Janet
09.06.2001
Pro:
abwechlungsreich, sehr gefühlvoll, reich an Situationsbezogenheit
Kontra:
wie immer hat jeder seinen eigenen Geschmack
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 Martin
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:92
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 204 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Tja, man mag es kaum glauben, aber auch staubtrockene Mathematiker frönen gelegentlich den weltlichen Gelüsten und Genüssen unserer Erde; so kann sich denn auch meine Nichtigkeit an besonders schönen Klängen als auch sehr ansprechenden Bildern geradezu labend ergötzen. Daß in diesem Zusammenhang die in multipler Hinsicht "imposante" Künstlerin Janet Jackson durchaus nicht unpassend ist, mag mir an dieser Stelle schon einmal vorab verziehen sein. Manchmal, da bin ich schon ein ganz schöner Schwärmer und trotz aller Realitätsnähe ziemlich aufgelöst in bunten Tagträumen und schwer tiefsinnigen Gedanken versunken. Ein verlorener Romantiker geradezu. Und als einst vor mittlerweile einer ungemein langen Weile während einer wunderbar lauen Sommernacht im Radio "Again" von einer mir bis dato unbekannten Lady gespielt wurde, ward eine Faszination und Sehnsucht neu in mir geboren. Ein Lied, daß mich später durch zahllose Liebeskummerzeiten führte, mich stärkte in Verzweiflung als auch in Lebensfreude. Dazu erst später mehr.
Auch wenn ich so gar nicht auf Silikonbusen fixiert bin und Faschings-Make-up-Maskeraden alles andere als prickelnd empfinde, so eigentlich nur auf "natura" bei den Mädels stehe, die gute Janet hat's mir spätestens mit diesem Album doch unwiderruflich angetan. Unser 130 Millionen Dollar schweres Moppelhäschen (Zitat: "Ich war 'chubby – pummelig – das kann man wohl sagen! Nicht, weil ich so viele Torten esse. Nein, das tue ich nicht. Aber aus irgendeinem Grunde liebe ich Speisen, die fett machen. Und da mein Stoffwechsel offenbar recht träge ist, lege ich leicht zu, wenn ich nicht aufpasse.") würde zwar ohne massives Fitneßtraining sechsmal wöchentlich nicht gar so lecker anzuknabbern sein, aber ich will an dieser Stelle ja auch ihre Musik preisen und nicht ausschließlich von Formen und Figuren geprägte, zweifelhafte Gedanken darlegen. Anno 1993 also entschloß sich unser napstergeplagter Musikkonzern Virgin dazu, der guten Janet ein Album "aufzuschwatzen". Die wohl beste Entscheidung seit Menschengedenken – nein, wir wollen es mal nicht übertreiben; aber auf jeden Fall ein ziemlich guter Beschluß. Und so stand es dann in den Läden als CD und gar Kassette: "Janet". Durchbruch einer 27jährigen, attraktiven jungen Dame. Während dieser Zeit schlug ich mich jedoch gerade mit den Grundlagen der Bruchrechnung herum, hatte noch keinen Sinn für Mädels und weiterführende "sündhafte Beschäftigungen", so daß ich erst ein paar Jährchen später dieses wohl mit Abstand beste Werk Janet's in den Händen hielt. Original gekauft, versteht sich. Ist ja schließlich auch ein ziemlich laszives Inlay und 'ne "wohlig warme" Rückseite enthalten. Ach je, dieser Bauch und dieser Bauchnabel, dazu das kleine Muttermal... *zerschmelzwieeineiswürfel* Entschuldigung, bleiben wir auf dem Boden der Tatsachen. Ist eben keine dumme Teenie-Schwärmerei bei mir, da bin selbst ich nicht immer Herr meiner Sinne. :)
Den ewigen Dauernörglern sei vorab gesagt, daß insgesamt 28 Tracks dieses Album zieren, wobei die meisten (genauer gesagt ganze 13) reine Zwischenspiele sind von jeweils gut fünfzehn Sekunden Dauer. Die Trackliste erspar' ich mir denn ebenso, denn die findet ihr auf jeder zweitbesten Website beziehungsweise im Laden selbst, wenn ihr die Bequemlichkeit besitzt, die CD-Hülle freizügigerweise einmal um 180° an der vertikalen Achse rotieren zu lassen. Soll mitunter gar nicht so schwer sein... Widmen wir uns lieber den akustischen Höhepunkten dieses Albums.
Einfach nur ansteckend "groovy" als auch gefühlvoll kann man ihren wohl größten Hit bezeichnen – "That's the way love goes". Wer dieses Lied nicht kennt, für den erübrigt sich ohnehin dieser Bericht. Mir persönlich gefällt dieser Song zwar "nur" mäßig, da ich ja bekanntermaßen eher ein Mensch der Nische bin; so war's mir dann doch zu kommerziell, so daß mir die "kleinen Perlen" dieser CD wesentlich stärker zusagen. Unzählige Male ist in der Disco dazu dennoch "enger getanzt" worden. Im Amiland stand der Weg der Liebe trotz meiner Bedenken allerdings stolze acht Wochen an primärer Position der Single-Charts. In eine vollkommen entgegengesetzte Kerbe hauen dagegen "If" sowie "This time". Aggressiv und laut schlagen sie ins Ohr. Dunkel und anklagend, aber streckenweise trotzdem heller, leichter Gesang; so könnte man die Grundtendenzen exemplarisch beschreiben. Ein Kontrast inhaltlich als auch musikalisch und gesanglich. Wobei ich dank "This time" schon einige Haßtiraden glimpflich durchlebt habe. Da lassen sich Wut und Ärger abladen und verarbeiten. Für diesen Zweck sollte man den ursprünglich zwischenmenschlichen Kontext günstiger Weise "überhören", einfach nur den stupiden Bässen lauschen und quer über die Bühne (oder bloß durchs Zimmer) "abhotten".
Es folgen ein paar lockere Gute-Laune-Songs, Standard-Pop-Rhythmen und ein paar "funky" Partysongs. Einfach abtanzen und die Hirnwindungen ruhen lassen. Nun aber folgt die ultimative Ballade, wenn ich das einmal so pubertär formulieren darf. Track 19. Stunden-, tage-, ja gar wochenlang als Dauerschleife meine Familie gemartert. Ein stechender Schmerz nach betätigen des Power-Knöpfleins. Nächte, in denen mir das Summen nicht aus dem Kopf wollte. Wispernd, sinnlich, allmächtig. Sicherlich ist alles nur "Show" und ein "cleverer" Text, aber das verdammt gelungen, wenn ihr mich fragt. Soviel Gefühl und Innbrunst, gewaltige Emotionen und eigentlich doch nur ein einziger simpler Wunsch von Herzen. "Again". Einfach nur von Neuem beginnen, gestürzt nach endloser Verletzung, geheilt durch die Liebe. (man möge mir vergeben, wenn's schnulzig wird...) Es ist ein so schlichtes Gefühl und dennoch kann es Welten bewegen. Und übrigens nur wegen dieses Liedes bin ich denn auch einst zur Velvet Rope Tour nach Leipzig gejuchtelt, habe unsägliche Strapazen auf mich genommen und unzählige Scheinchen auf den Tisch geblättert. Aber es hat sich gelohnt. Jeder einzelne war ergriffen. Doch ich will nicht abschweifen. Ob nun als geniale Live-Performance, Video-Clip oder Ohrwurm im Radio – dieses Lied wird mich nicht mehr loslassen.
Auf gleiche Weise können denn auch "Where are you now" und "Any time, any place" beeindrucken; letzteres anscheind sogar massentauglich, verweilte es laut Statistik doch ganze zweieinhalb Monde auf "numero uno" der us-amerikanischen R&B-Charts. Für meinen Geschmack nicht gar so ergreifend, aber trotzdem irgendwie sehr angenehm, sich diesen Rhythmen zu öffnen. Reinhören sollte da zumindest jeder einmal. Zum Abschluß bringen denn wieder locker und lustig ein paar kitschig-bunte Hüte die Gehörknöchelchen in Schwung. Die Rede ist selbstverständlich von "Whoops now!". Nicht sonderlich gedankenüberfrachtet, aber als spritziges Ende durchaus exzellent plaziert. Und zu ein paar agilen Hüftbewegungen kann man sich immer gern wieder hinreißen lassen.
Dies als grober Abriß der Variationen einer einzigen, sehr beeindruckenden CD. Für einen gesamten Eindruck wird man aber dennoch nicht umhin kommen, sich einer Hörprobe zu unterziehen. Enttäuscht ist da nur der Heavy-Metal-Freak ohne Blick für sexy Mädels. *lol* Es muß zwar nicht unbedingt für die Qualität sprechen, aber wer ungern auf die Meinung einer Minderheit vertraut, dem sei ans Herz gelegt, daß diese Liederkollektion allein über'm großen Teich mehr als fünf Millionen mal verkauft wurde; und das bei einem durchschnittlichen Preis von schätzungsweise 30 Märkern. Ausgesorgt, hat Janet also allemal und die Fans danken es ihr ebenso. Ja, wie man demzufolge sieht, finde ich als einer der wenigen die Musik von Janet mehr als nur ganz ordentlich und bin nicht ausschließlich von ihrer Figur fasziniert. Klar schaut man sich gern ein paar Videos von ihr an, jagt von einem Konzert zu nächsten, sucht gierig und speicheltropfenden Zahnes im Internet nach dem einzigen Bild ihres "gewissen" Piercings (es soll tatsächlich eins geben!), aber im Endeffekt träumt man doch nur von seiner eigenen Freundin und begnügt sich mit den musikalischen Vorzügen. Das Ohr sieht eben mehr als selbst drei Augen gleichzeitig zu hören vermögen!
Wo's ein paar besonders pikante Bilder gibt, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht – könnte ja noch jemand auf die Idee kommen, hier ginge es doch tatsächlich nur nebenbei um die gesangliche Leistung von uns' Janet. Insgesamt betrachtet kann man also sagen, daß bei jedem Zögerer, der selbst nach diesem Album nicht auf den Geschmack und den korrekten Blickwinkel gebracht werden konnte, meines Erachtens ohnehin keine Überzeugen mehr zu erreichen ist ... So sei es drum: GO ON MISS JANET!
Es grüßt Euch der still jubelnde Fan, Martin
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13.02.2003 00:58
Janet J. rulezzzz... Guter Bericht .. M.f.G. von der jollyjoy
24.08.2001 02:19
Naja, attraktiv finde ich Janet nun wirklich nicht, aber ihre Musik mag ich auch! (und die isst bestimmt keine Häschen...)
22.08.2001 20:08
Hi Martin! Mathematiker und Musik? Das wird für mich weiterhin ein Mysterium bleiben. Naja, ich find des Album auch klasse allerdings eher die Nummern wie "if" oder so. Für den anderen KKommentar unten, nee, nicht Janet und Michael sollen eine Person sein sondern LaToya und MIchael. Also Grüße Chodrian