du darfst es sein…"

| o9 | Das Stimmlein | 4:25 |

Für dieses Lied haben sich "Letzte Instanz" Verstärkung von Eric Fish [Subway To Sally], Thomas Lindner [Schandmaul] und Sven Friedrich [Zeraphine] geholt und da diese drei Sänger, zu Bands gehören, die bei mir an erster Stelle stehen , war meine Begeisterung von Anfang an kaum zu bremsen. Der Anfang ist sehr ruhig, nur durch ein Glockenspiel mit Klang gefüllt, wird aber sehr schnell durch den Refrain, der im Quartett gesungen wird mit einem regelrechten Bruch unterbrochen. Als Überleitung zur Strophe dient eine sehr schnelle Streicherbgleitung, die sehr stark an die Lieder von "Subway To Sally" erinnert. Die erste Strophe wird von Eric Fish gesungen, zumindest der erste Teil, bevor der Sänger von "Letzte Instanz" wieder übernimmt. Strophe zwei wurde Sven Friedrich überlassen und der Sprechpart ging an Thomas Lindner. Ein leicht blechern klingender Einwurf, in Zeraphinestil und etwas Undefinierbares was die Begleitung immer wieder durchbricht, lockern das Lied immer wieder auf. Die Melodie ist einprägsam und da es sich hier um vier meiner Lieblingsbands handelt, kann ich nichts außer begeistert sein. Der Text passt auch hervorragend zur Besetzung, denn jede dieser Stimmen ist einzigartig und im Chor auch faszinierend …

"…von zeit zu zeit doch kann das stimmlein
Auch mal viel zu leise sein
Drum kleines stimmlein stell dir vor
Kräftiger währst du im chor…"

| 1o | Mein Herz | 3:32 |

Eigentlich müssten nun langsam die Stücke abflauen, denn dies ist für die meisten Alben üblich, dass man das Beste in den Anfang packt. Dieses Lied ist allerdings genau so gut, wie alle seine Vorgänger. Das Intro ist wieder vom gewohnten Streicherklang durchflutet und wird durch ein lang gezogenes schon fast psychopatisch wirkendes, aber faszinierendes "Mein Herz" ergänzt. Es ist kaum zu glauben, wie zwei Worte einem Schauer über den Rücken laufen lassen können. Die Strophe wird nur milde begleitet und ist zwar nicht ganz so faszinierend wie diese kleine oben genannte Passage, aber immer noch sehr gut. Die Melodie ist einprägsam und sehr melodisch und schön, von der nicht all zu energischen Begleitung umschlossen. Der Refrain währe kaum erkennbar, wenn er nicht mehrfach im Lied auftauchen würde, aber die "Mein Herz" Passage würde ihm letztendlich eh die Show stehlen. Das Ende ist wieder instrumentalfrei, hier jedoch sehr abrupt und unerwartet, aber ganz passend. Der Text handelt wieder von der Gefühlswelt, erfrierenden Herzen und deren Rettung. Das Beste am Lied ist und Bleibt aber die Gänsehautpassage…

"[mein herz]
… wurde so oft betrogen
doch bliebst du tief in mir drin
so hab auch ich mein herz belogen
als ich die augen schloss und ging…"

| 11 | Agonie | 4:41 |

Das Klagelied ist der zweite Titel, mit dem ich mich nicht recht anfreunden kann und zu meinem Pech ist er auch noch verhältnismäßig, mit über vier Minuten, lang. Der Anfang erinnert an Regen, der durch hüpfende Töne erzeugt wird. Die Strophe ist auch sehr leichtfüßig und das ganze Lied wirkt im ersten Moment sehr locker. Die zweite Variation von der Strophe, denn Refrain gibt es in diesem Sinne in diesem Lied nicht, bring eine traumhafte Geigenstimme mit sich, die das ganze etwas klagender macht. Die Stimme spielt hier wieder sehr gekonnt mit dem Text und auch die Melodie ist so weit akzeptabel, jedoch für mich persönlich nicht überzeugend, was für das ganze Lied zutrifft. Währe nicht die schöne Geigenbegleitung könnte ich wahrscheinlich überhaupt nichts mit diesem Titel anfangen, aber da sie nun vorhanden ist, wird einiges rausgeholt. Das Ende ist auch ganz schön, vor allem durch das harmonische "Agonie", welches von Zeit zu Zeit erklingt. Er Text ist an sich wirklich gut, aber es ist einfach zu viel Text, so das man ihn nicht all zu schnell erfassen kann, außerdem existiert kein Refrain der sich wiederholt. Als schlecht würde ich dieses Klagelied nicht bezeichnen, zumal mir die Denkansätze sehr gut gefallen, aber wirklich gut ist es meiner Meinung nach auch nicht…

"…leichtes lachen ohne klang
ruhe fast geborgenheit
bin in einem glück gefangen
aus dem niemand mich befreit…"

| 12 | Traumschwere | 4:oo|

Kommen wir nun zu erfreulicheren Liedern, für die wieder Unterstützung aus anderen Bands rangeholt wurde, so hört man hier neben der Stimme von Holly auch Elanny [Die Band ist mir unbekannt]. Das Album neigt sich nun dem Ende, verliert aber keineswegs an Hörvergnügen, ganz im Gegenteil, denn dieses Lied gehört wieder zu den besseren. Das Intro ist sehr zaghaft und besteht erstmal nur aus einer Art Klappern und wird dann von Gitarrenklängen dominiert, dem sich auch gleich die erste Strophe anschließt. Die Begleitung nimmt sich sehr stark zurück und überlässt der Stimme die Führung, die hier irgendwie magisch wirkt. Zwischen den ersten beiden Strophen, die ohne Refrain auf einander folgen, ist eine kleine Überleitung, die vor allem durch Streicher gefüllt wird und wie die Faust aufs Auge, genau an diese Stelle passt. Der Refrain wird um einiges energischer und man hört auch die Frauenstimme leicht im Hintergrund, jedoch währe sie nicht zwingend nötig gewesen, da sie unterzugehen droht. Das Lied ist wie schon viele zuvor auf diesem Album unglaublich gut und sehr stimmig, vor allem durch die dynamischen Differenzierungen von Strophe und Refrain und einigen kleinen Einschüben am Rande. Neben der berauschenden Musik ist auch der Text sehr passend, unglaublich gut. Thematisch ist es sicher eher erschreckend, denn das sind Alpträume immer…

"…du willst rennen du willst schreien
der dunkle schatten holt dich ein
du bist ihm nur einen schritt voraus
im nacken seinen dunkle faust
hat kein gesicht ist namenlos
er badet dich in blinder furcht…"

| 13 | Silber Im Stein | 6:oo |

Kommen wir nun zum krönenden Abschluss, der hier etwas aus der Reihe tanzt. Nicht nur das dieses Lied erstaunlich lang ist und sehr melancholisch und ruhig, so lernt man hier auch ganz neue Seiten der Stimme des Hauptsängers kennen. Das Lied beginnt mit einem zarten, bezaubernden streichererfüllten Intro und geht übergangslos zur ersten Strophe über, die eine wahrlich unmännliche Tonhöhe hat, was unglaublich eindrucksvoll ist. Der Refrain ist aber wieder in normalen Höhen angesetzt und wird erst vom Hauptsänger allein Gesungen und später von Echo begleitet. Die Begleitung bleibt konstant bei einer verträumten sanften Streichermelodie, die von den anderen Instrumenten umrahmt wird. Das Lied lädt zum Träumen ein und ist trotz seiner etwas schwermütigen Stimmung beflügelnd. Es bildet einfach den perfekten Abschluss und befasst sich mit Erinnerung, die man sicher haben wird …

"…was gestern als schmerz ich empfand
wird heute schon wie tränen im sand
zur erinnerung weit hinten am rand
als mein silber in den stein des lebens gebrannt"


---------------------------------------------------
|| IV KRITIK ||
---------------------------------------------------


Nach einer ausgiebigen Rezension über die einzelnen Lieder des neuen Albums "Ins Licht,. möchte ich nun zur Stunde der Wahrheit übergehen und das Urteil über diesen kleinen hübschen Silberling fällen. Da ich diesmal, in weiser Voraussicht und als Resultat des eher enttäuschenden letzten Albums "Götter Auf Abruf", keinerlei Erwatung hatte, konnte ich natürlich auch nicht enttäuscht werden. Auch bei hohen Erwartungen, währe man hier aber sicher nicht enttäuscht worden, da dieses Album aus hervorragenden Liedern besteht, auch wenn mich zwei davon mich nicht komplett überzeugen konnten, so gab es aber keines was ich absolut unhörenswert finden würde und das war bis her auf fast allen Alben von " Letzte Instanz " der Fall, obwohl sie an erster Stelle auf meiner Abspielliste stehen. Die Musik ist abwechslungsreich, aber trotz allem immer noch recht einheitlich und vom Stil her, im Vergleich zum Vorgänger, recht geordnet. Die Jungs haben es erstaunlicher Weise auch diesmal geschafft, sich wieder aufzuraffen und wie Phönix aus der Asche ins musikalische Leben zurück zu kehren. Es währe auch ein großer Verlust für die deutschsprachige Musik gewesen, wenn sie sich tatsächlich aufgelöst hätten. Das ist auch ein Punkt, den ich persönlich sehr gut finde, da man deutsche Texte besser verstehen kann als Englisch, zumal es bereits tausende von Bands gibt, die diese internationale Sprache verwenden. Um es mit wenigen Worten noch einmal auszudrücken, so kann ich nur sagen das diese Cd sowohl vom Cover, als auch besonders vom Inhalt, sowohl Musikalisch als auch Textlich, sehr ansprechend ist. Obwohl sie meinen Liebling "Kalter Glanz" nicht übertrumpfen kann, so ist sie zumindest gleichgestellt, obwohl ich zu Anfangs sehr misstrauisch und abgeneigt war, da ich die Stimme des letzten Sängers für diese Band als optimal empfand, aber der Neuling steht dem, zu meiner Verwunderung, in nichts hinterher und so rechne ich ihnen hoch an, das sie nach dem scheinenden Ende, wieder ins Leben zurück fanden und das Beste daraus gemacht haben, was sich mehr als nur sehen lassen kann.


-----------------------------------------
|| V FAZIT || Alles hat ein Ende …
-----------------------------------------

…und an dieser Stelle auch mein Bericht und um diesen nicht unnötig in die Länge zu ziehen, möchte ich auch ohne große Ausschweifungen, fünf Sterne und ein empfehlenswert vergeben.


In diesem Sinne


Lacrima_
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
stefbl

stefbl

04.07.2006 10:54

Ich kannte die letzte Instanz bisher gar nicht, bekam aber dieses Album empfohlen mit dem Hinweis, dass es mir doch gefallen könnte - und so habe ich die CD vor ein paar Tagen das erste Mal gehört. So kann ich deiner Besprechung auf der ganzen Linie zustimmen. Da ich auch Subway to Sally und Zeraphine sehr mag, ist auch bei mir "Das Stimmlein" eines der Highlights auf der CD, die mir aber auch ansonsten ausgesprochen gut gefällt. Werde jetzt mal verstärkt auf diese Band achten ... viele Grüße, Steffi

Philosoph

Philosoph

15.04.2006 03:25

Die CD steht bei Amazon auf meinem Wunschtzettel und wenn ich mir Deine Rezi so ansehe, denke ich, daß ich damit keine CD kaufen werde, deren Kauf ich hinterher bereuen werde. Klasse geschriebene CD-Kritik, echt super! Liebe Grüße, schwarznächtig, der Philosoph

Robzn

Robzn

22.03.2006 02:15

Ach verdammte... ich wollt grad nen Bericht über das Album schreiben und was stell ich fest?! Da ist mir jemand zuvor gekommen!!! >:-/ Naja, aber zumindest ist es dir gut gelungen, das Album ist super! Find Sonne und "womit die Welt" begann am besten. Wie gut, dass es noch vernünftige, deutschsprachige Musik gibt. :-) GLG, Rob "...ich stehe immer hinter dir und bringe dich um den Verstahand.." lalala ;-)

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