Jazz Parnass Band 1 - Schmitz, Manfred

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Jazz Parnass Band 1 - Schmitz, Manfred

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Übung macht den (Jazz)-Meister!

5  18.09.2004

Pro:
sehr schöne und vielseitige Stücke, die gut klingen, zu jedem Stück gibt es Anmerkungen, für jeden Geschmack etwas dabei, Vorkenntnisse in Jazz muss man nicht haben .

Kontra:
die Anmerkungen hätte man jeweils unter das Stück setzen sollen und nicht weiter hinten im Buch – daher muss viel blättern, der stolze Preis von 21 € .

Empfehlenswert: Ja 

Kayah13

Über sich: Umfragen? Man antwortet auf die Fragen und nach zig Fragen wird einem gesagt, man gehöre nicht zur Z...

Mitglied seit:13.11.2000

Erfahrungsberichte:82

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 244 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wer sich als Klavierspieler(in) mit Jazz beschäftigen möchte, kommt am den „Jazz Parnass“ von Manfred Schmitz nicht vorbei. Es gibt ihn in zwei Bänden und hier gehe ich nur auf den ersten Band ein (siehe Kategorie).

Mein Bericht bezieht sich auf die Erstausgabe aus dem Jahre 1987. Ich kaufte das Buch 1990 in Russland und daher ist meine Version auf deutsch und russisch, aber die reine deutsche Ausgabe ist natürlich nur auf deutsch.


FÜR WEN IST DAS BUCH GEEIGNET:
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Das Buch besteht aus 66 Musikstücken.
Die ersten Stücke sind gerade mal zwei Zeilen lang, zweistimmig und in C-Dur. Sie werden von Seite zu Seite länger, bis zu achtstimmig und gehen durch alle Tonarten.

Die ersten Stücke könnte man schon im dritten Klavierjahr spielen, aber schon ab dem 21. Musikstück wird es merklich schwerer und damit die Erarbeitung des Stücks nicht zu lange dauert und damit frustrierend wird, sollte man schon viele, viele Jahre Klavier spielen. Wer schon als Anfänger gerne Jazz spielen möchte, für den gibt es andere Lehrbücher.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon 15 Jahre gespielt und da schockte mich nichts mehr *g*. Ich habe aber trotzdem das Buch ganz von vorne angefangen, denn Jazz spielt sich ganz anders als Klassik. Die Noten und die Tasten sind natürlich das gleiche, aber der Rhythmus und die Harmonien z.B. sind anders. Zu Beginn hält man Jazz für disharmonisch und man ist öfters irritiert, weil man glaubt, man spiele falsch, aber man gewöhnt sich daran und hält einen Dur-Dreiklang mit großer Septime für einen harmonischen Akkord ;o).

Das Buch ist daher für alle geeignet, die schon sicher Klavier spielen können, gut vom Blatt lesen können und die Harmonielehre sicher beherrschen. Da Manfred Schmitz zu jedem Stück noch einige Anmerkungen macht, ist das Buch besonders für die geeignet, die sich Jazz autodidaktisch näher bringen wollen.

Wer noch nicht sehr lange spielt, bzw. unsicher ist, sollte sich auf jeden Fall einen Lehrer dazu nehmen, denn das Buch ist nicht für Anfänger gemacht und wer sich etwas falsch beibringt, hat Schwierigkeiten, das wieder los zu werden bzw. merkt schlimmstenfalls nicht einmal, dass man falsch spielt.


DIE MUSIKSTÜCKE:
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Wie schon erwähnt, sind die ersten Stücke meistens nur zwei Zeilen lang und noch sehr einfach aufgebaut. Trotzdem haben sie es in sich, wenn man vorher nie Jazz gespielt hat. Es werden sehr viele Synkopen (der Schwerpunkt des Taktes ist verlagert) gespielt und durch den punktierten Rhythmus bekommt man schon den „swingin’ character“, der im Jazz sehr häufig vorkommt.

Ab dem 13. Stück wird es drei Zeilen lang und die rechte Hand spielt nur noch Akkorde (Dreiklänge). Die Tonarten sind aber schon lange nicht mehr nur C-Dur. Man kommt schnell zu 4 Vorzeichen und mehr.

Später, so ab Stück 21, sind sie eine Seite lang und die Achtel und Sechszehntel überwiegen. Hier wird u.a. auch die Ausdauer trainiert.

In den letzten drei Stücken werden in beiden Händen nur Akkorde gespielt und man springt zwischen mehreren Oktaven. Hier übt man das schnelle Greifen und Ablesen von bis zu 8 (!) Noten gleichzeitig. Spätestens hier sollte man alle Akkorde, die man im Musikunterricht im Rahmen der Harmonielehre lernt, im Kopf haben, sonst ist es schwer zu schaffen. Wenn man solche Stücke lernt, dann merkt man sich den Akkord:

Beispiel: ein Klavierspieler sieht die Töne „d fis a c“, die er gleichzeitig spielen muss und liest sie von unten nach oben, greift sie und drückt dann die Tasten. Bei der Wiederholung liest er wieder alle 4 und das kostet Zeit.

Ein geübter Spieler sieht die 4 Töne, denkt sich, dass es ein D7 (D-Dur + Septime) ist, hatte ihn schon im Rahmen des Unterrichts gelernt zu greifen und muss nicht lange sortieren. Er muss sich nur noch Akkorde merken, was das Spielen erheblich vereinfacht. Es gibt noch weitere Dinge, die das Leben eines Spielers einfacher machen, aber das würde jetzt zu weit führen.

Im Buch gibt es auf den letzten Seiten, wie schon erwähnt, die Anmerkungen zu jedem einzelnen Stück. Das sind z.B. Tipps, worauf man besonders achten muss, weil man es schnell übersehen könnte. Es werden auch Vorschläge zu unterschiedlichen Spielweisen gemacht und es wird auf einige Sachen, wie z.B die 12taktige Bluesformel, näher eingegangen.

Hier hätte ich mir gewünscht, dass diese Anmerkungen nach jedem Stück kommen würden, denn das würde das nervige Blättern ersparen.

Alle Musikstücke haben den Fingersatz notiert. Gerade bei Läufen ist es sehr wichtig, ihn einzuhalten, denn sonst stehen sich die Finger gegenseitig im Weg, man kommt ins Stocken oder man erreicht gar nicht erst die Geschwindigkeit.

Was mir auch nicht so gut gefällt, ist, dass erst bei den Anmerkungen ein wenig auf die Improvisation (musikalischer Vortrag aus dem Stehgreif, einfach den spontane Einfällen folgend gespielt) eingegangen wird und das ist zu wenig. Hier hätte man mehr eingehen können, denn das ist gerade das, was klassische Klavierspieler überhaupt nicht können.


WEITERE INFOS ZUM BUCH:
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„Jazz Parnass“ Band 1 hat 100 Seiten, 66 Musikstücke und weitere kleine Übungen bei den Anmerkungen.

Ich habe eine Handvoll Rubel damals bezahlt (auf jeden Fall war es nicht viel) und in Deutschland hätte es damals umgerechnet 10 € gekostet.

Ich habe eine Ausgabe von 1987, die man heute wahrscheinlich kaum noch bekommt. 2002 wurde das Lehrbuch leicht überarbeitet und neu herausgebracht und heißt nun „Der neue Jazz Parnass“ Band 1.

Die ISBN-Nr. ist: B00006M0TJU und kostet heute stolze 21 € und gehört traurigerweise nicht zu den teuersten Noten.

Es gibt ergänzend dazu, den Band 2, den ich auch habe, der das Erlernte in Band 1 noch einmal vertieft.


PRO:
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- sehr schöne und vielseitige Stücke, die gut klingen,
- zu jedem Stück gibt es Anmerkungen,
- für jeden Geschmack etwas dabei,
- Vorkenntnisse in Jazz muss man nicht haben.


KONTRA:
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- die Anmerkungen hätte man jeweils unter das Stück setzen sollen und nicht weiter hinten im Buch – daher muss man viel blättern,
- der stolze Preis von 21 €.


FAZIT:
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Manfred Schmitz (Jahrgang 1939), der Berufsmusiker und Musiklehrer ist, hat in seinem „Jazz Parnass“ (Parnass: Musenberg, Reich der Dichtkunst) einen Teil seiner komponierten Stücke zusammengestellt und nach Schwierigkeitsgrad sortiert und mit hilfreichen Anmerkungen ergänzt.

Das Buch ist nicht für den Anfänger geeignet und man sollte schon sehr sicher sowohl im Spielen als auch in der Harmonielehre sein und das würde mindestens 5 Jahre Musikunterricht und länger je nach Fleiß des Schülers ;o) bedeuten. Vorkenntnisse in Jazz sind nicht von Nöten.

Wer sich mit Jazz, egal ob mit oder ohne Lehrer, beschäftigen möchte, dem kann ich das Buch nur empfehlen.

Ich habe für die Durcharbeitung des Buches ein halbes Jahr gebraucht und es hat mir nicht nur Spaß gemacht, sondern ich habe dabei viel gelernt und mein Interesse an Jazz wurde noch größer.

In den letzten 14 Jahren habe ich noch etliche Jazzlehrbücher gekauft und wenn ich das „Jazz Parnass“ mit den anderen Büchern vergleiche, gehört es zu den anspruchvolleren, aber auch zu den besten, Lehrwerken im Jazzbereich.


Vielen Dank für das Lesen und wenn noch Fragen sind oder etwas fehlt, dann schreibt mir doch bitte einen Kommentar.


© Kayah13, September 2004


Bilder von Jazz Parnass Band 1 - Schmitz, Manfred
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Das Buch "Jazz Parnass" Band 1


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Folliot

Folliot

13.03.2005 00:43

Top Bericht, wie immer bei Dir! :-)))) Habe da - seit gestern - auch eine Empfehlung für Dich, vielleicht ist es Dir aber auch bereits bekannt: Versuch's mal mit Kuba meets Percussion bzw. den KlassBrothers... Sehr genial! Grüsse, Folliot

barcelona2000

barcelona2000

26.11.2004 00:12

(schluchz) Ich wünsch mir mein Klavier zurück ;-)

Mundi1

Mundi1

20.11.2004 23:53

Man müsste Klavier spielen können. . . . . lg Mundi

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