Die Queen spielt fetten Jazz!? Na dann mal los
11.08.2002 (20.04.2003)
Pro:
Abwechslungsreich - Posterbeilage der Vinylscheibe
Kontra:
Fun it
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Sepp-das-Wiesel
Über sich:
Nach einem Bericht über eine Airline, die uns in den Urlaub flog. Dann ein Bericht über den Urlaub s...
Mitglied seit:11.04.2002
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Meilensteine der Musikgeschichte zu sammeln, ist ein schönes Hobby. Deswegen schreib ich auch so gerne darüber. (`:._- Q U E E N -- J A Z Z -_.:`)
So manchen wird das Wörtchen „Jazz“ abschrecken, oder gleich total Faszinieren! Wenn aber die Rede von Queen und Jazz ist, kann die Mehrzahl der Leser nicht viel damit Anfangen. Ich möchte diesem Misstand abhelfen. Meine Stammleser wissen es ja schon länger, das ich der absolute Fan von Freddie und Co. bin. So ziemlich alles was die Herren in ihrer über 30 jährigen Schaffensphase komponiert und gespielt haben, gefällt mir. Jetzt könnte man gleich sagen, der Sepp schreibt eh nur positiv über die Band – Nö nö! Fans sind die besten Kritiker!
Die Band Queen, das waren/sind der am 11. Nov. 1991 verstorbene Sänger Freddie Mercury, Brian May für alle Gitarren, Roger Taylor am Schlagzeug sowie John Deacon der den Bass bespielt. Nach ausgedehntem Tourprogramm durch die USA/ Kanada sowie anschließenden Besuchen in Europa, wurde zwischen Juli und September 1978 in den Bandeigenen Mountain Studios, Montreux sowie in den Super Bear Studios in Nizza die Songs zum 7. Album JAZZ aufgenommen. Am 13. Oktober kam die erste Single Fat Bottomed Girls/Bicycle Race als sogenannte Doppel A-Seite in England auf den Markt. Die Jazz-US-Tour wurde im Mid-South Coliseum in Memphis am 28. Oktober 1978 eröffnet. Erst am 10. November veröffentlichte die EMI das dazugehörige Album JAZZ. Mit einem sofortigen Einstieg in die Charts auf dem 2. Platz, hielt es sich insgesamt 62 Wochen und wurde mit mehreren Gold-Awards ausgezeichnet. Mit drei Abenden 18-20 Dezember in Los Angeles beschlossen die vier ihre USA Tour, feierten Weihnachten und zogen vom 17. Januar bis 6. Mai durch Europa und den Nahen Osten.
Jetzt aber mal zum Musikalischen Teil: _1. Mustapha Wer diese Cd einlegt und auf „Play“ drückt, sollte den Lautstärkeregler nicht allzu laut stellen. Mit einem durch Mark und Bein zuckendem „Ibrahim, Ibrahim, Alla Alla Alla will pray for you“ schleudert uns Freddie seinen Gesang um die Ohren. Das Liedchen zeigt Freddies Wurzeln, doch keines falls ein Typischer Queen Song. Der Text, der als einziger keinen Textabdruck im Booklet auffinden lässt, ist zweisprachig – Englisch und ??, ich weiss es nicht welche Sprache das ist (Wer weiss es, bitte melde dich!!) Mustapha ist eine reine Gewohnheit Sache und wurde in Deutschland, Jugoslawien Spanien und Bolivien als Single mit unterschiedlichen Cover veröffenlicht. Für ne gut erhaltene Single aus Bolivien zahlen Sammler schon mal an die 1000 Dollar!! Mit reicht meine Deutsche Version, ich bin ja nicht so.
_2. Fat Bottomed Girls Was wäre die Rockmusik ohne diese Girls? Ein nett arrangierter Chor leitet die gut bestückten Mädels in die Bass Drum. Dauert ein wenig ehe die Band komplett mit einstimmt – danach rollt der Rock. Der Refrain brennt sich in die Ohrmuschel, aggressive Gitarren mit dynamischen Schlagzeug fetzten ordentlich knapp vier Minuten durch die Boxen. _3. Jealousy Orientalischer Beginn wechselt schnell in Freddies Klavierspiel. Gut und Sanft dosierte Gitarren, Queen-typische Refrain-Chöre. Eines meiner Lieblingslieder der CD. Der Text handelt wie der Titel schon sagt von Eifersucht, die eine Beziehung behinderte. Jealousy wurde im Gegenzug zu Mustapha in den USA, Kanada, Neuseeland und Brasilien als Single veröffentlicht. Die Single konnte sich allerdings nicht in irgend welchen Charts festsetzen.
_4. Bicycle Race Die Fahrrad Hymne ist das wohl bekannteste Stück des Albums. Was wäre die Tour de France nur ohne die musikalische Unermalung mittels dieses Songs? Ein für Queen prägendes Element sind und waren die Chöre. In den 70ern mehr als in den moderneren 80ern, aber gerade das macht dieses Lied so einmalig. Der Chor beginnt mit kräftiger Unterstützung von Drums und Bass. Das abwechselnde hin und her der Vocals, der witzige Text und schliesslich der Höhepunkt mit dem „Fahrradklingel-Konzert“ das mit Brians Gitarre imitierten Radrennen im erneut gesungenen Refrain endet. Die Band wusste seiner Zeit schon ordentlich für Promotion zu sorgen. So mietete man bei Halfords Bikes rund 100 Räder, setzte 100 nackte Frauen drauf und lies sie im Stadion zu Wimbledon um die Aschenbahn fahren. Das ganze wurde gefilmt um als Promo Video Verwendung zu finden. Als Auflage der Leihfirma, musste garantiert werden, das nach beenden der Dreharbeiten, jedes Fahrrad einen neuen Sattel bekam!! Als besondere Beilage wurde der Vinylversion ein aufklappbares Poster der Damen beigelegt. Da ich im zarten Alter von 12 Jahren mit diese Scheibe käuflich erwarb, und zu Hause meinen Eltern stolz präsentieren wollte, war das Erstaunen darüber, wie ihr euch denken könnt, extrem groß. Das Poster wurde mit weggenommen – was ich sehr bedauerte. _5. If you can’t beat them Wenn du etwas nicht beseitigen kannst, dann Arrangiere dich damit. So, oder so ähnlich kann der Text verstanden werden. Mein Schulenglisch ist nicht mehr so töffte – erkennt man doch schnell was Sache ist. Ordentlichen Rock bietet die „Schlägerei“. Gute Gitarrenarbeit mit wechselndem Solos, Freddies einmalige Stimme wieder einmal perfekt eingesetzt. Kein schlechtes Lied, aber auch nichts was man besonders hervor heben möchte.
_6. Let me entertain You Das Stück wurde besonders gerne bei den folgenden Livekonzerten gespielt. Schnell – dynamisch – fetzig rollt die Vorstellung in ein unvergesslichen Abend ein. Es handelt sich hier nicht um eine Coverversion eines Robbie Williams Stück, jegliche Vergleich verbiete ich mir an dieser Stelle! Ein Feuerwerk zu Anfang, mit Rock A la Carte – laden uns Freddie und Konsorten zum Fest. Das Fest auf Tour zu sein, mit all seinen Annehmlichkeiten und stressigen Aufgaben. Entertain ist kein Song um mal so eben zu hören – vielleicht noch beim Autofahren, andernfalls lenkt die wechselnden Songstrukturen und Tempo zu sehr ab. _7. Dead on Time Ebenso wie Entertain kein Stück um sich mal so schnell mal anzuhören. Das ist Rock – ja schon fast Metal – erster Klasse. Fette Gitarren, dynamischer Gesang, eingängiger Refrain und nicht zu vergessen die gemeinsamen Chöre, die zum Mitsingen animieren. Perfekt gespieltes abwechslungsreiches Gitarrensolo, ja wenn doch Musik nur immer so wäre!! Leider wurde dieses Liedchen nie Live Gespielt!
_8. In only seven Days Ein ruhiges kurzes Liedchen, über einen Typ, der ne Woche Urlaub dazu nutzt ein Mädchen am Stand nach dem Namen zu fragen. Und ehe er es sich versieht, ist die Woche wieder vorbei, und er ist immer noch alleine! Die „seven Days“ sind eine willkomme Abwechslung zu den Vorgängern. Freddie am Klavier wird unterstützt von Brians Akustik Gitarre. Schade, wurde auch dieser Song nicht Live performed. _9. Dreamers Ball Wieder eine witzig gemachte Nummer die etwas an Seaside Rendezvous vom Night At the Opera Album erinnert. Ungewöhnliche verzehrte Gitarren und der besinnliche Gesang zeigen die Grosse Flexibilität der Band. Nicht immer der schnellste und wildeste Song muss der beste sein. Dreamers Ball plätschert durch etwa mehr als drei Minuten, und kann eigentlich als kleine Abwechslung angesehen werden.
_10. Fun It In Typischer Roger Taylor Song. Monotones Elektro Drumming. Abgehackter Gesang, den sich Freddie und Roger teilen. Der Text ist sehr komplex und soll einfach dazu aufrufen Spass und Freude zu haben. Fun it wurde als B-Seite zu Jealousy in den USA verwendet, was den Verkauf bestimmt auch nicht ankurbelte, und hätte besser auf dem ersten Soloalbum von Roger gepasst, als auf Jazz. _11. Leaving home ain’t easy Gefühlvoller Track von Brian Komponiert und auch Gesungen, trällert durch den Text, ohne wirklich bleibende Spuren zu hinterlassen. Auch der Refrain kann nicht wirklich im Ohr hängen bleiben. Ein Lückenfüller ist es nicht, aber auch kein „Ich fall gleich vom Hocker“ Song.
_12. Don’t Stop me now Da haut es einen aber mal vom Stuhl!! Die Singleauskopplung schafft es den Hörer wieder näher ans Geschehen zu bringen. Die Füsse zucken, der Kopf nickt im Takt. Der Rhythmus und Dynamik des Songs reist einem von der ersten Note mit. Besonders der Mittelteil mit Refrain können Überzeugen. Don’t Stop me now bleibt im Ohr, setzt sich fest, und du trällerst Stunden später noch die Melodie. _13. More of that Jazz Wie schon bei Fun it, merkt man den Komponisten – Roger Taylor. More of that Jazz ist allerdings einer der besseren Sorte aus der Songphase des Herrn Taylors. Gesanglich kann man Roger nicht ans Bein pinkeln, er weiss was er kann, und tut dies auch. Ich mag ja besonders Rogers Stimme sehr, und liebe seine beiden letzten Soloalben. More of that Jazz ist ein Song unter vielen. Er sticht nicht besonders durch die abgehackte Gitarre noch durch das stereophone Schlagzeug hervor. Zum Ende des Songs, werden einzelne Stücke der auf dem Album befindlichen Songs zusammengemixt, und so entsteht auch hier nochmals eine gewisse Atmosphäre. Und schliesslich endet die Jazz wie sie begonnen hat.
Das Cover, mit unzähligen schwarzen und weissen Ringen, erinnert an ein Schaubild in einem 3D Buch. Mit rosarot in der Mitte der Albumtitel JAZZ. Die Idee zum Coverdesign stammt von der Band, umgesetzt wurde das ganze von einem gewissen Cream!? Im Booklet sind die Songtexte abgedruckt, alle bis auf Mustapha – aber wer braucht hier schon einen Text, der Song wird kräftig mit Gegröllt. In den USA sowie auf der Insel der Engländer wurde das Album mit Platin Awards ausgezeichnet. Die Singles schafften Silber Auszeichnungen.
Das Album Jazz wurde in 30 Ländern von der EMI Veröffentlicht. Für Sammler ist wohl das Original der Französischen Picture Disc von besonderem Interesse. Gleichwohl sind einige Britischen Piraten auf dem Markt, so kann für das Original schon mal zwischen 300 bis 500 Dollar investiert werden. Es gibt von dieser Picture drei verschiedene Versionen, also Augen auf bei Ebay!! Ein Album mit dreizehn teils guten, teils weniger guten Songs, das für Queenkenner, natürlich in der Sammlung nicht fehlen darf, allerdings Neulingen empfehle ich ein anders Album als Erstkauf der Band. Vielleicht sollte jeder mal mit A Night At the Opera anfangen, und sich dann langsam aber stetig nach vorne Arbeiten. Jazz ist durch seine starke Abwechslung ein Album das man schon gewollt hören muss. Als Hintergrund Musik werde selbst ich zu stark abgelenkt, und dann wirkt die Musik natürlich als störend.
Dennoch gilt wie bei jedem Queen output, Kaufen, anhören und lieb haben. Ich freue mich wie immer über eure hoffentlich positiven Bewertungen, interessanten Kommentaren und Zuwendung verschiedener Punkte. __MACHT MICH LILA!!!
An alle Ciaoler Machts gut, bleibt sauber und haltet die Ohren steif. Sepp-das-Wiesel
P.S. Was haltet ihr davon, das Brian und Roger unter dem Namen Queen weitermachen?! Der gute John scheint sich total aus dem Musikgeschäft verabschiedet zu haben. Gibt es ein Queen nach Freddies Tod? Sollten sie sich umbenennen, oder unter dem Logo Queen weiterhin Auftreten, wie z.b. beim Queensday in Amsterdam, oder bei der Party at Buckingham Palce?
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03.01.2005 11:52
Queen ohne Freddie geht einfach nicht. Es gab doch schon mal nach Freddies Tod ein Lied von den verbliebenen. Habe schon keinen Plan mehr wie der Titel war. Jedenfalls kams bei weitem nicht an die richtigen Queen Lieder ran.
10.02.2004 19:15
Auch eins der besseren Queen-Alben. Ich besitze dieses als LP-Nachpressung mit weißem Lochcover - dieses Poster mit den nackten Frauen kannte ich nicht. "Don't Stop Me Now" war eins der ersten Queen-Lieder, die ich kennen lernte - ich nahm es Ende der 70er mit meinem kleinen Kassettenrecorder von Radio Luxemburg auf.
18.10.2003 01:16
Zur abschließend gestellten Frage kurz und knapp: Nein. Queen sind eine Legende, Queen ist tot. Das wissen die Jungs wohl auch selber, das haben sie ja oft genug bekundet. Es war eine perfekte Symbiose vierer genialer Musiker, da ist niemand ersetzbar, geschweige denn gleich John und Freddie. "Who wants to live forever"...? vlg lasse